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October 7, 2014

Hong Kong Proteste zwischen Ermüdung und Erfolg

Hong Kong Proteste zwischen Ermüdung und Erfolg

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Veröffentlicht: 07.10.2014,07:41 (CEST)
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Demonstranten schlafen auf der Straße in Hongkong (02.10.2014)

Hongkong (China), 07.10.2014 – Die Proteste gegen die anstehende Wahlrechtsreform in Hongkong haben mit dem Beginn der zweiten Woche erheblich an „Masse“ verloren; das berichten Medien übereinstimmend. Aber ob dies nun ein Erfolg ist und, wenn ja, für wen, oder nur eine Pause nach intensiverer Konfrontation und die Protestierer erst wieder Kraft schöpfen müssen, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die Lage in Hongkong hat sich in soweit verändert, als dass die Blockade von Regierungseinrichtungen in den Bereichen zwischen Causeway Bay und Connaught Road weitgehend auf eine direkte Belagerung von Regierungsgebäuden reduziert wurde. Einige Absperrungen sind von den Straßen geräumt, und die Protestierer haben sich weniger auf der Straße, sondern direkt vor den Gebäudeeingängen platziert und die Zugänge verengt, hindern aber niemanden am Betreten der Gebäude. Diese Lockerung der Blockaden ermöglicht die Wiederaufnahme von zuvor eingestellten Busverbindungen, teilweise zwar mit Umleitungen, aber so kommen die Menschen wieder an ihre Arbeitsplätze. Von China Radio International (CRI) wird in diesem Zusammenhang von einem „Erfolg durch Verhandlungen“ zwischen Regierung und Demonstranten gesprochen. Wegen Zusammenstößen zwischen regierungskritischen Demonstranten und „regierungsfreundlichen Demonstranten“ im Verlauf des Freitags hatten die Demonstranten die sich gerade anbahnenden Gespräche mit der Regierung zur Lösung des Konflikts bis auf Weiteres abgesagt. Auf welchen Gesprächen dann ein Rückzug von Blockaden durch die Demonstranten am Sonntag beruhen soll, von denen von CRI gesprochen wird, bleibt damit fraglich. Es sieht mehr danach aus, dass die Blockaden nach einer nur wenig verhohlenen Androhung von Gewalt seitens der Polizei verkleinert wurden. Zahlreiche Warnungen von dritter Seite, dass die Regierung es ernst meine und die Menschen bei den Blockaden in realer Gefahr seien, scheinen hier im Zusammenspiel vieler Seiten wirklich etwas bewirkt zu haben bei den Demonstranten. Dies ist aber nur ein fragwürdiger (Schein-)Erfolg für die Regierung. Dies gibt einen Einblick in den gelegentlich eigenwilligen Sprachgebrauch chinesischer Medien, denn weder wurden jetzt die Proteste beendet, wie von der Regierung gefordert, noch die umstrittenen Wahlrechtsvorschläge zurückgezogen, so dass auch die Demonstranten nicht von Erfolg sprechen können.

Straßenblockade im Bezirk Mong Kok (29.09.2014)

Aber noch sind die Straßenblockaden nicht ganz aufgehoben. Auch im Bereich Mong Kok, wo es zu Konflikten zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten gekommen war, werden weiterhin Straßenblockaden aufrecht erhalten, auch wenn hier die Zahl der Protestierer zurückgegangen ist; einige Menschen sind augenscheinlich nach Hause gegangen, während andere erklärten, sie wollten sich dem Protest im Regierungsviertel anschließen. Alex Chow, Generalsekretär der Studentenvereinigung und einer der maßgeblichen Kräfte hinter den Blockaden, sagte, er sei nicht besorgt über die schwindende Anzahl von Demonstranten, man müsse einfach anerkennen, dass die Menschen auch mal eine Pause bräuchten.

