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September 19, 2015

Antibiotikaresistenzen nehmen dramatisch zu

Antibiotikaresistenzen nehmen dramatisch zu

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Veröffentlicht: 15:27, 19. Sep. 2015 (CEST)
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Klebsiella pneumoniae erreicht vor allem in Indien hohe Resistenzraten

Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Neu-Delhi (Indien), 19.09.2015 – Einem neu erschienenen Bericht des Center for Disease Dynamics, Economics & Policy (CDDEP) zu Folge steigen die Resistenzen von krankheitsereegenden Bakterien gegenüber Antibiotika alarmierend. Sie warnen vor lebensbedrohlichen Infektionen durch Kranheitserreger, gegen die nur noch wenige oder gar keine Antibiotika mehr wirksam sind. Zugleich stieg nach Angaben des Forscherteams der Antibiotikaverbrauch weltweit um mehr als 30 Prozent.

Bei den Resistenzen sind starke Unterschiede zwischen Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und hohen Hygienestandards gegenüber anderen Ländern mit geringeren Einkommen feststellbar, obwohl gerade in reichen Ländern viele Antibiotika eingesetzt werden. In Indien sind beispielsweise mittlerweile 57 % der Infektionen mit dem Bakterium Klebsiella pneumoniae, das als multiresistenter Keim in Krankenhäusern vorkommt, nicht mehr durch Antibiotika heilbar – 2008 lag diese Zahl noch bei 29 %. In Europa und in den Vereinigten Staaten sind diese Antiobiotika dagegen noch in 90 bis 95 % der Infektionen wirksam. Zugleich mit der Zunahme der Resistenzen nimmt jedoch auch die Nutzung der Antibiotika weltweit zu. Zwischen 2000 und 2010 hat ihr Verbrauch um rund 30 Prozent zugegenommen.

Die Ergebnisse wurden über die ResistanceMap des CDDEP veröffentlicht, einem interaktiven Onlinetool. Verfügbar sind Daten zur Bakterienresistenz und dem Nutzung von Antibiotika in 69 Ländern der Erde und zu 12 der wichtigsten und potenziell tödlichen Krankheitserregern, darunter das Caol-Bakterium, Salmonellen und der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Neue Grippe: In zwei Fällen Resistenz gegen Tamiflu nachgewiesen (20.12.2009)
Wikinews-logo.svg   WHO meldet: Tripper möglicherweise bald nicht mehr heilbar (08.06.2012)

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October 12, 2014

Hoffnung auf Ende des indisch-pakistanischen Grenzkonflikts

Hoffnung auf Ende des indisch-pakistanischen Grenzkonflikts

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Veröffentlicht: 12.10.2014, 09:22 (CEST)
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Karte der UNMOGIP für das Konfliktgebiet

Neu-Delhi (Indien), 12.10.2014 – Nachdem sich Indien und Pakistan eine Woche lang über die Line of Control (LoC) im Bereich von Jammu in dem von beiden Ländern beanspruchten Kashmir teilweise heftige Feuergefechte geliefert hatten, bei denen mittlerweile 21 Menschen getötet wurden, blieb es am Freitag ruhig an der de-facto-Grenze. Dies mag das äußere Anzeichen dafür gewesen sein, dass, wie die indische Zeitung The Hindu meldet, beide Länder begonnen haben, nach einer diplomatischen Lösung zu suchen. Offiziell wurde von beiden Ländern dazu nichts mitgeteilt, und am Samstag gab es einen weiteren Feuerwechsel.

Premierminster Narendra Modi, dessen Verhalten in dieser Situation bereits von der Oppostion scharf kritisiert worden war, gab nun eine erste öffentliche Stellungnahme zum aktuellen Grenzkonflikt ab. Auf einer Versammlung im Bundesstaat Maharashtra sagte er: „Unsere Soldaten haben Pakistan den Mund verboten.“ Von Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif wird berichtet, dass er weiterhin Indien für den Beginn der Feuergefechte verantwortlich macht, dass von seiner Seite aus ein Krieg aber nicht in Betracht käme. Eine Sprecherin des pakistanischen Außenministeriums sagte, man sei bestrebt dass eine Beobachtergruppe der United Nations Military Observer Group in India and Pakistan (UNMOGIP) die LoC besuchen solle und ihre Ansichten zu einer Lösung vorstellen solle. Diese Vorschläge, so meinte die Sprecherin, seien dann für Indien sicherlich akzeptabel.

Innenpolitisch sorgt der Konflikt aber noch immer für Unruhe in beiden Ländern. In Indien beschuldigte die oppositionelle Kongresspartei Modi der „selektiven Amnesie“, nachdem er sich gegen Kritik verwahrt hatte. Die Opposition erinnerte Modi an die Kritik, die er als Ministerpräsident des Bundesstaates Gujarat an der damaligen Regierung Indiens übte, als es im August 2013 zu ähnlichen Vorgängen an der Grenze kam.

