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March 5, 2012

Kongo: Mehr als 200 Tote bei Explosion eines Munitionslagers

Kongo: Mehr als 200 Tote bei Explosion eines Munitionslagers

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Veröffentlicht: 14:29, 5. März 2012 (CET)
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Straßenzug in Brazaville (Archivaufnahme)

Brazzaville (Kongo), 05.03.2012 – Am Sonntag brach ein Brand in einem Waffenlager in Brazzaville, der Hauptstadt des Kongo, aus. In der Folge davon kam es zu einer schweren Explosion (Bild), mehr als 200 Personen starben, mindestens 1.500 Verletzte mussten in Krankenhäusern versorgt werden.

In der Umgebung von 700 Metern des Explosionsortes stürzten zahlreiche Gebäude ein. Personen sollen unter den Trümmern verschüttet sein, zahlreiche Fenster gingen zu Bruch. Helfer sind bemüht, die Opfer aus den Ruinen zu befreien. Präsidentensprecher Didier Boutsindi gab bekannt, dass auch ein Kirchendach eingestürzt sei; Gottesdienstbesucher sollen sich unter den Opfern befinden. Tausende Menschen flohen aus ihren Häusern. Hunderte chinesische Arbeiter sollen sich unter den Verletzten befinden. Verteidigungsminister Charles Zacharie Boawo war bemüht, die Lage zu beruhigen. Er erklärte, dass kein Krieg ausgebrochen sei, auch ein Staatsstreich oder Meuterei sei nicht die Ursache der Detonation. Zu den Explosionen sei es nach dem Ausbruch eines Brandes in einem Munitionslager gekommen.

Präsident Denis Sassou-Nguesso hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion in seiner Privatresidenz auf. Diese befindet sich unweit des Unglücksorts. Sassou-Nguesso wurde nicht verletzt. Im Kongo gibt es große Vorkommen von Erdöl. Tropischer Regenwald und landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sind vorhanden. Die Wirtschaft läuft schlecht, am Arbeitsmarkt herrscht Massenarbeitslosigkeit. Hintergrund ist der schlechte Zustand der Regierungs-, Verwaltungs- und Infrastrukturen sowie extreme Außenverschuldung und hoher Importbedarf an Nahrungsmitteln.

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January 24, 2007

Republik Kongo: 200 Gefangene aus einem Gefängnis ausgebrochen

Republik Kongo: 200 Gefangene aus einem Gefängnis ausgebrochen

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Artikelstatus: Fertig 23:47, 24. Jan. 2007 (CET)
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Lage der Republik Kongo

Brazzaville (Republik Kongo), 24.01.2007 – Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sind in der gestrigen Nacht etwa 200 Gefangene aus einem Gefängnis in Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo, ausgebrochen. Gabriel Entcha-Ebia, der Justizminister des Landes, sagte, dass sich durch den Ausbruch der Gefangenen ein Sicherheitsproblem ergeben könne. Einige der Inhaftierten hätten Verbindungen zur organisierten Kriminalität, so der Justizminister. Medienberichten zufolge war es vor dem Ausbruch zu einer Revolte gekommen. Auslöser für die Revolte soll die schlechte Versorgung der Häftlinge mit Lebensmitteln gewesen sein. So erhalten die Gefangenen nur eine Mahlzeit am Tag. Heute bestätigte Gabriel Entcha-Ebia laut Nachrichtenagentur Reuters, dass es im Gefängnis ein Problem mit der Nahrungsversorgung gibt. Der Minister kündigte eine Lösung des Problems an. Menschenrechtsorganisationen haben die Zustände im Zentralgefängnis von Brazzaville mehrmals kritisiert.

„BBC News“ berichtet unter Berufung auf einen Gefängniswärter, dass die Gefangenen zunächst die Türen ihrer Zellen aufgebrochen haben und anschließend durch das Haupttor des Gebäudes ausgebrochen sind. Der Ausbruch erfolgte trotz einer Warnung der Wärter, auf fliehende Häftlinge zu schießen. Ein Gefangener starb beim Ausbruch an einer Schussverletzung. Das 1938 während der französischen Kolonialherrschaft erbaute Zentralgefängnis von Brazzaville ist für etwa 100 Gefangene ausgerichtet. Häufig sind aber wesentlich mehr Häftlinge inhaftiert. Oft sollen mehr als 400 Gefangene im Zentralgefängnis einsitzen. Zur Zeit des Ausbruchs haben sich laut Gefängnisdirektion 502 Menschen im Gebäude befunden. Bereits im April 2006 war es wegen der schlechten Versorgung der Häftlinge zu einem Zwischenfall gekommen. Damals hatten Häftlinge den Gefängnisdirektor für einige Stunden als Geisel genommen. Nachdem die Regierung den Gefängnisinsassen mehr Essen zur Verfügung gestellt hatte, wurde der Gefängnisdirektor freigelassen.

Quellen

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December 23, 2005

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

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Artikelstatus: Fertig 00:48, 23. Dez. 2005 (CET)
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Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 23.12.2005 – Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab gestern einen Schuldenerlass für 19 der 20 ärmsten Länder der Erde bekannt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles hatten die Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands beschlossen, einen solchen Schuldenerlass herbeizuführen.

Der Beschluss, dem nun das Exekutivdirektorium des IWF zugestimmt hat, umfasst ein finanzielles Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesen Betrag schulden die ärmsten Länder dem IWF, der Weltbank sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Durch den Schuldenerlass soll diesen Ländern der finanzielle Spielraum zur Entwicklung ihrer Wirtschaft gegeben werden. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die bis zum Jahre 2015 eine Halbierung der weltweiten Armut vorsehen.

In den Genuss des Schuldenerlasses, der am 1. Januar 2006 in Kraft tritt, gelangen zunächst die folgenden vorwiegend afrikanischen Länder: Benin, Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda und Sambia. Vier mittel- bzw. südamerikanische Länder gehören ebenfalls dazu: Bolivien, Guyana, Honduras, Nicaragua, außerdem die asiatischen Länder Kambodscha und Tadschikistan.

Bilaterale Schulden sind von diesem Schuldenerlass ausgenommen, ebenso wie Schulden bei anderen Banken und Organisationen neben dem IWF, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank. Mauretanien, das zu den 20 ärmsten Ländern der Erde gehört, muss noch nachweisen, dass die durch den Schuldenerlass eingesparten Gelder tatsächlich für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Es sei möglich, so Rodrigo Rato, Generaldirektor des IWF, dass weiteren Ländern die Schulden erlassen werden. Diese müssten jedoch noch weitere Fortschritte aufweisen.

Zu den Ländern, denen eventuell ebenfalls die Schulden erlassen werden, zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Komoren, Malawi, Myanmar, Laos, Liberia, die Republik Kongo, Sao Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Dazu wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die Entscheidung des IWF, fordert aber einen umfangreicheren Schuldenerlass. Weitere 60 Länder benötigten ebenfalls einen Schuldenerlass, um die Armut zu bekämpfen, sagte Max Lawson, ein Sprecher der Hilfsorganisation.

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