Von seiten der Demonstranten wurde es als Erfolg verbucht, dass die Regierung Hongkongs sich erneut zu Vorgesprächen in Bezug auf die Wahlrechtsreform bereit erklärt hat. Gleichzeitig erklärt man aber, dass jede Form von Gewalt gegen die Demonstranten den Gesprächen die Grundlage entziehen würde. Die teilweise Aufhebung der Blockade wird also nicht als ein Nachgeben auf massiven Druck oder Drohungen der Regierung angesehen. Die Nachrichtenagentur Xinhua sagt in scheinbarer Übereinstimmung dazu, dass es einer „harmonischen“ Atmosphäre bedürfe, damit eine Gesellschaft Fortschritte mache.

In diesen Tagen wandelt sich die Berichterstattung in den chinesischen Medien. Bisher waren sie sehr zurückhaltend und schwiegen in der Angelegenheit mehr, als dass sie berichteten, doch nun melden sie sich zunehmend zu Wort. Kritische Stimmen zu den Protesten aus dem Ausland werden aufgenommen und auch in den chinesischen englischsprachigen Auslandsmedien sehr ausführlich wiedergegeben. Der Tenor ist: Die Proteste sind aussichtslos, die Wahlrechtsform ist beschlossen und wird nicht geändert. Dies ist die Haltung, die die chinesische Regierung bereits vorher verkündet hatte, und nun scheint man hier auch aus dem Ausland Unterstützung zu bekommen. Aber hier herrscht Uneinigkeit, wie die Haltung des Auslands zu bewerten ist, denn auch die bereits bekannte Klage der Einmischung in innerchinesische Angelegenheiten wird wieder laut.

Im Augenblick scheint zwar die Gefahr einer gewalttätigen Eskalation der Proteste in Hongkong gebannt. Ob dies von irgendeiner Seite als Erfolg verbucht werden kann, erscheint jedoch fraglich, denn jede Seite dreht sich die Sache so, wie sie ihr gerade passt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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Quellen[Bearbeiten]

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September 25, 2014

Ghana: Nationalspieler Asmaoah Gyan wehrt sich gegen obskure Mordanschuldigungen

Ghana: Nationalspieler Asmaoah Gyan wehrt sich gegen obskure Mordanschuldigungen

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Veröffentlicht: 27.09.2014, 03:40 (CEST)
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Asamoah Gyan
und Gary Cahill, England (2011)

Abu Dhabi (Abu Dhabi), 25.09.2014 – Der Kapitän der ghanaischen Fußballnationalmannschaft, Asamoah Gyan, sieht sich außergewöhnlichen Anschuldigungen ausgesetzt: In Ghana kursieren Gerüchte, denen zufolge er für das Verschwinden seines Freunds Castro verantwortlich sein soll. Den Gipfel bilden hierbei Verschwörungstheorien im Internet nach denen er an dem Musiker einen Ritualmord begangen haben soll – um seine Karriere zu fördern. Am Mittwoch sah sich Gyan gezwungen, eine Pressekonferenz einzuberufen, um die Vorwürfe zu dementieren.

Castro, Auftritt in Ghana

Gyan spielt seit 2011 für den al-Ain-Club in der Liga der Vereinigten Arabischen Emirate, nachdem er vorher in Italien, Frankreich und zuletzt beim FC Sunderland in England in Europa gespielt hatte. Neben seiner Fußballerkarriere macht er unter dem Namen „Baby Jet“ auch Musik und erreichte mit seinem Musikerfreund Castro 2010 den ersten Platz in den ghanaischen Charts.

Im Sommer dieses Jahres machte Gyan nach der Rückkehr von der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien Urlaub in Ghana. An einem Wochenende war er zusammen mit seinem Bruder Baffour, Castro und einer Freundin namens Janet Bandu sowie weiteren Personen für ein Wochenende Gast in einem Strandhotel. Während Castro und Bandu zu einer Jet-Skitour in Richtung Meer aufbrachen, blieben die Gyan-Brüder zurück. Bandu soll vom Jet-Ski gefallen sein und Castro versucht haben, ihr zu helfen, wobei letztlich beide ertrunken seien. Berichte dieser Art erreichten das Hotel und veranlassten die Gruppe, eine Rettungsaktion zu starten. Während der Jet-Ski gefunden werden konnten, blieben Castro und Bandu bis heute verschwunden. Die Polizei geht von Ertrinken aus.

