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July 17, 2012

Libyen: Präsident des libyschen Olympia-Komitees entführt

Libyen: Präsident des libyschen Olympia-Komitees entführt

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Veröffentlicht: 19:31, 17. Jul. 2012 (CEST)
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Tripolis (Libyen), 17.07.2012 – Nabil al-Alam, Präsident des libyschen Olympischen Komitees, wurde am Montag entführt. Sein Auto wurde in Libyens Hauptstadt Tripolis von bewaffneten Männern in Uniform gestoppt. Wie lokale Medien berichteten, gaben sich die Männer als Angehörige der Armee aus.

Laut einem Sprecher des libyschen Olympischen Komitees soll al-Alam der uniformierten Gruppe freiwillig gefolgt sein. Er ist seitdem spurlos verschwunden. Der libysche Sportminister Fathi Terbil sagte aus: „Wir verurteilen diese Handlung. Wer immer das getan hat, ist kriminell.“

Arafat Dschuwan, Chef von al-Alams Büro, erklärte: „Neun Bewaffnete, die sich als Armee-Angehörige ausgaben, haben Herrn Alam im Stadtzentrum um etwa 15 Uhr aus seinem Auto gezerrt und an einen unbekannten Ort verschleppt.“ Die Armee und das Innenministerium sollen angeblich nichts von der Entführung wissen.

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, brachte auf einer Telefonkonferenz in Lausanne seine tiefe Besorgnis über den Fall zum Ausdruck. Das libysche Team, welches aus fünf Athleten besteht, soll bereits in wenigen Tagen zu den Olympischen Sommerspielen 2012 nach London reisen. Bei den Spielen, die am 27. Juli beginnen, werden sie ihr Land in den Disziplinen Judo, Marathon, Gewichtheben und beim Einhundert-Meter-Lauf der Frauen vertreten.

Das libysche Olympische Komitee wurde bis zum Sturz von Muammar al-Gaddafi vor einem Jahr von seinem ältesten Sohn Mohammed geführt. Er soll zusammen mit anderen Familienmitgliedern nach Algerien geflohen sein.

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June 9, 2011

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal

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Veröffentlicht: 23:58, 9. Jun. 2011 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 09.06.2011 – Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels soll in diesem Jahr der algerische Schriftsteller Boualem Sansal erhalten. Die diesjährige Wahl des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist eine politische Entscheidung. Es soll ein Schriftsteller gewürdigt werden, der sich kritisch mit der gesellschaftlichen und politischen Realität seines Heimatlandes auseinandersetzt. Seine in französischer Sprache geschriebenen Romane und Essays dürfen in seiner Heimat nicht verlegt werden.

Trotzdem lebt Sansal weiterhin in Algerien: „Ich lebe in Algerien, weil das mein Heimatland ist. Ich bin traurig, sehen zu müssen, dass alle algerischen Intellektuellen im Ausland leben. Man kann die Verhältnisse im Land nicht ändern, wenn man auswandert. Man muss an seinem Platz bleiben. Denn nur dort wird man seiner Verantwortung gerecht.“

Der 1949 in einem Bergdorf der Provinz Oran geborene Schriftsteller wird den alljährlich vergebenen Preis am 16. Oktober in der Frankfurter Paulskirche entgegennehmen. Der Literaturpreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

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February 13, 2011

Demonstrationen in der arabischen Welt

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Demonstrationen in der arabischen Welt

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Veröffentlicht: 08:13, 13. Feb. 2011 (CET)
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Sanaa (Jemen) / Algier (Algerien), 13.02.2011 – Nach dem Abgang Mubaraks kommt die arabische Welt nicht zur Ruhe. Am gestrigen Samstag demonstrierten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa und in der algerischen Hauptstadt Algier mehrere tausend Menschen für einen Sturz der Präsidenten. In beiden Ländern gingen die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vor.

In Sanaa wurden 4.000 Demonstranten gezählt. In der algerischen Haupstadt gingen nach offiziellen Angaben 1.500, nach Angaben der Veranstalter 10.000 Menschen auf die Straße. Ein Menschenrechtsaktivist nannte die Zahl von mehr als 400 Festnahmen. Der deutsche Außenminister Westerwelle forderte die algerische Regierung inzwischen auf „auf jegliche Gewalt zu verzichten.“

Bereits am Freitag schlugen sudanesische Sicherheitskräfte eine Demonstration von Ehefrauen und Müttern politischer Gefangener nieder. In Syrien kündigte die Regierung soziale Reformen und Gesetzesänderungen an, die im „Tagesspiegel“ mit den Demonstrationen im Ausland in Verbindung gebracht werden.

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October 21, 2010

Zwei Jahre Gefängnis für Nichteinhaltung des Ramadan

Zwei Jahre Gefängnis für Nichteinhaltung des Ramadan

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Veröffentlicht: 18:30, 21. Okt. 2010 (CEST)
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Das islamische Glaubensbekenntnis in arabischer Schönschrift

Algier (Algerien), 21.10.2010 – In Algerien ist ein 27-jähriger Mann zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung und umgerechnet 1.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, weil er von der Polizei dabei „erwischt“ wurde, wie er tagsüber während des islamischen Fastenmonats Ramadan aß und trank.

Er hatte sich mit Freunden zum Essen verabredet; aufgrund eines anonymen Hinweises wurde er festgenommen. Die anderen „Täter“ konnten fliehen.

