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October 1, 2011

Stadtrat Dresden ändert erneut Planung für die Königsbrücker Straße

Stadtrat Dresden ändert erneut Planung für die Königsbrücker Straße

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Veröffentlicht: 10:26, 1. Okt. 2011 (CEST)
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Historische Bebauung an der Königsbrücker Straße in der dicht besiedelten Äußeren Neustadt

Dresden (Deutschland), 01.10.2011 – Der Dresdner Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am 29. September 2011, eine andere als die bisher beschlossene Variante zum Ausbau der Königsbrücker Straße umzusetzen. Daneben beschäftigte sich der Rat unter anderem auch mit der Verlängerung von Verträgen der Stadt mit Werbeunternehmen, einem Fachplan für Seniorenarbeit, einem neuen Schutzgebiet für das Elbtal und einer umstrittenen Straßenumbenennung.

Die Planungen der Königsbrücker Straße, einer wichtigen Verkehrs- und Geschäftsstraße der Stadt, gehen bis ins Jahr 1993 zurück. Seitdem wurden sechs Planungsvarianten erarbeitet, wobei der Rat 2006 mit der Umsetzung der Variante 4 einen Kompromiss schloss. Dessen weitere Planung wurde 2009 zunächst gestoppt, 2010 dann als Variante 6 vom ersten Bürgermeister Hilbert (FDP) verändert fortgeführt. Mit dem Antrag dieser Stadtratssitzung wollten CDU und FDP entgegen den Planungsabsichten der Stadtverwaltung die Variante 5, die einen vierstreifigen Ausbau in beide Richtungen vorsieht, beschließen. Dies wurde mit dem damit besseren Fluss des Autoverkehrs begründet. Die Kompromissvariante dagegen bevorzuge einseitig die Straßenbahn. Die ideologisch begründete Benachteiligung von Autofahrern und die Unterwürfigkeit der Stadt gegenüber den Dresdner Verkehrsbetrieben wollten die beiden Parteien beenden. Linke, Grüne und SPD entgegneten dem, dass die Kompromissvariante 6 sicherer und ausgewogener geplant sei, dem gegenüber die Variante von CDU und FDP die Autofahrer bevorzuge. Die neue vierstreifige Variante sei zudem teurer und bringe Verkehrssimulationen zufolge keine wesentlichen Vorteile für den Autoverkehr, aber deutliche Nachteile für die Straßenbahn. CDU und FDP würden, aus ideologischen Gründen den 2006 geschlossenen Kompromiss aufkündigen und seien durch ihre Blockadehaltung dafür verantwortlich, dass der Bau nun schon so lange herausgezögert wird. Eine nochmalige Umentscheidung werde weiteren Zeitverzug nach sich ziehen. Während die linken Fraktionen auf Prognosen von sinkendem Autoverkehr verwiesen, wollten die Unterstützer des Antrags diesen Prognosen und Simulationen keinen Glauben schenken. Auch Mitglieder der CDU, wie im Ortsbeirat des Stadtteils Neustadt, hatten sich zuvor für die Kompromissvariante 6 ausgesprochen. Die Bürgerfraktion brachte als weiteren Vorschlag einen bestandsnahen Ausbau ein, bei dem die Straße möglichst so bleiben solle, wie sie jetzt ist. Es sollten lediglich die Anpassungen erfolgen, die nach den heutigen Regeln und Standards nötig sind. Schließlich wurde der Antrag mit den Stimmen von CDU, FDP und Bürgerfraktion angenommen und so die vierstreifige Variante (Variante 5) beschlossen, auch der Vorschlag der Bürgerfraktion solle von der Verwaltung in Form einer weiteren Variante geprüft werden. Nach Ende der Abstimmung kündigte Grünen-Fraktionschef Hoffsommer die Initiative zu einem Bürgerentscheid an.