Schon kurz nach dem Verschwinden von Castro und Bandu wurde in sozialen Netzwerken über Zusammenhänge von Gyans Anwesenheit und Todesfällen während der WM 2006 in Deutschland, dem Africa Cup 2012 und eben jetzt spekuliert. Als Gyan und die ghanaische Nationalmannschaft Anfang September in Kumasi ein Qualifikationsspiel für den nächsten Africa Cup gegen Uganda bestreiten sollten, kam es bei einer Pressekonferenz zum Eklat. Ein Journalist der ghanaischen Zeitung „Daily Graphic“ stellte die direkte Frage an Gyan, ob die Gerüchte über seine Beteiligung an einem Ritualmord zutreffen würden. Der Journalist musste die Pressekonferenz unter dem Protest des Trainers gegen solche Fragen danach zwar verlassen, doch die Moral des Teams war schwer getroffen von diesen Unterstellungen. Später kam es noch zu einer Auseinandersetzung zwischen Baffour Gyan und dem Journalisten – ein Vorgang, den Asmaoah Gyan in seiner Presseerklärung bedauert.

Da die Gerüchte immer noch nicht verstummen wollen, berief Gyan nun eine Pressekonferenz ein, auf der er zusammen mit seinem Anwalt eine Erklärung veröffentlichte, in der er sich gegen alle Unterstellungen wehrt. In der Erklärung, in der auch die Umstände des verhängnisvollen Strandurlaubs und die Suchaktion geschildert werden, heißt es, dass derartige Gerüchte aberwitzig seien, denn, so betont er, er habe nichts das geringste mit dem Verschwinden der beiden Menschen zu tun. Gyan betont, wie geschockt und entsetzt er über die Gerüchte und den – wahrscheinlichen – Tod der beiden Freunde sei. Behauptungen, er wisse, wo sich die beiden vermissten Personen befänden, tritt er mit der Forderung entgegen, dass der Urheber dieser Behauptung dann doch sein offensichtliches Wissen offenlegen solle, das er – Gyan – jedenfalls nicht habe. Die Erklärung endet mit einem Aufruf an die Medien, weitere Spekulationen in diesem Fall zu unterlassen.

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September 3, 2014

China beschuldigt Großbritannien der Einmischung in innere Angelegenheiten

China beschuldigt Großbritannien der Einmischung in innere Angelegenheiten

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Veröffentlicht: 03.09.2014, 05:36 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 03.09.2014 – In den Tagen vor der Entscheidung über die Wahlrechtsreform in Hongkong schien es nur eine leere Phrase der chinesischen Presse zu sein, die andere Länder davor warnte, sich in innerchinesische Angelegenheiten einzumischen, bzw. die Gruppen in Hongkong der Zusammenarbeit mit ausländischen Mächten beschuldigte. Doch wie die BBC jetzt erfahren hat, gibt es einen konkreten Hintergrund.

