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November 22, 2012

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv

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Veröffentlicht: 09:39, 22. Nov. 2012 (CET)
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Tel Aviv (Israel), 22.11.2012 – Bei einem Bombenanschlag auf einen Linienbus in Tel Aviv wurden am Mittwoch 27 Personen verletzt. Es handelte sich um den ersten Bombenanschlag in Tel Aviv seit 2006. Der Anschlag löste Befürchtungen aus, es könne erneut zu einer Intifada kommen. Während der ersten und zweiten Intifada wurden mehr als 1.000 Israelis und durch israelische Vergeltungsmaßnahmen auch mehr als 5.000 Palästinenser getötet.

Zu dem Bombenanschlag hat sich die Organisation Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando bekannt, doch liegen für ihre Täterschaft keine Beweise vor. Die Hamas lobte die Bombenexplosion als „eine natürliche Antwort auf die Besatzungsverbrechen und die andauernden Massaker gegenüber Zivilisten im Gazastreifen.“

Nach Ansicht von Bassem Ezbidi, einem politischen Analysten im Westjordanland, ist es unwahrscheinlich, dass Hamas hinter der Explosion steckt. Anschläge auf Busse hinterließen in der Erinnerung der Leute eine schlechte Wirkung, was Hamas im Moment, in dem sie internationale Unterstützung gewinne, nicht gebrauchen könne, so Ezbidi. Allerdings sei der Vorgang bei Hamas als Signal willkommen, es könne zu einem Wiederaufleben der Intifada kommen, falls Israel eine Bodenoffensive in den Gazastreifen beginnen würde.

Die Bombenexplosion ereignete sich während der Fahrt, kurz bevor der Bus eine Haltestelle auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im frequentierten Zentrum der Stadt erreichte, unweit eines Museums und gegenüber eines Eingangs zum Hauptquartier der israelischen Armee. Ein Mann hatte den Sprengkörper zurückgelassen, bevor er den Bus verließ.

Der Anschlag wurde von US-Außenministerin Hillary Clinton „streng verurteilt“. Clinton befindet sich derzeit im Nahen Osten, um an der Herbeiführung eines Waffenstillstandes zwischen Israel und den verschiedenen Milizen im Gazastreifen mitzuwirken. Sie traf zunächst mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dann mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen, bevor sie nach Kairo flog, um mit dem ägyptischen Präsidenten Mursi zu sprechen. Dieser traf später auch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-mun zusammen.

Ein starker Anstieg von Raketenabschüssen aus dem Gazastreifen hatte Israel zur gezielten Tötung des Anführers der Qassam-Brigaden, Ahmed al-Dschabari und der nachfolgenden Militäroperation „Wolkensäule“ veranlasst. Durch israelische Militärflugzeuge und Hubschrauber wurden zahlreiche militärische Ziele im Gazastreifen angegriffen. Seit Beginn der Offensive am 14. November wurden 144 Palästinenser getötet, unter den Toten sind nach Angaben von Aschraf al-Kidry, einem Angehörigen der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, 60 Zivilisten.

Auf israelischer Seite wurden durch den Beschuss mit Raketen aus dem Gazastreifen bislang fünf Zivilisten getötet. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Kämpfe 1.400 palästinensische Raketen gezählt, von denen einige hundert durch ein von den Vereinigten Staaten mitfinanziertes Raketenabwehrsystem namens Iron Dome abgeschossen wurden. Die israelische Luftwaffe flog bislang rund 1.500 Ziele im Gazastreifen an.

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November 17, 2012

„Israel is under attack“ – Nahostkonflikt droht zu eskalieren

„Israel is under attack“ – Nahostkonflikt droht zu eskalieren

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Veröffentlicht: 01:47, 17. Nov. 2012 (CET)
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Karte des Gazastreifens

Rauchwolken nach Raketenangriff auf Kirjat Mal’achi

Tel Aviv (Israel), 17.11.2012 – Erstmals seit dem Golfkrieg 1991 ist in Tel Aviv am Donnerstag wieder Luftalarm ausgelöst worden, nachdem die Hamas verstärkt begonnen hat, den Westen Israels zu bombadieren. Zu der Eskalation war es nach der gezielten Tötung von Ahmed Dschabari gekommen, dem Anführer der Qassam-Brigaden. Die israelischen Streitkräfte hatten, kurz nachdem eine Qassam-Rakete in Israel eingeschlagen war, die „Operation Wolkensäule“ gestartet. Hamas kündigte daraufhin Vergeltung an.

