Bilkay Öney soll Integrationsministerin in Baden-Württemberg werden

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Veröffentlicht: 23:59, 4. Mai 2011 (CEST)
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Stuttgart (Deutschland), 04.05.2011 – Die Berliner SPD-Abgeordnete Bilkay Öney soll Integrationsministerin der neuen baden-württembergischen grün-roten Landesregierung werden. Dies wurde in Stuttgart bekannt. Die in Anatolien geboren Öney ist seit 2006 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Sie wurde damals auf den Listenplatz Drei der Landesliste der Grünen gesetzt, was ihr ein sicheres Mandat einbrachte. Nach Streitigkeiten in der Fraktion wechselte sie im Mai 2009 zur SPD. Die baden-württembergische SPD wurde auf Öney aufmerksam, da sie im SPD-Bundesvorstand in der Steuerungsgruppe Integration mitarbeitet.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wünschte Öney viel Erfolg und bezeichnete Öneys Wechsel als „schade für Berlin und gut für Stuttgart“. Kritik kam von der CDU. Für CDU-Fraktionschef Frank Henkel ist der Wechsel ein „Absprung“, da die Integrationspolitik der SPD gescheitert sei. Öney lehnt Multikulti ab und tritt dafür ein, dass sich Zuwanderer stärker anstrengen, um sich an ihre neue Heimat anzupassen. Andererseits sollten Deutsche den Immigranten und deren Kultur mit mehr Offenheit begegnen. In der Debatte um die Äußerungen von SPD-Mitglied Thilo Sarrazin verlangte Öney von ihrer Partei, sich der Diskussion mit Integrationskritikern zu stellen. „Wir können uns nicht hinstellen und sagen, die Integrationskritiker sind alle Rassisten“, sagte sie.

Öney wurde 1970 in Anatolien geboren. Im Alter von drei Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Berlin, wo sie aufwuchs und zur Schule ging. Sie besuchte das Carl-von-Siemens-Gymnasium und studierte nach dem Abitur an der TU Berlin Betriebswirtschaft. Nach dem Studium arbeitete Öney in einer Bank und danach für einen türkischen Fernsehsender, bevor sie als Quereinsteigerin in die Politik gelangte. Öney ist nach ihrer Ernennung die zweite muslimische Landesministerin in Deutschland. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten seine Parteikollegin Aygül Özkan zur Sozialministerin Niedersachsens gemacht.

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Quellen[Bearbeiten]