Nach Ansicht des Gerichts verstieß er gegen den im algerischen Recht bestehenden Straftatbestand des „Verstoßes gegen eine islamische Vorschrift“ (atteinte à un précepte de l’islam).

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July 5, 2010

Fußball-WM: Deutschlands Arbeitssieg gegen Ghana

Fußball-WM: Deutschlands Arbeitssieg gegen Ghana

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Veröffentlicht: 20:21, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Pretoria / Port Elizabeth / Nelspruit / Johannesburg (Südafrika), 05.07.2010 – Deutschland gewann das letzte Gruppenspiel gegen Ghana mit 1:0 durch einen Treffer von Özil. Deutschland wurde damit Gruppensieger in der Gruppe D. Als Gruppenzweiter zog auch die Mannschaft aus Ghana in das Achtelfinale ein. Die punktgleichen Australier setzten sich zwar gegen Serbien durch, hatten jedoch das schlechtere Torverhältnis. In der Gruppe C setzten sich England und die Vereinigten Staaten jeweils mit 1:0 in ihrem letzten Gruppenspiel durch und sind die Gegner Deutschlands bzw. Ghanas im Achtelfinale.

Slowenien – England
0:1 (0:1)

Im Nelson-Mandela-Stadion in Port Elizabeth verfolgten 36.893 Zuschauer den knappen Sieg Albions gegen die Slowenen, der den Engländern den zweiten Platz in der Abschlusstabelle der Gruppe C sicherte. In der von Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Deutschland geleitete Partie erhielten drei slowenische Nationalspieler sowie ein Engländer Gelbe Karten. Die bessere Ausgangssituation hatten die Slowenen, da ihnen ein Unentschieden gereicht hätte um Platz zwei der Tabelle zu erreichen. Die von dem Italiener Fabio Capello trainierten Engländer benötigten einen Sieg, da sie bei einem Unentschieden jedenfalls schlechter gestellt gewesen wären, als die Vereinigten Staaten, sofern diese nicht gegen Algerien verloren hätten.

Das englische Team lief auf mehreren Positionen verändert auf. Statt des wegen seiner zweiten Gelben Karte gesperrten Jamie Carragher ergänzte Matthew Upson den von Capelli vom Amt des Mannschaftskapitäns enthobenen John Terry in der Abwehr des englischen Teams. Terry konnte sich nicht mit seiner Forderung durchsetzen, dass Capelli Joe Cole einsetzen solle. Im Sturm spielte Jermain Defoe statt Emile Heskey und der Mittelfeldspieler Aaron Lennon lief anstelle des weniger offensiven James Milner auf.

Die erste Torchance hatten die Slowenen, Valter Birsas Schussversuch aus 23 Metern brachte der englische Schlussmann David James jedoch problemlos unter Kontrolle. Die erste Chance der „Three Lions“ hatte dann Frank Lampard mit einem Freistoß aus 30 Metern Torentfernung. Der für Udinese Calcio in der italienischen Serie A spielende slowenische Torhüter Samir Handanovič brachte den heransegelnden Ball jedoch problemlos unter Kontrolle. Doch Torglück hatten die Engländer zunächst nicht. Wayne Rooney von Manchester United schoss von der Strafraumgrenze, doch sein Ball wurde zum Eckball abgewehrt. Dieser wurde vom Liverpooler Steven Gerrard getreten und gelangte zu Terry, doch dessen Kopfball verfehlte das Tor. Wenig später machte Terry im eigenen Strafraum eine Großchance des beim belgischen Erstligisten KAA Gent spielenden Zlatan Ljubijankič zunichte.

Das einzige Tor des Spieles erzielte Defoe in der 23. Minute nach einer Hereingabe von Milner. Sloweniens Torhüter Handanovič hatte zwar noch beide Hände am Ball, mehr als leicht abfälschen konnte er den Schuss aber nicht. In der 27. Minute hatten die Engländer eine weitere Chance mit denselben Beteiligten, doch diesmal war der slowenische Torwart auf der Hut. Den Ball, den er jedoch nicht fangen konnte, schoss Lampard über das Tor. Immer wieder kam England in der Folge zu guten Chancen. Einen Schuss von Gerrard konnte Handanovič wegfausten, Rooney eroberte den Ball gegen drei Verteidiger und spielte zu Gerrard. Sein Schuss aus 14 Metern war ins rechte Eck gezielt, doch Handanović konnte parieren. Die Engländer spielten dann weniger offensiv, doch für die Slowenen ergaben sich dadurch keine zwingenden Torchancen. Einzig ein Freistoß von Birsa aus 40 Metern Torentfernung sorgte für Gefahr, doch der aus dem Tor laufende englische Schlussmann James konnte den von der englischen Abwehr abgefälschten Ball abwehren, bevor Sloweniens Stürmer Milivoje Novakovič eingreifen konnte.

