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March 8, 2011

Libyen: Luftangriffe gegen Regime-Gegner

Libyen: Luftangriffe gegen Regime-Gegner

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Veröffentlicht: 20:38, 8. Mär. 2011 (CET)
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Hervorgehoben: Im Bürgerkrieg umkämpfte Orte in Libyen (zuletzt aktualisiert: 8. März 2011, 15:36 Uhr)
5fd35f dot.svg = Orte unter Kontrolle von pro-Gaddafi-Kräften
550000 dot.svg = Orte unter Kontrolle von Anti-Gaddafi-Kräften

Ras Lanuf / Tripolis (Libyen) / Alexandria (Ägypten), 08.03.2011 – In Libyen tobt zwischen den Machthabern um Muammar al-Gaddafi und Aufständischen weiterhin ein erbitterter Kampf um die Kontrolle wichtiger Städte. Die libysche Luftwaffe flog heute Luftangriffe gegen die Stadt Ras Lanuf im Osten des Landes, die von Rebellen kontrolliert wird. Ras Lanuf ist ein wichtiger Ölhafen des Landes an der Mittelmeerküste. Auch die Stadt az-Zawiyya, 50 Kilometer westlich von Tripolis, stand unter dem Beschuss von regierungstreuen Militäreinheiten.

Unterdessen verstärkten die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs ihre Bemühungen im Rahmen der Vereinten Nationen, um eine Flugverbotszone über Libyen zu verhängen. AWACS-Aufklärungsflugzeuge der NATO kontrollieren den Luftraum über Libyen. Konkrete Vorhaben für ein militärisches Eingreifen gibt es bisher aber nicht. Allerdings bereite sich die NATO auf verschiedene Szenarien vor, erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gegenüber den Tagesthemen. Einen Alleingang der NATO schloss Rasmussen jedoch aus. Ein Militäreinsatz komme nur in Frage, wenn dazu ein entsprechendes Mandat der Vereinten Nationen vorläge.

Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer kritisierte heute das Krisenmanagement der Europäischen Union bezüglich der Entwicklungen in der arabischen Welt: „Es ist trostlos: keine Idee, kein Plan, keine Initiative.“

Die von westlichen Staaten organisierte Hilfe für Flüchtlinge aus Libyen zeigte inzwischen erste Erfolge. Das Engagement der deutschen Marine im Mittelmeer ermöglichte rund 400 Flüchtlingen aus Tunesien eine Ausreise nach Ägypten. Die Fregatten „Brandenburg“ und „Rheinland-Pfalz“ sowie der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ trafen heute nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums mit insgesamt 412 aus Ägypten stammenden Flüchtlingen in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria ein.

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March 4, 2011

Bürgerkrieg: Patt-Situation in Libyen

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Bürgerkrieg: Patt-Situation in Libyen

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Veröffentlicht: 23:15, 4. Mär. 2011 (CET)
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Leute auf einem libyschen Panzer, Bengasi im Februar 2011

Leute auf einem libyschen Panzer, Bengasi im Februar 2011

Tripolis (Libyen), 04.03.2011 – Die Situation in Libyen ist weiterhin von bewaffneten Auseinandersetzungen um die politische Macht in dem Land gekennzeichnet. Die libysche Luftwaffe flog mehrfach Angriffe auf Gegner des Regimes. Insbesondere konzentrieren sich die Kämpfe um die libyschen Ölhäfen Al Burayqah (auch: „Marsa al-Brega“), Ras Lanuf und az-Zawiyya. Dabei gab es zahlreiche Tote und Verletzte. Keine der beiden Seiten konnte bisher jedoch einen entscheidenden Vorteil für sich erzielen. Unterdessen sind weiterhin zehntausende Menschen auf der Flucht aus dem vom Bürgerkrieg geprägten Land.

Laut einem Bericht des staatlichen libyschen Fernsehens haben regimetreue Truppen die Stadt az-Zawiyya, 60 Kilometer westlich von Tripolis, aus den Händen von Aufständischen zurückerobert. Dabei seien ein Rebellenführer und weitere Aufständische gefangen genommen worden.

Die Hafenstadt Al Burayqah (Brega) scheint weiter in der Hand Aufständischer zu sein. Gestern hatten Kampfflugzeuge eine zu dem Ölhafen gehörende Landebahn bombardiert. Rebellen gelang es am Mittwoch laut Medienberichten eine Großoffensive von Gaddafi-treuen Bodentruppen zurückzuschlagen. Bei den Kämpfen in der Region Brega-Ajdabiya wurden am Donnerstag etwa 100 regimetreue Soldaten gefangen genommen.

Bei Kämpfen um den Ölhafen Ras Lanuf setzte das Gaddafi-treue Militär heute Grad-Raketen gegen die Aufständischen ein. Dabei sollen mindestens vier Menschen getötet worden sein. Ein AFP-Reporter berichtete von Bombardierungen und Artilleriefeuer.

In der libyschen Hauptstadt Tripolis kam es nach dem heutigen Freitagsgebet zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Befürwortern des Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi.

