WikiNews de

May 23, 2011

Kaffeepreis auf Rekordniveau

Kaffeepreis auf Rekordniveau – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Kaffeepreis auf Rekordniveau

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 06:03, 23. Mai 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kaffeefrüchte an einem Baum

Frankfurt am Main (Deutschland), 23.05.2011 – Die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee sind im März laut Statistischem Bundesamt um 14,7 Prozent gegenüber dem Preis vor zwölf Monaten gestiegen. Seit 2004 stiegen die Preise für Rohkaffee deutlich an. Hintergrund sind in erster Linie Spekulationen an Warenterminmärkten.

Im Februar 2011 stieg der Preis von Rohkaffee beispielsweise um über 76 Prozent gegenüber dem Februar 2010. Die Preiserhöhung wird zwischenzeitlich an den Verbraucher weitergegeben, Discounter und Supermärkte haben mit den Preisen für Bohnenkaffee angezogen. In den meisten Cafés sind die Preise noch gleich geblieben.

Die steigenden Preise für Kaffee ordnen sich ein in einen Trend zur Verteuerung von Lebensmitteln in Deutschland. Im Monat Mai verteuerten sich hier die Preise für Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Beispielsweise verteuerte sich Deutsche Markenbutter von zuvor 0,85 Euro auf 1,15 Euro in diesem Jahr. Die steigenden Lebensmittelpreise erklären Experten vor allem mit der Umwälzung gestiegener Energiekosten auf den Preis. Aber auch Ernteausfälle und eine anhaltend hohe Nachfrage nach Lebensmitteln bestimmen das steigende Preisniveau vor allem bei Nahrungsrohstoffen wie Weizen, Zucker, Mais, Kaffee, Kakao, Fetten und Ölen mit. Speziell beim Kaffee spielen auf dem Weltmarkt heftige Regenfälle auf der Insel Sumatra eine Rolle. Der Regen beeinträchtigt den Reifungsprozess der Kaffeebohnen. Der Direktor des Kaffee-Export-Verbandes von Indonesien, Suyanto Husein, sagt für die laufende Saison (2010/11) einen Ernteausfall in seinem Land um 20 Prozent voraus. Indonesien ist der zweitgrößte Kaffee-Produzent der Erde.

Der Durchschnittsdeutsche konsumiert 150 Liter Kaffee im Jahr. Die brasilianischen Kaffeebauern beeilen sich mit der Ernte, um das hohe Preisniveau nutzen zu können. Analysten gehen davon aus, dass der Preis sich auf der nun erreichten Höhe nicht lange halten wird.

Hauptlieferant von Kaffee in Deutschland ist Brasilien, gefolgt von Vietnam.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Globale Wirtschaft

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 2, 2010

Zahl der Opfer nach tropischem Sturm „Agatha“ stark gestiegen

Zahl der Opfer nach tropischem Sturm „Agatha“ stark gestiegen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 08:39, 2. Jun. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Karte Guatemalas

Guatemala-Stadt (Guatemala) / Tegucigalpa (Honduras) / San Salvador (El Salvador), 02.06.2010 – Die Zahl der Opfer im Zusammenhang mit den durch den tropischen Sturm „Agatha“ ausgelösten Starkregenfälle ist erheblich gestiegen. Nach den nun vorliegenden Informationen starben durch Erdrutsche, Sturzfluten und Überschwemmungen mindestens 175 Menschen, doch werden nach Behördenangaben noch zahlreiche Menschen vermisst. Die meisten der Opfer forderte die Naturkatastrophe in Guatemala, wo mindestens 152 Menschen umkamen. Aus Honduras werden bislang 14 und aus El Salvador mindestens neun Tote gemeldet. Mehr als 150.000 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen, viele von ihnen wurden durch die Auswirkungen des Unwetters obdachlos. In Guatemala-Stadt ist ein dreistöckiges Haus in einem 60 Meter tiefen Krater verschwunden. Diese und andere Dolinen entstanden vermutlich dadurch, dass der dort weiche Untergrund durch abfließendes Wasser gelöst und mitgerissen wurde.

Nach Beurteilung des guatemaltekischen Präsidenten Álvaro Colom sind die sturm- und regenbedingten Schäden in seinem Land größer als die 1998 von Hurrikan Mitch verursachten Verwüstungen, denen 268 Menschen zum Opfer fielen. Zwar hatte sich „Agatha“ erst am Samstag, dem 29. Mai, zu einem tropischen Tiefdruckgebiet entwickelt und dann innerhalb weniger Stunden zum Sturm intensiviert, der allerdings mit maximalen andauernden Windgeschwindigkeiten von 75 km/h und einem zentralen Luftdruck von 1000 hPa nicht besonders stark war. Über dem Bergland Guatemalas verlor der Wirbelsturm rasch an Kraft und wurde vom National Hurricane Center, das von der Weltorganisation für Meteorologie mit der Beobachtung des tropischen Wettergeschehens im östlichen Pazifik beauftragt ist, abgestuft. Allerdings hatte das sich entwickelnde System bereits seit Donnerstag, dem 27. Mai, feuchte Luft auf das Festland befördert und zu Dauerregen geführt, und die langsame Zuggeschwindigkeit führte dazu, dass sich der Niederschlag gewaltig häufte. La Unión in El Salvador meldete für den Zeitraum 27. bis 31. Mai eine Niederschlagsmenge von 406,6 Litern pro Quadratmeter; zum Vergleich: In Frankfurt am Main fallen im ganzen Jahr etwa 660 Liter pro Quadratmeter.