Auch nach dem Seitenwechsel agierte Albion offensiv. Einen Eckball Rooneys konnte Sloweniens Torhüter gerade noch wegschlagen, ein hohes Zuspiel lenkte Defoe mit dem Fuß sehr knapp am Tor vorbei. Die Slowenen wurden auch in der zweiten Halbzeit nur in Standardsituationen gefährlich. Terry hatte in der 57. Minute bei einem Eckball von Gareth Barry die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, doch sein Schuss aus wenigen Metern wurde von Torhüter Handanovič abgewehrt. Und auch in der 59. Minute war es der slowenische Schlussmann, der Rooneys Versuch nach einem guten Zuspiel von Lampard noch an den Pfosten lenkte. Die Engländer beschränkten sich in der letzten halben Stunde auf schnelle Konter, die von dem inzwischen eingewechselten Joe Cole ausgeführt wurden. Beim Spiel zwischen den Vereinigten Staaten und Algerien stand es zu dem Zeitpunkt noch 0:0, und bei diesem Spielstand wäre Slowenien trotz des Rückstandes weitergekommen. Die Südosteuropäer waren deswegen wenig offensiv, sodass sich am knappen 1:0-Erfolg für das englische Team nichts mehr änderte.

Abschlusstabelle der Gruppe C
Rang Land Tore Punkte
1 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4:3 5
2 England England 2:1 5
3 Slowenien Slowenien 3:3 4
4 Algerien Algerien 0:2 1
USA – Algerien
1:0 (0:0)

35.827 Zuschauer – unter ihnen auch der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten Bill Clinton – sahen im im Loftus-Versfeld-Stadion in Pretoria das vom belgischen Schiedsrichter Frank De Bleeckere gepfiffene Spiel. Dieser zeigte drei Nordafrikanern gelbe Karten sowie zückte das kleine Pappstück für zwei Spieler der Vereinigten Staaten. In der dritten Minute der Nachspielzeit sah der beim VfL Bochum spielende Anthar Yahia Gelb-Rot wegen Meckerns. In der stark umkämpften Gruppe C waren die Vereinigten Staaten auf einen Sieg angewiesen, um auf jeden Fall an Slowenien und England vorbeiziehen zu können. Die Algerier hatten vor dem Spiel noch eine marginale Chance auf Platz zwei, wenn sie ausreichend hoch gegen die USA gesiegt hätten und das Spiel England gegen Slowenien unentschieden ausgegangen wäre.

Das Team aus Algerien, das sich zum dritten Mal für eine Weltmeisterschaftendrunde qualifiziert hatte, hatte nach 18 Sekunden die erste Chance des Spieles, doch der Volleyschuss des Gladbachers Karim Matmour ging weit am Tor vorbei. In der sechsten Spielminute meldete sich der bei AEK Athen spielende Rafik Djebbour mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern an die Querlatte. Auf der Gegenseite waren die Amerikaner glücklos; so versagte in der 20. Minute Herculez Gomez alleinstehend vor dem algerischen Schlussmann Raïs M’Bolhi, eine zweifelhafte Abseits-Entscheidung von Schiedsrichter De Bleeckere machte einen Treffer Dempseys ungültig, Jozy Altidore und Landon Donovan kamen sich in der 37. Minute gegenseitig in die Quere und so blieb eine Großchance zum Führungstor ungenutzt.

Nach der Halbzeitpause spielten die US-Boys weiter offensiv. Dempseys hatte Pech, als er nur den Innenpfosten traf und den Nachschuss am leeren Tor vorbeisetzte. Der frühere HSV-Spieler Benny Feilhaber konnte den algerischen Torhüter in der 65. Minute nicht überwinden. Die nachfolgende Ecke köpfte Dempsey knapp am Posten vorbei ins Toraus. Die Möglichkeiten der Nordafrikaner waren rar. Ein Schuss des Wolfsburgers Karim Ziani aus zehn Metern Torentfernung verfehlte das Tor. Den Rest der zweiten Halbzeit stürmten die Nordamerikaner auf das algerische Tor, doch waren sie am Ende der regulären Spielzeit praktisch ausgeschieden, da im zeitgleich stattfindenden Spiel der Engländer gegen die Slowenen die Engländer die Nase vorne hatten. Schließlich schoss Donovan in der zweiten Minute der Nachspielzeit in das algerische Tor und bewahrte somit sein Team vor dem Ausscheiden.

Durch den dreifachen Punkterfolg wurden die US-Amerikaner zum ersten Mal nach 1930 wieder Gruppensieger; gleichzeitig verdrängten sie dadurch die Engländer noch auf den zweiten Tabellenplatz und besiegelten das Aus für die Mannschaft aus Slowenien. Algerien konnte auch bei seiner dritten WM-Endrundenteilnahme nicht über die Gruppenspielphase hinaus gelangen.

Ghana – Deutschland
0:1 (0:0)

In der Gruppe D war die Ausgangssituation ähnlich kompliziert. Ghana hätte ein Unentschieden gegen Deutschland den Einzug in das Achtelfinale gesichert, doch auch eine Niederlage konnten sich die Westafrikaner erlauben, solange Australien im gleichzeitig stattfindenden Spiel gegen Serbien nicht zu viele Tore gut machte. Deutschland war nur bei einem Sieg unabhängig vom Ergebnis des Spiels Australien gegen Serbien. Eine weitere Niederlage hätte das Aus bedeutet, bei einem Unentschieden wäre die Nationalelf nur dann Gruppenzweiter geworden, wenn Serbien verloren oder nicht hinreichend viele Tore geschossen hätte. 82.391 Zuschauer in der Soccer City in Johannesburg waren deswegen auf das Spiel der deutschen Mannschaft gespannt, die sich beim Spiel gegen Serbien nicht gerade von ihrer starksten Seite gezeigt hatte und zudem auf den wegen seiner Gelb-Roten Karte gesperrten Stürmer Miroslaw Klose verzichten musste. Die Partie stand unter Aufsicht des brasilianischen Unparteiischen Carlos Simon, der jeweils einmal für Spieler beider Mannschaften das gelbe Kärtchen zückte.

