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February 2, 2009

Sozialdemokratin Jóhanna Sigurðardóttir führt Übergangsregierung in Island

Sozialdemokratin Jóhanna Sigurðardóttir führt Übergangsregierung in Island

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Veröffentlicht: 20:43, 2. Feb. 2009 (CET)
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Jóhanna Sigurðardóttir

Reykjavík (Island), 02.02.2009 – Die bisherige Außen- und ehemalige Sozialministerin Jóhanna Sigurðardóttir übernimmt als erste Frau das Amt des Regierungschefs in Island. Sie gehört der sozialdemokratischen Partei Allianz an und ist 66 Jahre alt. Sie verfügt über große politische Erfahrung, erstmals wurde sie 1978 in das isländische Parlament, das „Althing“, gewählt. Sie übernimmt die Amtsgeschäfte von dem konservativen Ministerpräsidenten Geir Haarde, der am Freitag, 23. Januar, wegen der Folgen der Finanzkrise für Island seinen Rücktritt erklärt hatte. Der politischen Führung des Landes war eine Mitverantwortung dafür gegeben worden, dass Island durch die internationale Finanzkrise an den Rand des Staatsbankrotts getrieben worden war. Die isländische Krone verlor die Hälfte ihres Wertes, wodurch die Preise für viele Waren drastisch stiegen. Viele Bürger verloren außerdem ihre Ersparnisse, und es wird mit steigender Arbeitslosigkeit durch die große Zahl von Konkursen gerechnet. Der Rücktritt Haardes war durch monatelange Massenproteste förmlich erzwungen worden.

Die neue Regierungschefin soll die Amtsgeschäfte jedoch nur bis zu den Neuwahlen führen, die nun für den 25. April dieses Jahres geplant sind. Ursprünglich sollten die Parlamentswahlen erst am 9. Mai stattfinden.

Themenverwandte Artikel

  • Vorgezogene Neuwahlen in Island – Ministerpräsident zurückgetreten (24.01.2009)

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January 24, 2009

Vorgezogene Neuwahlen in Island – Ministerpräsident zurückgetreten

Vorgezogene Neuwahlen in Island – Ministerpräsident zurückgetreten

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Veröffentlicht: 21:29, 24. Jan. 2009 (CET)
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Reykjavík (Island), 24.01.2009 – Der wegen der Finanzkrise unter Druck geratene Ministerpräsident von Island, Geir Haarde, gibt sein Amt auf. Das erklärte der konservative Politiker am Freitag. Gleichzeitig kündigte er Neuwahlen an. Als wahrscheinlicher Termin für die vorgezogenen Parlamentswahlen gilt der 9. Mai dieses Jahres. Außerdem werde er, so erklärte Haarde weiter, wegen seiner Krebserkrankung Ende März auch den Parteivorsitz der konservativ-liberalen Unabhängigkeitspartei niederlegen.

Im Zuge der internationalen Finanzkrise waren die drei größten Banken Islands zusammengebrochen. Der Bankenkrach hatte darauf eine Staatskrise ausgelöst. Das Land war hoch verschuldet. Ein Staatsbankrott konnte nur durch einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der skandinavischen Länder vermieden werden. Die ökonomischen Folgen des Zusammenbruchs des Finanzsystems für Island sind katastrophal. Die Wirtschaft schrumpft in diesem Jahr nach Regierungsschätzungen um 10 Prozent, außerdem wird ein drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Viele Isländer hatten durch die Bankenkrise ihre Ersparnisse verloren. Wochenlange Massenproteste der Isländer gegen die Regierung waren die Folge. Das Parlament, Ministerien und Parteibüros wurden von den Demonstranten regelrecht belagert. Nachdem sich nun am Mittwoch auch die Außenministerin Ingibjörg Gísladóttir des sozialdemokratischen Koalitionspartners Allianz am Mittwoch für Neuwahlen ausgesprochen hatte, sah Ministerpräsident Haarde wohl keine Alternative zu einem Rücktritt, vermuten politische Beobachter. Am Mittwoch war der Dienstwagen des Ministerpräsidenten mit Eiern und Schneebällen beworfen worden. Kurz nach diesem Vorfall hatte Haarde noch einen Rücktritt ausgeschlossen.