Auf einen Antrag der Bürgerfraktion hin beschloss der Rat die Verlängerung der Verträge mit den Werbeunternehmen Ströer und JCDecaux bis 2023, um dann bei einer gleichzeitigen Ausschreibung aller Werbeverträge viel Wettbewerb zu ermöglichen. Grüne und SPD widersprachen dem, da gerade die gleichzeitige Ausschreibung sowie die jetzige Verlängerung der Verträge zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnten. Als letzten Tagesordnungspunkt wurde über einen weiteren Antrag der Bürgerfraktion entschieden, der die Umbenennung der Proschhübelstraße in der Albertstadt in Fabrice-Straße vorschlug. Die Benennung, die bereits früher schon einmal so bestand, soll nach dem sächsischen General und Minister Alfred von Fabrice erfolgen. Die Unterstützer des Antrags lobten dessen Leistungen für Dresden und Sachsen als Reformer des Heeres und Initiator der Albertstadt als damals vorbildhafter Kaserne. Vertreter von Linken, Grünen und SPD dagegen kritisierten Fabrice als einen der Wegbereiter des Militarismus in Sachsen. Die Albertstadt war vor allem ein Ort, an dem Menschen gedrillt, geschliffen und später im Nationalsozialismus auch umgebracht worden sind. Die Grünen betonten, dass statt dieser Straßenumbenennung das Gedenken an die Opfer des Militarismus gerade in der Albertstadt gestärkt werden sollte. CDU und Bürger bezeichneten die Einwände als eine unsachliche Auseinandersetzung mit diesem sicher schwierigen Thema. Schließlich beschloss der Rat gegen die Fraktionen von Linken, Grünen und SPD die Umbenennung.

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July 16, 2011

Rat der Stadt Dresden streitet über Elbeparkplätze

Rat der Stadt Dresden streitet über Elbeparkplätze

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Veröffentlicht: 05:40, 16. Jul. 2011 (CEST)
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Die Fläche vor dem „Blauen Wunder“ wird als Parkplatz genutzt, obwohl dies bisher nicht erlaubt ist.

Dresden (Deutschland), 16.07.2011 – Der Dresdner Stadtrat kam am Abend des 14. Juli 2011 zusammen, um unter anderen über Parkplätze am Elbufer, das sogenannte „Wiener Loch“ und das geplante Kulturkraftwerk mit Ansiedlung der Operette und des Theaters Junge Generation zu beschließen.

Eine lange Diskussion entspann sich um drei Anträge zu neuen Parkplätzen an der Elbe an der Loschwitzer Brücke, auf der Blasewitzer und Loschwitzer Elbseite. Dabei sollten nach dem Antrag von CDU, FDP und Bürgerfraktion die gepflasterten Freiflächen unter und neben der Brücke als Parkplätze genutzt werden. Bereits jetzt werden die Flächen zum Abstellen von Autos genutzt, wenn auch illegal. Mit der dann offiziellen Nutzung mittels kostenpflichtiger Stellplätze soll die Parkplatzsituation im Gebiet entschärft werden. Auf beiden Elbseiten um Schiller- und Körnerplatz liegen Stadtteilzentren mit Einzelhandel und Gastronomie, außerdem sind das „Blaue Wunder“ und die Bergbahnen touristische Ziele. Ein ebenfalls eingebrachter Antrag der Stadtverwaltung sah lediglich die Schaffung von 20 zusätzlichen Stellplätzen an einem bestehenden Parkplatz in Loschwitz vor. Laut CDU, FDP und Bürgern sind diese unzureichend. Viele Gastronomen und Händler kämen auf die Stadträte zu und beschwerten sich über die häufig fehlenden Parkplätze für die Kunden. Auch wurde darauf hingewiesen, dass bereits 2008 die Nutzung der Flächen für Stellplätze beschlossen wurde, dies aber bisher nicht von der Verwaltung umgesetzt. Stadträte von Grünen, SPD und Linken setzten dem entgegen, dass alle Untersuchungen der Stadtverwaltung keinen Bedarf für neue Parkplätze ergeben haben. In der Garage der nahe der Elbe gelegenen Schillergalerie stünden immer über 100 Stellplätze leer, der Platz unter der Brücke würde nur genutzt, da er bislang kostenlos ist. Außerdem wurde vorgebracht, dass die Flächen Teil des Landschaftsschutzgebietes sind sowie teilweise im Vogelschutzgebiet und einem Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet liegen. Dadurch wäre es nicht möglich, an dieser Stelle Parkplätze vom Freistaat genehmigt zu bekommen. Schließlich wurden die Vorlagen von CDU, FDP und Bürgern mit deren Mehrheit angenommen und der Antrag der Verwaltung abgelehnt.