Bundestrainer Joachim Löw stellte die deutsche Mannschaft auf zwei Positionen um. Cacau ersetzte von Spielbeginn an den gesperrten Klose und statt des im Serbien-Spiel schwachen Holger Badstuber spielte links in der Verteidigung Jérôme Boateng, der es auf dem Spielfeld mit seinem Halbbruder Kevin-Prince Boateng zu tun bekam. Die Ghanaer starteten mit einer defensiven Mannschaft, die aus einer Vierer-Abwehrkette, einem Mittelfeld aus fünf Spielern und einer Sturmspitze bestand. Die erste nennenswerte Chance des Spieles hatte Lukas Podolski in der siebten Minute, doch Hans Sarpei (Bayer Leverkusen) wehrte zum Eckball ab. Drei Minuten später wurde Podolskis Flanke von linksaußen vom Ghanaer John Mensah in Richtung Tor abgefälscht, sodass Torhüter Richard Kingson ein Eigentor verhindern musste. Nach diesen beiden Torchancen ging der Drang nach vorne in der Nervosität der deutschen Mannschaft unter. Die Mannschaft leistete sich viele Fehlpässe und die Ghanaer bestimmten nach der Anfangsviertelstunde das Spiel.

Schoss Deutschland ins Achtelfinale: Mesut Özil

In der 14. Minute konnte Bastian Schweinsteiger die Flanke Asamoah Gyans gerade so klären, ein Schuss von Kevin-Prince Boateng in der 23. Minute wurde von Arne Friedrich in höchster Not abgewehrt und in der 24. Minute war André Ayew nach einem Fehler von Abwehrspieler Per Mertesacker nur deswegen nicht erfolgreich, weil er den geeigneten Moment verpasste und Torhüter Neuer abwehren konnte. In dieser Phase des Spieles zeigte die deutsche Mannschaft wenige für die Ghanaer gefährliche Aktionen. Mesut Özil stürmte in der 25. Minute auf das Tor der Ghanaer zu und befand sich allein vor dem Torhüter der Westafrikaner. Bei der Wahl, ob er um Kingson rechts oder links vorbeispielen sollte, entschied er sich für die Mitte und traf direkt den Torhüter. Eine Kopfballchance durch Gyan verhinderte Lahm zwei Minuten später auf der Torlinie und in der 28. Minute wehrte Neuer Gyans Schuss von der rechten Seite ab. Die einzigen weiteren halbwegs nennenswerten Möglichkeiten der deutschen Mannschaft stamten von Cacau in der 30. Minute und von Schweinsteiger in der 41. Minute durch einen Freistoß, doch Torhüter Kingson war auf der Hut.

Die zweite Halbzeit begann zunächst für Deutschland nicht viel besser. In der 51. Minute stürmte Gyan in ähnlicher Weise auf Neuer zu, wie Özil in der ersten Halbzeit auf Kingson zulief. Neuer machte diesen Versuch genauso zunichte, wie in der 55. Minute, wieder durch Gyan. Deutschland bemühte sich weiterhin um ein Tor, kam aber nicht richtig vor das Tor der Westafrikaner. Überraschend fiel dann doch das 1:0. Ein Querpass Müllers vor der Strafraumgrenze gelangte auf den Bremer Özil, der schoss aus 17 Metern unhaltbar in den linken oberen Torwinkel. Beflügelt wurde die deutsche Mannschaft durch das Führungstor jedoch nicht, im Gegenteil. Jérôme Boateng war zweimal nicht aufmerksam, als Prince Tagoe in der 61. Minute zum Kopfstoß kam und Boateng nur mit Mühe noch zur Ecke klären konnte und in der 66. Minute, als Lahm den Schuss von Ayew gerade noch ins Toraus ablenkte. Löw nahm Boateng dann in der 73. Minute vom Platz und wechselte Marcell Jansen ein. Am Spielstand änderte sich jedoch nichts mehr.

Durch den Sieg gegen Ghana spielte sich die deutsche Nationalmannschaft auf den ersten Tabellenplatz vor und damit im Achtelfinale den Klassiker gegen England ermöglicht, da die „Three Lions“ in der Gruppe C nur den zweiten Tabellenplatz erreicht hatten.

Abschlusstabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland Deutschland 5:1 6
2 Ghana Ghana 2:2 4
3 Australien Australien 3:6 4
4 Serbien Serbien 2:3 3
Australien – Serbien
2:1 (0:0)

Ein Sieg im letzten Gruppenspiel hätte für Serbien das Weiterkommen gesichert, für die Australier waren die Szenarien für ein Weiterkommen komplizierter. Dabei war das Weiterkommen des Teams aus Down Under vom Ausgang des Spiels Deutschlands gegen Ghana abhängig. Ein hoher Sieg Deutschlands oder eine Niederlage des Weltmeisterschaftsdritten von 2006 und Vize-Europameisters von 2008 gegen Ghana hätte für die Australier den zweiten Tabellenplatz bedeutet, falls man das eigene Spiel gegen Serbien gewinnen konnte.