Im Rahmen dieser Vergeltungsaktion wurden durch die Hamas, die Qassam-Brigaden und die Organisation „Islamischer Dschihad“ vom Gazastreifen aus 306 Raketen auf Israel abgeschossen, wobei drei israelische Zivilisten getötet und mindestens zwölf verletzt wurden. Von israelischer Seite wurden „320 Ziele im Gazastreifen angegriffen. 16 Menschen starben, mehr als 150 wurden verletzt.“ Als am späten Nachmittag des 15. Novembers vereinzelt Raketen bis in die Nähe der bisher als sicher geltenden Stadt Tel Aviv flogen, wurde erstmals seit 1991 wieder Luftalarm ausgelöst und die israelischen Streitkräfte meldeten: „Israel is under attack.“ Verteidigungsminister Ehud Barak gab anschließend bekannt, 30.000 Reservisten einzuberufen und ließ erklären, dass „keine Option vom Tisch“ sei. Ab Freitag wurden verstärkt Soldaten in den Süden Israels verlegt, „um für einen Einmarsch bereit zu stehen, sollte der Befehl kommen, sagte ein ranghoher Beamter in Tel Aviv“.

Gestern ertönten nun auch in Jerusalem die Luftschutzsirenen. Raketen der Hamas schlugen auf unbewohntem Land und dem Meer auf, durch israelische Angriffe wurden derweil fünf Menschen getötet. Noch am Vormittag hatte der ägyptische Ministerpräsident Hischam Kandil den Gazastreifen besucht und dabei seine Solidarität mit der radikal-islamischen Hamas bekundet: „Er sagte, Ägypten stehe unverbrüchlich auf der Seite der Palästinenser. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als „Märtyrer“. Und auch Ägyptens Präsident Mohammed Mursi sicherte den Palästinensern die Unterstützung seines Landes zu.“ Währenddessen gingen Palästinenser, Ägypter und Israelis auf die Straßen, um sowohl für, als auch gegen eine militärische Intervention zu demonstrieren.

Die Staatengemeinschaft reagierte unterdes beunruhigt auf die sich zupitzenden Ereignisse, da ein erneuter Nahost-Krieg befürchtet wird. Die ägyptische Regierung verurteilte die Angriffe Israels und rief die Regierung auf, weitere Provokationen zu unterlassen. Infolge der andauernden Kampfeinsätze Israels wurde daraufhin der ägyptische Botschafter abgezogen. Auch der französische Präsident François Hollande versuchte, Israel zu einer Beruhigung der Lage zu drängen, während hingegen US-Präsident Barack Obama Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schon am Mittwoch ausdrücklich seine Unterstützung zugesichert und „das Recht Israels auf Selbstverteidigung“ betont hatte, gleichzeitig aber auch durch einen Außenministeriums-Sprecher verlauten ließ: „Wir bitten Ägypten, seinen Einfluss in der Region für eine Deeskalierung zu nutzen“. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit verurteilte die Luftangriffe auf den Gazastreifen als „Angriff gegen die Gesamtheit der islamischen Nation“, außerdem beschäftigten sich die Vereinten Nationen in einer Dringlichkeitssitzung mit der Lage in Nahost, woraufhin sie vor „möglicherweise katastrophalen Folgen“ warnten, sollten die Kampfhandlungen nicht bald niedergelegt werden. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einer außerordentlich gefährlichen Lage: „Es sei von großer Bedeutung, dass keine neue Spirale der Gewalt entstehe“.