Des Weiteren wurde ein Antrag der SPD behandelt, mit dem die Verfüllung der bereits über 10 Jahre offen stehenden Baugrube am Wiener Platz vorbereitet werden sollte. Würde sich bis Herbst kein Investor finden, solle die als „Wiener Loch“ bekannte Grube im kommenden Jahr verfüllt werden. Bisher sind schon mehrere Vorhaben zur Nutzung der Fläche gescheitert. So gab es Vorschläge zur Ansiedlung der Operette, des technischen Rathauses, eines Einkaufszentrums oder Geschäftshauses. Zur Zeit verhandelt die Stadt mit der TLG Immobilien über einen Verkauf. Die Offenhaltung und Sicherung der Baugrube kostet die Stadt monatlich 30.000 Euro und inzwischen gibt es Befürchtungen, dass Wasser einbrechen könnte. Dennoch betonten CDU und FDP, dass nach all den aufgewendeten Kosten eine Verfüllung des Wiener Lochs ein finanzieller Verlust wäre und man so bald wie möglich einen Verkauf erreichen müsse. Schließlich wurde der Antrag auch mit Stimmen der CDU angenommen. Der Verkauf der Baugrube war auch beim Antrag zur Beschaffung der Spielstätten für Staatsoperette und Theater Junge Generation ein Thema, da der Verkauf einen Teil der Kosten des geplanten „Kulturkraftwerks“ im ehemaligen Kraftwerk Mitte decken sollte. Dort soll neben Operette und Theater auch weitere Kreativindustrie angesiedelt werden und so ein kultureller und wirtschaftlicher Impuls gesetzt. Trotz der Bedenken der FDP fand der Antrag, der nun den Neubau der Spielstätten und deren Umzug vorbereiten soll, breite Zustimmung von Linken bis zur CDU.

Neben diesen Anträgen beschloss der Rat auch die Prüfung der Wiedereröffnung des Gymnasiums in Gorbitz durch die Stadtverwaltung und beschäftigte sich mit einem Konzept für die Übernahme von Kosten für Unterkunft und Heizung bei Bedürftigen. Am Freitag, dem 15. Juli, wird die Sitzung fortgesetzt, da der Rat danach in die Sommerpause geht.

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June 24, 2011

Stadtrat Dresden beschließt Entwicklung eines CO2-neutralen Stadtteils

Stadtrat Dresden beschließt Entwicklung eines CO2-neutralen Stadtteils

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Veröffentlicht: 19:30, 24. Jun. 2011 (CEST)
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Dresden (Deutschland), 24.06.2011 – Zur Sitzung am Abend des 23.06.2011 beschloss der Dresdner Stadtrat die Entwicklung des Projekts „Hafencity“ als CO2-neutralem Stadtteil. Das Gebiet um die Leipziger Straße zwischen altem Hafen an der Elbe und dem Leipziger Bahnhof ist bereits seit längerem für die Entwicklung eines neuen Wohn- und Gewerbestandortes vorgesehen. Das frühere Industriegebiet verfiel seit Beginn der 1990-er Jahre zusehends und liegt zur Zeit großteils brach. Bereits im letzten Jahr wurde ein Masterplan aufgestellt und nach Investoren zur Umsetzung des Vorhabens gesucht.

Zur Einbringung des Antrags der Grünen wurde betont, ein solches Modellprojekt sei Standortvorteil und Vorbild für die weitere Bautätigkeit in der Stadt. Die für die nächsten Jahrzehnte gesteckten Ziele der Reduktion des CO2-Ausstoßes seien nur erreichbar, wenn heute neu errichtete Gebäude den höchsten Standards entsprächen. Man wollte außerdem an zukunftsweisende Dresdner Baukultur wie die Gartenstadt Hellerau anknüpfen. Zudem habe sich Dresden mit der Unterzeichnung der Erklärung der City Climate Conference 2009 zu umweltfreundlicher Stadtentwicklung verpflichtet.

