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November 27, 2011

Blockierer verhindern Weiterkommen des Castor-Transports nach Gorleben

Blockierer verhindern Weiterkommen des Castor-Transports nach Gorleben

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Veröffentlicht: 16:03, 27. Nov. 2011 (CET)
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Castoren auf dem Transport (Archivbild)

Harlingen (Deutschland), 27.11.2011 – Der Castortransport von der französichen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben steht still. In der Nacht musste die Polizei hunderte von Blockierern von den Gleisen tragen. Somit verzögert sich der Transport massiv.

In der Nacht zu heute hatten rund 3.500 Menschen die Gleise blockiert, zwei von ihnen hatten sich an Bäumen an der Strecke festgebunden. Vier weitere machten sich zwischen Lüneburg und Dannenberg an den Gleisen fest. Zudem wurde ein etwa zehn Meter langes Gleisstück von Atomkraftgegnern entfernt. Dies konnte jedoch rechtzeitig repariert werden. Hauke Nissen, ein Sprecher der Gruppe „WiderSetzen“, sagte, dass die Räumung durch die Polizei größtenteils friedlich verlaufen sei. Die Polizei hatte jedoch 1.300 Demonstranten in Außengewahrsam genommen. In der Gefangenensammelstelle Lüchow werden sie einem Richter vorgeführt, der die Dauer des Gewahrsams festlegt. Aktivisten kritisierten das Vorgehen, da sie durch das Fehlen von Decken unter freiem Nachthimmel frieren mussten. Sie kündigten rechtliche Schritte an.

Abseits der Bahnstrecke musste die Polizei Bäume, Reifen, Sand und Kartoffelkisten von den Straßen räumen, welche als Straßenblockaden dienten. Der Polizeisprecher reagierte gelassen: „Wir lassen uns durch die Aktionen nicht aus der Ruhe bringen.“ Des Weiteren sagte er: „Wir haben schließlich schon ein bisschen Routine mit den Demonstrationen beim Castor“, womit er auf die Blockaden der letzten Jahre anspielte.

Der Castor-Transport muss mit seinen elf hochradioaktiven Behältern zunächst nach Lüneburg gelangen. Von dort aus muss er über eine 60 Kilometer lange, eingleisige Strecke nach Dannenberg fahren. Dort werden die Castorbehälter auf Lastwagen umgeladen, welche den Transport über eine Straße die letzten 19 Kilometer zum Zwischenlager Gorleben bringen sollen. Für diesen Abschnitt haben die Castorgegner weitere Blockaden angekündigt.

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May 29, 2011

Demonstration gegen Atomkraft in Dresden

Demonstration gegen Atomkraft in Dresden

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Veröffentlicht: 19:15, 29. Mai 2011 (CEST)
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Dresden (Deutschland), 29.05.2011 – Im Rahmen deutschlandweiter Proteste gegen Atomkraft hat das Bündnis „Atomkraft Schluss“ auch in Dresden zu einer Kundgebung und anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt aufgerufen. Zu Beginn der Veranstaltung um 11:00 am Schlesischen Platz vor dem Bahnhof Dresden-Neustadt waren bereits mehrere hundert Menschen anwesend. Auch mehrere Stadträte von Linken, Grünen und SPD fanden sich ein und eine bulgarische Band sorgte mit Jazzmusik für gute Stimmung.

Die Redner bemühten sich, die Kundgebung nicht nur als „Dagegen-Veranstaltung“ wirken zu lassen und betonten die Notwendigkeit der Förderung erneuerbarer Energien. Statt Kernenergie dürfe man nicht auf fossile Energieträger zurückfallen. Kritisiert wurde dabei insbesondere die Haltung der sächsischen Landesregierung, die die Energiegewinnung aus Braunkohle noch etwa 100 Jahre lang laufen lassen will. Der Protest gegen Atomenergie sei auch im Land Sachsen, in dem keine Kernkraftwerke stehen, wichtig, da auch Sachsen von Störfällen in Bayern oder in Tschechien betroffen sein kann.

Die Rednerin des DGB Sachsen, Iris Kloppich, begann ihre Rede mit einem Verweis auf die zerstörerische Wirkung der Atomkraft durch die Atombombe in Hiroshima. Ihre folgenden Äußerungen zur noch weiteren Nutzung der Braunkohle in Sachsen fanden im Publikum einigen Widerspruch. Doch der Abschluss ihrer Rede mit einem Zitat aus dem „Karat“-Titel Der blaue Planet brachte ihr großen Applaus.

