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June 3, 2011

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

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Veröffentlicht: 21:16, 3. Jun. 2011 (CEST)
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Blutspende

Hamburg (Deutschland), 03.06.2011 – Normalerweise werden in Hamburg und Schleswig-Holstein monatlich zusammen 800 bis 1.000 Einheiten Blutplasma von den Krankenhäusern verbraucht. Wegen der Vielzahl von schweren EHEC-Erkrankungen ist der Verbrauch auf 7.500 Einheiten gestiegen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord muss nun aus dem Verbund versorgt werden. Die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sorgen dafür, dass der kostbare Stoff im Norden nicht ausgeht. Möglich ist dies, da diese Bundesländer weitaus weniger von der Darmerkrankung betroffen sind.

Gefrorenes Blutplasma

Das Plasma wird benötigt, um das in schweren Fällen auftretende Nierenversagen behandeln zu können. Betroffen davon sind hauptsächlich Personen, bei denen als Folge von EHEC das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftritt. Ein Sprecher des DRK: „Mit einem Versorgungsengpass bei Blutplasma ist nicht zu rechnen; in Süddeutschland sind ausreichend Vorräte vorhanden.“ Der Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz (SPD) und die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) forderte die Bevölkerung trotz allem zu mehr Blutspenden auf. Sie wiesen darauf hin, dass es von der Blutspende bis zur Gewinnung des Plasmas mehrere Monate dauert. Bürgermeister Scholz: „Es ist wichtig, jetzt, wo wir noch genügend Reserven haben, etwas zu tun – damit wir immer genügend Rücklagen haben”. Vor dem Hintergrund, dass die Quelle des Erregers noch im Dunklen liegt und mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden muss, gilt der Aufruf zum Blutspenden nicht nur für den Norden Deutschlands. Der Blutspendedienst verzeichnet einen Ansturm von Spendern, seit der Aufruf in den Medien verbreitet wurde. Olaf Scholz ging mit gutem Beispiel voran und ließ sich vor laufender Kamera Blut abnehmen.

Die Krankheit verbreitet sich weiter, so gibt es in Thüringen den ersten Todesfall. Eine 80-jährige Frau ist auf einer Kur in Mecklenburg-Vorpommern an dem Erreger verstorben. In Brandenburg gibt es 13 EHEC-Verdachtsfälle und vier Personen, die an HUS leiden. Auch ein Todesfall ist möglicherweise auf den Erreger zurückzuführen. Dem Robert Koch-Institut wurden seit Anfang Mai 2011 insgesamt 520 HUS-Fälle mitgeteilt.

Das Bundesamt für Risikobewertung rät weiterhin, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren.

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Quellen

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January 9, 2011

Deutschland: Dioxin erstmals auch in Fleisch von Legehennen nachgewiesen

Deutschland: Dioxin erstmals auch in Fleisch von Legehennen nachgewiesen

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Veröffentlicht: 15:21, 9. Jan. 2011 (CET)
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Berlin (Deutschland), 09.01.2011 – Das Bundesministerium für Ernährung (BMELV) in Berlin teilte heute mit, Untersuchungen des Fleisches von Legehennen aus Betrieben in Nordrhein-Westfalen hätten erhöhte Dioxin-Gehalte aufgewiesen. Das Fleisch dieser Tiere sei jedoch nicht in den Handel gelangt, die Tiere seien getötet worden. Die Eier des Betriebes seien zurückgerufen worden.

Die gemessenen Dioxin-Werte im Fettgewebe der Legehennen betrugen laut BMELV 4,99 Pikogramm Dioxin pro Gramm Fleisch. Der zulässige Höchstwert von 2 Pikogramm Dioxin wurde um nahezu 150 Prozent überschritten. Dem Ministerium liegen außerdem die Ergebnisse einer geringen Zahl (zwischen drei und sechs) von betrieblichen Eigenkontrollen von Hähnchen, Mastputen und Schweinen vor. Diese hätten bisher keine Überschreitung der zulässigen Höchstwerte von Dioxin ergeben.

Nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bestehe bei kurzfristigem Verzehr von Eiern und Geflügelfleisch mit den bisher gemessenen Werten keine akute gesundheitliche Gefährdung.