In den Flüchtlingslagern an der Grenze zwischen Libyen und Tunesien spitzt sich unterdessen laut einem Bericht der deutschen Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany die humanitäre Lage zu. Nach Einschätzung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) halten sich in den Flüchtlingslagern auf tunesischer Seite zwischen 15.000 und 18.000 Menschen auf. Die Zahl der Flüchtlinge, die versuchten das Land in Richtung der tunesischen Grenze zu verlassen, sei jedoch seit Mittwoch stark zurückgegangen. Am Montag hatten noch ungefähr 1.000 Menschen pro Stunde versucht, auf diesem Wege Libyen zu verlassen. Diese Entwicklung wird darauf zurückgeführt, dass schwerbewaffnete regierungstreue Truppen den Zugang zur libysch-tunesischen Grenze bewachten. UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming sagte in Genf: „Sie konfiszieren Mobiltelephone, Kameras, Geld. Die Leute, die ankommen, sind verängstigt und sprechen nur mit Zurückhaltung.“ Aus Kreisen der libyschen Regierung heißt es dazu, die Truppen seien damit beauftragt, „den Flüchtlingen zu helfen“.

Das deutsche Auswärtige Amt koordiniert von der tunesischen Insel Djerba aus eine Hilfsaktion für Libyen-Flüchtlinge, die dann nach Ägypten geflogen werden. Mit insgesamt zehn Charterflügen sollen insgesamt etwa 1.900 Flüchtlinge vorwiegend ägyptischer Herkunft nach Kairo ausgeflogen werden. Außerdem sind drei deutsche Marineschiffe im Einsatz, um Flüchtlinge aufzunehmen.

Auch die Europäische Union organisiert Hilfe für die Flüchtlinge an der tunesisch-libyschen Grenze.

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February 27, 2011

Libyen: Opposition bildet „nationalen Übergangsrat“

Libyen: Opposition bildet „nationalen Übergangsrat“

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Veröffentlicht: 21:37, 27. Feb. 2011 (CET)
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Tripolis (Libyen), 27.02.2011 – Am ganzen Wochenende gingen die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Gaddafi-Regimes und Regimegegnern in Libyen weiter. Die Reste der Gaddafi-treuen Staatsmacht ging erneut mit brutaler Gewalt gegen die Aufständischen vor. Dabei gingen immer größere Teile des Landes in die Hände von Aufständischen über, darunter mit Breka und Ras Lanuf zwei wichtige Ölhäfen des Landes. Nach eigenen Angaben hat die libysche Opposition einen „nationalen Übergangsrat“ gebildet, der die Städte umfasst, die sich vom Regime des seit 40 Jahren herrschenden Alleinherrschers Muammar al-Gaddafi losgesagt haben. Das teilte der Sprecher Abdelhafes Ghoka am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Bengasi mit.

Die Stadt Bengasi befindet sich bereits seit Tagen in den Händen Aufständischer. Vor allem im Osten des Landes haben Gegner des Regimes von Oberst Gaddafi mit Unterstützung von Teilen des Militärs die Kontrolle übernommen. Auch die drittgrößte Stadt Misrata sowie die westlich von Tripolis gelegene Stadt „az-Zawiyya“ soll sich in den Händen Aufständischer befinden. Bei Kämpfen um diese Stadt soll es zu Dutzenden Toten gekommen sein, teilten Einwohner der Stadt gegenüber der arabischen Nachrichtenagentur Al Jazeera telefonisch mit.

Gaddafi soll sich mit einem „letzten Aufgebot“ in dem Militärkomplex Bab al-Asisija in Tripolis verschanzt haben. Die Medien berufen sich dabei auf die libysche Tageszeitung „Asch-Scharq al-Ausat“. Das Gaddafi-Regime übt nach Medienberichten die Kontrolle nur noch in einigen Stadtvierteln von Tripolis sowie der strategisch wichtigen Stadt Sirte aus, die den von Aufständischen beherrschten Osten des Landes mit der Hauptstadt Tripolis verbindet. In der Landeshauptstadt herrscht Medienberichten zufolge am heutigen Sonntag gespannte Ruhe.

Gaddafi ergebene Truppenteile sowie Söldner schossen am Freitag und Samstag erneut auf Demonstranten. Scharfschützen sollen von Dächern aus gezielt auf Demonstranten in Tripolis gefeuert haben, die am Freitag zu dem zentralen Grünen Platz im Herzen Tripolis’ strömten. Dabei starben mindestens vier Menschen. Am Samstagabend zeigte sich der Revolutionsführer, wie sich Gaddafi selbst nennt, inmitten von rund 1000 seiner Anhänger im Zentrum der Hauptstadt. Seine Anhänger rief er zur „Vergeltung“ gegen die Demonstranten auf, die er als „Terroristen“ bezeichnete. Die Ölquellen des Landes, so Gaddafi, müssten verteidigt werden. „Macht so lange weiter bis Libyen in Blut getaucht ist! Ich brauche diese Hunde nicht.“

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kamen in Libyen durch das massive Vorgehen des Regimes gegen Demonstranten möglicherweise bisher mehrere tausend Menschen ums Leben. Eine offizielle Bestätigung für diese Zahlen gibt es jedoch nicht. Die deutsche Bundesregierung hatte sich im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für eine Intervention des Internationalen Strafgerichtshofs eingesetzt. Entsprechende Beschlüsse fasste der UN-Sicherheitsrat am Samstag.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Aufstand in Libyen 2011“.

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