Chinas Warnungen und Beschuldigungen zielen demnach auf Großbritannien. Der Auswärtige Ausschuss des britischen Unterhauses hat eine Untersuchung der Entwicklungen in Hongkong auf seiner Tagesordnung. Am 22. Juli wurde beschlossen, dass eine entsprechende Sitzung am 14. Oktober stattfinden soll. Es sollen die Umsetzung der Vereinbarungen des Vereinigten Königreichs mit China über Hongkong und die Umsetzung der Verfassung der chinesischen Sonderverwaltungszone – das sogenannte Hong Kong Basic Law – routinemäßig behandelt werden. Der britische Außenminister berichtet dem Parlament alle sechs Monate über die Entwicklungen in Hongkong, da man sich als ehemalige Kolonialmacht und Vertragspartner Chinas dazu verpflichtet sieht. Auch die Themen Handel und Kulturaustausch auf der Tagesordnung des Ausschusses sind eigentlich nicht von Brisanz. Doch der Ausschuss hat sich diesmal ebenfalls die spezielle Aufgabe gestellt, die Entwicklung des Wahlrechts in Hongkong genauer zu untersuchen, um festzustellen, ob und wie sich eine Entwicklung zur Demokratie in der ehemaligen Kolonie vollzieht.

Liu Xiaoming

Der Auswärtige Ausschuss des chinesischen Parlaments hat einen sehr energisch formulierten Brief an den britischen Ausschuss geschickt, in dem dieses Vorhaben als „höchst unangemessen“ bezeichnet wird, da es eine Einmischung in innerchinesische Angelegenheiten sei. Die chinesischen Parlamentarier warnen vor negativen Auswirkungen auf die britisch-chinesischen Beziehungen, sollte der Ausschuss an seinem Vorhaben festhalten, und schreiben, dass dies der Entwicklung Hongkongs schaden könne. Liu Xiaoming, der chinesische Botschafter in London, hat sich ebenfalls an die Parlamentarier gewandt und versucht, die Untersuchung des Themas zu verhindern.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Richard Ottaway, erklärte gegenüber der BBC, dass er von den Anschuldigungen in keiner Weise irritiert sei. Der Ausschüsse beider Länder täten nur ihre Arbeit. Es könnte ja durchaus sein, dass die Untersuchung ergebe, dass China alle seine Verpflichtungen und alle Regeln, die im Übergabevertrag Hongkongs festgelegt wurden, erfülle. Ohne der Arbeit des Ausschusses dabei vorgreifen zu wollen, sagte er allerdings auch, dass es auf den ersten Blick so aussehe, als ob China mit seinem Vorhaben, nur eine beschränkte Auswahl an Kandidaten zur Wahl des nächsten Chief Executives von Hongkong zuzulassen, die Übereinkünfte gebrochen habe.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Entscheidung zu neuem Wahlrecht verschärft Konflikt in Hongkong (02.09.2014)
Wikinews-logo.svg   Britische Abgeordnete beschließen, Debatte zu Kashmir abzuhalten (06.08.2014)

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August 26, 2014

Hinrichtung von James Foley: Terrorist möglicherweise identifiziert

Hinrichtung von James Foley: Terrorist möglicherweise identifiziert

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Veröffentlicht: 26.08.2014, 04:09 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 26.08.2014 – Die britische Zeitung Sunday Times und der amerikanische Nachrichtensender Fox News berichten, dass der Terrorist, der in einen Video als Mörder von James Foley zu sehen ist, identifiziert sei. Der Mann, der sich in dem Bekennervideo als „John“ selbst identifiziert, ist mittlerweile unter dem Spitznamen „Jihadi John“ bekannt und soll den Kampfnamen „Abu Kalashnikov“ tragen. Es soll sich bei ihm um den in London als Rapmusiker bekannten Abdel-Majed Abdel Bary handeln.

Mittlerweile wurden jedoch Zweifel laut, ob die Hinrichtung die im Video zu sehen ist, tatsächlich authentisch ist. Die Täterschaft bliebe damit unklar. Dass Foley enthauptet wurde, wird hingegen als sicher angesehen.

Der Nachrichtensender CNN führt zur Frage der Identifizierung des Terroristen den britischen Botschafter in Washington Peter Westmacott an. Während er sagte, man sei dem Mörder sehr nahe, er könne seine Identität aber nicht bestätigen, vermelden Fox News und die Sunday Times dies als Tatsache, die von den britischen Geheimdiensten MI5 und MI6 bestätigt worden sei.