In der ersten Halbzeit hatte Serbien mehr vom Spiel und konnte durch Miloš Krasić in der zwölften Minute in Führung gehen, doch dieser scheiterte alleinstehend vor Australiens Schlussmann Mark Schwarzer. Die Australier waren in der ersten Spielhälfte wenig nach vorne orientiert, sodass die 37.836 Zuschauer im nicht vollständig besetzten Mbombela-Stadion in Nelspruit nach 45 Minuten noch kein Tor gesehen hatten.

In der 69. Minute gingen die „Socceroos“ in Führung, nachdem sich nach der von Luke Wilkshire getretenen Hereingabe der beim FC Everton tätige Mittelfeldspieler Tim Cahill gegen Nemanja Vidić durchsetzte und zum 1:0 einköpfte. In der 73. Minute erhöhte Brett Holman mit einem Aufsetzer zum 2:0. Die Serben reagierten offensiv und stürmten nach vorne. Einen Torwartfehler führte in der 84. Minute zum Anschlusstreffer durch Marko Pantelić. Pantelić schob den Ball auch eine Minute später erneut ins Tor der Australier, der Treffer wurde jedoch wegen Abseits vom uruguayischen Schiedsrichter Jorge Larrionda nicht gegeben. In der Schlussphase kam es noch zu einigen gefährlichen Situationen vor dem australischen Tor, am Ende blieb es jedoch beim Ehrentreffer der Serben gegen die siegreichen Australier. Damit waren beide Mannschaften ausgeschieden. Schiedsricher Larrionda zückte fünfmal die Gelbe Karte, davon dreimal bestrafte er serbische Spieler und zweimal einen Australier.

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June 24, 2010

Fußball-WM: Deutschlands Flop gegen Serbien

Fußball-WM: Deutschlands Flop gegen Serbien

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Veröffentlicht: 23:20, 24. Jun. 2010 (CEST)
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Port Elizabeth / Kapstadt / Johannesburg (Südafrika), 24.06.2010 – Erst flog Klose vom Platz, dann kassierte Neuer ein Tor, schließlich verschoss Podolski einen Strafstoß – das 0:1 gegen Serbien bescherte dem deutschen Team im letzten Gruppenspiel gegen Ghana ein richtiges Finalspiel, in der nur ein Sieg das Weiterkommen sichern kann. Auch England war am siebten Tag der Weltmeisterschaft nicht überzeugend, gegen Algerien reichte es nur zu einem Unentschieden. Remis endete auch die Partie zwischen Slowenien und den Vereinigten Staaten.

Deutschland – Serbien
0:1 (0:1)

38.294 Zuschauer in Port Elizabeth sahen eine miserable Schiedsrichterleistung des spanischen Schiedsrichters Alberto Undiano Mallenco, acht Gelbe Karten – je vier für beiden Mannschaften, eine phasenweise stark spielende, aber glücklose deutsche Nationalelf. Stürmer Miroslav Klose musste in der 37. Minute wegen wiederholten Foulspiels nach Gelb-Rot vom Platz und eine Minute später erzielte Milan Jovanović das einzige Tor des Spieles.

Die deutsche Mannschaft wurde bei ihren Angriffen schon in der eigenen Hälfte von den offensiv aufspielenden Serben gestört. Der kleinlich pfeifende Schiedsrichter verteilte in der ersten halben Stunde bereits fünf Gelbe Karten. Nach seinem zweiten Foul – beide von der Sorte „unnötig“ – sah Klose zum zweiten Mal gelb und musste das Spielfeld verlassen. Die von da an nur noch mit zehn Mann spielenden Deutschen waren zunächst wie gelähmt. Miloš Krasić war dem schlecht spielenden Holger Badstuber entlaufen und flankte in den Torraum. Nikola Žigić setzte sich beim Kopfballduell gegen Per Mertesacker durch und köpfte auf den freistehenden Jovanović weiter, der praktisch ungehindert in das deutsche Tor einschießen konnte. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Sami Khedira nach einem Eckball. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf er jedoch nur die Unterlatte.

Nach dem Wiederanpfiff dominierten die Deutschen das Spiel für eine gute Viertelstunde. Lukas Podolski boten sich mehrere Torgelegenheiten, verwerten konnte er keine. In der 58. Minute ging sein Schuss nach einem Zuspiel von Mesut Özil am Tor vorbei, zwei Minuten später traf er nur das Außennetz. Noch in der 60. Minute entschied der spanische Schiedsrichter auf Strafstoß, nachdem ein serbischer Abwehrspieler im Torraum mit der Hand den Ball berührt hatte. Podolski – nicht Bastian Schweinsteiger – lief an und kickte den Ball in Richtung rechte untere Ecke des serbischen Gehäuses. Genau dahin flog Serbiens Torwart Vladimir Stojković und konnte den nicht besonders scharf geschossenen Ball abwehren. Podolskis Fehlschuss war der erste nicht verwandelte deutsche WM-Elfmeter seit Uli Stielikes Fehlschuss beim Elfmeterschießen bei der Weltmeisterschaft 1982 im Halbfinalspiel gegen Frankreich.

Auch die Einwechslungen von Marko Marin und Cacau und später von Mario Gomez konnten an der Niederlage der deutschen Nationalmannschaft nichts mehr ändern.

