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February 28, 2005

Handwerk kritisiert „Ein-Euro-Job-Praxis“ der Kommunen

Handwerk kritisiert „Ein-Euro-Job-Praxis“ der Kommunen

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Chemnitz (Deutschland), 28.02.2005 – Handwerkspräsident Horst Kentzler kritisierte die derzeitige Ein-Euro-Job-Regelung. Bereits jetzt erklären die Kommunen immer mehr reguläre Investitionen zu gemeinnütziger Arbeit, um Langzeitarbeitslose für einen Euro Stundenlohn die Arbeit machen zu lassen. In der „Chemnitzer Freien Presse“ bezeichnet er diese Praxis als Arbeitsplatzvernichtung, die zu Lasten des Mittelstandes durchgeführt wird. Allein die Bauinvestitionen in Ostdeutschland haben sich seit 1993 halbiert.

Die im Hartz-Konzept vorgesehenen Ich-AGs und Ein-Euro-Jobs bezeichnete er als „Irrwege der Arbeitsmarktpolitik“ und kritisierte, dass solche Methoden ihr Ziel, die Erwerbslosen dauerhaft im ersten Arbeitsmarkt einzugliedern, nur in wenigen Fällen erreichen. Er fordert stattdessen, dass Fördergelder „massiv“ gekürzt werden und das gesparte Geld zur Senkung des Arbeitslosenversichungsbeitrages zu verwenden. Darüberhinaus sollen den Kommunen finanzielle Mittel zum Ausbau ihrer Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, damit sie verstärkt Aufträge ans regionale Handwerk vergeben können.

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February 16, 2005

Ich-AGs scheitern an Geld- und Auftragsmangel

Ich-AGs scheitern an Geld- und Auftragsmangel

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Nürnberg (Deutschland), 16.02.2005 – Etwa die Hälfte aller Ich-AG-Abbrecher landen erneut in der Arbeitslosigkeit. Ein Drittel findet einen neuen Job, während etwa 4,5 Prozent eine neue selbständige Existenz, die nicht staatlich gefördert ist, finden. Das ergab eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zum 1. Januar 2003 wurde die Ich-AG im Rahmen von Hartz II eingeführt. Arbeitslose, die sich selbständig machen, bekommen seitdem befristet staatliche Unterstützung.

Rund 57 Prozent der gescheiterten Ich-AGs gehen auf Auftragsmangel zurück, 48 Prozent gaben an, sie hätten Finanzierungsengpässe. Etwa 20 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben die Kosten für ihre eigene soziale Absicherung unterschätzt. 16,5 Prozent der 643 Befragten glauben im Nachhinein, dass ihre Geschäftsidee unrealistisch gewesen sei. Ende 2004 bestanden nach Angaben des IAB noch 220.000 der 268.000 gegründeten Ich-AGs.

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January 18, 2005

„Humankapital“ zum Unwort des Jahres gewählt

„Humankapital“ zum Unwort des Jahres gewählt

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Artikelstatus: Fertig 18. Jan. 2005 (CET)
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Wiesbaden (Deutschland), 18.01.2005 – Der Begriff „Humankapital“ wurde von einer unabhängigen Expertenjury zum Unwort des Jahres gewählt.

Die Jury, bestehend aus Mitgliedern der Gesellschaft für Deutsche Sprache, gab ihre Entscheidung am heutigen Dienstag bekannt. In der Begründung heißt es, der Begriff fördere eine rein ökonomische Bewertung aller denkbaren Lebensbezüge.

Die Aktualität des Begriffs, der bereits 1998 von der Jury kritisiert wurde und sich jährlich unter den am häufigsten eingereichten Begriffen befindet, erklärt sich durch die Aufnahme des Begriffs in eine offizielle Erklärung der EU.

Seit 1991 findet in Deutschland die sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ statt. Aus zahlreichen Einsendungen sprachlicher Missgriffe wählt eine Jury, die überwiegend aus Sprachwissenschaftlern besteht, ihren Favoriten.

Zu den ständigen Jurymitgliedern der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“ gehören die Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Nina Janich (Darmstadt), Prof. Dr. Margot Heinemann (Zittau), Prof. Dr. Rudolf Hoberg (Wiesbaden), Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a. M.). Zwei weitere Jurorensitze werden jedes Jahr neu besetzt.

Die Begriffe Begrüßungszentren und Luftverschmutzungsrechte wurden ebenfalls von der Jury beanstandet. Mit „Begrüßungszentren“ hat Bundesinnenminister Otto Schily eine euphemistische Umschreibung für Auffanglager für afrikanische Flüchtlinge geprägt. Der Begriff „Luftverschmutzungsrecht“ bezieht sich auf den EU-weiten Emmisonsrechtehandel, ein marktwirtschaftliches Instrument, mit dem der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 reduziert werden soll. Das Wort trage dazu bei, „Treibhausgasemissionen“ für unbedenklich zu halten, weil ihr Handel rechtlich geregelt werde.

2002 und 2003 wurden die Begriffe „Ich-AG“, sowie „Tätervolk“ zum Unwort des Jahres gewählt.

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