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April 25, 2015

Verfahren gegen argentinische Präsidentin eingestellt

Verfahren gegen argentinische Präsidentin eingestellt

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Veröffentlicht: 18:08, 6. Mai 2015 (CEST)
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Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner

Buenos Aires (Argentinien), 25.04.2015 – Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner wird sich nicht vor Gericht wegen eines Attentats in Buenos Aires im Jahr 1994 zu verantworten haben. Das entschied der Staatsanwalt Javier de Luca. „Es hat keine Straftat gegeben“, erklärte er.

Vorgeworfen wurde Kirchner, dass sie nach dem Bombenanschlag auf ein jüdisches Zentrum mit 85 Toten die iranischen Verdächtigen aus Rücksicht auf den Iran vor Strafverfolgung hatte schützen wollen. Dies wäre durch ein 2013 unterzeichnetes Memorandum geschehen. Beschuldigt worden war sie von dem Sonderstaatsanwalt Alberto Nisman, der im Januar auf noch ungeklärte Weise ums Leben kam. Man hatte ihn erschossen in seiner Wohnung gefunden. In Frage steht, ob es sich dabei um Selbstmord handelte.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Argentiniens Ex-Diktator Videla zu lebenslanger Haft verurteilt (23.12.2010)

Wikinews-logo.svg   Präsidentin Kirchner in Argentinien vor Wahlniederlage (26.06.2009)

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April 19, 2012

YPF-Verstaatlichung führt zu Streit zwischen Madrid und Buenos Aires

YPF-Verstaatlichung führt zu Streit zwischen Madrid und Buenos Aires

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Veröffentlicht: 19.04.2012
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Buenos Aires (Argentinien) / Madrid (Spanien), 19.04.2012 – Die Pläne der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, den größten Teil des durch das spanische Unternehmen Repsol YPF gehaltenen Anteil an dem argentinischen Mineralölunternehmen YPF zu verstaatlichen, hat zu scharfer Rhetorik durch die spanische Regierung geführt. Argentinien habe „sich selbst in den Fuß geschossen“ und die Beziehungen beider Staaten beschädigt, verkündete der spanische Außenminister José Manuel García-Margallo. Ministerpräsident Mariano Rajoy bezeichnete die argentinischen Maßnahmen bei einem Staatsbesuch im mexikanischen Puerto Vallerta als „feindselig“ und „ohne Rechtfertigung, ohne jeglichen wirtschaftlichen Grund“ vorgenommen, kündigte „Vergeltung“ an und beschuldigte Argentinien, für „vergiftete Beziehungen“ der beiden Staaten verantwortlich zu sein.

In den Streit hat sich auch EU-Kommissionspräsident Jośe Barroso eingeschaltet, der sich von der argentinischen Regierung „ernsthaft enttäuscht“ zeigte. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, erklärte, die argentinischen Pläne würden ein „sehr schlechtes Signal“ an ausländische Investoren senden. „Die Maßnahme schafft rechtliche Unsicherheit für alle Unternehmen aus der Europäischen Union und dem Ausland in dem Land“ und die Europäische Union würde alle möglichen Reaktionen prüfen. Der britische Außenminister William Hague sagte, dass Argentinien die Verpflichtungen verletze, die es gegenüber den G-20-Staaten eingegangen sei, insbesondere hinsichtlich der Verstärkung der Transparenz und der Verringerung des Protektionismus.

Argentiniens Staatspräsidentin hat die Kritik scharf zurückgewiesen. „Diese Präsidentin wird nicht auf irgendwelche Drohungen antworten… weil ich das argentinische Volk repräsentiere“, sagte sie. „Ich bin das Staatsoberhaupt, kein Halunke.“ Zwar muß der argentinische Kongress der Enteignung noch zustimmen, doch die argentinische Regierung hat bereits mit sofortiger Wirkung die Kontrolle von YPF übernommen. Die Geschäftsführung übernahm der stellvertretende Wirtschaftsminister Axel Kicillof. Die spanischen Manager des Konzerns hat die Regierung des Landes verwiesen.

Die argentinische Regierung hatte ihren Schritt damit begründet, YPF Repsol habe zuwenig in Argentinien investiert und zu wenig zur Erschließung der nationalen Ressourcen Argentiniens getan. Deswegen müsse das Land teuren Treibstoff aus dem Ausland einführen. Die Verstaatlichung diene dazu, die eigene Souveränität über Naturresourcen zurückzuerlangen. Ungeachtet der Aussagen der argentinischen Staatspräsidentin hatte Repsol unlängst in der Region Vaca Muerta im Westen des Landes die größten bisher weltweit bekannten Ölschiefervorkommen entdeckt.

Repsol YPF besaß bislang einen Anteil von 57,4 Prozent an dem früheren staatlichen Mineralunternehmen YPF, das während der Regierungszeit von Präsident Carlos Menem 1999 privatisiert worden war. Der Rest der Anteile befindet sich im Besitz der argentinischen Grupo Petersen (25,5 Prozent), der argentinischen Regierung (0,02 Prozent) sowie im börsengehandelten Streubesitz. Nach den Plänen der Regierung in Buenos Aires sollen 51 Prozent des Unternehmens so enteignet werden, dass der Anteil des spanischen Unternehmens Repsol YPF an dem argentinischen Unternehmen nur noch 6,4 Prozent beträgt. Die verstaatlichten Anteile sollen zwischen der argentinischen Bundesregierung und den Provinzregierungen aufgeteilt werden. Petersen und die börsengehandelten Anteile sollen von der Enteignung nicht betroffen sein.

Nach der Ankündigung der Verstaatlichung sind die Aktien von Repsol YPF (ISIN: ES0173516115) im Börsenhandel am Dienstag am Dienstag um sieben Prozent gefallen. Repsol YPF macht etwa ein Viertel seines Umsatze mit YPF. Rund 21 Prozent des Nettogewinns und 33,7 Prozent der Investitionen des Unternehmens werden nach Angaben von Repsol-Vorstand Antonio Brufau in Argentinien getätigt. Kirchner wolle mit der Verstaatlichung von den wirtschaftlichen und sozialen Problemen ihres Landes ablenken, sagte Brufau. Repsol hat angekündigt, eine Entschädigung in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar zu verlangen. Mach Angaben von Kicillof werden Argentinien Repsol nicht in dieser Höhe entschädigen.

Spanien und Argentinien haben traditionell gute Wirtschaftsbeziehungen. Unter anderem sind die beiden nach Marktkapitalisierung größten spanischen Unternehmen, Mobilfunkbetreiber Telefónica (ISIN: ES0178430E18) und die Großbank Santander (ISIN: ES0113900J37) stark in Argentinien engagiert. Präsidentin Kirchner hatte Investoren in dem südamerikanischen Land schon früher geschockt, etwa mit der Verstaatlichung privater Pensionsversicherungen und der Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Argentinien
  • Portal:Spanien
  • Portal:Wirtschaft

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February 29, 2012

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

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Veröffentlicht: 17:06, 29. Feb. 2012 (CET)
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Generalsekretariat von Interpol in Lyon

Lyon (Frankreich), 29.02.2012 – Bei einer durch Interpol koordinierten Großrazzia in den Ländern Spanien, Chile, Argentinien und Kolumbien wurden 25 mutmaßliche Hacker des Anonymous Netzwerks im Alter von 17 bis 40 Jahren festgenommen. 250 Computer, Handys und andere Geräte fielen den Ermittlern bei den Durchsuchungen in die Hände. Kreditkarten und Bargeld wurde beschlagnahmt.

