WikiNews de

January 30, 2011

Kunstraub im Ägyptischen Museum in Kairo: „Das waren die Wächter des Museums“

Kunstraub im Ägyptischen Museum in Kairo: „Das waren die Wächter des Museums“

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:54, 30. Jan. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Haupteingang des Ägyptischen Museums in Kairo

Kairo (Ägypten), 30.01.2011 – In einem Presseinterview äußerte sich die ehemalige Museumsdirektorin des Ägyptischen Museums in Kairo, Wafaa el-Saddik, zu dem Überfall auf das Museum am vergangenen Freitag. Ihrer Aussage zufolge waren Wachleute des Museums an den Plünderungen und Zerstörungen aktiv beteiligt. Sie erklärte, viele Figuren seien auf den Boden geworfen und zerstört worden. Es sei sicher, dass pharaonische Schmuckstücke gestohlen wurden, erklärte el-Saddik weiter. Insgesamt sollen 13 Vitrinen mit Ausstellungsstücken zertrümmert worden sein.

Die Zerstörungen betrafen alle das erste Stockwerk; dort befinden sich auch die Schätze des Tutanchamun. Nur dank dem tatkräftigen Einsatz von Demonstranten auf dem At-Tahrir-Platz sei Schlimmeres verhütet worden. Den Demonstranten gelang es, einige der Plünderer festzunehmen. Sie bildeten anschließend eine Menschenkette zum Schutz des Museums. Später übernahm das Militär den Schutz des Gebäudes.

Das Motiv der Wachleute, die das eigene Museum plünderten, erklärte el-Saddik mit der schlechten Bezahlung der Wärter: „Ein Wachmann verdient etwa 250 ägyptische Pfund, das sind 35 Euro im Monat.“

Die ehemalige Museumsdirektorin erklärte weiter, nach ihrer Kenntnis sei das Museum in Memphis und seine Magazine am Sonntagmorgen komplett ausgeraubt worden.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

Vandalismus im Ägyptischen Museum Kairo

Vandalismus im Ägyptischen Museum Kairo

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 12:52, 30. Jan. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

die Maske Tutenchamuns aus dem ebenfalls von Vandalismus betroffenen Schatz des Pharaos

Kairo (Ägypten), 30.01.2011 – Wie die ägyptische Tageszeitung المصرى اليوم‎ meldete, war auch das Ägyptische Museum in Kairo während der Unruhen in Ägypten Ende Januar 2011 in Mitleidenschaft gezogen worden. Es gilt als das größte und bedeutendste Museum für ägyptische Archäologie der Welt und beherbergt 120.000 Objekte aus der gesamten Geschichte Ägyptens, darunter etliche Mumien.
Wie die Tageszeitung meldete, seien am Freitag, dem 28. Januar neun Personen in das Museum eingedrungen, hätten mehrere Kunstwerke beschädigt und versucht, Teile zweier Mumien zu stehlen. Dabei seien unter anderem mehrere Glasvitrinen zerbrochen, aber nicht ausgeraubt worden, ferner wurden Statuen zerstört und Sarkophage von ihrem Platz entfernt. Laut Zahi Hawass, dem Leiter der ägyptischen Antikenbehörde, seien keine Objekte aus dem Museum entfernt worden, jedoch wurden etliche zerstört. Er ging davon aus, dass alle Objekte rekonstruiert werden können, wies jedoch darauf hin, dass zahlreiche weitere Museen in Ägypten nach Evakuierungen ungeschützt seien. Gihane Zaki, Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Ägyptischen Antikenbehörde, erklärte, dass auch der Schatz Tutanchamuns betroffen sei.
Neben dem Museum selbst wurde vor allem der zugehörige Souvenir-Laden geplündert; hier hätten sich rund 1.000 Menschen bedient. Die neun Personen, die versuchten die Mumienteile zu stehlen, konnten beim Versuch, mit Mumienköpfen, die zuvor von den Körpern abgerissen wurden, durch Notausgänge zu entkommen, festgenommen werden.
Der Leiter der Antikenbehörde zeigte sich darüber hinaus besorgt, dass das benachbarte Gebäude der Nationaldemokratischen Partei (NDP) am At-Tahrir-Platz immer noch brannte und daher die Gefahr bestünde, dass das 1900 errichtete Gebäude des Ägyptischen Museums durch das Feuer oder herabstürzende Teile beschädigt werden könnte.

Wie der amerikanische Nachrichtensender BBC meldete, habe sich die Polizei später vom Al-Tahrir-Platz zurückgezogen. Deshalb schlossen sich dort Bürger zusammen, um das Museum mit einer Art Bürgerwehr vor weiteren Plünderungen zu schützen und ein Desaster wie bei der Plünderung des Irak-Museums in Baghdad 2003 zu verhindern.