Schließlich startete der Demonstrationszug in Richtung Altstadt, wo weitere Reden unter anderem von Sebastian Krumbiegel, Kirchenvertreter Bernd Bauks und Vertretern von Umweltverbänden folgten. Die Veranstalter sprechen von insgesamt über 3.000 Teilnehmern.

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Massenproteste gegen Atomkraft

Massenproteste gegen Atomkraft – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Massenproteste gegen Atomkraft

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Veröffentlicht: 18:38, 29. Mai 2011 (CEST)
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Massenproteste gegen Atomkraft
Alle Reaktoren müssen stillgelegt werden, weil bei keinem einzigen die Kernschmelze auszuschließen ist.
Massenproteste gegen Atomkraft

– Jochen Stay, Sprecher von “.ausgestrahlt”, zitiert lt. [1]

Anti-Atomkraft-Demonstration Hamburg 2011-03-26 (06).jpg

Berlin (Deutschland), 29.05.2011 – In ganz Deutschland gingen heute zehntausende Menschen gegen Atomkraft auf die Straße. Durch die Demonstrationen kam es in vielen Innenstädten großer Städte zu Verkehrsbehinderungen. Zu den Demonstrationen hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Umweltschutzorganisationen und Oppositionsparteien aufgerufen. Anlass der Aktionen ist der letzte Tagungstag der Ethikkommission der Bundesregierung und das morgige Koalitionstreffen der Regierungsparteien zum Thema Energiewende. Das Motto der Veranstaltungen lautet: „Atomkraft Schluss!“ In insgesamt 21 Deutschen Städten fanden Demonstrationen statt.

So sieht es in den einzelnen Regionen aus

In Hannover protestierten laut Veranstaltern 12.000 Menschen. Der Protestmarsch in Hamburg führte vom Jungfernstieg über die Reeperbahn zum Fischmarkt. Außerdem wurde zu einer Segler-Demo auf der Elbe aufgerufen.

In Berlin zog ein Protestmarsch mit circa 20.000 Teilnehmern bis zur CDU-Zentrale. Auch in Dresden wurde protestiert

In Bayern zogen mehr als 10.000 Demonstranten durch die Straßen. Sie waren in Landshut, Fürth und München unterwegs.

Auch in den nordrhein-westfälischen Städten Münster, Essen und Bonn konnte man Leute mit Flaggen und Transparenten beobachten.

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April 23, 2011

Ostermärsche: Tausende demonstrierten in Deutschland für Frieden und gegen Atomkraft

Ostermärsche: Tausende demonstrierten in Deutschland für Frieden und gegen Atomkraft

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Veröffentlicht: 22:39, 23. Apr. 2011 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 23.04.2011 – In vielen Großstädten Deutschlands trafen sich am Karsamstag Tausende von Menschen zu den diesjährigen Ostermärschen. Im Mittelpunkt der Demonstrationen standen in diesem Jahr das Thema Kernenergie und die Situation in Libyen. In der deutschen Hauptstadt Berlin beteiligten sich rund 1500 Teilnehmer an den Ostermärschen.

Vor allem die Zentralen von Energiekonzernen waren beliebte Ziele der Ostermarschierer. Hier artikulierten sie ihre Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomenergie. In Norddeutschland standen die Demonstrationen unter dem Motto „Atomwaffen verschrotten – Atomkraft abschalten“. Demonstrationen fanden in dieser Region in den Städten Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Osnabrück statt. Beim Bremer Ostermarsch traten die Demonstranten gegen Rüstungsexporte und gegen einen geplanten Neonazi-Aufmarsch ein.

Der dreitägige Ruhr-Ostermarsch startete heute in Duisburg mit rund 250 Teilnehmern. Hier forderten die Demonstranten auch die Vernichtung sämtlicher Atomwaffen.

Im Zentrum mehrerer Demonstrationen stand dabei neben der Forderung nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan auch der Libyen-Krieg. Die Friedensbewegung lehnt den NATO-Einsatz in Libyen ab. Auf Plakaten von Demonstranten in Berlin war zu lesen: „Zivilisten in Libyen vor der Nato schützen“ und „Stoppt die kriminelle Aggression gegen Libyen“.

In Ellwangen, Mannheim, Heilbronn und Stuttgart thematisierten die Demonstrationsumzüge die Situation in den arabischen Ländern. Sie betonten ihre Solidarität mit den Menschen in diesen Ländern, die für Demokratie und Menschenrechte eintreten. 800 Personen beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter auf der zentralen Kundgebung in Stuttgart. Die Polizei nannte eine Zahl von 500 Teilnehmern.