Guy-Fawkes-Masken – Symbol des Anonymous-Netzwerks

Die Durchsuchungen erfolgten in 15 Städten. Vier der Festnahmen erfolgten in Spanien, zehn in Argentinien, sechs in Chile und fünf in Kolumbien. Den Personen wird vorgeworfen, die Internetseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums, eines Stromunternehmens und der Nationalbibliothek in Chile angegriffen zu haben. Den in Spanien festgenommenen mutmaßlichen Hackern wird vorgeworfen, im Internet private Daten von Leibwächtern des spanischen Regierungschefs und von Mitarbeitern der Polizei veröffentlicht zu haben. Des Weiteren sollen Internetseiten blockiert und geändert worden sein.

Ein Interpol-Sprecher zu der unter dem Codenamen „Unmask“ gelaufenen Aktion: „Diese Operation zeigt, dass Verbrechen in der virtuellen Welt reale Auswirkungen auf die Verantwortlichen haben.“ Das Internet könne nicht als rechtsfreier Raum für Kriminelle gesehen werden. Eine der in Spanien festgenommenen Personen trat unter dem Pseudonymen „Thunder“ und „Pacotron“ im Internet auf. Ihr wird eine Führungsrolle in Spanien und Lateinamerika zugeschrieben. Sie habe Zugriff auf Hardware in Tschechien und Bulgarien gehabt.

Das Anonymous-Netzwerk startete nach der Polizeiaktion einen Cyberangriff auf die Internetseite von Interpol. Aufgerufen wurde dazu über Twitter. Um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit wurde gemeldet: „interpol.int TANGO DOWN“, ein militärischer Code für die Ausschaltung eines Ziels. Der Angriff auf die Seite war erwartet worden. Durch die Masse der an die Seite gerichteten Anfragen gelang es trotzdem nicht, die Seite in Funktion zu halten. Es dürfte sich um einen Denial of Service-Angriff (DoS-Angriff) gehandelt haben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Internet
  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

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September 17, 2011

Zwei Zug- und Busunglücke in Argentinien: Elf Tote und über 300 Verletzte

Zwei Zug- und Busunglücke in Argentinien: Elf Tote und über 300 Verletzte

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Veröffentlicht: 17:30, 17. Sep. 2011 (CEST)
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Buenos Aires (Argentinien), 17.09.2011 – In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ist es am Dienstag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen, an dem ein Bus und zwei Züge beteiligt waren. Dabei kamen neun Menschen am Unfallort im Stadtteil Flores zu Tode, weitere zwei starben noch am Unfalltag im Krankenhaus, es wird von 214 Verletzten berichtet, die in Krankenhäusern behandelt wurden. 20 bis 30 davon sind nach Angaben des Sprechers der Rettungskräfte schwer verletzt. Bei einem weiteren Unfall am Donnerstag gab es ebenfalls Verletzte.

Am Dienstag hat aus bislang ungeklärten Umständen ein Busfahrer offenbar ein Signal an einem Bahnübergang missachtet und passierte diesen trotz bereits heruntergelassener Schranken. Eine der Schranken soll sich nicht vollständig geschlossen haben. Die Polizei wollte diese Angaben zunächst nicht bestätigen. Da in Buenos Aires zahlreiche Gebäude nahe an die ebenerdigen Schienen heranreichen, können Autofahrer herannahende Züge oftmals erst spät sehen. Die Zuglinie Sarmiento verbindet den Bahnhof Once im Stadtzentrum von Buenos Aires mit den westlichen Vororten der Metropole. Nach Angaben eines staatlichen Bahnsprechers kollidierte ein vom Bahnhof Flores abfahrender Zug mit einem Linienbus und drückte ihn gegen einen Bahnsteig.

Die argentinische Verkehrsbehörde veröffentlichte Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras. Dort ist zu sehen, dass der Zug durch die Kollision mit dem Bus entgleiste, fast auf die Seite kippte und auf das Gleis der Gegenrichtung geriet. Ein in diesem Moment entgegenkommender Zug fuhr frontal auf den noch rutschenden Zug auf. Die meisten der Todesopfer hatten im Bus gesessen.

Zwei Tage später ereignete sich kaum zwanzig Straßenblocks entfernt schon wieder ein Unfall, bei dem diesmal ein Linienbus erst mit einem Zementtransporter zusammengestoßen sei und die Straßenbahn dann gegen den Bus gefahren sei, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Glücklicherweise fuhr die Bahn vergleichsweise langsam, dennoch wurden 90 Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer jedoch nicht lebensgefährlich.

Vorbereitungen zur unterirdischen Verlegung der Trasse, die viele teils unübersichtliche Übergänge hat, liefen bereits vor den jüngsten Unglücken. Der Tunnelbau soll noch in diesem Jahr beginnen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Unfälle

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January 22, 2011

Kommandant der Gorch Fock wurde der Führung enthoben

Kommandant der Gorch Fock wurde der Führung enthoben

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Veröffentlicht: 14:59, 22. Jan. 2011 (CET)
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Galionsfigur der Gorch Fock

Ushuaia (Argentinien), 22.01.2011 – Entgegen seiner Ankündigung enthob Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag, dem 21. Januar 2011, den Kapitän des Schulungsschiffs Gorch Fock, Norbert Schatz, des Amtes. Gleichzeitig ordnete er die Rückkehr des Schiffes nach Deutschland in den Heimathafen Kiel an. Am Freitag hatte er noch erklärt, Konsequenzen könne es erst nach einer Untersuchung der Vorfälle geben.

Das Kommando auf dem Schiff übernimmt Michael Brühn; es handelt sich um den Vorgänger von Norbert Schatz. Brühn ist Teil des Ermittlungsteams, das sich nach Ushuaia begeben hat, um die Vorfälle zu klären.

Seit im November 2010 eine Offiziersanwärterin aus der Takelage gestürzt und dabei tödlich verunglückt war, kommt das Schiff nicht aus den Schlagzeilen. Kurz nach dem Todesfall soll die geschockte Mannschaft gezwungen worden sein, wieder in die Masten zu klettern. Vier Kadetten sollen sich der Meuterei schuldig gemacht haben. Es soll zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Wenige Tage nach dem Unglück mit tödlichem Ausgang soll eine ausgelassene Feier an Bord stattgefunden haben.

Es wird spekuliert, ob der Verteidigungsminister neue Informationen hat, die ihn zur Abberufung des Kapitäns veranlasst haben. Es ist fraglich, ob die Gorch Fock wieder als Schulungsschiff auf große Fahrt gehen wird.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Bundeswehr

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July 5, 2010

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

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Veröffentlicht: 12:16, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Bloemfontein / Polokwane / Durban (Südafrika), 05.07.2010 – Die letzte Runde der Gruppenspiele hat begonnen. In der Gruppe besiegelte das 2:1 des Gastgebers Südafrika gegen Frankreich zwar das Ende der „Bleus“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, bedeutete allerdings auch das Ausscheiden des Gastgebers aufgrund des gegenüber Mexiko schlechteren Torverhältnisses. Mexiko unterlag im letzten Gruppenspiel Uruguay mit 1:0. In der Gruppe B blieb Argentinien weiterhin ohne Punktverlust und siegte gegen Griechenland mit 2:0. Das Spiel zwischen Südkorea und Nigeria endete unentschieden. Ins Achtelfinale zogen Argentinien und Südkorea ein.