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January 3, 2011

Dioxin-Skandal: Über 1.000 Bauernhöfe in Niedersachsen geschlossen

Dioxin-Skandal: Über 1.000 Bauernhöfe in Niedersachsen geschlossen

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Veröffentlicht: 22:10, 3. Jan. 2011 (CET)
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Hannover / Uetersen (Deutschland), 03.01.2011 – Verunreinigungen mit Stoffen der hoch krebserregenden Chemikaliengruppe der Dioxine wurden in Hühnerfutter festgestellt. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover heute mitteilte, werden vorsorglich 1.000 Bauernhöfe gesperrt. Konkret bedeutet das: Von diesen Höfen dürfen keine Legehennen, Schweine und Puten mehr verkauft werden. Auch in Sachsen-Anhalt wurden Betriebe gesperrt. Ebenfalls betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Hier sollen Höfe geschlossen werden, sobald dort entsprechende Dioxinwerte festgestellt werden. In Nordrhein-Westfalen wurden 8.000 Legehennen einer Hühnerfarm im Kreis Soest vorsorglich geschlachtet. 120.000 belastete Eier sollen in dem Bundesland bereits in den Verkauf gelangt sein. Trotzdem besteht laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung für Verbraucher zurzeit kein gesundheitliches Risiko: „Die derzeit ermittelten Dioxingehalte liegen bei einigen Proben über dem in der Europäischen Union festgelegten Höchstgehalt. Sie stellen jedoch keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar“, erklärte die Behörde.

Die Ursachenforschung bezüglich der aktuellen Dioxin-Verseuchung läuft noch. Heute wurde bekannt, dass ein holländischer Händler dem schleswig-holsteinischen Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch (in Uetersen, Kreis Pinneberg) dioxinbelastete Fettsäure geliefert haben soll. Die Fettsäure soll zu Tierfuttermittel verarbeitet worden sein. So könnte das Dioxin in die Eier gelangt sein. Die Spur der Fettsäure führe weiter, so berichtet der NDR, zu einer Biodiesel-Anlage der Petrotec AG in Emden. Die Firma Petrotec in Borken (Nordrhein-Westfalen) hat die Vorwürfe jedoch zurück gewiesen. Experten rätseln bisher noch darüber, wie das Dioxin in das Futtermittel gelangt ist. Dioxin entstehe normalerweise nicht bei der Herstellung des Pflanzenkraftstoffs, hieß es.

Dioxine gelten als krebserregend. Außerdem kommen weitere Symptome bei einem langfristigen Kontakt mit Dioxin in Betracht, berichtet Reuters: Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes. Die giftigen Stoffe entstehen laut Umweltbundesamt bei bestimmten Temperaturen als unerwünschte Nebenprodukte in Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff. Eine Temperatur von 300 Grad Celsius muss jedoch mindestens erreicht werden, damit der Stoff entsteht, zum Beispiel bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen. Diese Bedingungen sind jedoch bei der regulären Herstellung von Biodiesel nicht gegeben.

Ein anderes Szenario für die Dioxinverseuchung von Lebensmitteln entsteht bezüglich der Situation in Thüringen. Dort soll eine Schweinezuchtanlage 52 Tonnen belastetes Futter von einem Werk aus Sachsen-Anhalt erhalten und an Schweine verfüttert haben. Die so versorgten Ferkel gelangten bereits in den Handel. Wohin genau, ist noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Ein Sprecher der Behörde teilte am Montag mit: „Wir prüfen das Vorliegen des Anfangsverdachts einer Straftat.“

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October 22, 2010

Stiftung Warentest schlägt Alarm: Schadstoffe im Kinderspielzeug

Stiftung Warentest schlägt Alarm: Schadstoffe im Kinderspielzeug

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Veröffentlicht: 18:48, 22. Okt. 2010 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 22.10.2010 – 42 von 50 getesteten Spielsachen für Kleinkinder sind mit Schadstoffen belastet. Das berichtet die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe ihrer Zeitschrift. Dabei machte es keinen nennenswerten Unterschied aus, ob die Ware von einem der renommierten Markenhersteller kam oder ein Noname-Produkt war. Besonders erstaunlich: Plastikspielzeug schnitt besser ab als Holzspielzeug. Keines der getesteten Holzspielzeuge war schadstofffrei. Über die Hälfte des getesteten Spielzeugs kam aus China, aber auch die Produkte der europäischen Hersteller schnitten schlecht ab. Das CE-Zeichen für geprüfte Sicherheit, das alle getesteten Spielzeuge europäischer Hersteller präsentierten, bot keine Garantie für Schadstofffreiheit.