Experten befürchten nun, da die Präsidentschaftswahlen in den USA vorüber sind, dass Israel derzeit einen weiteren Nahost-Krieg vorbereitet. Für Israels wichtigsten Verbündeten wäre ein unpopuläres militärisches Eingreifen während des Wahlkampfes unvorteilhaft gewesen. Jetzt sind die Wahlen in den USA allerdings vorbei, während sie in Israel derzeit bevorstehen; das lässt die Vermutung aufkommen, dass Ministerpräsident Netanjahu durch ein rigoroses militärisches Handeln gestärkt werden würde und deshalb ein bevorstehender Krieg nicht mehr sonderlich unwahrscheinlich erscheint. Die israelische Regierung kündigte derweil an, dass sie künftig die Zivilbevölkerung warnen wolle, bevor sie bestimmte Ziele bombadiere. Ob es aber bei Luftangriffen bleibt, oder ob Israel tatsächlich, wie derzeit vermehrt berichtet, eine erneuete Bodenoffensive nicht nur vorbereitet, sondern auch umsetzt, wird sich zeigen. Anti-Kriegs-Mahner, wie die Chefin der linken Meretz-Partei, Zehava Galon stehen allerdings zunehmend alleine da. Die Politikerin hatte kürzlich noch vor einem Krieg gewarnt und an Netanjahu appelliert: „Nutzen Sie die Gelegenheit, dass der ägyptische Regierungschef nach Gaza gekommen ist. Nutzen Sie das als Ausstiegs-Strategie. Ändern Sie die Spielregeln und bringen Sie den Bürgern des Südens Frieden“. Ebenso rufen Bürgerbewegungen sowohl auf Seiten Israels, als auch in Palästina schon seit Monaten zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auf und haben dabei zuletzt ein weltweites Medien-Echo erfahren. Doch angesichts der Tatsache, dass die israelische Armee bereits 16.000 Reservisten vorsorglich eingezogen hat (weitere 75.000 stehen auf Abruf bereit) und Berichte zeigen, wie Panzer und Panzerhaubitzen in der Nähe des Gazastreifens positioniert werden, vermuten zahlreiche Experten, dass weitere militärische Eskalationsstufen unmittelbar bevorstehen. Dies würde einen neuen Nahost-Krieg bedeuten – mit ungewissem Ausgang.

Themenverwandte Artikel

  • Operation Wolkensäule (Wikipedia)
  • Nahostkonflikt (Wikipedia)
  • Israelisch-Palästinensischer Konflikt (Wikipedia)

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January 17, 2011

Israel: Verteidigungsminister Ehud Barak aus Arbeitspartei ausgetreten

Israel: Verteidigungsminister Ehud Barak aus Arbeitspartei ausgetreten

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Veröffentlicht: 23:45, 17. Jan. 2011 (CET)
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Tel Aviv (Israel), 17.01.2011 – Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak, der zugleich Vorsitzender der sozialdemokratischen Arbeitspartei war, kehrt seiner Partei den Rücken und gründet eine eigene Parlamentsfraktion unter dem Namen „Azma’ut“ (Unabhängigkeit). Der neuen Fraktion gehören außer Barak unter anderem der Landwirtschaftsminister Schalom Schimchon sowie zwei stellvertretende Minister an. Ziel Baraks ist dabei die Gründung einer neuen Partei, deren programmatischen Standort er heute auf einer Pressekonferenz als „zentristisch, zionistisch und demokratisch“ beschrieb.

Barak begründete seinen Schritt mit einem angeblichen Linksruck seiner Partei. Durch seinen Austritt aus der Arbeitspartei kann er seinen Ministerposten behalten. Die anderen Kabinettsmitglieder der Arbeitspartei erklärten nach dem Parteiaustritt Baraks den Austritt aus der Regierung des dem Likud-Block angehördenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Während Beobachter einschätzen, dass durch den Austritt Baracks aus der Arbeitspartei die Stellung des Ministerpräsidenten Netanjahu gestärkt und eine Forcierung des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten für wahrscheinlich gehalten wird, sagt man der Arbeitspartei die Fortsetzung ihres seit Jahren andauernden Niedergangs voraus. Die Arbeitspartei kam bei der letzten Parlamentswahl nur noch auf 13 Mandate (gegenüber 19 Abgeordneten in der vorangegangenen Wahlperiode) und wurde dadurch viertstärkste Kraft in der Knesset.