Frankreich – Südafrika
1:2 (0:2)

Die Ausgangslage der Franzosen und der Südafrikaner vor dem letzten Gruppenspiel war praktisch gleich: ein eigener hoher Sieg musste her, und das Spiel Mexiko gegen Uruguay durfte nicht unentschieden enden. Dementsprechend gespannt waren die 39.415 Zuschauer im Free-State-Stadion von Bloemfontein, die das von Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien geleitete Spiel verfolgten. Der Schiedsrichter vergab eine Gelbe Karte für einen französischen Spieler und stellte in der 26. Minute den Franzosen Yoann Gourcuff nach einer Ellenbogeneinlage wegen wiederholten Foulspiels vom Platz, wobei dieser Platzverweis eine harte Entscheidung war und zum Gesamtbild der Schiedsrichterleistungen bei dieser Weltmeisterschaft passte.

Die Franzosen bestätigten auch auf dem Platz den miserablen Eindruck, den die Truppe bei dieser Weltmeisterschaft hinterlassen hatte. Genauso miserabel war die Torhüterleistung, die zum Führungstor für die Südafrikaner führte. Einen von Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala ausgeführten Eckball in der 20. Minute schätzte Torhüter Hugo Lloris falsch ein, weshalb er viel zu niedrig war, um den Ball abzuwehren. Der flog direkt auf Abwehrspieler Bongani Khumalo, der den Ball mühelos mit Schulter und Kopf ins Tor schob. Das französische Team war ohne den vom Verband suspendierten Patrice Evra aufgelaufen, doch agierte es desorientiert, sodass das 2:0 in der 37. Minute durch den frei vor dem leeren französischen Tor stehenden Angreifer Katlego Mphela kaum überraschte.

Nach der Halbzeitpause hatte Mhela in der 58. und in der 62. Minute zwei Großchancen auf weitere Tore – hätte er sie beide verwerten können, wäre Südafrika dank der besseren Tordifferenz zu diesem Zeitpunkt weitergekommen. Carlos Alberto Parreira, der das südafrikanische Team trainierte, nahm in der 65. Minute Bernard Parker vom Platz und brachte Siyabonga Nomvethe. Doch in der 70. Minute beendete der von Trainer Raymond Domenech erst zur Pause eingewechselte Florent Malouda die südafrikanischen Hoffnungen, als er bei einem französischen Konter ein Zuspiel von Bayernspieler Franck Ribéry ins Tor lenkte.

Die Südafrikaner benötigten nun drei weitere Tore, glaubten wohl selbst nicht mehr daran, das Ergebnis ausreichend verbessern zu können, zumal im parallel laufenden Spiel Uruguay gegen Mexiko Uruguay sich nicht deutlich gegen die Nordamerikaner durchsetzen konnte. Es blieb beim 2:1 und damit beim Ausscheiden der Gastgeber in der Vorrunde – zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Franzosen schlossen mit der zweiten Niederlage im dritten Gruppenspiel und einem schmeichelhaften Unentschieden ohne Tore gegen Uruguay eine für die „Équipe Tricolore“ blamable Fußballweltmeisterschaft ab, in der das Team vor allem die Unterstützung durch die Anhänger der Mannschaft verloren hat.

Abschlusstabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Uruguay Uruguay 4:0 7
2 Mexiko Mexiko 3:2 4
3 Südafrika Südafrika 3:5 4
4 Frankreich Frankreich 1:4 1
Mexiko – Uruguay
0:1 (0:1)

Ein Unentschieden hätte für beide Mannschaften gereicht, um das Achtelfinale zu erreichen. Schließlich setzten sich die Südamerikaner knapp gegen Mexiko durch. Mexiko reichte die Niederlage dennoch für ein Weiterkommen, da die Nordamerikaner ein besseres Torverhältnis aufweisen konnten, als die Gastgeber aus Südafrika, die zeitgleich gegen die Franzosen siegten. Die vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai geleitete Begegnung, in der es zwei Gelbe Karten für Spieler aus Mexiko und eine für einen Uruguayer gab, verfolgten im Royal-Bafokeng-Stadion in Rustenburg 33.425 Zuschauer.

Auch wenn das Spiel Mexiko – Uruguay mit dem gleichen Ergebnis endete wie bei der Weltmeisterschaft 1982 beim als Nichtangriffspakts von Gijón in die WM-Geschichte eingegangenen Spiel zwischen Österreich und Deutschland, war es kein Hin- und Hergeschiebe des Balles im Mittelfeld. Eigentlich hätte beiden Mannschaften ein Unentschieden gereicht, doch drängten beide Mannschaften auf den Gruppensieg, wollte man doch nicht im Achtelfinale auf Argentinien treffen, dem sicheren Gruppensieger in der Gruppe B – an einen Sieg Griechenlands gegen Argentinien glaubte wohl niemand.

Die erste Tormöglichkeit hatte nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff der momentan vereinslose Guillermo Franco, der es mit einem Fernschuss aus 30 Metern versuchte. Ähnlich erfolglos war auf der Gegenseite der bei Benfica Lissabonn spielende Maximiliano Pereira. Nach einem schweren Patzer des mexikanischen Abwehrspielers Héctor Moreno gelangte in der sechsten Minute Luis Suárez an den Ball, schoss halbrechts freistehend jedoch am Tor vorbei. In der 18. Minute ging der Kopfball des in Chile spielenden Mauricio Victorino über das Tor der Mexikaner. Drei Minuten später konnte Mittelfeldspieler Álvaro Pereira eine Chance der Südamerikaner nicht nutzen. Kurz darauf, in der 22. Minute, setzte der in der spanischen Liga spielende Mexikaner Andrés Guardado seinen Schuss aus 25 Metern Torentfernung nur an die Unterlatte.

Nach dem 1:0 durch Südafrika im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Frankreich wählten beide Mannschaften ein vorsichtigeres Vorgehen, das noch vorsichtiger wurde, als der zweite Treffer der Südafrikaner bekannt wurde. Zwei Minuten vor der Pause konnte Suárez eine Hereingabe des bei US Palermo spielenden Edinson Cavani aus sechs Metern mit dem Kopf ins Tor befördern. Es stand 1:0 für Uruguay und anbetracht des Spielstandes im Fernduell mit Südafrika konzentrierten sich die Mexikaner nach dem Seitenwechsel darauf, einen weiteren Torerfolg der Südamerikaner zu vermeiden. Mexikos Trainer Javier Aguirre brachte mit Angreifer Pablo Barrera in der 46. Minute einen weiteren Angreifer. Das 2:0 für Uruguay hatte der bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag stehende Abwehrspieler und Mannschaftskapitän der Uruguayer Diego Lugano auf dem Kopf, doch Mexikos Schlussmann Óscar Pérez reagierte in der 54. Minute hervorragend. Barrera wechselte in der 57. Minute Mittelfeldspieler Israel Castro für Abwehrspieler Héctor Moreno ein und ersetzte in der 63. Minute Angreifer Cuauhtémoc Blanco durch den bei Manchester United unter Vertrag stehenden Javier Hernández Balcazar und verstärkte so die Offensive der Mexikaner, die nun einen Ausgleich wollten. Abwehrspieler Francisco Rodríguez hatte in der 64. Minute die Möglichkeit, zum Ausgleich einzuköpfen, doch der Ball flog am Tor vorbei. Die weiteren Bemühungen der Nordamerikaner scheiterten am uruguayischen Torwart Fernando Muslera, dessen Bilanz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika weiterhin kein Gegentor aufzuweisen hat.

