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August 21, 2016

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

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Veröffentlicht: 19:33, 21. Aug. 2016 (CEST)
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Das Olympische Dorf in Rio

Rio de Janeiro (Brasilien), 21.08.2016 – Olympische Athleten nehmen viel mehr zu sich als nur Powerriegel und Proteindrinks. Für die Versorgung von 11.000 Sportlern bei den Sommerspielen in Rio wird ein fast 250 Tonnen schwerer Berg an Lebensmitteln verarbeitet.

Wie bei anderen großen Veranstaltungen stellt die Nahrungsmittelversorgung bei der Olympiade eine schwierige logistische Herausforderung dar. Um nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten muss gut abgeschätzt werden können, welche und wieviel Lebensmittel und Zutaten benötigt werden.

Zwangsläufig kann es zu Überschüssen kommen, sei es an zerdrücktem Obst und Gemüse oder übrig gebliebenen Paletten mit Kartoffeln und Reis.

Massimo Bottura (links) auf dem Congresso Italiano di Cucina D’autore 2010

Eine internationale Gruppe von Chefköchen und Anti-Hunger-Aktivisten, die sich selbst RefettoRio Gastromotiva nennt (refettorio ist italienisch und bedeutet „Speisesaal“), hat sich nun eingeschaltet, um olympisches Essen vor dem Verderben zu retten. Das Unternehmen, überschüssiges, für das olympische Dorf vorgesehene Essen in neue schmackvolle Mahlzeiten für Hungrige zu verwandeln, wird von zwei Chefköchen angeführt, dem Italiener Massimo Bottura und dem Brasilianer David Hertz. Ziel sei es „Menschen Essen und Würde zu geben, die sich in einer gefährdeten sozialen Lage befinden“.

In den letzten beiden Wochen servierten Chefköche von RefettoRio jede Nacht für 108 ausgesuchte Gäste Abendessen aus überschüssigen Zutaten, gespendet von der Catering-Firma, die das olympische Dorf verpflegt. Dabei handelt es sich nicht um Speisereste oder Tischabfälle.

„RefettoRio arbeitet nur mit Zutaten, die kurz davor sind in den Müll zu wandern… wie hässliches Obst und Gemüse, oder Joghurt, der kurz vorm Verfallsdatum steht,“ sagt Chefkoch Hertz.

Das Restaurant wurde im Stadtteil Lapa nahe des olympischen Dorfes eröffnet.

„Es wirkt überhaupt nicht wie ein normales Restaurant,“ sagt Alexandra Forbes, eine brasilianische Gastrokritikerin, die bei der Organisation von RefettoRio mithalf. „Die Gäste sind ganz anders. Für viele ist es das erste Mal, dass sie von einem großen Chefkoch ein Drei-Gänge-Menü zubereitet bekommen, das auch noch so köstlich ist. Es ist ein besonderes Erlebnis.“ Ein Restaurantbesucher erzählte der New York Times, für ihn wäre es das beste Essen gewesen, dass er je in seinen 40 Lebensjahren bekommen hätte.

Obdachlose auf einer Straße in Rio

Örtliche Nachbarschaftsorganisationen, die die Unterpriviligierten versorgen, wählen die Restaurantgäste sorgfältig aus allen Gesellschaftsschichten Brasiliens aus. Zu ihnen können Obdachlose gehören, die ihr Essen aus Mülltonnen picken, Straßenkinder, die Abfall durchstöbern oder misshandelte Mütter.

„Sie sind es nicht gewohnt mit soviel Fürsorge und Respekt behandelt zu werden,“ sagt Forbes und fügt hinzu, dass „sie aus Dankbarkeit für das Essen manchmal klatschen und einen Freudentanz ausführen“.

Jeden Tag übernimmt ein anderer Koch die Chefrolle. „Zum Beispiel machte Chefkoch Massimo Bottura an einem Tag eine Pasta, eine Carbonara, die eigentlich mit Pancetta oder Speck zubereitet wird. Er hatte nur sehr wenig Speck und verwendete dann Bananenschalen, die vorher auf dem Grill geräuchert wurden und vermischte diese mit dem Speck. Sie waren genauso rauchig wie Speck und schmeckten köstlich.“

Gourmetessen aus einer ungewöhnlichen Zutatenliste zu erschaffen kann schon herausfordernd genug sein. Das wahre Ziel für das RefettoRio-Team aus Köchen, Bäckern und Kellnern, sagt Forbes, sei jedoch „Vorurteile abzubauen, Vorurteile gegen arme Menschen oder gegen Menschen, die Probleme haben.“

„Verprügelte Frauen oder Menschen, die mit Drogenmissbrauch kämpfen“, sagt sie, „sind Menschen wir wir, einfach zu zeigen, dass sie mit Respekt behandelt werden und eine klasse Mahlzeit serviert bekommen können, ist denke ich wichtig.“

Gleichzeitig möchte RefettoRio ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Mehr als 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel weltweit werden nie gegessen, weil sie nach der Ernte oder während des Transports verderben oder von Verkäufern und Verbrauchern weggeworfen werden. Bislang gehen nach UN-Zahlen fast 800 Millionen Menschen weltweit jede Nacht hungernd ins Bett.