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October 17, 2006

Island nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

Island nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

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Artikelstatus: Fertig 21:19, 17. Okt. 2006 (CEST)
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Reykjavík (Island), 17.10.2006 – Wie das isländische Fischereiministerium heute bekannt gab, wird Island den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen.

Trotz eines internationalen Moratoriums der Internationalen Walfangkommission gegen den kommerziellen Walfang will Island zum ersten Mal seit rund 20 Jahren den kommerziellen Walfang erlauben. Island wird damit neben Norwegen das zweite Land, das kommerziellen Walfang betreibt. Das isländische Fischereiministerium legte fest, dass bis August 2007 30 Zwergwale und neun Finnwale gejagt werden dürfen. Finnwale gelten als gefährdete Art. In einer Stellungnahme des Ministeriums, auf die sich verschiedene internationale Medien berufen, wird die Entscheidung damit begründet, dass das Land von der Fischerei abhängig sei. Die Fangquote sei auf ein tragfähiges Ausmaß festgelegt worden, so das Ministerium. Island hat den kommerziellen Walfang nach dem Inkraftreten des Moratoriums im Jahr 1986 aufgegeben, drei Jahre später folgte ein vollständiges Fangverbot. Seit 2003 fängt Island wieder Wale zu so genannten wissenschaftlichen Zwecken.

Arni Finnsson, ein Vertreter der Umweltschutzorganisation „Iceland Nature Conservation Association“ (Inca), kommentierte die Entscheidung laut „news.bbc.co.uk“ mit folgenden Worten: „Es gibt in Island keinen Markt für dieses Fleisch, und es gibt keine Möglichkeit es nach Japan zu exportieren; die Regierung scheint auf Fischer gehört zu haben, die meinen, dass die Wale alle Fische fressen würden.“ Laut der Website „icelandreview.com“ wird die „Hvalur 9“, ein Schiff der Firma „Hvalur hf“ bald bereit sein, kommerziellen Walfang zu betreiben. Nach Angaben von Kristján Loftsson, einem Manager der Firma, wurde eine Schiffsbesatzung zusammengestellt. Auch die Walfangstation „Hvalstödin“ in Hvalfjörður im Westen der Insel sei beinahe betriebsbereit. Die Firma wartet laut Kristján Loftsson lediglich noch auf eine Genehmigung des Ministeriums.

Themenverwandte Artikel

  • Walfang-Kommission: Walfang-Befürworter erzielen ersten Teilerfolg (20.06.2006)
  • Walfang-Kommission tagt: Freie Bahn für den Walfang? (16.06.2006)

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August 31, 2005

Island und die Färöer bilden gemeinsame Wirtschaftszone

Island und die Färöer bilden gemeinsame Wirtschaftszone

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Artikelstatus: Fertig 14:55, 2. Sep. 2005 (CEST)
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Hoyvík (Färöer) / Reykjavík (Island), 31.08.2005 – Island und die Färöer vereinbaren eine gemeinsame Wirtschaftszone. Für die Färöer ist es der größte selbstständige außenpolitische Schritt ihrer Geschichte.

Das Abkommen wurde vom isländischen Außenminister Davíð Oddsson und dem färöischen Ministerpräsidenten Jóannes Eidesgaard im Nationalmuseum der Färöer in Hoyvík unterschrieben, einem Vorort der Inselhauptstadt Tórshavn.

Von nun an herrscht freier Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen beiden nordatlantischen Ländern. Isländische und färöische Firmen und Einzelpersonen genießen volle Freizügigkeit im jeweils anderen Partnerland. Bereits am 2. September trat die Aufhebung aller Zölle in Kraft.