Erst der Ehrentreffer Frankreichs beim Spiel gegen Südafrika in der 70. Minute beruhigte beide Mannschaften, sodass es kaum noch zu ernsthaften Aktionen kam. Mexiko zog dank der besseren Tordifferenz gegenüber Südafrika als Gruppenzweiter ins Achtelfinale gegen Argentinien ein und Uruguay erreichte das Achtelfinale als Gruppenerster und damit das Spiel gegen den Gruppenzweiten der Gruppe B, Südkorea. Die Südamerikaner hatten zuletzt 1990 die Gruppenphase überstanden, den Mexikanern war dies zum fünften Mal hintereinander gelungen.

Griechenland – Argentinien
0:2 (0:0)

Im Peter-Mokaba-Stadion in Polokwane sahen 38.891 Zuschauer die vom usbekischen Schiedsrichter Ravshan Ermatov geleitete Partie. Dieser zeigte jeweils einem Spieler beider Mannschaften die Gelbe Karte. Argentinien stand bereits vor der Begegnung als Achtelfinalteilnehmer fest. Griechenland hätte für ein Weiterkommen gewinnen müssen und wäre darauf angewiesen gewesen, dass Nigeria im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Südkorea nicht verloren hätte. „Ich hatte mir erhofft, dass meine Spieler mehr in die Offensive gehen, den Auftrag dazu hatten sie“, sagte Griechenlands Trainer Otto Rehhagel nach dem Spiel. Rehhagel wies Spekulationen über seine sportliche Zukunft zurück. Co-Trainer Giannis Topalidis resignierte von seinem Posten.

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hatte gegenüber dem zweiten Gruppenspiel gegen Südkorea auf sieben Positionen verändert. Gonzalo Higuaín saß zunächst auf der Ersatzbank, auf seiner Position spielte Diego Milito, der doppelte Torschütze im Finalspiel der Champions League, bei dem Inter Mailand den deutschen Rekordmeister Bayern München besiegt hatte. Als Kapitän lief Lionel Messi auf. Gegen die defensiv gestaffelte griechische Abwehr tat sich Argentinien zunächst schwer. Das erste ernsthafte Vordringen Messis in Richtung griechisches Tor wurde in der zehnten Minute an der Strafraumgrenze beendet. Die erste argentinische Torchance hatte Sergio Agüero in der 18. Minute, doch sein Schuss wurde von Schlussmann Alexandros Tzorvas pariert. Ein Distanzschuss aus 30 Metern von Juan Sebastián Verón in der folgenden Spielminute konnte der griechische Torhüter noch über die Latte hinwegfausten. Die erste Torchance hatte Griechenland nach rund einer halben Stunde Spielzeit, doch Georgios Samaras erreichte das Zuspiel nicht mehr. Kurz darauf blockte Loukas Vyntra einen Schussversuch von Agüero. In der Nachspielzeit vor der Pause war Torhüter Tzorvas zweimal gefragt, als er Chancen des bei Liverpool spielenden Maxi Rodríguez und Messis zunichte machte.

In der zweiten Halbzeit änderte sich der Spielverlauf wenig. Messi wurde stets von mehreren griechischen Spielern angegriffen, sobald er in Ballbesitz war. Als ihm kurz nach Beginn der Halbzeit der Ball abgeluchst wurde, folgte ein weiter Pass auf Samaras, der auf das argentinische Tor zu lief, wobei Martin Demichelis nicht gut aussah. Samaras sah sich nur noch Nicolás Burdisso und Schlussmann Sergio Romero gegenüber. Sein erster Schussversuch wurde von Burdisso abgewehrt, den Nachschuss aus zehn Metern setzte Samaras knapp am Tor vorbei. Nach dem 2:1-Führungstreffer für Südkorea im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Nigeria musste Rehhagel seine Taktik ändern. Er wechselte Christos Patsatzoglu und Sotirios Ninis ein, Vassilis Torosidis und Konstantinos Katsouranis verließen das Spielfeld. Doch die Argentinier spielten spielbestimmend. Tzorvas parierte einen Schuss von Messi und blieb zunächst liegen, als er sich in einen hart geschossenen Ball von Bolatti geworfen hatte. Beinahe zu einem Eigentor kam es kurz darauf, als Tzorvas den Ball vom Tor wegbefördern wollte, dieser jedoch das Bein von Evangelos Moras traf und von da nur knapp am Pfosten vorbei ins Toraus trudelte.

Schließlich kam es doch zum 1:0 durch die Argentinier, als Demichelis nach einer Ecke mit seinem Kopfball Mitspieler Diego Milito traf und dann im Nachschuss aus vier Metern zum Führungstreffer unter das Gebälk einschoss. Die Argentinier spielten weiter offensiv, besonders Messi bemühte sich um sein erstes Tor im Turnier. Sein Linksschuss in den 87. Minute ging an den Pfosten, zwei Minuten später wehrte Tzorvas seinen Versuch von der Strafraumgrenze ab, doch Stürmer Martin Palermo schob den Abpraller dann ins Tor zum Endstand von 2:0. Die griechischen Bemühungen blieben trotz vieler Schüsse auf das Tor der Südamerikaner in den letzten Spielsekunden erfolglos. Griechenland musste sich mit dem dritten Tabellenplatz zufriedengeben und schied aus.

Abschlusstabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 7:1 9
2 Südkorea Südkorea 5:6 4
3 Griechenland Griechenland 2:5 3
4 Nigeria Nigeria 3:5 1
Nigeria – Südkorea
2:2 (1:1)

61.874 Zuschauer im Moses-Mabhida-Stadion in Durban verfolgten die vom portugiesischen Schiedsrichter Olegário Benquerença gepfiffene Partie. Diese verteilte vier Gelbe Karten, drei für das Team aus Westafrika und eine für einen südkoreanischen Spieler. Südkorea konnte sein Weiterkommen aus eigener Kraft sicherstellen, indem man die Partie gewonnen hätte, doch auch ein Unentschieden oder eine niedrige Niederlage hätte den Ostasiaten den zweiten Tabellenplatz erhalten. Nigeria hingegen musste unbedingt gewinnen, um ein Ausscheiden abzuwenden, ein Unentschieden hätten Griechenlands Team den zweiten Tabellenplatz überlassen.

Lars Lagerbäck, der schwedische Trainer der „Super Eagles“ ließ sein Team auf vier Positionen verändert auflaufen. Statt des gesperrten Sani Kaita spielte im Mittelfeld der bei Dynamo Kiew unter Vertrag stehende Ayila Yussuf. Die Nigerianer starteten doch mit vielen Fehlern in das Spiel, die Südkoreaner dominierten in der Anfangsphase und das Führungstor durch Kalu Uche in der zwölften Minute nach einem Hereinspiel von Chidi Odiah viel eher überraschend. Die Chance auf eine Erhöhung des Spielstandes auf 2:0 vergab Uche in der 36. Minute bei seinem Pfostenschuss aus 22 Metern Torentfernung. Zwei Minuten später brachte eine Standardsituation nach einem Foul des Hoffenheimers Chinedu Obasi den Ausgleich für Südkorea. Nach dem Freistoß von Ki Sung-yong konnte Lee Jung-soo den Ball ins Tor befördern.