Die Liste der gefundenen Schadstoffe bildet eine Liste für einen bunten Cocktail: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalate, Formaldehyd, Nonylphenol, Schwermetalle und zinnorganische Verbindungen fanden die Tester. Für Kleinkinder ist die Schadstoffbelastung der Spielzeuge aus zwei Gründen ein besonderes Problem, schreibt die Stiftung Warentest. Erstens seien Kleinkinder besonders empfindlich gegenüber solchen Chemikalien, zweitens läge es in der Natur der kleinen Kinder, dass sie ihre Umwelt mit dem Mund erkundeten. Sie nähmen gerne ihr Spielzeug in den Mund.

Einige der gefundenen Stoffe stehen unter dem Verdacht krebserzeugend zu sein oder das Erbgut zu schädigen. Hinzu kamen mechanische Mängel an den getesteten Spielzeugen. Abfallende Ohren bei Plüschtieren, lose Klettverschlüsse und andere ablösbare Kleinteile bergen das Risiko von den Kindern verschluckt zu werden.

Kritik übt die Stiftung auch an den gesetzlichen Bestimmungen, die den Herstellern großzügige Spielräume lassen. So soll beispielsweise bei den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), deren gesundheitsschädliche Wirkung noch nicht bewiesen ist, ab 2013 ein Grenzwert von 1.000 Milligramm zulässig sein. Beim Benzo(a)pyren, das krebserzeugend sein soll, ist in der Spielzeugrichtlinie ein Grenzwert von 100 Milligramm vorgesehen. Stiftung Warentest weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung auf EU-Ebene dafür eintritt, dass für die Stoffe der PAK-Gruppe in Produkten ein Grenzwert von 0,2 Milli­gramm je Kilogramm nicht überschritten wird.

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June 10, 2010

EHEC: Freispruch für Gurke, Tomate und Salat!

EHEC: Freispruch für Gurke, Tomate und Salat!

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Veröffentlicht: 14:59, 10. Jun. 2011 (CEST)
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Guten Appetit!

Berlin (Deutschland), 10.06.2010 – Es darf wieder gesund gegessen werden: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat heute die Verzehrwarnung für Tomaten, Gurken und Blattsalat aufgehoben. Dies gab der Präsident des Instituts, Andreas Hensel, heute Vormittag bekannt: Gurken, Tomaten und Salat sollten wieder verzehrt werden, da es sich um gesunde Nahrungsmittel handelt. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr äußerte sich erleichtert: „Es ist ein gutes Signal für die Verbraucher, weil jetzt mehr Klarheit herrscht“, sagte er in Berlin. Es könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden, da noch mit weiteren Infektionen zu rechnen sei.

„Es sind die Sprossen“

Mischung verschiedener Sprossen

Infos über Sprossen
Sprossen bzw. Sprossengemüse sind eine beliebte Nahrungsergänzung und werden häufig zur Garnitur und geschmacklichen Verfeinerung von Salaten verwendet. Bei Sprossen handelt es sich um das Übergangsstadium eines auskeimenden Sämlings zur Jungpflanze. Verwendet werden die Sprossen vieler verschiedener Pflanzen, besonders beliebt sind die Gartenkresse, die Mungbohne („Sojasprossen“) und die Luzerne („Alfalfa“). Die Massenerzeugung von Sprossen erfolgt unter hygienisch schwierigen Bedingungen: Die Samen werden eingeweicht und die Sprossen bei Temperaturen um 38° und höchster Luftfeuchtigkeit gekeimt. Bedingungen, wie sie auch in den Brutschränken mikrobiologischer Labore herrschen. Keime aller Art finden hier ideale Vermehrungsbedingungen vor. Weitere Informationen sind auf dieser Seite des BfR verfügbar.

Mit großer Wahrscheinlichkeit sind Sprossen die Ursache für die EHEC-Epidemie in Deutschland. Dieser Verdacht habe sich in weiteren Studien erhärtet, erklärten Robert Koch-Institut (RKI) und BfR übereinstimmend. Eine „rezeptbasierte Kohortenstudie“ zeige, dass fast alle Betroffenen Sprossen verzehrt haben. Die Indizien, die für einen Gartenbaubetrieb in Niedersachsen als Quelle der Erreger sprechen, haben sich weiter verdichtet. Die Verzehrwarnung für Sprossen wurde ausdrücklich beibehalten.

