WikiNews de

August 20, 2014

Herkunft der Flüchtlinge von Tilbury bestätigt

Herkunft der Flüchtlinge von Tilbury bestätigt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20.08.2014, 03:55 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Tilbury (Vereinigtes Königreich), 20.08.2014 – Die Menschen, die am 16. August im Hafen von Tilbury in einem Schiffscontainer entdeckt wurden, kommen tatsächlich, wie von ihnen selbst angegeben, aus Afghanistan. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um 15 Familien aus Kabul, die der Sikh-Religion angehören. Auch der Tote, der gefunden wurde, konnte identifiziert werden; seine Todesursache ist aber noch immer Gegenstand einer Untersuchung.

Da es in Afghanistan nur noch eine sehr kleine Gruppe von Sikhs gibt, hatte es zunächst Zweifel an der Behauptung gegeben, es handele sich um Afghanen, und man hatte sehr viel mehr eine Herkunft aus dem indischen Bundeststaat Punjab vermutet. Die afghanischen Sikhs sind Diskriminierungen im Alltag ausgesetzt, was ihre Zahl ständig sinken lässt und sie in die Hände von Menschenschmugglern treibt. Dies ist aber ein weitgehend unbekannter Umstand, wie Bhai Amrik Singh, der Vorsitzende der Sikh Federation der Interessenvertretung der Sikhs in Großbritannien, sagte. In Indien, das zunächst als Ursprungsland der Flüchtlinge vermutet wurde, sind die Sikhs im Gegensatz zu Afghanistan vollständig in die Gesllschaft integriert. Die in Tilbury entdeckten Menschen werden nun von den örtlichen Behörden als Flüchtlinge versorgt, und ein Asylverfahren wurde eröffnet.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 19, 2014

Großbritannien: Menschenschmuggel im Schiffscontainer fordert Todesopfer

Großbritannien: Menschenschmuggel im Schiffscontainer fordert Todesopfer

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19.08.2014, 03:34 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Tilbury (Vereinigtes Königreich), 19.08.2014 – Am Sonnabend, dem 16. August, wurden im Containerbereich des Hafens von Tilbury 34 Menschen lebend aus einem Container befreit. Ein etwa 40 Jahre alter Mann war bereits tot, als der Container geöffnet wurde. Die Gruppe besteht aus Männern und Frauen, deren älteste 72 Jahre alt ist, sowie 13 Kindern im Alter von einem bis zwölf Jahren.

Hafenarbeiter waren auf die Gruppe aufmerksam geworden, als sie Rufe und anderen Lärm aus dem Container hörten. Der Container war Teil einer Ladung, die mit dem P&O Frachtschiff „Norstream“ von Zeebrugge gegen sechs Uhr am Morgen in Tilbury ankam. An Bord des Frachters befanden sich insgesamt 64 Container, dazu noch 72 Sattelauflieger sowie fünf LKW und ihre Fahrer.

Polizei und Rettungkräfte waren, als der Container gegen 7:30 Uhr geöffnet wurde, innerhalb von elf Minuten zur Stelle, und es wurde Großalarm für die umliegenden Krankenhäuser gegeben. Die Überlebenden litten unter Unterkühlung und Flüssigkeitsmangel. Sie wurden alle in Krankenhäuser gebracht, von wo sie – bis auf vier Personen – alle am Sonntag entlassen werden konnten. Die Polizei veranlasste die Untersuchung aller weiteren Container der Schiffsladung, aber es wurden keine weiteren Flüchtlinge entdeckt. Während die Todesumstände des Mannes noch geklärt werden müssen, ist bereits eine Untersuchung wegen Mordverdachts eingeleitet worden. Die Behörden sind zuversichtlich, dass sie mit Hilfe von Videoüberwachungsaufnahmen aus Zeebrugge den für die Anlieferung des Containers verantwortlichen LKW und Fahrer ausfindig machen können.

Menschenschmuggel im Container gilt als sehr ungewöhnliche Methode. Container würden meist für Waffen oder Rauschgiftschmuggel benutzt, sagte ein Angehöriger der britischen Grenzpolizei. Im Jahr 2000 waren im Hafen von Dover 58 tote Chinesen entdeckt worden, die bei dem Versuch, in einem Container nach Großbritannien zu kommen, erstickt waren. Die Flüchtlinge verstecken sich heute meist direkt im LKW. Im Hafen von Dover wurden im letzten veröffentlichten Berichtszeitraum (2012/2013) 915 LKW-Fahrer mit illegalen Passagieren bei der Einreise nach Großbritannien gestoppt. Der Menschenschmuggel von Asien nach Europa verläuft oft mit Hilfe gefälschter Visa über Moskau, von wo es z.B. nach Belgien weitergeht. Die jetzt gefundenen Flüchtlinge sind wahrscheinlich in Brüssel in den Container gestiegen und dann nach Zeebrugge tranportiert worden.

Das Heimatland der Flüchtlinge war zunächst unklar. Es schien nur offensichtlich, dass sie vom indischen Subkontinent kamen. Befragungen haben nun ergeben, dass es sich bei den Menschen um Sikhs aus Afghanistan handeln soll. In Afghanistan lebt zur Zeit zwar noch eine kleine Zahl von Sikhs, doch ihre Zahl nimmt ständig ab, da sie ständiger Diskriminierung ausgesetzt sind. Deren geringe Zahl hat bereits Fragen laut werden lassen, ob es sich bei dem fraglos der Sikh-Glaubensgemeinschaft angehörigen Menschen wirklich um Afghanen handelt oder ob sie nicht vielmehr etwa aus dem indischen Bundesstaat Punjab kommen, wo sich eines der Zentren des Sikhismus befindet. Die Angabe, sie kämen aus Afghanistan, könnte dazu dienen, ihnen die Einreise zu erleichtern, da sie so als bedrohte Minderheit gelten könnten. Indische Sikhs hingegen hätten keinen Anspruch darauf, als Verfolgte anerkannt zu werden, da sie vollkommen in die indische Gesellschaft integriert sind. Der ehemalige indische Premierminister Manmohan Singh ist beispielsweise ein Sikh. Weitere Befragungen sollen nun die wahre Nationalität der Flüchtlinge klären.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 20, 2011

Bundesanwaltschaft klagt Inder wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung an

Bundesanwaltschaft klagt Inder wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung an

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:21, 20. Mai 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Hymn5.png

Frankfurt am Main (Deutschland), 20.05.2011 – Am Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen vier Inder und einen Deutschen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung erhoben. Die Angeklagten sind zwischen 31 und 41 Jahre alt.

Zweien der Inder wird Rädelsführerschaft vorgeworfen. Alle Angeklagten werden zudem wegen Verabredung zum Mord vor Gericht stehen, wenn die Anklage zugelassen wird. Die Personen sollen der terroristischen, militanten und sikistischen Organisation „Khalistan Zindabad Force“ (KFC) angehören. Nach der Anklage plant die KFC einen unabhängigen Staat in Indien. Es handelt sich um einen militanten Auswuchs der Religionsgemeinschaft der Sikhs. Die Gruppe hätte nach Auskunft der Bundesanwaltschaft Anschläge auf indische Einrichtungen und Politiker verübt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Recht in Deutschland
  • Portal:Generalbundesanwalt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.