Nach der Pause blieben die Südkoreaner offensiv und machten das Spiel. In der 49. Minute erzielte Park Chu-young das Führungstor mit einem direkten Freistoß, der unten rechts ins Tor flog. Geschlagen gaben sich die Nigerianer allerdings nicht. Trainer Lagerbäck brachte in der 59. Minute den bei Wolfsburg spielenden Stürmer Obafemi Martins statt des Mittelfeldspielers Nwankwo Kanu und in der 60. und 65. Minute vergab der in der englischen Liga beim FC Everton unter Vertrag stehende Yakubu Aiyegbeni zwei Großchancen, wobei ihm vor allem das Verfehlen des leeren Tores aus drei Metern Entfernung bitter in Erinnerung bleiben dürfte. In der 68. Minute erzielte er den Ausgleichstreffer durch einen Elfmeter, nachdem Obasi im Strafraum gefoult wurde. Die Schlussphase entwickelte sich für Südkorea nochmals zu einer Zitterpartie mit mehreren guten Möglichkeiten für Nigeria, das Spiel für sich entscheiden und damit ins Achtelfinale einziehen zu können. Herauszuheben wäre hier vor allem das Scheitern von Martins in der 80. Minute, als dieser allein vor dem südkoreanischen Schlussmann Jung Sung-ryong stehend eine sichere Torchance nicht verwandeln konnte.

Südkorea erreichte nach der 2002 gemeinsam mit Japan ausgetragenen Weltmeisterschaft zum zweiten Mal das Achtelfinale einer Weltmeisterschaftsendrunde und hatte sich damit auf die Begegnung mit dem zweimaligen Weltmeister Uruguay vorzubereiten.

Und Frankreichs Fußballzukunft?

Ihm dürfte das Lachen vergangen sein: der scheidende Trainer Raymond Domenech

Archivbild: Safia Otokoré

Das Niederlage der französischen Nationalmannschaft gegen die Underdogs aus Südafrika hat in Frankreich Entsetzen und Verärgerung ausgelöst. Der Präsident des französischen Fußballverbandes FFF Jean-Pierre Escalettes beurteilte das Abschneiden der „Équipe Tricolore“ als „bitter“, da die Mannschaft nur einen von neun möglichen Punkten geholt habe, aber vor allem „[d]er Trainingsstreik war eine Schande, die mir noch mehr wehgetan hat als die heutige Niederlage“, sagte Escalettes. Der ehemalige langjährige Nationaltorhüter Fabien Barthez machte direkt die Vorfälle während der Weltmeisterschaft für das schlechte Abschneiden der Franzosen verantwortlich, das Ergebnis sei dementsprechend „normal“. „Diese Leute haben unser Trikot besudelt“ schimpfte der frühere Abwehrspieler Bixente Lizarazu und verlangte, dass sich die „vernünftigen Spieler“ des Teams von den fünf oder sechs Quertreibern distanzieren.

Der Nachfolger: Laurent Blanc, „le Président“, hat keine leichte Aufgabe vor sich.

Archivbild: Valentin Trijoulet

Dass Trainer Raymond Domenech nach der Weltmeisterschaft aus dem Amt scheiden würde, war bereits vor dem Turnier klar. Den Scherbenhaufen kitten muss nun der Nachfolger Domenechs. Und das fängt mit Bayern-Stürmer Franck Ribéry an, der Presseberichten zufolge immer wieder gegen den Yoann Gourcuff gestichelt haben soll, der bei Girondins Bordeaux spielt und den er diesen Berichten zufolge beneiden soll. Dass Ribéry französischen Journalisten den Stinkefinger zeigte und im April 2010 dessen Treffen mit der im Frühjahr 2009 siebzehnjährigen Prostituierten Zahia D. aufflogen, trägt nicht zur Besänftigung der Öffentlichkeit bei. Überhaupt stand der Start der Franzosen infolge der verkorksten Qualifikation, die man nur aufgrund des Handspieltores von Henri überhaupt schaffte, unter einem schlechten Stern. Selbst die meisten Franzosen hielten in einer Umfrage einen Verzicht der „Bleus“ auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für sinnvoll.

Und die Verantwortung fällt auch dem scheidenden Trainer Domenech zu, der auch Mannschaftskapitän Patrice Evra auf der Bank sitzen ließ. „Es wird in dieser Woche eine Pressekonferenz geben, so schnell wie möglich, weil die Franzosen die Wahrheit wissen sollen. Wir wollten keine Rechnungen begleichen, sondern uns beim französischen Volk entschuldigen. Aber diese Entschuldigung hat mir unser Trainer verboten“, erklärte Evra inzwischen. Domenech, der von Presse und Anhängern als arrogant bezeichnet wurde, hat sich mit der schlechtmöglichsten Leistung aus dem französischen Nationalteam verabschiedet. Bezeichnend auch sein Verhalten nach dem Spiel: er gab seinem Counterpart Carlos Alberto Parreira, dem brasilianischen Trainer der Südafrikaner, nicht die Hand. Amtsnachfolger Laurent Blanc wird viel zu tun haben.

Themenverwandte Artikel

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June 23, 2010

Fußball-WM: Frankreich unterliegt Mexiko, auch Nigeria patzt

Fußball-WM: Frankreich unterliegt Mexiko, auch Nigeria patzt

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Veröffentlicht: 15:39, 23. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Johannesburg / Polokwane (Südafrika), 23.06.2010 – Durch einen Sieg gegen Nigeria hat sich die von Otto Rehhagel trainierte griechische Mannschaft die Chance auf das Achtelfinale gewahrt. Frankreich unterliegt überraschend gegen Mexiko und kann nur auf ein Wunder hoffen, um das Aus in der Gruppenphase zu vermeiden. Argentinien siegte souverän gegen Südkorea.

Griechenland – Nigeria
2:1 (1:1)

Zwar waren die Afrikaner in der 16. Minute durch einen von Ikechukwu Uche getretenen Freistoß in Führung gegangen, doch kurz vor der Pause konnte Griechenland ausgleichen. Schließlich sahen die 31.593 im Free-State-Stadion von Bloemfontein in der 71. Minute den Siegtreffer für die Griechen. Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien gab vier Gelbe Karten – drei für griechische Spieler, eine für einen Nigerianer – und eine Rote Karte für den Nigerianer Sani Kaita wegen Tätlichkeit.

Otto Rehhagels Mannschaftsaufstellung ließ ein defensives Spiel erwarten, während Lars Lagerbäck, der Trainer der nigerianischen Mannschaft ein offensiv platziertes Team ins Spiel schickte. Beide Mannschaften starteten nervös in das Spiel, es kam zu vielen Fehlpässen. In der 16 Minute kam es unerwartet zu dem Freistoßtor, als Torhüter Alexandros Tzorvas am Ball vorbeisegelte. Das Gegentor rüttelte die Griechen jedoch nicht wach, sie spielten weiter defensiv, als ob ihnen an einem Sieg nichts läge. Die Nigerianer hatten die Griechen in der Folgezeit unter Kontrolle, bis es nach einer harmlosen Rempelei zu einer Situation kommt, in der Schiedsrichter Ruiz rot ziehen musste. Kaita trat nach Vassilis Torosidis und flog dafür vom Platz und die Nigerianer mussten das Spiel zu zehnt fortsetzen. Otto Rehhagel brachte daraufhin mit Georgios Samaras einen weiteren Stürmer.

Vorläufige Tabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 5:1 6
2 Südkorea Südkorea 3:4 3
3 Griechenland Griechenland 2:3 3
4 Nigeria Nigeria 1:3 0

In der Schlussphase der ersten Halbzeit standen die Nigerianer dann unter Druck. In der 39. Minute konnte Nigerias Torhüter Vincent Enyeama gerade noch abwehren, in der 41. Minute rettete Lukman Haruna auf der Torlinie. Doch in der 44. Minute fiel der Ausgleich, als Haruna weniger glücklich dastand und Dimitrios Salpingidis′ Schuss von der Strafraumgrenze ins eigene Tor abfälschte. Der Ausgleich war das erste Tor, das Griechenland bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erzielt hat.

