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June 1, 2009

USA bereiten sich auf „Cyberwar“ vor

USA bereiten sich auf „Cyberwar“ vor

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Veröffentlicht: 16:14, 1. Jun. 2009 (CEST)
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USA bereiten sich auf „Cyberwar“ vor
In short, America’s economic prosperity in the 21st century will depend on cybersecurity.[1]
USA bereiten sich auf „Cyberwar“ vor

– US-Präsident Barack Obama am 29. Mai 2009

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 01.06.2009 – Die neue US-Regierung räumt der Herstellung der Sicherheit von Computernetzwerken und der Datensicherheit hohe Priorität ein. In einer Erklärung des Präsidenten Barack Obama vom vergangenen Freitag heißt es, der Cyberspace sei eine Realität, von dem sowohl große Möglichkeiten aber auch Gefahren ausgingen.

Der technologische Vorsprung der Vereinigten Staaten sei der Schlüssel der militärischen Vorherrschaft der USA. Obama berichtet von Hackerangriffen auf sein Computernetzwerk während des Präsidentschaftswahlkampfes. Diesen sei es gelungen, in das Netzwerk einzudringen und Zugriff auf Daten zu erlangen – darunter E-Mails, Strategiepapiere und die Reiseroute des Wahlkampfteams. Er ergänzt das Beispiel um Hinweise auf weitere Vorkommnisse der letzten Monate, bei denen terroristische Aktivitäten, Angriffe auf Regierungen (Georgien) die Verletzlichkeit der Computernetzwerke ausnutzten.

Schon jetzt unternimmt die US-Regierung milliardenschwere Investitionen im Bereich der IT-Sicherheit, insbesondere zur Absicherung militärischer Netzwerke. Nach Angaben der New York Times belaufen sich die Investitionen auf jährlich 10 Milliarden US-Dollar. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise und wegbrechender Aufträge für andere Rüstungsprojekte erhoffen sich die großen Rüstungskonzerne Aufträge in diesem Bereich der Cyber-Kriegführung. Namentlich werden Northrop Grumman, General Dynamics, Lockheed Martin und Raytheon genannt, die bereits in großen Stil ihre Ressourcen in diesem Bereich entwickeln. In Zeiten der Krise gelingt es leichter, kompetentes Personal für die Cyberkriegführung zu rekrutieren, die in wirtschaftlich besseren Zeiten ihre Zukunft in Silicon Valley gesucht hätten.

Neben der Abwehr feindlicher Angriffe auch durch andere Regierungen wie die Russlands oder Chinas geht es auch um die Fähigkeit, andere Computernetzwerke anzugreifen. Insbesondere Northrop Grumman and General Dynamics entwickeln Softwaretools, um in fremde Computernetzwerke einzubrechen, um Zugriff auf sensible Informationen zu erlangen oder um diese Netzwerke gegebenenfalls auch ausschalten zu können.

Um den Umfang des Personals einschätzen zu können, der im militärischen Sektor der Cyberwar-Kriegführung bereits beschäftigt ist, zitiert die New York Times Joel Harding, einen Insider, der die Gesamtzahl des Personals einschließlich Soldaten in der elektronischen Kriegführung in den USA auf 88.700 Personen schätzt.

Fußnoten

  1. Übersetzung des Zitats: Kurz gesagt: Amerikas wirtschaftlicher Wohlstand im 21. Jahrhundert wird von der Sicherheit im Cyberspace abhängen.

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September 3, 2006

„Raumschiff Orion“: Auftrag für Lockheed Martin

„Raumschiff Orion“: Auftrag für Lockheed Martin

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Artikelstatus: Fertig 19:58, 3. Sep. 2006 (CEST)
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Die Orion-Kapsel mit angedocktem Mondlandemodul über dem Mond

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 03.09.2006 – Einen Auftrag für ein Raumschiff bekommen selbst große Firmen nicht jeden Tag, aber nun hat es Lockheed Martin geschafft. Das Unternehmen soll das neue „Raumschiff Orion“ bauen. Dabei handelt es sich um eine Raumkapsel, mit der die NASA in Zukunft Menschen zur Internationalen Raumstation ISS und zum Mond bringen möchte. Sie wird an der Spitze einer Trägerrakete montiert, genauso wie bei der Apollomission vor über 30 Jahren. Der Auftragswert beträgt 7,5 Milliarden US-Dollar, also etwa 5,8 Milliarden Euro. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2019.