CDU und FDP setzten dem entgegen, dass es die Entscheidung der Investoren sei, wie die Bebauung im einzelnen umgesetzt werde. Es dürften nicht zu viele Vorschriften gemacht werden, da das Vorhaben sonst unattraktiv werde. Das Recht am Eigentum und die „Energiefreiheit“ dürften nicht eingeschränkt werden. Die Unterstützer der Vorlage, darunter auch die Bürgerfraktion, verwiesen auf die Verantwortung, die man gegenüber den zukünftigen Generationen wahrnehmen müsse. SPD und Linken war es wichtig zu betonen, dass der Wohnraum nicht zu teuer werden dürfe und der neue Stadtteil eine gute soziale Mischung hat. Es sei ökologisches wie sozial verantwortliches Bauen nötig. Auf den Vorwurf der CDU, es handele sich um einen „sozialistischen Antrag“, mit dem man die Bauherren „zum Guten zwingen“ wolle, entgegnete die Unterstützer des Antrags, dass die interessierten Investoren in den Prozess eingebunden werden sollen. Bei einer Veranstaltung der Grünen im Vorfeld der Ratssitzung zeigten sich auch Architekten und Investoren interessiert am Vorhaben eines CO2-neutralen Stadtteils.

Nach dem Beschluss des Rates ist die Stadtverwaltung nun aufgefordert, den bestehenden Masterplan im Sinne des deutschen Gütesiegels für nachhaltiges Bauen zu qualifizieren. Dazu soll eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadtverwaltung, Staatsbehörden, Forschungseinrichtungen sowie Investoren und Planern gebildet werden.

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January 16, 2011

München: Sperrengeschoss am Marienplatz soll neu gestaltet werden

München: Sperrengeschoss am Marienplatz soll neu gestaltet werden

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Veröffentlicht: 16:56, 16. Jan. 2011 (CET)
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Sperrengeschoss 2010

München (Deutschland), 16.01.2011 – Das vor 40 Jahren gebaute Sperrengeschoss am Marienplatz in München bedarf dringend einer Renovierung und soll dabei zu einem Blickfang umgestaltet werden.

Im Oktober 2010 wurden drei Entwürfe prämiert, keiner davon konnte sich endgültig durchsetzen. Die Architekten waren nochmals gefordert und besserten nach. Am erfolgreichsten war das Büro Allmann Sattler Wappner. Von dort kamen auch die Pläne für den modernen Wiederaufbau der Herz-Jesu-Kirche und den Riem Arcaden. Der Entwurf wurde am 14. Januar angenommen.

Auf den 1.700 Quadratmetern soll eine weitgehend freie Fläche entstehen; dazu müssen Laden und Gastronomie an den Rand rücken. Fläche und Decke werden weiß, um den Druck aus der niedrigen Deckenhöhe zu nehmen. Neben dem Erscheinungsbild wird das Wegweisungskonzept verbessert und die technischen Anlagen im Hintergrund auf den neuesten Stand gebracht.

Der Beginn des Umbaus ist für 2012 geplant. Eine Schließung während der Bauarbeiten ist nicht geplant.

Das Sperrengeschoss ist eine Ebene unter dem Marienplatz, von hier erfolgt der Zugang zu den darunterliegenden Bahnsteigen der S- und U-Bahn.

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December 14, 2007

Lebende Legende der Kurven – Oscar Niemeyer feiert seinen 100sten

Lebende Legende der Kurven – Oscar Niemeyer feiert seinen 100sten

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Veröffentlicht: 23:33, 14. Dez. 2007 (CET)
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Hamburg (Deutschland), 14.12.2007 – Wenn am morgigen Samstag in ausgelassen-brasilianischer Feierlaune die Sektkorken fliegen, wird aus aller Welt der Blick in ein Architekturbüro von Rio De Janero gerichtet sein. Im Schatten des Zuckerhutes feiert dann Oscar Niemeyer seinen 100. Geburtstag.