„Veranstaltungen wie die Olympiade erzeugen besonders viel Abfall. Es müssen so viele Menschen versorgt werden, dass es schwer fällt den genauen Bedarf zu berechnen, Überschüsse lassen sich dabei nicht vermeiden. Bisher hat aber noch niemand richtig mit dem Finger auf dieses Problem gezeigt.“

Bis zu diesem Zeitpunkt.

Aufbauend auf dem bisherigen Erfolg plant RefettoRio Gastromotiva einen bezahlten Essensdienst einzuführen. Die Erlöse sollen helfen, die Kosten für das Angebot freier Abendmahlzeiten aufzufangen. Geplant sei auch, die Idee von RefettoRio in Montreal, Los Angeles und New York zu erproben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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November 13, 2011

Rio de Janeiro: Großrazzia in der Favela Rocinha

Rio de Janeiro: Großrazzia in der Favela Rocinha

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Veröffentlicht: 17:01, 13. Nov. 2011 (CET)
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Rocina, ein Stadtteil von Rio de Janeiro (Archivaufnahme)

Rio de Janeiro (Brasilien), 13.11.2011 – Mit einer Großrazzia im Stadtteil Rocinha, dem vermutlich größten Slum Lateinamerikas, hofft die Polizei die dort herrschenden Drogenkartelle unter Kontrolle zu bringen.

Frühmorgens um 4.10 Uhr am Sonntag, dem 13. November, drangen 2.000 Polizisten und Militärs in die Favela ein. Helikopter sicherten den Einmarsch der Sicherheitskräfte, die mit gepanzerten Fahrzeugen unterwegs waren. 120.000 Menschen leben in dem Stadtteil. Der Einsatz war vorher angekündigt worden, so rechnete man mit weniger Widerstand.

Am Mittwoch war einer der meistgesuchten Drogenbosse in dem Viertel verhaftet worden. In Rocinha werden schätzungsweise Drogen im Wert von 50 Millionen Dollar im Jahr umgesetzt. Es dürfte damit einer der größten Drogenumschlagplätze weltweit sein.

Der Einsatz, der unter dem Namen „Operation Friedensschock“ lief, zeigt, dass Brasilien die Sicherheitslage für die 2014 anstehende Fußballweltmeisterschaft und die 2016 auszutragenden Olympischen Sommerspiele verbessern will.

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  • Portal:Brasilien

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February 10, 2006

IOC-Präsident Rogge auf der 118. Vollversammlung des IOC in Turin

IOC-Präsident Rogge auf der 118. Vollversammlung des IOC in Turin

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Artikelstatus: Fertig 00:26, 10. Feb. 2006 (CET)
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Turin (Italien), 10.02.2006 – Der derzeitige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, traf am vergangenen Samstag in Turin ein. Er wohnt nicht wie die meisten seiner Funktionärskollegen in einem Turiner Nobelhotel, sondern hat sein Quartier bei den Athleten in einem der olympischen Dörfer bezogen.

Der Belgier Rogge hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Olympischen Spiele zu modernisieren. Er sagte: „Wenn wir nicht an der Evolution des Programms arbeiten, büßt es all seine Glaubwürdigkeit und Relevanz für die Jugend und die allgemeine Öffentlichkeit ein.“ Allerdings kommt Rogge mit seinen Bemühungen nicht so voran, wie er es gerne möchte. Im Juli 2005 hatte Rogge mehrere Sportarten aus der Olympiade des Jahres 2012 verbannt, jetzt sollen sie doch wieder kommen. Grund für seinen Vorschlag vom Sommer 2005 war die Überfrachtung des Spielangebotes. Ebenso denkt Rogge darüber nach, eine Disziplin aus den Sommerspielen 2008 zu entfernen.

Am Mittwoch, dem 08.02.2006, fand dann in Turin die 118. Vollversammlung des IOC statt. Dabei fielen einige wichtige Entscheidungen bezüglich des weiteren Vorgehens bei den Olympischen Sommerspielen.

Die Mitglieder des IOC wählten die dänische Stadt Kopenhagen zur „olympischen Hauptstadt“ des Jahres 2009. Somit findet im Sommer 2009 der 13. Olympische Kongress in Kopenhagen statt. In die Endauswahl kam neben Kopenhagen auch Kairo. Ebenfalls zur Wahl aber nicht gewählt wurden die Städte Taipeh und Busan, Athen, Singapur und Riga. 1994 fand der zwölfte Olympische Kongress in Paris statt. Damals feierte das IOC das 100-jährige Bestehen. Der elfte Olympische Kongress fand 1981 im deutschen Baden-Baden statt.

Zum gleichen Zeitpunkt im Sommer 2009 tagt in Kopenhagen die 121. IOC-Vollversammlung. Hierbei findet die Wahl des neuen IOC-Präsidenten statt. Es fällt auch die Entscheidung, in welcher Stadt die Olympischen Spiele 2016 stattfinden werden.

Themenverwandte Artikel

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