Das Raumschiff ist größer und komfortabler als die alten Apollokapseln. Es wird mit der ebenfalls noch zu bauenden US-amerikanischen Trägerrakete „Ares“ in den Weltraum transportiert. Wenn Orion zur ISS fliegt, kann es sechs Personen transportieren, für den Mondflug sind vier Personen vorgesehen. Die Kapsel hat einen Durchmesser von 16,5 Fuß und eine Masse von etwa 25 Tonnen. Das Volumen ist zweieinhalb mal so groß wie das der Apollokapsel.

Start einer Orion-Kapsel mit einer Ares-1-Rakete (NASA-Konzepte, September 2006)

Größter Mitbewerber für den Auftrag war einen Firmenkonsortium bestehend aus Northrop Grumman und Boeing. Für Beobachter aus den US-amerikanischen Medien kommt diese Entscheidung insofern überraschend, als die unterlegenden Unternehmen sowohl den Spaceshuttle als auch die Apollokapseln gebaut haben. Für Lookheed Martin wurde im Vorfeld nachteilig ins Feld geführt, dass es lediglich bei Trägerraketen Erfahrungen besaß und auch einmal einen Prototypen namens X-33 entwickelt hat, der aber aufgrund von Schwächen nie gebaut wurde.

Wann soll Orion nun ins Weltall abheben? Die NASA plant zurzeit, den ersten Flug zur ISS im Jahr 2014 zu starten, der erste Flug zum Mond ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

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August 13, 2006

Ariane 5 transportierte „Syracuse-3B“ und „JCSat 10“ ins All

Artikelstatus: Fertig 18:20, 13. Aug. 2006 (CEST)
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Kourou (Frankreich), 13.08.2006 – Eine Trägerrakete vom Typ Ariane 5 ECA hat in der Nacht von Freitag auf Samstag, den 12. August zwei Satelliten ins Weltall transportiert. Dabei handelt es sich um einen französischen Militärsatelliten und einen japanischen Telekommunikationssatelliten. Die Rakete startete am 11. August um 19:15 Uhr Ortszeit (12. August, 00:15 Uhr MESZ) in Kourou, Französisch Guayana. Es war der dritte Flug einer Ariane-5-Rakete in diesem Jahr. Zuerst wurde nach 27 Minuten der Satellit „JCSat 10“ ausgesetzt, etwa fünf Minuten später folgte „Syracuse 3B“.

Die Hauptaufgabe von „Syracuse 3B“ ist der Schutz gegen die so genannte elektronische Kriegsführung. Geschützte Videoverbindungen sollen die Kommunikation zu Truppen in Übersee sicherer machen. Von diesem Satelliten profitiert auch die Bundeswehr, die ihn mitbenutzen kann. Er ist 3.750 Kilogramm schwer und kann vom Osten der USA bis zum Osten Chinas zu 600 mobilen Bodenstationen gleichzeitig eine Verbindung herstellen. Gebaut wurde er von der Firma „Alcatel Alenia Space“.

„JCSat 10“, der japanische Satellit der Betreiberfirma „JSAT Corporation“, ist im asiatisch-pazifischen Raum tätig und soll in erster Linie das hochauflösende Fernsehen verbreiten. Er hat ein Gewicht von etwa 4.050 Kilogramm und wurde von „Lockheed Martin Commercial Space Systems“ gebaut.

Der Satellitentransport war nach Auskunft des Unternehmens Arianespace die 237. erfolgreiche Satellitenmission der EADS-Tochter in den letzten 26 Jahren. Der nächste Flug einer Ariane-5-Rakete soll am 19. September mit den Satelliten DirecTV-9S, Optus D1 und LDREX-2 erfolgen.