Der Hoffenheimer Chinedu Obasi wurde in der Halbzeitpause für Peter Odemwingie eingewechselt, doch die nächste Viertelstunde war das Spiel wenig unterhaltsam. Beide Mannschaften hatten die Chance in Führung zu gehen. Zunächst scheiterte Gekas an Nigerias Schlussmann, den direkt darauffolgenden Konter wehrte Tzorvas mit Mühe gegen Yakubu Aiyegbeni ab, der Nachschuss von Obasi ging neben das leere Tor. In der 68. Minute parierte Enyeama einen Schuss von Samaras, doch in der 71. Minute fiel die Entscheidung für Griechenland, als der nigerianische Torhüter einen flach geschossenen Ball von Alexandros Tziolis nicht unter Kontrolle brachte und Torosidis den Ball ins Tor beförderte. Die Westafrikaner versuchten in der Schlussphase noch, das Steuer herumzureißen, doch ihr langes Unterzahlspiel war zu kräfteverzehrend, sodass Griechenland noch einige Chancen zu einer Erhöhung des Spielstandes erspielte, jedoch diese nicht erfolgreich abschließen konnte.

Argentinien – Südkorea
4:1 (2:1)

In der Soccer City von Johannesburg fertigte Argentiniens Team, das vom früheren Weltmeister Diego Maradona gecoacht wird, die Südkoreaner überlegen mit 4:1 ab. Das von Schiedsrichter Frank De Bleeckeren geleitete Spiel sahen 82.174 Zuschauer. Der Schiedsrichter zückte fünfmal die Gelbe Karte, zweimal für einen südkoreanischen Spieler und dreimal für einen Spieler aus Argentinien.

In der Anfangsphase ließen die Argentinier den Ball von Station zu Station laufen – und die von Trainer Huh Jung-moo defensiv aufgestellten Südkoreaner hinterher. Diese kamen bei Kontern nicht schnell genug aus der eigenen Hälfte, um Argentinien in dieser Spielphase zu gefährden. Die Führung der ansehnlich spielenden Argentinier geschah jedoch nicht aus dem Spiel, sondern es ging ihr eine Standardsituation voraus. Einen von Lionel Messi getretenen Freistoß fälschte der Südkoreaner Park Chu-young ins eigene Tor ab. In der 23. Minute musste Argentiniens Abwehrspieler Walter Samuel wegen einer Verletzung gegen Nicolás Burdisso ausgewechselt werden. Ein Freistoß von Carlos Tévez ging in der 25. Minute knapp über das Tor. Das 2:0 durch Gonzalo Higuaín per Kopfball folgte nach einer Flanke von Clemente Rodríguez, die Burdisso per Kopfball verlängert hatte. Ángel Di María scheiterte kurz vor der Pause am südkoreanischen Torhüter Jung Sung-ryong, der beim 2:0 schlecht ausgesehen hatte. Der Anschlusstreffer für die Südkoreaner fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff, bereits in der Nachspielzeit. Offenbar waren die Spieler bereits gedanklich in der Pause, als Abwehrspieler Martín Demichelis einen Ball unbedacht abspielte. Den konnte Lee Chung-yong abstauben und ungehindert zum 2:1 verwandeln.

Statt Ki Sung-yong lief nach der Halbzeitpause Kim Nam-il auf. Der Spielverlauf in der zweiten Hälfte ähnelte dem der ersten; die Argentinier stürmten gegen das südkoreanische Tor an, die Südkoreaner beschränkten sich auf das Abwehren. Higuaín konnte nach einem Abwehrfehler von Kim Dong-jin frei vor das Tor Jungs gelangen, doch dieser parierte seinen Schussversuch. In der 58. Minute erhielten die Argentinier eine Warnung, als Yeom Ki-hun schnell über die rechte Seite an das argentinische Tor gelangte, doch der Ball traf nur das Außennetz. In der Folge spielten die Argentinier nicht mehr bedingungslos nach vorne. Messi leitete schließlich die Vorentscheidung ein. Sein erster Schuss wurde von Torhüter Jung noch abgewehrt, sein Nachschuss ging an den Pfosten, doch der Abpraller gelangte zu dem einen Meter vor dem Tor stehenden Higuaín, der den Ball ins Tor schob. Vier Minuten später war es Higuaín, der mit seinem dritten Tor im Spiel den Endstand von 4:1 herstellte.

Vorläufige Tabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Urugay Uruguay 3:0 4
2 Mexiko Mexiko 3:1 4
3 Frankreich Frankreich 0:2 1
4 Südafrika Südafrika 1:4 1
Frankreich – Mexiko
0:2 (0:0)

35.370 Zuschauer sahen die Niederlage des amtierenden Vizeweltmeisters Frankreich im Peter-Mokaba-Stadion von Polokwane. Die Ausgangssituation der Franzosen vor dem letzten Gruppenspiel wurde durch die Niederlage praktisch aussichtslos. In dem vom sudia-arabischen Schiedsrichter Khalil Ibrahim Al Ghamdi gepfiffenen Spiel gab es sechs Gelbe Karten, vier auf Seiten Mexikos und zwei für französische Spiele. Wegen ihrer zweiten Gelben Karte im Turnier müssen der Franzose Toulalan und der Mexikaner Juarez im dritten und letzten Gruppenspiel am 22. Juni pausieren.

Gegenüber dem Auftaktspiel nahm der französische Trainer Yoann Gourcuff aus der Mannschaft, der Bayern-Stürmer Franck Ribéry rückte nach innen. Auf seine Position setzte Trainer Raymond Domenech den Chelsea-Spieler Florent Malouda. Impulse brachte die Veränderung dem französischen Spiel nicht, die Chancen der Bleus sind schnell aufgezählt: ein Freistoß von Ribéry aus rund 35 Metern, der von Mexikos Schlussmann Óscar Pérez problemlos gefangen wurde und in der 13. Minute Maloudas Freistoß-Variante, die über Anelka zu Ribéry gelangte, dessen Flanke jedoch ins Seitenaus flog. Auf der Gegenseite waren die Mexikaner gefährlicher. Carlos Vela traf in der achten Minute den Ball nicht richtig, vier Minuten später ging Guillermo Francos Versuch über das Tor. Der Schuss des Linksverteidigers Carlos Salcido ging knapp neben das Gehäuse der Franzosen, in der 27. Minute scheiterte er am französischen Torhüter Hugo Lloris.

In der zweiten Halbzeit – Frankreichs Trainer Domenech hatte in der Pause den kaum sichtbaren Nicolas Anelka gegen Pierre-André Gignac ausgewechselt – war die französische Ausbeute ähnlich gering: ein Schuss von Ribéry aus 17 Metern in der 55. Minute endete bei Torhüter Pérez. Eine Minute früher hatte aus ähnlicher Distanz Malouda die erste Chance der zweiten Halbzeit. Sein Schuss ging jedoch uber das Gebälk. Thierry Henry konnte am schwachen Abschneiden der Franzosen nichts ändern, er saß das Spiel über auf der Bank und wurde nicht eingewechselt. Die Mexikaner gingen in der 64. Minute in Führung, als Rafael Márquez spielte steil zu Javier Hernández, die Franzosen reklamierten Abseitsposition, doch der Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen. Hernández spielt um Lloris herum und schoss problemlos zum Führungstor ein. In der 79. Minute erhöhte schließlich Cuauhtémoc Blanco zum 2:0 durch Foulelfmeter, nachdem Eric Abidal den Mexikaner Pablo Barrera im Strafraum gefoult hatte.

