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November 16, 2010

Haiti: Zwei Tote durch Schüsse von Blauhelmsoldaten

Haiti: Zwei Tote durch Schüsse von Blauhelmsoldaten

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Veröffentlicht: 20:41, 16. Nov. 2010 (CET)
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Cap-Haïtien im Département Nord von Haiti

Cap-Haïtien (Haiti), 16.11.2010 – Eine Demonstration tausender aufgebrachter Bürger in der zweitgrößten haitianischen Stadt Cap-Haïtien gegen die aus ihrer Sicht schleppende medizinische Versorgung von Cholera-Erkrankten endete am Montag für zwei Demonstranten tödlich. Augenzeugen machten Angehörige der in Cap-Haïtien stationierten nepalesischen UN-Soldaten für den Tod der zwei Demonstranten verantwortlich. Die Leitung der UN-Mission (MINUSTAH) in Haiti bestätigte inzwischen den Vorfall und erklärte, die Soldaten hätten aus Notwehr gehandelt. Einer der beiden getöteten Männer sei bewaffnet gewesen und habe die UN-Soldaten gezielt angegriffen. In Cap-Haïtien waren die UN-Soldaten mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vorgegangen, die Autos angezündet und Straßensperren errichtet hatten. Die UN vermutet hinter den Protesten gezielte Provokationen, die im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen stünden.

Am 28. November finden in Haiti Wahlen zum Repräsentantenhaus statt, außerdem wählen die 4,7 Millionen Wahlberechtigten Haitis ein Drittel des Senats und den Präsidenten des Landes neu.

UN-Angaben zufolge sei eine Polizeistation von den Demonstranten angegriffen worden. Ein haitianischer Behördenvertreter gab an, der 20-jährige Mann sei von Schüssen in den Rücken getroffen worden. Seine Leiche war vor dem UN-Stützpunkt Quartier-Morin, einem Vorort von Cap-Haïtien, gefunden worden. Der andere Tote soll bei Protesten in Cap-Haïtien erschossen worden sein.

Die Proteste richteten sich gegen die haitianische Regierung und die Vereinten Nationen. Diese wurden für das Missmanagement bei der Bekämpfung der Cholera-Epidemie verantwortlich gemacht. Insbesondere die Anwesenheit der nepalesischen Soldaten wurde mit dem Ausbruch der Cholera in Zusammenhang gebracht. Der Ausbruch der Krankheit habe demnach in der Nähe des Lagers der UN-Soldaten mit nepalesischer Herkunft am Fluss Artibonite begonnen. Die US-Behörde für Seuchenkontrolle CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hatte Medienberichten zufolge den Erreger untersucht und eine starke Ähnlichkeit mit einem Typ, der in Südasien vorkommt, festgestellt. Aber weder die Regierung Haitis noch die UNO oder das CDC hatten daraus den Schluss gezogen, dass die nepalesischen Soldaten das Virus eingeschleppt hätten.

Seit dem Ausbruch der Cholera im Oktober sind auf Haiti rund 900 Menschen an der lebensbedrohlichen Durchfallerkrankung gestorben. Mehr als 14.600 Cholerakranke werden zurzeit in Krankenhäusern auf Haiti behandelt. Der Erreger wird über das Wasser übertragen. Nach dem Erdbeben im Januar 2010 war unter anderem die Trinkwasserversorgung des Landes stark geschädigt worden. Die Seuche wütet besonders in den Slums sowie den nach dem Erdbeben errichteten provisorischen Lagern, wo katastrophale hygienische Zustände herrschen.

Themenverwandte Artikel

  • Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti (22.10.2010)
  • Portal:Haiti
  • Portal:UN-Missionen

Quellen

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May 11, 2007

Polizeiboot soll haitianisches Flüchtlingsschiff gerammt haben

Polizeiboot soll haitianisches Flüchtlingsschiff gerammt haben

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Artikelstatus: Fertig 19:23, 11. Mai 2007 (CEST)
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Cap-Haïtien (Haiti), 11.05.2007 – Nach dem Untergang eines haitianischen Flüchtlingsschiffes, bei dem mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen sind, erheben die Überlebenden schwere Vorwürfe gegen die Besatzung eines Polizeibootes der zu Großbritannien gehörenden Turks- und Caicosinseln. Laut Nachrichtenagentur Associated Press (AP), die sich auf Aussagen der örtlichen Behörden bezieht, rammte das Polizeischiff das überfüllte Boot der Haitianer zwei Mal, bevor es gesunken ist. Nach offiziellen Angaben befanden sich etwa 160 Personen auf dem gebrechlichen Segelboot, das am Freitag letzter Woche vor der Küste einer der Turks- und Caicosinseln untergegangen ist. 78 Bootsflüchtlinge wurden gerettet.

Weil die Überlebenden des Schiffsunglücks in einem Internierungslager festgehalten worden sind, wo ihnen der Kontakt mit Journalisten untersagt war, wurden die Vorwürfe erst an diesem Dienstag bekannt. Inzwischen wurden die Personen nach Cap-Haitien, die zweitgrößte Stadt Haitis, gebracht. Jeanne Bernard Pierre, die Leiterin der nationalen Migrationsbehörde Haitis sprach auf den Turks- und Caicosinseln mit den Überlebenden. Gegenüber AP sagte sie anschließend: „Sie sind sehr wütend und aufgebracht nach dem was passiert ist, weil es sich um ein Problem handelt, das wir bisher nocht nicht aufklären konnten“. Möglicherweise werde die haitianische Regierung das Rammen des Bootes als kriminelle Handlung einstufen, fuhr Jeanne Bernard Pierre fort. Das britische Außenministerium lehnt es ab, den Vorfall zu kommentieren, solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind. Das gleiche gilt für die Regierung der Turks- und Caicosinseln, die den Fall untersucht. Drei Experten der britischen Regierung führen von der Lokalregierung der Inselgruppe unabhänige Ermittlungen durch.

Der Vorsitzende der „Haitian-American Grassroots Coalition“, Jean-Robert Lafortune, plant ein Treffen mit den Bootsflüchtlingen und will gegebenenfalls fordern, dass die Vereinten Nationen den Vorfall untersuchen. „Wir sind sehr besorgt darüber, dass es möglicherweise eine vorsätzliche kriminelle Handlung bei der Rettung des haitianischen Flüchtlingsschiffes gegeben hat.“ Über den genauen Ablauf der Rettungsaktion verbreiteten die Behörden der Turks- und Caicosinseln widersprüchliche Aussagen. Zunächst hieß es, die Polizei sei erst am Ort des Unglücks angekommen, als das Boot bereits gesunken war. Am Dienstag sagte Richard Tauwhare, der Gouverneur der Inselgruppe, dass das Segelboot gesunken sei, während es von dem Polizeiboot bei stürmischer See geschleppt wurde. Rettungswesten sollen den Flüchtlingen dabei keine ausgehändigt worden sein. Der britische Ermittler Richard Mull wird von AP mit den Worten zitiert, die Polizisten hätten sich den Dienstanweisungen entsprechend verhalten. Michele Montas, ein Sprecher der Vereinten Nationen bezeichnete das Unglück am Donnerstag als eine „Tragödie“, die vermeidbar gewesen wäre.

Die Regierung der Turks- und Caicosinseln wirft Haiti vor, zu wenig gegen die illegale Einwanderung zu unternehmen. Monatlich erreichen etwa 400 Menschen aus Haiti die Inselgruppe. Oft werden sie von Schmugglern getäuscht, die ihnen versprechen, sie in die Vereinigten Staaten zu bringen.

Quellen

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