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October 20, 2005

Titan-Rakete transportiert US-Spionagesatelliten in die Umlaufbahn

Titan-Rakete transportiert US-Spionagesatelliten in die Umlaufbahn

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Artikelstatus: Fertig 03:07, 22. Okt. 2005 (CEST)
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Start der „Titan 4B“ am 19. Oktober 2005

Vandenberg Air Force Base (USA), 20.10.2005 – Eine Trägerrakete vom Typ „Titan 4B“ (Missionsbezeichung „B-26“) hob am Mittwoch, den 19. Oktober um 20:05 Uhr MESZ von der Startrampe „SLC-4E“, der „Vandenberg Air Force Base“, Kalifornien ab. An Bord befand sich eine streng geheime militärische Nutzlast des US-amerikanischen Nachrichtendienstes. Es war gleichzeitig die letzte Mission einer Titan-Rakete überhaupt, welche von dem Unternehmen Lockheed-Martin gebaut werden. Das Titan-Raketenprogramm, welches 1955 mit dem Start der ersten Titan-Interkontinentalrakete begann, ist damit beendet.

Der Satellit mit der Kennung „NROL-20“ wurde etwa zehn Minuten nach dem Start in der Umlaufbahn ausgesetzt. Der neue Satellit wird vom National Reconnaissance Office (NRO) betrieben, einer streng geheimen Behörde der US-Regierung, die auch für die gesamte Flotte der US-Spionagesatelliten zuständig ist. Weitere Details über den Satelliten wurden nicht bekanntgegeben.

Unabhängige Beobachter ließen verlautbaren, dass der Satellit angeblich ein Spionagesatellit der unoffiziell als „Misty“ bekannter Serie ist. Es wird angenommen, dass einige Spionagesatelliten Auflösungsvermögen von nur wenigen Zentimetern erreichen können.

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September 26, 2005

Neuer Satellit soll GPS-System verbessern

Neuer Satellit soll GPS-System verbessern

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Cape Canaveral (USA), 26.09.2005 – Mit dem Start des neuen Satelliten „GPS 2R-M1“ von der Firma ITT Industries für Lockheed Martin gebaut, soll die Navigation für militärische und zivile Zwecke – das so genannte „Global Positioning System“ (GPS) – verbessert werden. Der Satellit wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag um 05:37 Uhr MESZ von einer Trägerrakete des Typs „Delta 2“ der Firma Boeing von der Startrampe 17A in Cape Canaveral in den Weltraum transportiert. Nach 24 Minuten und 30 Sekunden trennte sich der Satellit von der obersten Stufe der Rakete.

Der Start war ursprünglich für letzten Mittwoch vorgesehen, aber Probleme mit einer Batterie des Selbstzerstörungssicherheitssystems der Rakete und ein Alarm in letzter Minute verhinderten den Start, teilte ein Offizieller der Air Force mit.

Der neue Satellit kostet 75 Millionen US-Dollar und wird zwei neue Signale für das Militär und ein weiteres Signal für zivile Zwecke aussenden. Damit soll eine größere Genauigkeit des Systems und eine geringere Störanfälligkeit gegen Interferenzen erzielt werden.

Insgesamt sollen sieben weitere Satelliten des Typs „GPS 2R“ in den nächsten Jahren ins All starten. Zurzeit befinden sich 28 funktionierende Satelliten in der Umlaufbahn.

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September 1, 2005

Hurrikan Katrina gefährdet nächsten Spaceshuttle-Start im März 2006

Hurrikan Katrina gefährdet nächsten Spaceshuttle-Start im März 2006

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Cape Canaveral (Vereinigte Staaten), 01.09.2005 – Die Auswirkungen des Hurrikans Katrina gefährden nun auch den Zeitplan der NASA. Der nächste Start des Spaceshuttle, der für März 2006 vorgesehen war, ist nun nicht mehr sicher. Grund dafür ist die Beschädigung der Fabrik „Michoud Assembly Facility“ östlich von New Orleans. Der Hurrikan demolierte Dächer und verursachte Wasserschäden. Dachabdeckungen wurden von dem starken Wind weggeweht und hinterließen große Löcher. Der Komplex wird von der Firma Lockheed Martin benutzt, um Untersuchungen und Tests am externen Tank der Raumfähre durchzuführen.