Das Ägyptische Museum Kairo war erst jüngst in den Schlagzeilen, da der Leiter der ägyptischen Antikenbehörde die Rückgabe der Nofretete-Büste von der Stiftung preußischer Kulturbesitz forderte.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 24, 2011

Erneuter Streit um „Nofretete“ – Ägypten fordert die berühmte Büste zurück

Erneuter Streit um „Nofretete“ – Ägypten fordert die berühmte Büste zurück

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:23, 24. Jan. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Büste der Nofretete

Berlin (Deutschland) / Kairo (Ägypten), 24.01.2011 – Zahi Hawass, Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, forderte in einem Schreiben, das am 2. Januar 2011 bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einging, die Rückgabe der berühmten Büste der Nofretete an „das ägyptische Volk“, seinen „rechtmäßigen Besitzer“. Zurzeit ist die 3.300 bis 3.500 Jahre alte Büste der Frau des Pharaos Echnaton im Neuen Museum in Berlin ausgestellt, das im Oktober 2009 wiedereröffnet worden war.

Der ägyptische Archäologe ist der Meinung, das Deutsche Reich sei 1913 zu Unrecht in den Besitz der Büste gelangt. Der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt, der sie 1912 ausgegraben hatte, habe die ägyptischen Behörden damals getäuscht. Nach deutscher Rechtsauffassung ist die Büste 1913 im Rahmen einer ordnungsgemäß durchgeführten Fundteilung entsprechend dem damaligen Abkommen mit der ägyptischen Regierung in den Besitz des Deutschen Kaiserreichs gelangt.

Unklar ist noch der Charakter des Schreibens, das am 2. Januar bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einging. Während der ägyptische Archäologe Zahi Hawass behauptet, das Schreiben trage die Unterschrift des ägyptischen Ministerpräsidenten Ahmed Nazif sowie des Kulturministers Farouk Hosny, weist die Stiftung diese Behauptung zurück. Der Sprecher des Kulturstaatsministers Bernd Neumann (CDU), Hagen Philipp Wolf, erklärte, das Schreiben trage lediglich die Unterschrift des ägyptischen Chefarchäologen und stellvertretenden Kulturministers Zahi Hawass. Demnach handele es sich bei dem Schreiben um kein offizielles Ersuchen der ägyptischen Regierung.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Büste der Nofretete“.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 22, 2009

Ägypten will angeblich die Nofretete-Büste zurückfordern

Ägypten will angeblich die Nofretete-Büste zurückfordern

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 14:54, 22. Dez. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Nofretete im Neuen Museum, Berlin

Kairo (Ägypten) / Berlin (Deutschland), 22.12.2009 – Im Oktober war das Neue Museum in Berlin gerade feierlich neu eröffnet worden. Tausende Museumsbesucher wollten die Büste der legendären Pharaonengemahlin Nofretete sehen, die darin einen Ehrenplatz bekommen hat. Aber nun drohen diplomatische Verwicklungen um das weltberühmte Kunstwerk. Die ägyptische Antikenverwaltung fährt schweres Geschütz auf, um die Forderung nach Rückgabe der Büste zu untermauern. Von Betrug ist da die Rede. Zahi Hawass, Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde, will angeblich in Kürze an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die offiziell im Besitz des Kunstwerks ist, ein offizielles Auslieferungsersuchen auf Rückgabe der Büste richten. Er argumentiert, bei der Begründung des Antrags zur Ausfuhrgenehmigung habe der deutsche Ausgrabungsleiter Ludwig Borchardt im Jahr 1913 falsche Angaben gemacht. Ägyptische Medien zitieren Hawass mit den Worten: „Die Nofretete-Büste war von einem deutschen Archäologen aus Ägypten herausgeschmuggelt worden, durch Täuschung und Verschleierung.“

Die neue Direktorin des Ägyptischen Museums Berlin, Friederike Seyfried, erklärte zu dem Vorgang gestern, bisher gebe es kein offizielles Ersuchen der ägyptischen Seite auf Auslieferung der Büste. Der Rechtsstandpunkt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sei unverändert: „Die Erwerbung der Büste durch den preußischen Staat war rechtmäßig.“ Der Generaldirektor der Ägyptischen Antikenverwaltung, Zahi Hawass, war am Sonntag zu einem Gespräch mit der Museumsdirektorin in Berlin empfangen worden. Bei dem Gespräch sei es jedoch um andere Fragen gegangen, erklärte Seyfried.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.