England – Algerien
0:0

Vor den Augen der britischen Prinzen William und Harry sowie rund 64.100 weiteren Zuschauern im Green-Point-Stadion in Kapstadt trennten sich England und Algerien mit einem für die Engländer blamablen torlosen Unentschieden. Der usbekische Schiedsrichter Ravshan Ermatov bedachte beide Seiten mit je einer Gelben Karte. „Wir stehen jetzt natürlich mächtig unter Druck. Auch gegen Algerien waren wir nicht gut genug. Wenn wir das Achtelfinale noch erreichen wollen, müssen wir uns endlich steigern“, stellte Englands Mannschaftskapitän Steven Gerrard nach dem Spiel fest.

England begann das Spiel offensiv, leistete sich jedoch viele Fehlpässe und Fouls, bevor man ernsthaft in die Tornähe der Nordafrikaner gelangte. Die beiden Stürmer Emile Heskey und Wayne Rooney agierten viel zu harmlos, um das vom algerischen Ersatztorhüter Raïs M’Bolhi bewachte Tor gefährdem zu können. Nach einer Viertelstunde kamen die Algerier besser ins Spiel und hatten mit Ryad Boudebouz in der 22. Minute und mit Karim Ziani in der 23. Minute zwei gute Chancen, in Führung zu gehen. In der 35. Minute leitete ein Ballverlust von Gareth Barry in der algerischen Hälfte einen Gegenangriff ein, den Ziani mit einem knapp neben das Tor gesetzten Schuss abschloss. Gute Chancen in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit hatten auch die Engländer: ein Versuch von Frank Lampard in der 33. Minute, ein Fernschuss von Barry in der 39. Minute und vier Minuten später ein Distanzschuss von Rooney.

Die ersten dreißig Minuten der zweiten Halbzeit vergingen ohne nennenswerte Bemühungen der Engländer, ein Tor zu erzielen. Erst ein von Barry eingeleiteter Angriff brachte in der 69. Minute Gefahr in Tornähe der Algerier, doch ein von Heskey gespielter Querpass erreichte Rooney nicht. Demnach blieb es bei dem torlosen Unentschieden.

Slowenien – USA
2:2 (2:0)

45.573 Zuschauer im Ellis Park von Johannesburg sahen fünf Gelbe Karten, davon vier für die Slowenen und eine für einen nordamerikanischen Spieler. Schiedsrichter Koman Coulibaly gab ein Tor der Vereinigten Staaten nicht, sodass Slowenien das Unentschieden retten und sich so die Chancen auf das Achtelfinale bewahren konnte. US-Trainer Bob Bradley kritisierte, „Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter das abgepfiffen hat“.

Einen kritischen Punkt erreichte das Spiel bereits nach zwanzig Sekunden: Als bei einem Kopfballduell Clint Dempsey und Zlatan Ljubijankič unglücklich zusammenprallen, ist die Situation so angespannt, dass Schiedsrichter Coulibaly zwei Minuten braucht bis er weiterspielen lassen kann. Die erste richtige Möglichkeit für die Slowenen nutzte Valter Birsa aus, der aus 25 Meter Torentfernung schoss und den US-amerikanischen Torwart Tim Howard überraschte. In der 40. Minute hatte die slowenische Mannschaft Glück, als Mišo Brečko eine für Landon Donovan bestimmte Flanke von Clint Dempsey aus dem Strafraum befördern konnte. Der sich anschließende Konter führte schließlich zum Halbzeitstand von 2:0. Ljubijankič erhielt das Zuspiel des für den 1. FC Köln spielenden Milivoje Novakovič und schoss am herauslaufenden US-Schlussmann vorbei ins Tor.

Nach der Halbzeitpause wurden die US-Boys offensiver. In der 48. Minute erzielte Donovan mit einem Schuss aus spitzem Winkel direkt unter das Gebälk den Anschlusstreffer. Dem bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag stehenden Michael Bradley gelang schließlich in der 82. Minute der Ausgleich. Um den Siegtreffer durch Maurice Edu wurde das US-Team durch Schiedsrichter Coulibaly gebracht, der in der Situation ein Foul gesehen haben will.

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November 6, 2008

Österreichische Sahara-Geiseln dank Gaddafi und Haider frei

Österreichische Sahara-Geiseln dank Gaddafi und Haider frei

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Veröffentlicht: 20:48, 6. Nov. 2008 (CET)
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Bamako (Mali) / Wien (Österreich), 06.11.2008 – Das in der Sahara entführte Salzburger Touristen-Paar Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber war vergangenen Freitag nach acht Monaten der Geiselhaft im Norden von Mali freigelassen worden. Neben einen Krisenstab der in Wien tätig war, sandte Österreich unter anderen auch den Sonderbotschafter Anton Prohaska zur Vermittlung nach Afrika um eine Befreiung dieser zu erreichen. Dabei wurde aber ausdrücklich betont, man sei nicht erpressbar und würde kein Lösegeld zahlen. Die Geiseln wurden nach der Freilassung am darauffolgenden Samstag unter Militärschutz der Armee Malis in deren Hauptstadt gebracht, wo sie per Flugzeug in ihr Heimatland gebracht, und von dort aus anschließend durch einen Hubschrauber ins Wiener Heeresspital geflogen wurden. Dennoch, war bis zuletzt nicht bekannt, woher das von den Entführern verlangte Geld geflossen sein könnte.