Zuletzt war der Parteivorsitzende der Israelischen Arbeitspartei, Barak, wegen seines Führungsstils und der von ihm betriebenen Politik aus den eigenen Reihen immer stärker kritisiert worden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Politik in Israel

Quellen

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December 30, 2010

Israel: Ex-Präsident Mosche Katzav wegen Vergewaltigung verurteilt

Israel: Ex-Präsident Mosche Katzav wegen Vergewaltigung verurteilt

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Veröffentlicht: 16:20, 30. Dez. 2010 (CET)
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Mosche Katzav

Tel Aviv (Israel), 30.12.2010 – Wegen Vergewaltigung in zwei Fällen und sexueller Nötigung sowie Strafvereitelung wurde der ehemalige Präsident Israels, Mosche Katzav, heute vom Bezirksgericht Tel Aviv für schuldig befunden. Lediglich vom Vorwurf der Beeinflussung einer Zeugin wurde Katzav freigesprochen. Das Strafmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Katzav muss mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen. Es handelte sich um den ersten Prozess gegen einen israelischen Staatspräsidenten. Der Prozess war in Israel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. Das vierjährige Gerichtsverfahren selbst fand jedoch zum Schutz von Zeugen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Straftaten soll Katzav während seiner Amtszeit als Tourismusminister von 1996 bis 1999 und auch während seiner Präsidentschaft zwischen 2000 und 2007 begangen haben. Die Anklagen waren von insgesamt drei Frauen vorgebracht worden. Demnach soll Katzav eine der Frauen (nur bekannt unter dem Kürzel „A.“), eine ehemalige Angestellte, 1998 während seiner Amtszeit als Tourismusminister in seinem Büro in Tel Aviv und zwei Monate später noch einmal in einem Jerusalemer Hotel vergewaltigt haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Katzav Gewalt angewandt habe, um die Frau zum Geschlechtsverkehr zu zwingen, nachdem diese seine sexuellen Avancen zurückgewiesen hatte. Die anderen beiden Klägerinnen gaben an, von Katzav während seiner Amtszeit als Präsident Israels sexuell belästigt worden zu sein.

Laut israelischen Medienberichten soll Katzav auf das Urteil fassungslos reagiert haben. Die Verteidigung will in Revision gehen.

Katzav hatte seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn stets seine Unschuld beteuert. 2008 hatten seine Anwälte mit der Staatsanwaltschaft eine Vereinbarung erzielt, wonach die Anklagevertretung im Gegenzug für ein Schuldeingeständnis Katzavs auf den Vorwurf der Vergewaltigung verzichtete und die Anklage auf die Punkte „sexuelle Belästigung“ und „unanständige Handlungen“ beschränkte. Katzav widerrief jedoch nach einem ersten Gerichtsverfahren sein Schuldeingeständnis und wollte in einem weiteren Prozess seine Unschuld beweisen. Der Vorsitzende Richter George Kara nannte diese Rücknahme seines Schuldbekenntnisses „einen schweren Fehler“. Außerdem warf er ihm vor, gegen die Klägerinnen eine „Schmähkampagne“ gestartet und vor Gericht gelogen zu haben. Den Medien waren von der Verteidigung Videos zugespielt worden, in denen die Hauptzeugin und Klägerin A. als Callgirl verunglimpft werden sollte. Ein von Katzav angegebenes Alibi hatte sich als falsch herausgestellt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren
  • Israels Präsident Katzaw will Amt ruhen lassen (25.01.2007)

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January 11, 2010

Israel plant den Bau eines Zauns an der Grenze zu Ägypten

Israel plant den Bau eines Zauns an der Grenze zu Ägypten

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Veröffentlicht: 19:31, 11. Jan. 2010 (CET)
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Benjamin Netanjahu

