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September 30, 2014

Kashgar: Todesstrafe für Mord an Imam

Kashgar: Todesstrafe für Mord an Imam – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Kashgar: Todesstrafe für Mord an Imam

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Veröffentlicht: 30.09.2014, 06:51 (CEST)
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Die Id Kah Moschee in Kashgar

Kashgar (China), 30.09.2014 – Ein Gericht des im äußersten Westen von China gelegenen Kashgar hat zwei Männer wegen des Mordes an Jume Tahir, dem Imam der Id-Kah-Moschee in Kashgar, Ende Juli zum Tode verurteilt. Ein dritter Mann wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mord an dem pro-chinesischen Imam hatte sich nur wenige Tage nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Uiguren und chinesischen Sicherheitskräften im autonomen Gebiet Xingjiang ereignet. Chinesische Medien sahen einen klaren Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen, die von den Behörden als – religiös motivierter – „Terrorismus“ eingestuft wurden.

Der Intermediate People′s Court in Kashgar verurteilte Gheni Hesen und Nurmemet Abidilimit zum Tode. Hesen soll die Tat geplant und weitere Mitglieder für die „Terrorgruppe“ rekrutiert haben, während Abidilimit Waffen „vorbereitet“ und Informationen gesammelt haben soll. Abidilimit war von der Polizei kurz nach dem Mord nach einem Feuergefecht, bei dem zwei weitere Verdächtige getötet worden waren, verhaftet worden. Seine Aussage führte dann zur Verhaftung von Hesen und von Atawulla Tursun, der wegen „Vorbereitung von Waffen“ und des Sammelns von Informationen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Die Todesstrafen, die das Gericht am Sonntag verhängt hat, müssen nun noch von einem höheren Gericht bestätigt werden. Doch dies ist nur eine Formalität und geschieht in der Regel schnell, genauso wie die anschließende Hinrichtung, über die dann jedoch nicht weiter informiert wird.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Imam der größten Moschee Chinas getötet (01.08.2014)

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August 4, 2014

Polizeibericht zu Unruhen in Xinjiang vorgelegt

Polizeibericht zu Unruhen in Xinjiang vorgelegt

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Veröffentlicht: 05.08.2014, 03:22 (CEST)
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Lage von Xinjiang in China

Kashgar (China), 04.08.2014 – Knapp eine Woche, nachdem es am Montag, dem 28. Juli, zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen einer großen Gruppe von Uiguren und chinesischen Sicherheitskräften nahe der Stadt Kashgar in der autonomen Region Xinjiang gekommen ist, wurden nun offizielle Zahlen zu den Opfern vorgelegt. Dem Bericht zufolge wurden 37 unbeteiligte Zivilisten und 59 von 215 Gewalttätern getötet. Mindestens 13 Personen sollen verletzt worden sein. Von den toten Zivilisten ist bekannt geworden, dass es sich um 35 Han-Chinesen und zwei Uiguren handelt. Zu Opfern unter den Sicherheitskräften wurde nichts weiter bekannt gegeben, außer dass 31 Polizeifahrzeuge zerstört wurden.

Die chinesischen Behörden bezeichnen die Angreifer als „Terroristen“, die Unterstützung sowohl in China als auch im Ausland gefunden hätten. Neben der Sicherstellung von Waffen, wie Messern und Äxten, wird in den chinesischen Medien die Entdeckung von Transparenten, die zum „Heiligen Krieg“ aufrufen, hervorgehoben. Die amerikanische Organisation Uyghur American Association, die sich für die Rechte der Uiguren einsetzt, spricht im Gegensatz zur chinesischen Darstellung von einem Protest gegen die chinesische Politik, die den Uiguren im islamischen Fastenmonat Ramadan die Befolgung entsprechender religiöser Gebote unmöglich machen sollte. Die Proteste seien von den chinesischen Sicherheitskräften mit großer Gewalt niedergeschlagen worden.

Keine der Darstellungen kann durch unabhängige Beobachter verifiziert werden. Es ist unklar, warum die chinesischen Behörden so lange warteten, bis sie eine Erklärung zu den Vorfällen abgaben. Am 30. Juli wurde der Imam der größten Moschee Kashgars getötet. Der Vorgang soll in Zusammenhang mit den Vorfällen von zwei Tagen zuvor stehen, und er wurde zuerst durch westliche Medien berichtet, ehe ihn auch chinesische Berichte aufgriffen. Nachrichten zu Vorfällen in der Region Xinjiang werden ansonsten sehr zeitnah von den chinesischen Medien veröffentlicht, wie etwa die Tatsache, dass am Freitag bei Hotan eine Gruppe von sogenannten „Terroristen“ von Sicherheitskräften gestellt wurde, nur Stunden später bereits vermeldet wurde.

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August 1, 2014

Imam der größten Moschee Chinas getötet

Imam der größten Moschee Chinas getötet

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Veröffentlicht: 23:56, 1. Aug. 2014 (CEST)
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Die Id-Kah-Moschee in Kashgar

Kashgar (China), 01.08.2014 – Am Mittwochmorgen (30.7., Ortszeit) wurde der Imam der größten Moschee Chinas, der Id-Kah-Moschee in Kashgar, Opfer eines Anschlages. Jume Tahir wurde kurz nach dem Morgengebet tot in einer Blutlache liegend auf dem Gelände der Moschee gefunden. Er war offensichtlich niedergestochen worden.

Der Mord geschah nur zwei Tage, nachdem bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizeikräften in der Nähe von Kashgar zahlreiche Menschen, vor allem auf Seiten der Protestierer, getötet worden waren. Die Proteste hatten sich gegen Beschränkungen der chinesischen Regierung wie das Fastenverbot für Beamte und Schüler und Studenten im islamischen Fastenmonat Ramadan gerichtet. Die zeitliche Nähe beider Ereignisse legt einen Zusammenhang mit dem Anschlag nahe. Tahir war ein Unterstützer der chinesischen Regierungspolitik und ausgesprochener Kritiker muslimischer Gewalttäter. Er war Vize-Präsident der Chinesischen Islamischen Vereinigung, die für sich in Anspruch nimmt, alle Muslime Chinas zu vertreten, und ein Vize-Präsident des Nationalen Volkskongresses, des chinesischen Parlaments. In den Medien wird dazu ein namentlich nicht genannter Mann aus Kashgar zitiert, der Tahir beschuldigte, die Moschee in eine „kommunistische Progaganda-Schule“ verwandelt zu haben.

Die chinesischen Sicherheitskräfte haben am Mittwochmittag zwei Verdächtige im Zusammenhang mit dem Mord getötet, als sie mit Messern und einer Axt Widerstand gegen ihre Verhaftung leisteten. Ein dritter Verdächtiger konnte festgenommen werden. Von den chinesischen Medien werden die Verdächtigen als „Terroristen“ bezeichnet und die Festnahme als Teil des aktuellen Kampfes gegen den „Terrorismus“ im autonomen Gebiet Xingjiang dargestellt. Den Verdächtigen wird unterstellt, sie hätten mit dem „Mord“ nur ihr Ansehen unter zu Gewalt bereiten Extremisten vor weiteren „großen“ Angriffen steigern wollen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Unruhen im Westen Chinas: Dutzende Tote (30.Juni 2013)

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