Nach dem letzten Start der Raumfähre hatte die NASA mitgeteilt, erst dann wieder Shuttles zu starten, wenn sichergestellt sei, dass sich keine weiteren Schaumstoffteile mehr vom Außentank lösen. Die Arbeiten zur Lösung des Problems verzögern sich nun, da die Fabrik nicht mehr arbeitet.

Sollte der runderneuerte Tank bis Mitte November die Fabrik nicht wieder verlassen haben, wird das Startfenster vom 4. bis zum 19. März nicht mehr zu halten sein. Die nächste Startmöglichkeit wäre dann vom 3. bis 22. Mai 2006.

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April 20, 2005

Die Zustimmung der Grünen zu Meads gilt als sicher

Die Zustimmung der Grünen zu Meads gilt als sicher

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Berlin (Deutschland), 20.04.2005 – Heute fällt in Berlin im Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags die Entscheidung über die Finanzierung des Raketenabwehrsystems Medium Extended Air Defense System (Meads).

Meads ist in Kreisen der Grünen und in Teilen der SPD umstritten. Monatelang verhandelte die SPD-Sitze mit ihren Abgeordneten und mit Vertretern der Grünen über das Raketenabwehrsystem. Nicht nur die Finanzierungsfrage stand im Raum, vielmehr zweifelten die Grünen die Notwendigkeit und den militärischen Sinn des Systems in der heutigen Zeit an. Meads, eine bodengestützte Luftabwehr-Rakete, ist ein internationales Projekt mit einem Kostenaufwand von mehreren Milliarden Euro. Entwickelt werden soll Meads gemeinsam von den Firmen EADS, Lockheed Martin und dem italienische Unternehmen Alenia Marconi Systems.

Erst gestern haben die Grünen ihre Zustimmung zu Meads signalisiert. Seitdem gilt deren Zustimmung in der heutigen Haushaltssitzung als sicher. Ursprünglich wäre die Zustimmung Deutschlands bis Ende März erforderlich gewesen, diese scheiterte jedoch an dem Widerstand der Grünen. Nur noch bis zum 25. April hatte die Bundesregierung nun Zeit, dem transatlantischen Projekt zuzustimmen, sonst wäre die Frist endgültig abgelaufen. Die Projektpartner USA und Italien hatten ihre Zustimmung bereits erteilt.

Die SPD zeigte sich erleichtert über die Entscheidung die Grünen. Die Opposition ist gespalten. Während die Union ebenfalls zustimmen wird, hat sich die FDP gegen Meads ausgesprochen.

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  • Israel: Passagiermaschinen erhalten Raketenabwehrsystem (02.01.2006)

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March 26, 2005

USA liefern F-16-Kampfflugzeuge an Pakistan

USA liefern F-16-Kampfflugzeuge an Pakistan

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F16c.jpg

Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Islamabad (Pakistan), 26.03.2005 – US-Präsident George W. Bush hat sich dazu entschlossen, die Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen an Pakistan zu genehmigen.

Obwohl sich der Konflikt zwischen Indien und Pakistan um die Grenzregion Kaschmir in den letzten Monaten entspannt hat, blieb Indien ein strikter Gegner dieses Waffengeschäfts. Bush hat den indischen Regierungschef Manmohan Singh bereits telefonisch über die Waffenlieferung informiert. Die indische Regierung zeigte sich merklich enttäuscht und befürchtet negative Auswirkungen auf die Machtbalance in der Region.

Die F-16-Kampfjets, die vom US-Rüstungskonzern Lockheed Martin gebaut werden, können auch mit Atomwaffen bestückt werden.