Tel Aviv (Israel), 11.01.2010 – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte heute, Israel werde die Grenze nach Ägypten durch einen elektronisch gesicherten Zaun verstärken. Israel werde zwar Kriegsflüchtlingen weiterhin offenstehen, man wolle aber nicht „Zehntausende illegaler Arbeiter ins Land lassen“, erklärte Netanjahu. Nach Angaben der israelischen Polizei überqueren wöchentlich 100 bis 200 Afrikaner die Grenze nach Israel, um vor militärischen Konflikten zu fliehen oder einfach nur auf der Suche nach Arbeit. Die Immigranten stammen überwiegend aus Afrika. Der Grenzzaun, der innerhalb der nächsten zwei Jahre fertiggestellt wird, soll auf einer Länge von insgesamt 120 Kilometern mit Bewegungsmeldern und Radargeräten ausgestattet werden. Die Angaben über die entstehenden Kosten schwanken zwischen umgerechnet 270 und 400 Millionen US-Dollar.

Ägypten war in den letzten Monaten der Forderung Israels nachgekommen und hatte bereits von sich aus die Grenzkontrollen verschärft. Dabei waren in einigen Fällen illegale Grenzgänger von ägyptischen Sicherheitskräften erschossen worden. Von ägyptischer Seite aus wird auch im Grenzgebiet zum Gazastreifen eine neue Grenzbefestigung aus Stahl gebaut. Über diese Grenze soll die Hamas durch ein weitverzweigtes Tunnelsystem Waffen in den Gazastreifen schmuggeln.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

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April 5, 2009

US-Waffen nach Israel ausgeliefert – AI protestiert bei Obama

US-Waffen nach Israel ausgeliefert – AI protestiert bei Obama

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Veröffentlicht: 10:56, 5. Apr. 2009 (CEST)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Tel Aviv (Israel), 05.04.2009 – Die US-Waffenlieferung nach Israel, die ursprünglich in einem griechischen Hafen umgeladen werden sollte und im Januar aufgrund lokaler Proteste in Griechenland zurückgewiesen werden musste (Wikinews berichtete), wurde am 22. März 2009 in Israel entladen.

Angesichts offensichtlicher Menschenrechtsverletzungen durch Israel während des Gaza-Krieges appelliert Amnesty International (ai) an US-Präsident Barack Obama, solche Lieferungen zu unterlassen, da die Auslieferung unter diesen Umständen gegen US-Gesetz verstoße. Amnesty bittet dringend alle Regierungen, Lieferungen an Israel und alle palästinensischen Gruppen solange zu unterlassen, bis kein wesentliches Risiko von Menschenrechtsverletzungen mehr besteht.

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February 1, 2009

Israel droht mit „überproportionaler Reaktion“ auf neuerlichen Raketenbeschuss

Israel droht mit „überproportionaler Reaktion“ auf neuerlichen Raketenbeschuss

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Veröffentlicht: 20:22, 1. Feb. 2009 (CET)
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Raketenreichweiten vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet

Askalon / Tel Aviv (Israel), 01.02.2009 – Am frühen Sonntagmorgen schlugen laut dem israelischen Nachrichtenportal haaretz.com erneut vier Raketen sowie Mörser-Granaten in der Negev-Region im Süden Israels ein, die von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen abgefeuert worden waren. Zwei israelische Soldaten wurden durch Schrapnell der Mörsergranaten leicht verletzt. Es gibt bisher keine Hinweise auf Schäden oder Verletzte durch die Raketeneinschläge, die überwiegend auf freiem Feld niedergingen. Eine der Raketen ging nach Angaben von Haaretz zwischen zwei Kindergärten nieder. Am Samstagmorgen war eine Grad-Rakete sowjetischer Bauart südlich von Askalon niedergegangen. Die Verantwortung für die Raketenangriffe übernahm eine Gruppierung der al-Aqsa-Brigaden, einem bewaffneten Zweig der Fatah.

