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April 28, 2006

Die Tage nach Tschernobyl aus deutscher Sicht

Die Tage nach Tschernobyl aus deutscher Sicht

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Artikelstatus: Fertig 15:25, 28. Apr. 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 28.04.2006 – Am 26. April 1986 ereignet sich das, was heute als „Katastrophe von Tschernobyl“ bekannt ist. Dies ist eine Chronik der darauf folgenden Ereignisse aus deutscher Sicht.

26. April: Im „Block 4“ des Kernkraftwerks Tschernobyl gerät die Kettenreaktion nach einem Test außer Kontrolle: der GAU. Um 01:23 Uhr Ortszeit kommt es zu einer Explosion, die den Reaktor zerstört.

27. April: Während die Evakuierung der Umgebung der Unglücksstelle beginnt, gibt es im Westen ein erstes Zeichen der Katastrophe: Der sich ausbreitende radioaktive Fallout führt zu erhöhten Strahlungswerten in Skandinavien. Die UdSSR weist Vermutungen schwedischer Militärs zurück, ein Unfall in einem russischen Kernkraftwerk könnte die Ursache sein.

28. April: Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS berichtet über den Unfall. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bringt um 19:32 Uhr eine Eilmeldung, nach der „ein Schaden an einem Atomreaktor“ aufgetreten sei. Ein Forschungslabor in Dänemark spricht von einen GAU.

29. April: Erstmals bestätigen die Behörden der UdSSR den Vorfall offiziell, ohne klare Aussagen über das Ausmaß zu treffen.

30. April: Die Bevölkerung der DDR erfährt von dem Vorfall. Eine gewisse Menge radioaktiver Stoffe sei ausgetreten. In Westdeutschland wird erstmals ein Anstieg der radioaktiven Strahlung gemessen: Die „radioaktive Wolke“ hat Deutschland erreicht. Die Tageszeitung (taz) spricht vom „größte[n] Atom-Unfall in der Geschichte der Atom-Industrie“.

1. Mai: Der Süden des Landes bekommt den Fallout durch starken Regen besonders zu spüren. Hauptsächlich Cäsium-137 mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren und Jod-131, das durch seine Halbwertszeit von nur acht Tagen stärker strahlt, gelangen auf und in den Boden.

2. Mai: Bund und Länder ergreifen Sofortmaßnahmen. Wie gefährlich die Situation ist, wird sehr unterschiedlich eingeschätzt. Von unbedenklich bis katastrophal reicht die Bandbreite.

3. Mai: Nach Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann besteht eine Gefährdung „nur im Umkreis von 30 bis 50 Kilometern“. Deutschland sei daher nicht betroffen. Die Sowjetunion schaltet alle Reaktoren des gleichen Typs wie in Tschernobyl ab.

4. Mai: Die Radioaktivität in der Luft nimmt ab; am Boden nimmt sie zu.

9. Mai: Der Grenzwert für Cäsium-137 von 100 Becquerel pro Kilogramm für Gemüse wird von der Strahlenschutzkommission aufgehoben.

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Quellen

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April 26, 2006

Gedenken an die Opfer von Tschernobyl vor 20 Jahren

Gedenken an die Opfer von Tschernobyl vor 20 Jahren

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Artikelstatus: Fertig 19:19, 26. Apr. 2006 (CEST)
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Tschernobyl (Ukraine), 26.04.2006 – Am 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gedachten in Russland, der Ukraine und Weißrussland zehntausende Menschen der Opfer, die der bisher größte Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie gefordert hatte.

In der Ukraine wurden landesweit um 01:23 Uhr die Glocken zwanzigmal geläutet – zu dem Zeitpunkt, als der Unglücksreaktor von Tschernobyl explodierte. Landesweit fanden am Vormittag Gottesdienste und Schweigeminuten statt. Das ukrainische Parlament traf sich zu einer Sondersitzung.

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko überflog die Unglücksstelle mit einem Hubschrauber und legte Rosen an einem Denkmal in Kiew für die durch ihren Einsatz am Unglücksort gestorbenen Feuerwehrleute und Ingenieure nieder.

Bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz rief Papst Benedikt XVI. dazu auf, die Kernenergie „in den Dienst des Friedens zu stellen“ und dabei auch „die Bedürfnisse der Menschen und der Natur“ zu beachten.

In Weißrussland wollen Gegner des autokratisch regierenden weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko den Anlass auch zu Demonstrationen gegen dessen Herrschaft nutzen.

Auf dem Roten Platz in Moskau kam es nach Protesten von Greenpeace-Aktivisten gegen die Nutzung der Kernenergie und den weiteren Bau von Kernkraftwerken in Russland zu 13 Festnahmen. Greenpeace hatte das Demonstrationsverbot ignoriert.

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Quellen

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