Die historischen und kulturellen Bindungen zwischen den Färöern und Island gelten als besonders eng. Beide Völker besiedelten diese Inseln ab dem 9. Jahrhundert und stammen von norwegischen Wikingern ab. Die isländische Sprache und das Färöische sind nah miteinander verwandt und daher gegenseitig verständlich. Beide Länder waren über Jahrhunderte norwegische und später dänische Kolonien. Während Island heute eine Republik ist (seit dem 17. Juni 1944), gehören die Färöer außenpolitisch noch zu Dänemark, befinden sich aber in einem stetigen Autonomieprozess, der dieses Jahr mit dem Vertrag von Fámjin eine neue Grundlage erhalten hat.

Wichtigster Wirtschaftsfaktor beider nordischer Länder ist die Fischerei. Beide sind nicht Mitglied der EU und haben eine 200-Seemeilen-Zone errichtet, in denen keine anderen Nationen ohne Sondergenehmigung fischen dürfen. Einzige traditionelle Ausnahme: die Färinger dürfen vor Island fischen und umgekehrt dürfen die Isländer in färöischen Gewässern fischen. Auch wenn die Fischerei in dem neuen Abkommen vorerst ausgeklammert ist, so geht man auf beiden Seiten davon aus, dass auch hier sehr bald alle noch bestehenden gegenseitigen Beschränkungen aufgehoben werden.

Chronik der isländisch-färöischen Beziehungen

  • 7. und 8. Jahrhundert – die ersten bekannten Menschen auf den Färöern sind irische Mönche. Vermutlich wurden sie von Wikingern vertrieben und zogen weiter nach Island.
  • 9. Jahrhundert – um 825 lässt sich mit Grímur Kamban der erste Wikinger auf den Färöern nieder. Ein anderer früher Siedler ist Naddoddur, der eines Tages auf einer Fahrt von Norwegen zurück auf die Färöer, jene verpasst und stattdessen Island entdeckt. Er nennt es “Schneeland”. Ihm folgen dann weitere Siedler, die teilweise von oder über die Färöer kommen.
  • Nach der Landnahme sind die Färöer und Island jeweils Freistaaten mit eigenen Parlamenten. Das Alþingi und das Løgting gelten als die ältesten heute noch bestehenden Parlamente der Welt.
  • Um 1000 – König Olav II. Haraldsson von Norwegen christianisiert nicht nur sein Land, sondern auch die Färöer und Island.
  • 13. Jahrhundert – Beide Länder geraten endgültig unter die Herrschaft Norwegens. Durch die Personalunion Norwegens mit Dänemark ab 1380 sind sie nun auch Teil des dänischen Großreichs.
  • 1536 – Die Reformation in Dänemark führt zur Auflösung des norwegischen Reichsrates. Dessen nordatlantischen Besitzungen werden nun endgültig dänische Provinzen und von Kopenhagen aus regiert. Während sich die isländische Sprache in Kirche, Bildungswesen und Literatur halten kann, wird das Färöische durch das Dänische verdrängt – überlebt aber in den färöischen Balladen, die teilweise von isländischem Sagenstoff inspiriert sind.
  • 1720-1776 – Die Färöer werden als Teil der dänischen Kolonie Island von Reykjavík aus verwaltet.
  • 1814 – Nach dem Kieler Frieden wird Norwegen von Dänemark abgetrennt. Die Färöer und Island fallen an Dänemark.
  • 1848 – Die Färöer werden der Islandabteilung des dänischen Innenministeriums unterstellt.
  • Zweiter Weltkrieg – Während Dänemark von Deutschland besetzt ist, rücken die Alliierten auf den Färöern und Island ein. Wirtschaftlich bedeutsam für alle Seiten ist das Engagement der färöischen Seefahrer und Fischer, die isländischen Fisch nach Großbritannien transportierten. Während der Versuch der Errichtung einer färöischen Republik scheitert, proklamiert Island am 17. Juni 1944 die Republik. Dennoch haben die Färöer während der Kriegsjahre eine eigene provisorische Regierung, und bekommen 1948 eine Teilautonomie innerhalb des Königreichs zugesprochen.
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