Wie die algerische Zeitung „Liberte, Mounir Boudjema“ berichtete, spielte dabei Muammar al-Gaddafi eine wesentliche Rolle. Gaddafis Sohn (Saif al-Islam al-Gaddafi), der mit dem kürzlich verstorbenen österreichischen Politiker Jörg Haider Kontakt hatte, war von diesem, der als Vermittler agierte, überredet worden, sich für die Befreiung der Geiseln einzusetzen. Der libysche Revolutionsführer Gaddafi soll daraufhin das Lösegeld in der Höhe von fünf Millionen Euro bezahlt haben. Es wurde klar betont, dass Gaddafi nur auf Haiders Bitte hin gezahlt habe, das Geld kam aus gleichnamiger bekannten libyschen Gaddafi-Stiftung.

Das Paar war im Februar 2008 von der al-Qaida im islamischen Maghreb in Süd-Tunesien verschleppt worden. Deren Entführer forderten die Befreiung von zehn Gesinnungsgenossen aus tunesischen und algerischen Gefängnissen und ein Lösegeld in der Höhe von fünf Millionen Euro. Im März hatte der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider bekannt gegeben, dass der Vorstand der Gaddafi-Stiftung bereits mit den Entführern verhandelte. Haider hatte von Gaddafis Sohn über „gute Entwicklungen“ der Verhandlungsgespräche damals gesprochen.

Kurz danach jedoch, verlautbarte eben diese Stiftung, eigentlich gar „keine“ Kontakte zu den Entführern der Touristen zu haben, dies geschah im Zuge von Krawallen durch die Tuareg-Rebellen. Bis zuletzt wurden noch Forderungen von „regionaler Natur“ wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte gestellt. Das österreichische Außenministerium dementiert weiterhin den Forderungen nach Lösegeld, nachgegangen zu sein.

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November 1, 2008

Österreichische Sahara-Geiseln sind frei

Österreichische Sahara-Geiseln sind frei

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Veröffentlicht: 00:38, 1. Nov. 2008 (CET)
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Bamako (Mali), 01.11.2008 – Die beiden in der Sahara entführten Österreicher sind wieder frei. Das gab Außenministerin Ursula Plassnik am Freitagnachmittag bekannt. Die Salzburger Touristen Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber wurden nach acht Monaten Geiselhaft im Norden Malis freigelassen. Sie seien „den Umständen entsprechend wohlauf“, sagte Plassnik. Der Krisenstab in Wien hat sich die letzten Monate unermüdlich um die Freilassung der Geiseln bemüht. Österreich hat Sonderbotschafter Anton Prohaska zur Vermittlung nach Afrika entsandt. Die Freigelassenen seien unter dem Schutz der malischen Armee auf dem Weg in die Hauptstadt Bamako. Es werde ein Flugzeug nach Bamako geschickt, um sie sicher nach Hause zu bringen. Verteidigungsminister Norbert Darabos rechnete damit, dass die beiden Salzburger am Samstag in ihre Heimat zurückkehren.

Die Angehörigen von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber zeigten sich ebenso wie Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Bundespräsident Heinz Fischer sehr erleichtert. Das Paar wurde am 22. Februar 2008 von der al-Qaida im islamischen Maghreb im Süden Tunesiens verschleppt. Die Entführer hatten die Freilassung von zehn Gesinnungsgenossen aus tunesischen und algerischen Gefängnissen gefordert sowie Lösegeld in Höhe von fünf Millionen Euro verlangt. Am 6. April 2008 verstrich das letzte Ultimatum der Entführer. Zuletzt wurden Forderungen „regionaler Natur“ wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte gestellt. Das österreichische Außenministerium dementierte die Forderung nach Lösegeld.

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June 16, 2008

Al-Qaida bekennt sich zu Terroranschlägen in Algerien

Al-Qaida bekennt sich zu Terroranschlägen in Algerien

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Veröffentlicht: 21:59, 16. Jun. 2008 (CEST)
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Karte Algeriens

Beni Amrane (Algerien), 16.06.2008 – Für die beiden Bombenanschläge am Sonntag, den 8. Juni 2008 in der algerischen Stadt Beni Amrane in der nordalgerischen Provinz Boumerdes hat der nordafrikanische Zweig des Terrornetzwerks al-Qaida die Verantwortung übernommen. Auf ihrer Internetseite veröffentlichte die Terrororganisation neben einem Bekennerschreiben auch Fotos der Selbstmordattentäter, die den Anschlag vom vorletzten Sonntag durchgeführt hatten. Die Authentizität der Quelle konnte von unabhängiger Seite noch nicht bestätigt werden, die Fotos und die Pressemitteilung erschienen jedoch auf einer Internetseite, die gewöhnlich von islamistischen militanten Kräften benutzt wird. Auf der islamistischen Internetseite übernahm die gleiche Gruppe auch die Verantwortung für eine Reihe anderer Anschläge zwischen dem 4. und 8. Juni. Bei dem Anschlag vom Sonntag handelte es sich um den dritten tödlichen Terrorakt seit fünf Tagen. Am Vortag waren bei einem Anschlag in der Nähe von Militärkasernen zwei Menschen getötet worden.