Auch in Bayern gingen die Ostermarschierer auf die Straßen. Demonstrationen fanden in Erlangen, Würzburg, Ansbach, München, Augsburg und Traunstein statt.

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  • Portal:Deutschland

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March 28, 2011

Großdemonstrationen gegen Atomkraft in ganz Deutschland

Großdemonstrationen gegen Atomkraft in ganz Deutschland

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Veröffentlicht: 10:45, 28. Mär. 2011 (CEST)
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Demonstranten in Hamburg

Hamburg (Deutschland), 28.03.2011 – In ganz Deutschland haben am vergangenen Samstag zehntausende Menschen gegen Atomkraft demonstriert. Allein in Hamburg sind Schätzungen zufolge 50.000 Menschen auf die Straße gegangen; in ganz Deutschland protestierten rund 250.000 Menschen. Unter dem Motto „Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten!“ zogen in vielen deutschen Städten Menschen durch die Städte.

Die Demonstration in Hamburg verlief friedlich. Es war kaum Polizei auf den Straßen zu sehen. Die Demonstranten zogen von der Moorweide zum Rathausmarkt, wo es dann eine zentrale Kundgebung gab. Zu den Veranstaltern gehörten unter anderem Attac, Robin Wood und .ausgestrahlt. Einige Aktivisten seilten sich vom Turm der St.-Petri-Kirche ab.

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  • Portal:Energiepolitik

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September 19, 2010

Berlin: Zehntausende demonstrierten gegen Verlängerung von AKW-Laufzeiten in Deutschland

Berlin: Zehntausende demonstrierten gegen Verlängerung von AKW-Laufzeiten in Deutschland

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Veröffentlicht: 17:12, 19. Sep. 2010 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 19.09.2010 – Mit einer machtvollen Großdemonstration protestierten am gestrigen Samstag zehntausende Menschen gegen das neue Energiekonzept der deutschen Bundesregierung, das unter anderem eine Laufzeitverlängerung für ältere Atommeiler in Deutschland vorsieht.

Zwischen 40.000 und 50.000 Menschen nach Schätzungen von Beobachtern und bis zu 100.000 Demonstranten nach Angaben des Veranstalters kreisten am Samstag das Regierungsviertel einschließlich Reichstag und Bundeskanzleramt mit einer Menschenkette ein. Anschließend ließen sich die Menschen zu einer Sitzblockade nieder und verliehen ihrem Unmut über die Energiepolitik der Bundesregierung mit Hilfe von Trillerpfeifen lautstark Ausdruck.

Die Wut der Demonstranten richtete sich insbesondere gegen den Regierungsbeschluss, die Laufzeiten der bundesdeutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern. In einer Presseerklärung ließen die Veranstalter erklären: „Der heutige unerwartet breite Protest zehntausender Menschen zeigt: Die Bevölkerung duldet keine Klientelpolitik für Atomkonzerne auf Kosten ihrer Sicherheit.“ In dem Aufruf des Aktionsbündnisses zu der „Umzingelung“ des Regierungsviertels hieß es: „Wir widersetzen uns dieser unverantwortlichen Atompolitik! […] Dass die Atommüllberge weiter in die Höhe wachsen, für deren Lagerung es weltweit keine Lösung gibt. Dass der Weiterbetrieb der Atomreaktoren den Weg in eine klimaverträgliche Zukunft mit erneuerbaren Energien verbaut.“

Am Rande der Demonstration nahmen führende Oppositionspolitiker, die sich an der Demonstration beteiligt hatten, zur Energiepolitik der Bundesregierung Stellung. Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender, sagte: „Frau Merkel hat unterschätzt, dass jetzt wieder ein gesellschaftlicher Großkonflikt ausbricht, den wir bereits befriedet hatten.“ Die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kritisierte das Vorgehen der Regierung als „Anschlag auf die Demokratie“. Die Verhandlungen mit der Atomlobby seien in Hinterzimmern am Parlament vorbei geführt worden. Sprecher der Regierungsparteien Union und FDP verteidigten dagegen das Energiekonzept der Regierung, die Demonstranten repräsentierten nicht die Mehrheit der Bevölkerung.

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April 24, 2010

Norddeutschland: 120 Kilometer lange Menschenkette für schnelleren Atomausstieg

Norddeutschland: 120 Kilometer lange Menschenkette für schnelleren Atomausstieg

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Veröffentlicht: 20:34, 24. Apr. 2010 (CEST)
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Kernkraftwerk Krümmel bei Demonstration am 26. April 2009

Kernkraftwerk Brunsbüttel

Hamburg / Brunsbüttel / Geesthacht (Deutschland), 24.04.2010 – Rund 120.000 Gegner der Nutzung der Kernenergie beteiligten sich heute an einer der größten Anti-Kernkraft-Aktionen der vergangenen Jahre. Sie bildeten eine Menschenkette zwischen den beiden norddeutschen Kernkraftwerk-Standorten Brunsbüttel und Krümmel, die eine Länge von bis zu 120 Kilometern erreichte. Sie führte unter anderem quer durch Hamburg und durch das dünn besiedelte Schleswig-Holstein.