Viele Straßen und Brücken wurden durch abfließendes Regenwasser unterspült. Muren aus Schlamm und Geröll sowie Hochwasser führende Gewässer schnitten Orte von der Außenwelt ab. Viele von den Fluten Eingeschlossene wurden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Die Hilfsmaßnahmen werden durch die Zerstörungen von Brücken behindert. So berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass 18 große Straßenbrücken durch die Fluten zerstört worden seien. Hilfslieferungen werden auch dadurch verzögert, dass der Flughafen von Guatemala-Stadt infolge von Vulkanasche immer wieder geschlossen werden muss. Mexiko hat Unterstützung angeboten und einen Flughafen im Grenzgebiet als Anlaufstelle zugesichert.

Die Kaffeepflanzer, die vor einigen Tagen noch zufrieden mit dem Regen waren, weil er die Asche des Vulkans Pacaya von den Pflanzen wusch, sind nun durch das anhaltend feuchte Wetter besorgt. Es droht ein zerstörerischer Pilz. Unterdessen sind die Kaffeepreise an den Terminbörsen für den Juli um über zwei Prozent gestiegen. Die Preise erreichten in New York mit 1,37 US-Dollar pro Pfund ein Saisonhoch. Guatemala ist der größte Erzeuger von Kaffee in Mittelamerika und auch in El Salvador waren die meisten Kaffeeanbaugebiete des Landes von den Auswirkungen des Tropensturms betroffen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 21, 2009

Bundeskartellamt: Deutsche Kaffeeröster Dallmayr, Tchibo und Melitta wegen Preisabsprachen abgestraft

Bundeskartellamt: Deutsche Kaffeeröster Dallmayr, Tchibo und Melitta wegen Preisabsprachen abgestraft

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:37, 21. Dez. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Das Geschäft mit den braunen Bohnen

Bonn (Deutschland), 21.12.2009 – Das Bundeskartellamt hat gegen drei führende deutsche Kaffeeröster und leitende Mitarbeiter dieser Firmen Geldbußen von insgesamt 159,5 Millionen Euro verhängt. Die betroffenen Firmen sind die Tchibo GmbH, Hamburg, die Bremer Kaffeerösterei Melitta Kaffee GmbH und die Alois Dallmayr Kaffee oHG aus München. Die Behörde wirft den drei Firmen vor, zwischen den Jahren 2000 (dem Beginn der Untersuchung durch das Kartellamt) und 2008 „beabsichtigte Preiserhöhungen bei Filterkaffee, Espresso und Kaffeepads abgesprochen“ zu haben.

Mit Ausnahme der Preiserhöhungsrunde im März/April 2008 konnten alle Preiserhöhungen der drei Firmen auf dem Markt durchgesetzt werden. Börsianer wissen, dass der Kaffeepreis „weitgehend unelastisch“ ist. Das heißt, Verbraucher fragen das Produkt auch trotz Preiserhöhungen fast unverändert nach.

Die Weltmarktpreise für Kaffee unterliegen ständigen Schwankungen, die verschiedensten Faktoren geschuldet sind. So spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Wenn ein Land wie Indien – wie zurzeit – wetterbedingte Ernteausfälle hat, wirkt sich das auf den Weltmarktpreis aus, weil Indien drittgrößter Exporteur Asiens für die braune Bohne ist. Der Hamburger Kaffeeimporteur Albert Darboven, der selbst die Marken Idee-Kaffee und Alfredo vertreibt, drückte es so aus: „Der Kaffeemarkt ist stets für Überraschungen gut.“ Die Preisabsprachen der Kaffeeröster in Deutschland sicherten den beteiligten Unternehmen eine effektivere Kontrolle des Marktes. Faktisch konnten Extraprofite erzielt werden. So rechnet das Kartellamt vor, dass die im Dezember 2004 und im April 2005 angekündigten Preiserhöhungen zu einem Anstieg der Endverbraucherpreise für Kaffee in Deutschland von mehr als einem Euro pro 500-Gramm-Packung führten.

Die drei Kaffeeröster Tchibo, Dallmayr und Melitta kontrollieren zusammen einen durchaus nennenswerten Marktanteil des Kaffeemarktes in Deutschland. Dallmayr hat alleine einen Marktanteil von etwa rund zehn Prozent. Tchibo gilt als weltweit viertgrößter Kaffeeproduzent. Zusammen mit seinen Non-Food-Produkten machte Tchibo 2008 einen Umsatz von immerhin 3,2 Milliarden Euro – wie hoch der Anteil des Kaffees am Umsatz tatsächlich ist, darüber macht das Privatunternehmen keine genauen Angaben. Der Marktanteil von Melitta lag 2005 beim Kaffee bei etwa 12 Prozent – rückläufig tendierend.

Im Juli 2008 hatte das Kartellamt Ermittlungen gegen die führenden Kaffeeröster in Deutschland aufgenommen. Neben den genannten waren dies auch Jacobs/Kraft und Aldi. Der Kaffeemarkt ist in Deutschland recht übersichtlich. Offenbar ging die Initiative für die Untersuchung von einem Handelsunternehmen aus, das einen Kaffeeröster wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen angezeigt hatte. Vertreter der Branche hielten die erhobenen Vorwürfe damals für nicht haltbar.

Die nun verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Über eventuelle Einsprüche gegen die Bußgeldbescheide entscheidet das Oberlandesgericht Düsseldorf. Wie das Bundeskartellamt mitteilte, sind weitere Ermittlungen noch im Gang. Es bestehen Verdachtsmomente wegen Preisabsprachen beim Verkauf von Kaffee an die Gastronomie und Großabnehmer. Außerdem wird noch gegen mehrere Hersteller von Cappuccino wegen des Verdachts von Preisabsprachen ermittelt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wirtschaft

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.