Nach der wöchentlichen Sitzung des israelischen Kabinetts erklärte Ministerpräsident Ehud Olmert, Israel werde auf den neuerlichen Raketenbeschuss mit einer „harten und überproportionalen Reaktion“ antworten. Die israelische Armeeführung sei mit der Vorbereitung einer entsprechenden Militäraktion beauftragt worden. „Wir werden den Terroristen keine Vorwarnung geben, wie wir antworten werden, wo und wie es geschehen wird“, sagte Olmert.

Beobachter rechnen mit der Möglichkeit, dass der wieder aufgenommene Raketenbeschuss auf Israel nach der Verkündung des Waffenstillstandes nach dem Ende der Operation Gegossenes Blei und die israelische Reaktion darauf, den Ausgang der israelischen Parlamentswahlen am 10. Februar beeinflussen könnten. Laut Umfragen liegt der gegenwärtige Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zurzeit in der Wählergunst vorne. Netanjahu vertritt eine harte Linie gegenüber der Hamas.

In den vergangenen acht Jahren waren 18 Menschen in Israel Opfer palästinensischer Raketenangriffe aus dem Gazastreifen geworden. Diese Raketenangriffe waren ein wesentlicher Grund der israelischen Militäroperation Gegossenes Blei um die Jahreswende 2008/2009.

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January 19, 2009

Weiterhin Demonstrationen gegen Israels Gaza-Militäroffensive

Weiterhin Demonstrationen gegen Israels Gaza-Militäroffensive

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Veröffentlicht: 11:28, 19. Jan. 2009 (CET)
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Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 19.01.2009 – Auch am Wochenende vom 17. zum 18. Januar 2009 gab es wieder in zahlreichen Städten Demonstrationen gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen, so in London, Beirut, Rom, Athen, Genf, Bern. In Berlin gingen 6.000 Menschen, teils israelfeindliche Hamas-Anhänger, auf die Straße. Der Versuch des Berliner Innenministers Erhard Körting, mit einer Auflage das Zeigen von Hamas-Symbolen während des Protestmarsches zu verbieten, scheiterte am Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg. In Frankfurt am Main und Bochum protestierten insgesamt rund 6.000 Personen. Vereinzelt kam es zu Rangeleien mit pro-israelischen Gegendemonstranten, so in Duisburg und Kassel. Auch in zahlreichen kleineren Städten wie Worms, Gladbeck, Heidelberg, gab es Demonstrationen gegen die israelische Offensive.

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January 18, 2009

Israel und Hamas rufen einwöchige Waffenruhe im Gazastreifen aus

Israel und Hamas rufen einwöchige Waffenruhe im Gazastreifen aus

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Veröffentlicht: 23:54, 18. Jan. 2009 (CET)
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Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 18.01.2009 – Am Samstag, den 17. Januar 2009 (Tag 22 des Krieges im Gazastreifen) kündigte die Führung Israels einen Waffenstillstand an. Ab ein Uhr in der Nacht zum Sonntag sollten die Waffen schweigen. Zuvor war das israelische Sicherheitskabinett unter Leitung von Ministerpräsident Ehud Olmert in Tel-Aviv zusammengetreten.

Minuten nach der Bekanntgabe schlugen im Süden Israels Raketen der Hamas ein. Im Gazastreifen hingegen gab es eine verhältnismäßig ruhige Nacht. Die israelische Luftwaffe setzte lediglich unbemannte Aufklärungsdrohnen über dem Zentrum von Gaza-Stadt ein.

Die Hamas erkannte die einseitige Waffenruhe zunächst nicht an und beschoss die israelische Stadt Sderot mit fünf Raketen. Sie erklärte den Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen zur Vorbedingung eines Waffenstillstandes. Die Hamas werde „nicht einen zionistischen Soldaten auf unserem Land akzeptieren, wie hoch auch immer der Preis dafür ist.“ Israel gab seinerseits den Befehl „feindliches Feuer“ zu erwidern. Sie beantwortete die Raketenangriffe der Hamas mit Luftangriffen.