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June 14, 2010

Fußball-WM: Patzer für England, Argentinien schlägt Nigeria knapp

Fußball-WM: Patzer für England, Argentinien schlägt Nigeria knapp

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Veröffentlicht: 09:44, 14. Jun. 2010 (CEST)
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Johannesburg / Port Elizabeth / Rustenburg (Südafrika), 14.06.2010 – Am zweiten Tag der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika konnte sich Argentinien knapp mit 1:0 gegen Nigeria durchsetzen. England patzte gegen die Vereinigten Staaten und erreichte nur ein 1:1-Unentschieden. Das dritte Spiel des Tages, Südkorea gegen Griechenland, endete mit einem 2:0 für Südkorea. Die von Otto Rehhagel trainierte Mannschaft steht damit beim nächsten Spiel gegen Nigeria bereits mit dem Rücken zur Wand, da ein Sieg im dritten Gruppenspiel gegen die starken Argentinier unwahrscheinlich erscheint.

England – Vereinigte Staaten
1:1 (1:1)

Bereits nach vier Minuten gelang dem englischen Kapitän Steven Gerrard das Führungstor. Nach Vorarbeit der beiden Stürmer Wayne Rooney und Emile Heskey stand es 1:0, ein hoher Sieg der Engländer gegen den Underdog schien möglich. Doch die für den Turniersieg mitfavorisiertem Engländer schaltete zurück und ruhten sich auf dem 1:0 aus. Dafür kam die Strafe in der 40. Minute. Zwar hatten die Nordamerikaner bis zu diesem Zeitpunkt keine wirkliche große Chance, doch als es Mittelfeldspieler Clint Dempsey mit einem Fernschuss probierte, patzte Englands Torhüter Robert Green. An ihm vorbei trudelte der eher harmlos geschossene Ball ins Tor der Engländer. Mit diesem Stand gign das Spiel in die Pause. Unverdient war das glücklich erzielte Tor jedoch nicht. Die US-Boys zeigten jedoch auch nach dem frühen Rückstand keinen Respekt und ein Kopfball von Jozy Altidore war in der 12. Minute nur knapp am Tor vorbeigegangen.

Das Tor bewirkte einen Umschwung im Spiel. Zwar spielten die Engländer nach dem Halbzeitwechsel aktiver nach vorne, doch ein Zuspiel Aaron Lennons in der 49. kam ungünstig und als er in der 52. Minute den Ball zu dem freistehenden Heskey passt, trifft dieser direkt in den fangbereiten US-Torhüter Tim Howard. Howard machte auch eine Chance von Frank Lampard in der 63. Minute zunichte. Die englische Drangphase war dann aber vorbei. DIe Amerikaner erspielten sich noch einige Chancen. So konnte Green in der 64. Minute seinen Fehler zumindest teilweise wiedergutmachen, als er einen Schuss von Altidores reflexartig noch an den Pfosten lenkte. Die Engländer hatten durch Rooney (74.) und Shaun Wright-Phillips (75.) nochmal zwei Chancen, das Spiel doch noch für Albion zu entscheiden, letztlich blieb es jedoch beim 1:1.

„Nach dem 1:1 hatten wir gute Chancen zu gewinnen“, kommentierte Bob Bradley später. Außer den beiden Toren sahen die 38.646 Besucher im Royal Bafokeng Stadium in Rustenburg noch sechs gelbe Karten, je drei für England und die Vereinigten Staaten. Sie hatten lange Staus in Kauf nehmen müssen, weil es durch Überlastung der Zufahrtsstraßen und Unzulänglichkeiten beim Einweisen auf die Parklplätze zu Verzögerungen kam.

Südkorea – Griechenland
2:0 (1:0)

Viele Titel hat der 71-jährige Otto Rehhagel in seiner langen Trainerlaufbahn schon gewonnen, deutsche Meisterschaften, Pokalsiege, schließlich 2004 vollig überraschend die Europameisterschaft mit Griechenland, doch seine erste Teilnahme bei einer Fußball-Weltmeisterschaft begann mit einem Misserfolg. Mit den beiden in der Bundesliga spielenden Stürmen Theofanis Gekas (Berlin) und Angelos Charisteas sowie dem offensiven Linksaußen Georgios Samaras (Celtic Glasgow) war die griechische Aufstellung zwar ausgesprochen offensiv, doch fanden die Griechen gegen Südkorea kein Konzept und unterlagen mit 2:0. Die beiden südkoreanischen Tore im ersten Spiel der Gruppe B erzielten Lee Jung-soo und Park Ji-sung.

Es war ein Fehler des beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stehenden Charisteas im eigenen Strafraum, der das frühe Tor der Südkoreaner einleitete. Und sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff führt erneut ein griechischer Abwehrfehler zum zweiten Tor der Südkoreaner, als ein Ball vom Fuß des griechischen Abwehrspielers Loukas Vyntra abprallt. Den Ball schnappt sich der in Diensten von Manchester United spielende Park, der mit einem flachen Schuss am griechischen Torwart vorbei ins Netz traf. Rehhagel wechselte Charisteas und Karagounis aus. Die beiden eingewechselten Stürmer Dimitrios Salpingidis und Pantelis Kapetanos konnten das griechische Spiel dann auch beleben, sodass Griechenland zwischen der 758. und 80. Minute einige Chancen hatte. Südkorea hatte einige gute Kontermöglichkeiten, doch es blieb beim 2:0 und Griechenland beim zweiten WM-Auftritt – 1994 hatte man sich das erste Mal für die WM qualifiziert – weiterhin ohne Torerfolg.

Das Spiel in Port Elizabeth verfolgten 31.513 Zuschauer.

Vorläufige Tabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Südkorea Südkorea 2:0 3
2 Argentinien Argentinien 1:0 3
3 Nigeria Nigeria 0:1 0
4 Griechenland Griechenland 0:2 0
Argentinien – Nigeria
1:0 (1:0)

Verdient, weil überlegen, jedoch ohne sich anzustrengen, gewann das von Diego Maradona trainierte Team von Argentinien. „Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und sind auf dem richtigen Weg. Wir können der nächsten Partie gelassen entgegensehen“, kommentierte der frühere Weltmeister das Ergebnis. Das einzige Tor des Spieles fiel bereits in der 6. Minute. Der argentinische Verteidiger Gabriel Heinze drückte einen Eckball mit dem Kopf in die linke obere Ecke des nigerianischen Tores.

Die erste Halbzeit war mitgeprägt von vielen guten Einzelaktion für den beim FC Barcelona spielenden Lionel Messi. Der hatte in der ersten Minute zwei Gegenspieler ausgespielt, gab ab auf den in der englischen Liga seinen Lebensunterhalt verdienenden Carlos Tevez, doch dieser konnte aus der Chance nichts machen. In der vierten Minute ließ er drei Nigerianer aussteigen, passte auf Gonzalo Higuain, der beim spanischen Club Real Madrid kickt. Higuain schoss am Tor vorbei. Nicht einmal drei Minuten später war es wieder eine Aktion von Messi, die Gefahr für das Tor Nigerias brachte. Schlussmann Vincent Enyeama lenkte den von Messi von der Strafraumgrenze abgegebenen Schuss gerade noch über die Latte. Aus der nachfolgenden Ecke ging dann Heinzes mit Wucht geschossenes Tor hervor, das das einzige im Spiel bleiben sollte. Die Argentinier ließen dann die Zugel etwas nach. Messis nächste Chance nach gut einer Viertelstunde war ebensowenig von Erfolg gekrönt, wie Higuains Versuch, der sich wenig später frei vor dem Tor Nigerias befand. Auch Messis Schuss kurz vor der Halbzeitpause wurde vom nigerianischen Schlussmann abgewehrt. Nigeria drang in der ersten Halbzeit nur wenig in die argentinische Spielfeldhälfte vor. Einzig Chinedu Obasi, der für Bundesligist Hoffenheim spielt, kam zweimal von der linken Seite aus zum Schuss auf das Tor. Beide Versuche gingen jedoch deutlich am Tor vorbei.