Unter dem Motto „Kettenreaktion – Atomkraft abschalten“ wollten die Demonstranten am 24. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ein Zeichen für den Ausstieg aus der Kernenergie setzen. Zahlreiche Bündnisse hatten zu einer Beteiligung aufgerufen beziehungsweise sich beteiligt: unter anderem die SPD, die Grünen, die Gewerkschaften und Umweltverbände. Entlang der Menschenketten waren zudem sieben Veranstaltungsbühnen aufgebaut, die für Kundgebungen und Konzerte genutzt wurden.

Auch in Biblis, dem Standort eines Kernkraftwerks im Bundesland Hessen, demonstrierten 8.000 Kernkraftgegner. Sie umzingelten das Kraftwerk ebenfalls mit einer Menschenkette. Insgesamt blieben die Proteste friedlich, allerdings kam es im Norden nach Angaben der Landespolizei Schleswig-Holstein zu teilweise größeren Verkehrsbehinderungen.

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  • Portal:Energiepolitik

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November 10, 2008

Kernkraftgegner verzögern den Zeitplan eines Castortransports ins Zwischenlager Gorleben

Kernkraftgegner verzögern den Zeitplan eines Castortransports ins Zwischenlager Gorleben

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Veröffentlicht: 23:18, 10. Nov. 2008 (CET)
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Dannenberg (Elbe) / Gorleben (Deutschland), 10.11.2008 – Tausende Demonstranten behinderten den elften Transport hochradioaktiven Abfalls in so genannten Castoren in das zentrale Zwischenlager für atomare Abfälle in Gorleben. Damit wurde der Zeitplan für den Transport erheblich verzögert. Ursprünglich war die Ankunft für den heutigen Montagmorgen geplant. Am Abend war der Transport jedoch immer noch nicht am Ziel eingetroffen. Auf der Straße zum Zwischenlager veranstalteten friedliche Demonstranten seit Samstag eine Sitzblockade. Die Polizei war stundenlang damit beschäftigt, die Demonstranten wegzutragen. Auch auf dem letzten Teilstück des Transports, zwischen dem Verladebahnhof Dannenberg und dem Zwischenlager Gorleben, organisierten die Atomkraftgegner verschiedene Aktionen zur Störung des Transports. So wurde die Straße an einer Stelle von Traktoren gesperrt. An anderer Stelle hatten sich Aktivisten an Betonklötze gekettet. Beobachter schätzten ein, dass die Bewegung gegen die Castortransporte nach Gorleben in diesem Jahr wesentlich mehr Zulauf erhalten hat als in den Vorjahren. Eine Rolle könnten dabei die Berichte über das Desaster des Salzstocks Asse II gespielt haben, wo nach Greenpeace-Angaben etwa 126.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll eingelagert worden sind, vermuten Beobachter. Dort war Grundwasser in das stillgelegte Salzbergwerk eingedrungen.

Am Morgen hatte das Umladen der elf Castor-Spezialbehälter am Verladebahnhof Dannenberg auf Speziallastwagen begonnen. Der Zug mit dem hochradioaktiven Abfall aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague war dort aufgrund von Protestaktionen von Kernkraftgegnern bereits mit 14-stündiger Verspätung eingetroffen. An der Bahnstrecke war es dabei auch zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Mehrere Demonstranten wurden dabei verletzt. Nach Polizeiangaben wurden mehrere hundert festgenommene Anti-KKW-Aktivisten inzwischen wieder frei gelassen. Die Polizeiführung des Einsatzes warf einigen Demonstranten eine erhöhte Gewaltbereitschaft vor. So sei mit Signalmunition auf Polizeihubschrauber geschossen und Gleise seien unterhöhlt worden. Sicherheitskräfte schätzten ein, dass sich unter den Demonstranten auch etwa 800 bis 1000 gewaltbereite sogenannte „Autonome“ befanden.

