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April 4, 2011

Landgericht verbietet irreführende Werbung bei Windenergie

Landgericht verbietet irreführende Werbung bei Windenergie

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Veröffentlicht: 20:40, 4. Apr. 2011 (CEST)
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Itzehoe (Deutschland), 04.04.2011 – Auf Antrag der Verbraucherzentrale Hamburg hat das Landgericht Itzehoe mit Urteil vom 15. März 2011 dem schleswig-holsteinischen Windenergieunternehmen Prokon verboten, mit irreführenden Angaben zu werben (Az.: 5 O 66/10). Insbesondere würden die Anleger nicht hinreichend über die Risiken von Genussrechten aufgeklärt.

Seit fünf Jahren zahlt Prokon für eine Geldanlage in Genussrechten angeblich 8 Prozent Rendite jährlich. 35 Windparks in 6 Bundesländern seien schon gebaut, drei würden gebaut und 25 seien in Planung, heißt es in Postwurfsendungen und Werbebeilagen, die bundesweit verbreitet worden sind, sowie im Internet. Mehr als 30.000 Anleger hätten schon rund 525 Millionen Euro als Genussrechte gezeichnet. Das realisierte Investitionsvolumen liege bei 851,8 Millionen Euro. Der Gewinn aus Windenergie betrage per 31.12.2010 rund 246 Millionen Euro.

Wie das Forum des US-amerikanischen Finanz-Nachrichtendienstes „Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC“ berichtet, hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bereits 2005 der Firma Prokon untersagt, ein garantiertes Rückkaufsversprechen abzugeben, weil nur eine Bank dies gewährleisten kann. Prokon hat keinen Einlagensicherungsfonds. Im Jahr 2007 wehte ein schwacher Wind, so dass keine Ausschüttung gezahlt wurde. Prokon wirbt mit einer Geldanlagemöglichkeit ab 100 Euro.

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January 13, 2011

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

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Veröffentlicht: 09:30, 13. Jan. 2011 (CET)
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Betriebsgelände der Firma Harles & Jentzsch in Uetersen

Itzehoe (Deutschland), 13.01.2011 – Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen (Schleswig-Holstein) stellte am Mittwoch beim Landgericht Itzehoe einen Insolvenzantrag, so eine Sprecherin des Landgerichts. Der Firmeninhaber hatte in einem Interview zugegeben, Mischfettsäure für die Futtermittelherstellung verwendet zu haben. Dadurch ist vermutlich Dioxin in die so hergestellten Futtermittel gelangt. Die Firma hat insgesamt mindestens 527 Tonnen des belasteten Fetts an Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Wie genau diese giftigen Verbindungen in das Futterfett gelangt sind, konnte bisher jedoch noch nicht aufgeklärt werden.

Gegen das Unternehmen läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand soll die schleswig-holsteinische Firma schon im März 2010 dioxinbelastetes Fett in den Handel gebracht haben. Der Futtermittelhersteller sieht sich außerdem mit Schadenersatzforderungen betroffener Bundesländer und von Landwirten konfrontiert. Die Landwirtschaftsministerien von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben angekündigt, die Verursacher des Dioxinskandals für die Kosten von Kontroll- und Überwachungsaktionen verschiedener Landesbehörden in Regress zu nehmen. Über 4.000 landwirtschaftliche Betriebe, meist Halter von Legehennen, Schweinen und Puten, waren gesperrt worden. Inzwischen wurde die Sperre für einen großen Teil dieser Betriebe wieder aufgehoben. Schwerpunkt der Sperrungen war das Bundesland Niedersachsen. Aber auch in anderen Bundesländern wurden Betriebe gesperrt.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover erklärte am Mittwoch, dass offenbar auch dioxinbelastetes Schweinefleisch in den Handel gelangt ist. Bei einer Probeschlachtung im Landkreis Verden war bei Schweinen eine Dioxinbelastung festgestellt worden, die um 50 Prozent über dem zulässigen Höchstwert lag. Von diesem Betrieb sollen 180 Schweine nach Sachsen-Anhalt verkauft worden sein.

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