Am Nachmittag teilte das Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen mit, dass der Nachweis von EHEC-Bakterien des Stammes O104:H4 an Sprossen aus dem niedersächsischen Gartenbaubetrieb geführt werden konnte. Die Sprossen fanden sich, in geöffneter Originalverpackung, im Müll einer Familie im Rhein-Sieg-Kreis, in der zwei Frauen erkrankt waren, der Mann – der keine Sprossen gegessen hatte – jedoch nicht. Erstmals konnte somit der Weg der Infektion vom Biohof in Bienenbüttel bei Uelzen bis zum Patienten lückenlos nachgewiesen werden.

„Der Ausbruch ist noch nicht vorbei“, betonte RKI-Präsident Reinhard Burger. Er halte es jedoch für möglich, dass die EHEC-Infektionsquelle bereits versiegt sei, dies stehe aber noch nicht fest. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt allerdings seit einigen Tagen deutlich ab, wie wikinews bereits berichtete.

Mittlerweile haben RKI, BfR und BVL eine gemeinsame Presserklärung veröffentlicht, die weitere Einzelheiten zum aktuellen Verlauf der Epidemie, aber auch zu den Studien, mit deren Hilfe die Sprossen aus Niedersachsen als Krankheitsüberträger identifiziert werden konnten, enthält.

Zahl der Opfer weiter gestiegen

Die Zahl der Opfer ist inzwischen weiter angestiegen. Insgesamt 722 Patienten sind mittlerweile an der gefährlichen Komplikation der Infektion, dem Hämolytisch-urämischen Syndrom erkrankt, 18 von ihnen verstorben. Hinzu kommen 2086 Patienten, die an einer EHEC-Infektion ohne HUS erkrankten; von diesen sind weitere 8 Patienten verstorben (Stand: 08. Juni 2011, 15:00 Uhr). Aus dem neuesten Bulletin des RKI (Datenstand: 9. Juni 2011, 15:00 Uhr) geht hervor, dass mittlerweile insgesamt mindestens 2988 Menschen erkrankt und 30 verstorben sind.

(THWZ)

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Quellen

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June 26, 2006

Foodwatch: Kartoffelchips nach wie vor stark belastet

Foodwatch: Kartoffelchips nach wie vor stark belastet

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Artikelstatus: Fertig 15:55, 26. Jun. 2006 (CEST)
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Kartoffelchips

Berlin (Deutschland), 26.06.2006 – Die für Qualitätskontrolle von Lebensmitteln zuständige Organisation „foodwatch“ testet Nahrungsmittel unter anderem auf den giftigen Inhaltsstoff Acrylamid. Seit dem Frühjahr 2003 werden in regelmäßigen Abständen auch Kartoffelchips geprüft. Bei einem erneuten Test in 2006 war die Acrylamidmenge in acht von 13 getesteten Produkten höher als 2005.

Acrylamid entsteht, wenn Lebensmittel zu heiß werden, und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Weitere Gesundheitsorganisationen, wie beispielsweise die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die zuständige Bundesbehörde, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), reklamieren seit Langem eine schnelle Reduzierung des Acrylamidgehalts in Nahrungsmitteln. Die Gesetzgebung bezüglich der Produktkennzeichnung für Risikosubstanzen wie Acrylamid ist ebenfalls mangelhaft. „Foodwatch“ ist mit dem geplanten Verbraucherinformationsgesetz (VIG) nicht einverstanden. Die Bundesregierung möchte es nächste Woche in einer für foodwatch nicht weit genug gehenden Form verabschieden. Die Gesundheitsorganisation fordert dringend, in das Gesetz eine Produktkennzeichnung für Acrylamid und andere Risikosubstanzen aufzunehmen.

Eine Sprecherin von „foodwatch“ sagte zum Verhalten der Chip-Herstellerfirmen: „Den Behörden und Herstellern ist der Acrylamidgehalt der meisten Lebensmittel bekannt. Doch ohne Informationspflicht geben sie diese nicht bekannt und gefährden so unnötigerweise die Gesundheit der Verbraucher.“

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