Bary soll zusammen mit Abu Hussain Al-Britani und Abu Abdullah al-Britani – ohne verwandtschaftliche Beziehungen – eine als „Beatles“ bei IS bekannte Gruppe bilden. Die drei Männer haben sich auf die Entführung von westlichen Geiseln zur Erpressung von Lösegeld spezialisiert und sollen dafür bereits angeblich Millonensummen erhalten haben. Bary, der aus Maida Vale in West-London kommt, ist der Sohn von Adel Abdel Bary, der 2012 von Großbritannien zur Strafverfolung an die USA ausgeliefert wurde, weil er an Bombenattentaten auf US-Konsulate in Ost-Afrika im Jahr 1998 beteiligt gewesen sein soll.

Die drei im Zusammenhang mit dem Mord an Foley identifizierten Männer sollen England im Oktober letzten Jahres zusammen mit zwei weiteren Männern verlassen haben. Einer der fünf ist nach Angaben seines Vaters inzwischen in Syrien getötet worden, während ein weiterer – Mashadur Choudhury – nach wenigen Wochen aus dem Nahen Osten nach England zurückkehrte, wo er im Mai dieses Jahres als erster Brite wegen seines Engagements in Syrien als Terrorist verurteilt wurde.

Mittlerweile sollen sich Einheiten einer britischen Spezialeinheit im Nordirak befinden, die auf der Jagd nach den Verdächtigen sind.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet (22.08.2014)

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August 22, 2014

James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet

James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet

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Veröffentlicht: 22.08.2014, 10:58 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 22.08.2014 – Bereits bei der Veröffentlichung des Videos, das die Tötung des amerikanischen Journalisten James Foley zeigt, wurde über die Identität des Mörders spekuliert. Es wurde direkt auf den britischen Akzent des Mannes hingewiesen, und nachdem das Video mittlerweile von US-Experten als authentisch bestätigt wurde, wurde klar, dass es sich bei dem Mann um einen Briten handeln muss. Sprachexperten haben den Akzent des Mannes auf das East End von London, möglicherweise auch den Süd-Osten Englands, eingegrenzt und nehmen auch an, dass er eine zweite Sprache fließend spricht. Gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Sprache nur ein Puzzleteil in der Identifizierung des Mannes ist.

Polizei und Geheimdienstexperten versuchen, die Identität des Mannes zu klären. Es wird vermutet, dass sich ungefähr 400 Männer britischer Abstammung unter den Kämpfern des IS befinden. Der Mann, der jetzt wegen des Mordes an James Foley gesucht wird, ist den Behörden bereits seit Längerem bekannt. Doch weil nicht nur Geheimdienstexperten, sondern auch Scotland Yard sich um die Identifizierung bemühen, könnte der Mann bereits in England wegen islamistischer Aktivitäten aufgefallen sein. Bekannt ist auch, dass der Mann, der sich selbst „John“ nennt, leitender Unterhändler für die Freilassung ausländischer Geiseln in der nordsyrischen Stadt ar-Raqqa war. Von einer damaligen Geisel wird er als intelligent, gut gebildet und fanatischer Anhänger islamistischer Koranauslegungen beschrieben. Er soll zu einer dreiköpfigen Gruppe von Briten gehören, die beim IS als „Die Beatles“ bekannt sind und dementsprechend die Spitznamen „John“, „Paul“ und „Ringo“ haben.

Die Rolle des Mannes in dem Video wird als besonderer Propagandaschachzug interpretiert. Durch die offensichtlich westliche Herkunft des Mannes soll der Film als Rekrutierungsmedium in den USA und Großbritannien dienen und diesen Zweck auch deutlich an die betreffenden Regierungen vermitteln. Der Besitz oder die Vorführung des Videos ist in Großbritannien unter Anti-Terrorismusgesetzen verboten, verschiedene Medien bringen aber trotzdem Auszüge aus der Ansprache in gedruckter Form oder als Soundbites.