In der zweiten Abstand spielte Argentinien gekonnt Defensiv und beschränkte sich auf′s Kontern. In Minute 65 schoss Messi knapp am Tor vorbei, eine Minute später wurde nach einer weiteren Messi-Vorlage Higuains Versuch vom Torhüter vereitelt. Sieben Minuten vor dem regulären Spielende hatte der Nigerianer Kalu Uche die größe Chance zum Ausgleich, traf jedoch nicht. Die letzte Torchance des Spieles gehörte erneut Messi, doch auch diese konnte er nicht verwerten.

Im mit 55.686 Zuschauern ausverkauften Stadion im Ellis Park Johannesburgs verfolgten die Zuschauer ein sehenswertes Fußballspiel. Die gelben Karten für Gutierrez und Haruna waren gleichmäßig zwischen beiden Mannschaften aufgeteilt, rote Karten gab es nicht.

Kritik am Vuvuzela-Lärm

Unterdessen haben ARD und ZDF ihre Unzufriedenheit mit dem Lärm durch die Vuvuzela-Trompten deutlich gemacht. Viele Zuschauer seien verärgert, teilten die Fernsehanstalten der Produktionsfirma HBS mit. Nach Auskünften der ARD versucht man mit technischen Maßnahmen die von den Zuschauern als störend empfundenen Klänge zu dämpfen. So würden die Reporter mit speziellen Mikrophonen ausgestattet und die Außenmikrophone würden „aufs Nötigste herunter“ gedämpft. In den Fernsehgeräten ist der Vuvuzela-Lärm deshalb in Art der Lautstärke mit dem Summen der Bienen in einem Bienenstock zu vergleichen.

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June 26, 2009

Präsidentin Kirchner in Argentinien vor Wahlniederlage

Präsidentin Kirchner in Argentinien vor Wahlniederlage

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Veröffentlicht: 13:55, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Cristina Fernández de Kirchner bei Ihrer Amtseinführung am 10. Dezember 2007

Buenos Aires (Argentinien), 26.06.2009 – In Argentinien droht bei den am 28. Juni 2009 stattfindenden Teilwahlen des Kongresses dem Wahlbündnis „Frente Justicialista para la Victoria“ (FPV, dt. etwa „Gerechtigkeitsfront für den Sieg“) der amtierenden Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner eine Niederlage, die zum Verlust der absoluten Mehrheit im Parlament führen könnte. Nach letzten Umfragen liegt die FPV, ein Wahlbündnis rund um die dominierende peronistische Partei PJ, zwischen 30 und 35 Prozent. Ein solcher Wahlausgang würde den Verlust der absoluten Mehrheit der Regierungspartei im Parlament bedeuten. Nach dem argentinischen Politologen Rosendo Fraga ist die Wahl für Kirchner ein Stimmungstest zur Präsidentschaftswahl 2011.

Seit ihrer Amtsübernahme im Dezember 2007 sanken Kirchners Popularitätswerte deutlich. Ursachen sind die dramatische Inflation und Abwertung des Pesos gegenüber dem Dollar, die Erinnerungen an die Argentinienkrise 2001 aufkommen lassen, und Konlikte um die Besteuerung wichtiger landwirtschaftlicher Exportgüter wie Soja und Mais.

Neben dem Wahlbündnis „Acuerdo Civico y Social“ (ACyS) um Oppositionsführerin Elisa Carrió bekommt Kirchner zunehmend Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Insbesondere der rechte Flügel der PJ geht auf Konfrontationskurs zur Präsidentin. Eine Gruppe von Abgeordneten um Francisco de Narváez sagte sich von der PJ los und tritt als eigene Partei Union-Pro an. In der Provinz Santa Fé tritt der ehemalige Rennfahrer Carlos Reutemann auf einer unabhängigen Liste der Peronisten an. Er gilt als möglicher parteiinterner Rivale Kirchner bei der Präsidentschaftswahl 2011. Die abtrünnigen Parteigänger der PJ eint der Protest gegen die linkspopulistische Amtsführung Kirchners, deren Politik an die Regierungszeit ihres Mannes und Amtsvorgängers Néstor Kirchner anknüpft. Dieser spielt bei der aktuellen Wahl eine wichtige Rolle. Er soll als Spitzenkandidat die besonders umkämpfte Provinz Buenos Aires, die mehr als ein Viertel der Abgeordneten stellt, für die FPV erobern.

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March 27, 2009

Argentinien: Kongress beschließt Vorverlegung der Parlamentswahlen

Argentinien: Kongress beschließt Vorverlegung der Parlamentswahlen

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Veröffentlicht: 16:43, 27. Mär. 2009 (CET)
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Buenos Aires (Argentinien), 27.03.2009 – Die Parlamentswahlen in Argentinien, die eigentlich im Oktober stattfinden sollten, werden auf den 28. Juni vorverlegt. Der argentinische Senat nahm am Abend des 26. März mit 42 Ja-Stimmen (37 waren notwendig) gegenüber 26 Nein-Stimmen den Gesetzesentwurf der regierungsnahen Wahlallianz Frente para la Victoria (FPV) an. Die Abgeordnetenkammer hatte dem Vorhaben bereits am 18. März mit deutlicher Mehrheit zugestimmt.

Bei den Wahlen wird die Hälfte der Sitze der Abgeordnetenkammer und ein Drittel der Senatorensitze erneuert. Sie gelten als wichtiger Stimmungstest für die Regierung Cristina Fernández de Kirchner. Es waren sogar Gerüchte aufgekommen, Fernández könne ihr Amt im Falle einer deutlichen Niederlage niederlegen. Der Plan für die Vorverlegung war von der Präsidentin bereits am 13. März angekündigt worden; die Zustimmung im Kongress galt wegen der großen regierungstreuen Mehrheit in beiden Kammern als Formsache.

Begründet wurde die Vorverlegung mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch für das südamerikanische Land getroffen hat; insbesondere exportorientierte Branchen wie die Automobilindustrie hatten bereits starke Einbußen hinnehmen müssen. Vertreter des FPV argumentierten, angesichts dieser Umstände müsse eine „Wahlkampf-Rallye“ im Rest des Jahres vermieden werden. Zudem ist das Verhältnis der Regierung zu den mit der Opposition verbündeten Agrarverbänden, die die Senkung der Exportsteuern unter anderem für Sojabohnen fordern, weiterhin sehr angespannt. Am 26. März war ein siebentägiger Bauernstreik zu Ende gegangen.

Die Opposition hatte die Änderung scharf kritisiert, da damit in die Spielregeln der Demokratie eingegriffen werde. Ein Abgeordneter der sozialistischen Partei Proyecto Sur, Claudio Lozano, hatte die Verlegung als „von Opportunismus gekennzeichnetes Vorhaben“ bezeichnet, mit dem „das Schicksal der Argentinier dem Schicksal seiner Regierenden untergeordnet“ werde. Ansonsten waren die Abstimmungen in beiden Kammern jedoch weitgehend ruhig verlaufen.

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