Nach Greenpeace-Angaben setzen die bei dem diesjährigen Transport eingesetzten Castorbehälter im Vergleich zu den letzten Jahren bis zur 500-fachen Menge an radioaktiver Strahlung frei. Messungen von Mitgliedern der Umweltorganisation ergaben in einem Abstand von 14 Metern von den Behältern noch eine Neutronenstrahlung von 4,8 Mikrosievert pro Stunde. Die Strahlung liege damit um 40 Prozent höher als beim Castor-Transport 2005. Diese Dosis liege vermutlich zwar noch unterhalb des Grenzwertes. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt in der Nähe der Castor-Behälter, wie dies für die begleitenden Demonstranten und Polizisten gilt, müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass die zulässige Strahlen-Jahresdosis bereits erreicht werde. Heinz Smietal, Greenpeace-Sprecher, kritisierte: „Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und Demonstranten ist unverantwortlich.“

Schema der Entstehung radioaktiver Abfälle

Die Auseinandersetzungen um den Castor-Transport finden vor dem Hintergrund einer energiepolitischen Diskussion in Deutschland statt, in der von wesentlichen Teilen der CDU/CSU und anderen Befürwortern der Kernenergie wie der FDP der im Jahr 2001 erreichte Konsens mit der Atomindustrie in Deutschland („Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung“) wieder in Frage gestellt wird. Dieser Konsens sah den Ausstieg aus der Atomkrafttechnologie in Deutschland bis zum Jahr 2020 vor. Nach der nächsten Bundestagswahl könnten sich die politischen Mehrheitsverhältnisse im Deutschen Bundestag jedoch zugunsten der Befürworter der Kernenergietechnologie wieder ändern. Politische Beobachter vermuten, dass das Thema Kernenergie und die Frage der Endlagerung der atomaren Abfälle ein Wahlkampfthema im kommenden Bundestagswahlkampf werden könnte. Frank Schwabe, klimapolitischer Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion: „Wir freuen uns auf dieses Wahlkampfthema.“

Das atomare Zwischenlager Gorleben ist zugleich für die Gegner der Kernkraftnutzung in Deutschland deshalb zum Symbol ihres Widerstandes geworden, weil es darauf hinweist, dass die Frage der Endlagerung des radioaktiven Abfalls in Deutschland nach wie vor nicht gelöst ist. Das Abfalllager Gorleben (ALG) besteht aus mehreren oberirdischen Lagerhallen. Da ist zum Einen das 1984 gebaute Abfalllager Gorleben (ALG) mit 15.000 Kubikmeter Platz für radioaktive Abfälle, die dort in Rundbehältern aus Stahl, Beton oder Gusseisen gelagert werden. Außerdem befindet sich auf dem Gelände das Transportbehälterlager Gorleben (TBL-G) mit 5.000 Quadratmetern Nutzfläche und 420 Stellplätzen für so genannte HAW-Glaskokillen mit eingeschweißten radioaktiven Abfällen aus La Hague. Die Halle ist zur Aufnahme der 108 Behälter mit jeweils 28 Glaskokillen aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage vorgesehen, zu deren Abnahme Deutschland vertraglich verpflichtet ist. Die Frage eines Endlagers für atomare Abfälle in Deutschland ist seit Jahrzehnten nicht geklärt. Die CDU/CSU vertritt dazu die Position, dass die Salzstöcke bei Gorleben als Endlager weiter ausgebaut werden sollten, während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die SPD die Frage der atomaren Endlagerung nicht durch Gorleben gelöst sehen. Am Montag erklärte der Bundesumweltminister, bis zum Jahr 2035 müsse die Frage der Endlagerung gelöst werden. Seiner Ansicht nach sprechen viele Argumente gegen Gorleben und eher für andere Standorte. Seit 2001 ruhen die Arbeiten für den Ausbau des Salzstocks Gorleben als atomares Endlager.

Die Betreibergesellschaft weist auf ihrer Internetseite (kernenergie.de) darauf hin, dass in Deutschland jährlich „500.000 Tausend Versandstücke mit radioaktiven Stoffen“ aus „Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen, Universitäten und industriellen Anwendungen“ über die Straßen des Bundesgebietes befördert werden. Diese seien „schwach- bis mittelradioaktiv“ und würden in Sammelstellen auf Länderebene gesammelt. Auch auf dem Gelände von Kernkraftwerken in Deutschland werden radioaktive Abfälle – meist abgebrannte Brennelemente – zeitweilig, das heißt maximal 40 Jahre, zwischengelagert. Im Jahr 2007 gab es in Deutschland 382 genehmigungspflichtige Transporte von Kernbrennstoffen. Gorleben sei der einzige Standort in Deutschland, der eine Genehmigung für die Lagerung von Behältern mit den Abfällen aus der Wiederaufarbeitung besitze.

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