Oscar Niemeyer

Kathedrale von Brasilia

Oscar Niemeyers anhaltender Erfolg im alten Stile der Architekturbildung wird seit Jahrzehnten dokumentiert mit einer stattlichen Bilanz von weit mehr als 500 Projekten. Bereits kurz nach seinem Studium 1934 an der „Nationalen Schule der Schönen Künste“ in Rio de Janeiro wurden unter seinem Mitwirken international beachtete Projekte realisierte, beispielsweise der Kulturpalast, zuvor Ministerium für Bildung und Gesundheit in Rio de Janeiro, oder das Haus von Oswald de Andrade in São Paulo. Mit der Gestaltung des brasilianischen Pavillons auf der Weltausstellung 1939 in New York City gelang Niemeyer der internationale Durchbruch. Die Zusammenarbeit mit Le Corbusier festigte seinen Ruf als herausragenden Architekturdesigner. Le Corbusier ließ sich von Niemeyer im Planungsgremium der UNO für das neue Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York City in der Zeit von 1947 bis 1953 vertreten. Niemeyers Aktivitäten haben auch in Deutschland Spuren hinterlassen. Mit seiner Handschrift wurde ein Appartementhaus für das Hansaviertel in Berlin (1957) gebaut.

Niemeyer hat sich in dem Schaffenszeitraum von sieben Jahrzehnten handwerklich viel mehr als ein Zeichner verstanden und sich für seine Entwürfe in besonderem Masse inspirieren lassen von den Formen des weiblichen Körpers. Aus „Form follows Function“ wurde „Form follows Feminin“. Wie der Betonbauer nie müde wurde zu betonen, „seien ihm rechte Winkel und Kapitalismus verhasst“. Niemeyer lebte wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zu jener Zeit im Exil in Frankreich.

Niemeyers berühmtestes Projekt ist Brasilia, die „Hauptstadt aus dem Nichts“, zwischen 1957 und 1964 von ihm realisiert. Brasilia ist heute eine Metropole mit mehr als zwei Millionen Einwohnern. Kurz vor seinem 99. Geburtstag hat sich Niemeyer frisch verheiratet. Als ein Visionär von einer Stadt des besseren Lebens ist er ungebrochen voller Tatendrang. Im Jahre 2014 möchte Niemeyer für die Fußball-WM in Brasilien das Maracana-Stadion einweihen. Es scheint, von dem „Playboy-Architekten”, wie Niemeyer tituliert wurde, kann noch viel Überraschendes erwartet werden.

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October 19, 2006

Münchener Architekt Frei Otto mit Kunstpreis Praemium Imperiale ausgezeichnet

Münchener Architekt Frei Otto mit Kunstpreis Praemium Imperiale ausgezeichnet

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Artikelstatus: Fertig 12:16, 19. Okt. 2006 (CEST)
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Tōkyō (Japan) / München (Deutschland), 19.10.2006 – Der Münchener Architekt Frei Otto wurde gestern mit dem Kunstpreis „Praemium Imperiale“ ausgezeichnet. Die Übergabe erfolgte in Tōkyō. Damit soll das zeitgenössische Kunstwirken Ottos geehrt werden.

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May 31, 2005

Architekt Frei Otto wird 80

Architekt Frei Otto wird 80 – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Architekt Frei Otto wird 80

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Artikelstatus: Fertig 31. Mai 2005 (CEST)
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München (Deutschland), 31.05.2005 – Heute begeht der Architekt und theoretische Visionär Frei Otto seinen 80. Geburtstag.

Der international gefeierte Architekt wurde durch seine Konzeption des Dachs vom Münchner Olympiastadion weltberühmt. Ende 2002 wurde dieses Bauwerk von Lesern der Architekturmagazins HÄUSER und einer Expertenjury zum wichtigsten deutschen Bauwerk aller Zeiten gewählt. Otto war zeitlebens auf der Suche nach neuen Bauformen und -techniken, die er von der Natur übernommen hatte. So stammt etwa die Idee der Pneu-Form der Münchner Allianz Arena von ihm. Er hat nur relativ wenige Objekte alleinverantwortlich durchgeführt, um so mehr beteiligte er sich an Arbeitsgemeinschaften. In strikter Opposition zur Monumentalbauweise versteht er sich als Anreger und Ideengeber einer leichten und freien Architektur, die auf biologischen, kostengünstigen und letztlich demokratischen Prinzipien beruht.

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