Bei dem Terrorakt waren durch zwei Bombenexplosionen in kurzer Folge am Bahnhof von Beni Amrane, 50 Kilometer östlich von Algier, ein französischer Ingenieur und sein algerischer Fahrer getötet worden. Westliche Nachrichtenagenturen hatten von insgesamt 13 Toten gesprochen, darunter mehrere Feuerwehrleute, die kurz nach der ersten Explosion an den Unglücksort geeilt waren, um den beiden ersten Opfern zu Hilfe zu eilen. Offizielle Stellen wollten diese Zahl nicht bestätigen und erklärten sie sogar für „nicht exakt“. Die Agenturen berufen sich jedoch auf Aussagen von Sicherheitsbeamten, die nicht zu offiziellen Stellungnahmen autorisiert sind. Von einem solchen inoffiziellen Informanten stammt die Zahl von 13 Todesopfern bei dem Terroranschlag vom Sonntag.

Das französische Außenministerium bestätigte inzwischen den Tod des Ingenieurs. Außenminister Bernard Kouchner warnte die im Lande tätigen Franzosen zur Vorsicht, das Verlassen des Landes wurde aber nicht empfohlen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy verurteilte die fortdauernde barbarische und vernunftlose Gewalt, unter der das algerische Volk zu leiden habe und nannte den Bombenanschlag einen „weiteren Terrorakt“, dem viele Menschen zum Opfer gefallen seien. Frankreich hat inzwischen Ermittlungen zur Erforschung der Ursachen des Todes des französischen Staatsangehörigen eingeleitet, der bei dem Terroranschlag getötet wurde. Auch der französische Inlandsnachrichtendienst, Direction de la surveillance du territoire (DST), wurde eingeschaltet.

König Mohammed VI. von Marokko verurteilte den Terrorangriff ebenso und erklärte seine Solidarität mit Algerien in seinem Kampf gegen „obskure terroristische Banden“. Außerdem versicherte der König seine Unterstützung im Kampf gegen die Ausbreitung des Terrorismus in der Maghreb-Region, der den edlen Werten des Islam widerspreche.

Der getötete Ingenieur arbeitete für die französische Baufirma Razel, ihre Arbeit bestand in der Reparatur von Eisenbahnverbindungen. Die Firma wird ihre drei anderen Mitarbeiter französischer Herkunft aus Algerien zurückziehen. Ihre Rückkehr sollte bereits am Montag, den 9. Juni auf dem Luftweg erfolgen.

Der nordafrikanische Zweig des Terrornetzwerks al-Qaida, der vor allem in der als Maghreb bekannten Region aktiv ist, firmierte früher unter dem Namen „Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat“ (GSPC), der sogenannten Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf. Diese Gruppe unterstützt seit dem September 2006 formell die Ziele der al-Qaida und änderte Anfang 2007 ihren Namen in „al-Qa’ida in the Islamic Maghreb“ (AQIM). Die Organisation entstand im Verlauf der Aufstandsbewegung, die sich seit 1992 in Algerien formierte. Seit 2004 verfolgt die Gruppe eine Politik, die Ausländer als legitimes Ziel von Terrorangriffen betrachtet und deren Ziel es ist, den Sturz der algerischen Regierung herbeizuführen.

Aufgrund der gezielten Angriffe auf Ausländer rät die australische Regierung Reisenden zurzeit nicht in das Land zu reisen. Zurzeit bestehe ein großes Risiko von Terrorangriffen.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „die Anschläge von Beni Amrane“.

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June 9, 2008

Algerien: Zwölf Tote bei Bombenanschlägen

Algerien: Zwölf Tote bei Bombenanschlägen

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Veröffentlicht: 18:54, 9. Jun. 2008 (CEST)
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Die Maghreb-Region im Norden Afrikas

Beni Amrane (Algerien), 09.06.2008 – Am Sonntagabend explodierten am Bahnhof der Stadt Béni-Amrane, etwa 70 Kilometer östlich von Algier entfernt, kurz hintereinander zwei Bomben. Dabei starben insgesamt zwölf Menschen, darunter acht Soldaten, zwei Feuerwehrmänner, ein 57-jähriger französischer Ingenieur und – nach anderen Quellen – auch sein Fahrer. Ein weiteres Opfer konnte laut Reuters bisher nicht identifiziert werden. Andere Quellen, so die algerische Zeitung „La dépêche de Kabylie“, sprachen von 13 Toten.

Die beiden Anschläge waren zeitlich offenbar koordiniert. Der erste Anschlag tötete den französischen Ingenieur. Als dann Menschen herbei eilten, um dem Mann zu helfen, explodierte die zweite Bombe.

Der jüngste Anschlag ist Teil einer Serie von drei Bombenanschlägen in den letzten fünf Tagen. Der Anschlag vom Sonntagabend galt der französischen Baufirma Razel, die in dem Land tätig ist. Die Firma wird von der Gendarmerie geschützt, weil die Terrororganisation al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) westliche Einrichtungen in der Region zu Zielen erklärt hat. Razel war bereits am 21. September 2007 Ziel eines Terroranschlags. Damals starben neun Menschen. Die Terrororganisation AQMI ist auch für die Entführung zweier österreichischer Touristen vor einigen Monaten in Tunesien verantwortlich.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner sieht angesichts der „sehr starke[n] Handelsbeziehungen und freundschaftliche Beziehungen“ keinen Anlass, die Haltung Frankreichs zur Zusammenarbeit mit dem Land grundsätzlich zu überdenken. Im Gegenteil, die Beziehungen sollten weiter ausgebaut werden. Angesichts von drei Anschlägen in den letzten Tagen sei das Land zwar gefährlich, aber auf der anderen Seite sei Algerien eben einfach auch „ein Land, in dem wir arbeiten müssen“.

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