Vor etwa 15 Jahren wurde die Lieferung vertraglich zugesagt. Wegen der nuklearen Aufrüstung Pakistans verhängten die USA in den 1990er Jahren Sanktionen gegen Pakistan, weshalb die Lieferung nicht zustande kam. Nun begründet die US-Regierung ihre Entscheidung damit, dass die Flugzeuge wichtig für das pakistanische Engagement im Antiterrorkampf seien. Gleichzeitig erneuerte die US-Regierung einem Bericht vom Samstag zufolge die Warnung an US-Bürger, keine „nicht notwendigen“ Reisen nach Pakistan zu unternehmen.

US-Ermittler vermuten, dass Pakistan sein Nuklearprogramm auf dem Schwarzmarkt runderneuern will. Unterdessen meldete die „Los Angeles Times“ am Samstag, dass das FBI Beweise für geheime Einkäufe von High-Tech-Komponenten Pakistans in USA gefunden habe, durch die US-Gesetze verletzt worden seien. Die Komponenten seien für das pakistanische Nuklearprogramm gedacht. US-Bundesbehörden hätten zudem erklärt, dass der verbotene Handel mit den Hochtechnologie-Ausrüstungen über Humayun Khan abgewickelt worden sei. Den Geschäftsmann aus Islamabad verdächtigen US-Strafverfolger, mit militanten Islamisten in Verbindung zu stehen, so die kalifornische Zeitung.

Obgleich Präsident Bush darauf dränge, der illegalen Handel mit Nuklearmaterial und -ausrüstungen auf internationaler Ebene zu bekämpfen, seien die Bemühungen zweier US-Behörden, Ermittler nach Pakistan zu entsenden, durch Kreise in Washington selbst unterbunden worden, schrieb die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf Kenner des Falls.

Die „Pattsituation“ sei Folge eines länger schon anhaltenden Tauziehens zwischen US-Behörden, die die Gesetze zur Nichtweiterverbreitung von Nukleartechnologie durchsetzen wollen und Politikern, die Pakistan für zu wichtig halten, um es zu verärgern. Der untersuchte illegale Handel soll Anfang 2003 stattgefunden haben.

„Dies ist das uralte Problem zwischen Pakistan und den USA. Andere Prioritäten halten die Vereinigten Staaten immer davon ab, mit Pakistans Weiterbreitung von Nukleartechnologie härter ins Gericht zu gehen. Und das reicht 15 oder 20 Jahre zurück“, zitiert das Blatt David Albright, den Direktor des Institute For Science and International Security (ISIS) in Washington. Der frühere UN-Waffeninspektor befürwortet demnach einen härteren Kurs gegenüber Pakistan.

US-amerikanische und europäische Beamte, die mit Fragen der Nichtweiterverbreitung beschäftigt sind, hätten unlängst Beweise dafür gefunden, das Pakistan wieder vermehrte Anstrengungen unternehme, im Zuge der beabsichtigten Erneuerung seines jahrzehntealten Waffenprogramms auf dem Schwarzmarkt an Nuklearkomponenten zu gelangen, heißt es weiter.

Die Ermittler verdächtigen dem Bericht zufolge jene Kreise des pakistanischen Militärs, den Deal einfädelt zu haben, die auch mit Kadir Khan in Verbindung gestanden haben könnten, dem „Vater“ des pakistanischen Atomprogramms. Khan – der mit Humayun Khan nicht verwandt ist – hatte eingeräumt, Iran, Nordkorea und Libyen mit waffentauglichem Material und Know-How beliefert zu haben.

US-Ermittler seien zunehmend frustriert über die mangelnde Unterstützung von Seiten des US-Außenministeriums, weil sie eine vermehrte Verstrickung Pakistans in den Schwarzhandel mit Nuklearmaterial feststellten. Ihnen zufolge hat Pakistan sein ohnehin schon umfangreiches Agentennetz ausgebaut, um an Nuklearkomponenten und Raketenteile zu gelangen. Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien seien zu demselben Schluss gekommen, heißt es.

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  • Portal:Iranisches Atomprogramm
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