Der britische Premierminister David Cameron unterbrach seinen Urlaub für 24 Stunden, um eine Krisensitzung der Regierung zur Situation im Irak zu leiten. Er sei sehr geschockt davon, dass es sich bei dem Mörder um einen Mann britischer Herkunft handele, erklärte er. Der britischen Regierung und den Geheimdiensten ist die Rekrutierung durch Islamisten in Großbritannien seit Langem bekannt, doch wolle man keine übereilten Maßnahmen treffen, dieses jetzt zu stoppen, hieß es dazu von der Regierung.

Die Identifizierung der Männer, die als Kämpfer tätig sind, wird als wichtig angesehen, da sie sehr wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt versuchen werden, in ihre Heimat zurückzukehren, wo sie dann ggf. mit einer Strafverfolgung rechnen müssen. Sollten sie ihren Kampf in Syrien und dem Irak verlieren und anschließend in ihre Heimatländer zurückkehren, geht man auch davon aus, dass sie, nachdem sie dort extrem gewalttätig geprägt wurden, diese Gewalt auch in die Heimatländer zurücktragen, wenn man sie nicht identifiziert und damit kontrollieren kann.

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August 4, 2014

Polizeibericht zu Unruhen in Xinjiang vorgelegt

Polizeibericht zu Unruhen in Xinjiang vorgelegt

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Veröffentlicht: 05.08.2014, 03:22 (CEST)
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Lage von Xinjiang in China

Kashgar (China), 04.08.2014 – Knapp eine Woche, nachdem es am Montag, dem 28. Juli, zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen einer großen Gruppe von Uiguren und chinesischen Sicherheitskräften nahe der Stadt Kashgar in der autonomen Region Xinjiang gekommen ist, wurden nun offizielle Zahlen zu den Opfern vorgelegt. Dem Bericht zufolge wurden 37 unbeteiligte Zivilisten und 59 von 215 Gewalttätern getötet. Mindestens 13 Personen sollen verletzt worden sein. Von den toten Zivilisten ist bekannt geworden, dass es sich um 35 Han-Chinesen und zwei Uiguren handelt. Zu Opfern unter den Sicherheitskräften wurde nichts weiter bekannt gegeben, außer dass 31 Polizeifahrzeuge zerstört wurden.

Die chinesischen Behörden bezeichnen die Angreifer als „Terroristen“, die Unterstützung sowohl in China als auch im Ausland gefunden hätten. Neben der Sicherstellung von Waffen, wie Messern und Äxten, wird in den chinesischen Medien die Entdeckung von Transparenten, die zum „Heiligen Krieg“ aufrufen, hervorgehoben. Die amerikanische Organisation Uyghur American Association, die sich für die Rechte der Uiguren einsetzt, spricht im Gegensatz zur chinesischen Darstellung von einem Protest gegen die chinesische Politik, die den Uiguren im islamischen Fastenmonat Ramadan die Befolgung entsprechender religiöser Gebote unmöglich machen sollte. Die Proteste seien von den chinesischen Sicherheitskräften mit großer Gewalt niedergeschlagen worden.

Keine der Darstellungen kann durch unabhängige Beobachter verifiziert werden. Es ist unklar, warum die chinesischen Behörden so lange warteten, bis sie eine Erklärung zu den Vorfällen abgaben. Am 30. Juli wurde der Imam der größten Moschee Kashgars getötet. Der Vorgang soll in Zusammenhang mit den Vorfällen von zwei Tagen zuvor stehen, und er wurde zuerst durch westliche Medien berichtet, ehe ihn auch chinesische Berichte aufgriffen. Nachrichten zu Vorfällen in der Region Xinjiang werden ansonsten sehr zeitnah von den chinesischen Medien veröffentlicht, wie etwa die Tatsache, dass am Freitag bei Hotan eine Gruppe von sogenannten „Terroristen“ von Sicherheitskräften gestellt wurde, nur Stunden später bereits vermeldet wurde.

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