Zwischenzeitlich hat die Hamas ihrerseits eine sofortige einwöchige Waffenruhe verkündet, diese jedoch mit einem Ultimatum an Israel verknüpft. Danach hat Israel eine Woche Zeit um seine Truppen aus dem Gazastreifen zurückzuziehen. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, werde sich die Hamas auch danach an die Waffenruhe halten. Außerdem forderte die Hamas die Öffnung der Grenzen zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie die Öffnung des Grenzübergangs zu Ägypten bei Rafah. Island hat einen Teil seiner Truppen aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen, um den Waffenstillstand zu sichern.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste derweil nach Ägypten um sich für einen baldigen, längerfristigen Waffenstillstand einzusetzen. Sie wird dort an einer Konferenz in dem ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich teilnehmen, bei der der Gaza-Konflikt auf der Tagesordnung steht und bei der außerdem der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sowie der britische Premierminister Gordon Brown mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert zusammentreffen werden. Gastgeber ist der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak.

In vielen deutschen Städten gab es am 17. und 18. Januar 2009 Demonstrationen gegen das Vorgehen Israels.

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  • Portal:Nahostkonflikt

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January 15, 2009

Wieder Katjuscha-Raketen-Einschlag im Norden Israels

Wieder Katjuscha-Raketen-Einschlag im Norden Israels

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Veröffentlicht: 07:32, 15. Jan. 2009 (CET)
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Karte des israelisch-libanesischen Grenzgebietes.
Quelle: United Nations

Beirut (Libanon) / Tel Aviv (Israel), 15.01.2009 – Am 14. Januar schlugen erneut Katjuscha-Raketen im Norden Israels ein. Es ist nicht bekannt, wer für die insgesamt fünf Raketenabschüsse verantwortlich ist. Es hat sich keine Gruppe zu dem Zwischenfall bekannt und deswegen wird spekuliert, dass die Raketen von einer der kleineren palästinensischen Milizen im südlichen Libanon abgefeuert worden sein könnten.

Drei Raketen schlugen in der Nähe von Kirjat Schmona an der libanesischen Grenze ein, zwei weitere fielen auf libanesisches Gebiet. Die israelische Armee erwiderte das Feuer und schoss Artilleriesalven ab. Libanesischen Sicherheitskräften zufolge schlugen acht Mörsergranaten im Libanon ein. Es gab aus dem Libanon keine Berichte über Verletzte.

Israel macht die libanesische Regierung und die Streitkräfte des nördlichen Nachbarstaates für die Verletzung des Waffenstillstands verantwortlich. Der derzeitige Oberbefehlshaber der UNIFIL-Truppen, der italienische Generalmajor Claudio Graziano, forderte zur Zurückhaltung auf.

Es ist der zweite Zwischenfall dieser Art innerhalb von einer Woche; bereits am 8. Januar schlugen drei Raketen aus dem Libanon in Israel ein. Inzwischen wächst die Angst vor einer Eskalation. Manche Beobachter befürchten, dass die Gewalt aus dem Gazastreifen sich in der Region ausweiten könne. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt betont, man sei zwar auf Gefechte an der Nordgrenze vorbereitet, wolle aber keinen neuen Krieg mit dem Libanon anfangen.

Der der Hisbollah gehörende Fernsehsender Al-Manar teilte mit, dass Hisbollah nicht hinter dem Raketenbeschuss stehe. Es wird vermutet, dass die Raketen von militanten Palästinensern im Libanon abgeschossen wurden. Unklar ist auch, ob der Beschuss mit der Aufforderung von Osama bin Laden zum Dschihad gegen Israel zusammenhängt.

Politische Quellen in Israel und Libanon gehen davon aus, dass die Hisbollah zwar den Palästinensern in Gaza gerne mehr Hilfe als nur in Form von Worten gewähren würde, die bevorstehenden Wahlen im Mai ein direktes Engagement der Hisbollah jedoch verhindern würden.

Erst im Sommer 2006 hatte die Hisbollah einen Krieg mit Israel angefangen, in dessen Verlauf etwa 1.200 Libanesen und 159 Israelis getötet wurden.

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