Hunderte Angehörige der Karen-Minderheit flohen nach Thailand

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Artikelstatus: Fertig 01:51, 27. Mai 2006 (CEST)
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Mae Hong Son (Provinz)

Bangkok / Mae Hong Son (Thailand), 27.05.2006 – Das Flüchtlingsdrama der Karen-Minderheit, die vor der Gewalt des Militärs in Myanmar nach Thailand fliehen, spitzt sich zu. Darauf wies das Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen der Vereinten Nationen (UNHCR) in einer Presseerklärung am Donnerstag hin.

Demnach sind allein in der vergangenen Woche 400 Angehörige der ethnischen Minderheit der Karen aus Myanmar nach Thailand geflohen. In den letzten drei Monaten sollen es sogar 2.000 Flüchtlinge aus dem westlichen Nachbarland gewesen sein. Die Flüchtlinge sammeln sich hauptsächlich in der thailändischen Provinz Mae Hong Son im Norden des Landes. Die Flüchtlinge berichteten nach Angaben des UNHCR darüber, dass „Häuser und Dörfer niedergebrannt und Zivilisten getötet worden seien. Viele von ihnen sind stark geschwächt und leiden unter Krankheiten wie Malaria.“

Für die thailändischen Behörden stellt die große Zahl von Flüchtlingen ebenfalls ein Problem dar. Inzwischen leben über 140.000 Flüchtlinge aus Myanmar in den Grenzregionen Thailands zu Myanmar. Gegenüber dem UNHCR erklärten sich die thailändischen Behörden in der vergangenen Woche bereit, für die Flüchtlinge feste Unterkünfte zu errichten.

Die Bangkok Post berichtet in ihrer Onlineausgabe vom 26. Mai von der Hoffnung der Flüchtlinge, dass anlässlich des Besuches von UN-Generalsekretär Kofi Annan beim thailändischen König die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft auch wieder auf ihr Schicksal gerichtet wird. Der Zeitung zufolge leben 827 aus dem Landesinneren geflohene Karen in einem provisorisch errichteten Dorf namens Ei Tu Hta Camp nahe der thailändischen Grenze. Sie hoffen auf den Druck der internationalen Gemeinschaft auf die Militärregierung Myanmars, die seit der Niederschlagung der demokratischen Massenbewegungen des Jahres 1988 das Land regieren. Die Flüchtlinge verfolgen nur das Ziel, in ihre Heimatregionen zurückkehren zu können.

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Quellen