Während in Indien nun die Regierung zu scharfen Worten gegen das Nachbarland griff, sind es in Pakistan Teile der Bevölkerung. Nach dem Freitagsgebet zogen dort Menschen auf die Straße und forderten einen „Jihad“ (Heiligen Krieg) gegen Indien. Die Forderungen wurden auf einer Versammlung der Jamaat ud-Dawa, einer islamischen Prediger- und Missionsorganisation erhoben, der Verbindungen zur Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) nachgesagt werden. Die LeT gilt bereits jetzt als maßgeblich verantwortlich für das Eindringen von Kämpfern über die LoC in den von Indien verwalteteten Teil Kashmirs, wo es dann zu Kämpfen mit indischen Sicherheitskräften kommt. Diese Art der Auseinandersetzungen hatte bereits vor kurzem die Angst vor einem Krieg zwischen den beiden Ländern genährt. Premierminister Modi hat Pakistan zuletzt auch sehr deutlich vor einer weiteren Unterstützung dieses Terrors gewarnt, den er als „Proxy-Krieg“ bezeichnete. Wenn es jetzt zu einer offiziellen Verständigung beider Länder über eine Einstellung des Feuerwechsels kommen sollte, dann bedeutet dies keineswegs das Ende des Konflikts. Vor einer weiteren Eskalation in nächster Zeit kann dann nur der bevorstehende Winter eine Atempause verschaffen, denn dann wird eine Bewegung von Truppen entlang der LoC, die auf den Gipfeln des Himalaya und seiner Ausläufer verläuft, unmöglich.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Kashmir: Weitere Feuergefechte – Mehr Tote (10.10.2014)

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August 31, 2014

Narendra Modi „enttäuscht“ von Pakistan

Narendra Modi „enttäuscht“ von Pakistan

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Veröffentlicht: 31.08.2014, 07:44 (CEST)
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Narendra Modi im Wahlkampf
(Mai 2014)

Neu-Delhi (Indien), 31.08.2014 – Der indische Ministerpräsident Narendra Modi hat mehr als eine Woche nach der Absage des Treffens der Außenminister von Indien und Pakistan erstmals selbst Stellung genommen. Er erklärte, er sei „enttäuscht“ von Pakistan, da es sich im Vorfeld des Außenminstertreffens mit „spalterischen Elementen“ getroffen habe und die Gespräche so zu einer „Farce“ gemacht habe. Modi nahm mit seinen Bemerkungen Bezug auf das Treffen des pakistanischen Hochkommissars in Neu-Delhi mit einer Reihe von Führern der Unabhängigkeitsbewegung Kashmirs aus dem autonomen indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir. Modi betonte, dass er alle offenen Fragen – dies würde dann auch die Frage nach der Zukunft des zwischen beiden Ländern geteilten Kashmir beinhalten – mit Pakistan besprechen würde. Er machte aber klar, dass derartige Gespräche nur auf der Grundlage des Shimla-Abkommens und der Erklärung von Lahore stattfinden würden, was jede Beteiligung von Seiten der Kashmiris ausschließen würde. Modi sagte dazu, er wolle die Gespräche in einer Atmosphäre führen, die frei sei von „Terrorismus und Gewalt“. Es sei ihm, so Modi, an einem friedlichen und freundschaftlichen Verhältnis zu Pakistan gelegen. Modi bezeichnete das Treffen mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif anlässlich seiner Amtseinführung in Delhi im Mai als „sehr gut“ und sagte, dass es eine gemeinsame Entscheidung gewesen sei, das seit 2008 erheblich beeinträchtigte Verhältnis beider Länder durch ein Treffen der Außenminister wieder zu verbessern.

Amit Shah, der Vorsitzende von Modis Regierungspartei, der BJP, hatte dazu erklärt, dass die Regierung mit der Absage des Treffens ein klares Signal an Pakistan geschickt habe, dass Treffen mit Unabhängigkeitsführern aus Kashmir nicht hinnehmbar seien. Er stellte dies als ein Zeichen der Stärke Indiens dar und meinte, es sei eine Maßnahme, die allein von einem Premierminister der BJP getroffen werden könne.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Indisch-Pakistanisches Außenministertreffen abgesagt (21.08.2014)

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August 21, 2014

Indisch-Pakistanisches Außenministertreffen abgesagt

Indisch-Pakistanisches Außenministertreffen abgesagt

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Veröffentlicht: 21.08.2014, 12:59 (CEST)
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Neu-Delhi (Indien), 21.08.2014 – Die indische Regierung hat ein für den 25. August geplantes Treffen der Außenminister von Indien und Pakistan in Islamabad abgesagt. Als Grund wurde die Einladung des pakistanischen Hochkommissars in Indien, Abdul Basit, an verschiedene Führer der Unabhängigkeitsbewegung im von Indien verwalteten Teil Kashmirs angegeben.

Syed Ali Shah Geelani

Basit hatte am 18. August zunächst ein Treffen mit Shabir Shah, einem Führer der Hurriyat-Konferenz. Shah wurde unter den Protesten einer kleinen Gruppe von Hinduextremisten durch einen Hintereingang in die diplomatische Vertretung Pakistans geschleust und sprach etwa eine Stunde mit dem Hochkommissar. Für den 19. August waren die beiden Hurriyat-Führer Syed Ali Shah Geelani und Mirwaiz Umar Farooq beim Hochkommissar eingeladen. Am 20. August soll es ein Gespräch mit Yasin Malik von der Jammu Kashmir Liberation Front (JKLF) geben.

Von Seiten der indischen Regierung hieß es zu den Treffen, dass sie die konstruktive Atmosphäre, die Premierminister Narendra Modi in den Beziehungen zum Nachbarland zu schaffen versuche, untergrüben. Es gäbe, so sagte ein Sprecher des Außenministeriums, nur den bilateralen Dialog auf der Grundlage des Shimla-Abkommens und der Erklärung von Lahore zwischen den beiden Ländern, wenn es um Kashmir gehe. Von einem Vertreter der extremistischen Hinduorganisation Vishwa Hindu Parishad (VHP) wurden die Gespräche sogar als ein Angriff auf die Souveränität Indiens angesehen. Derartigen Ansichten widersprach Shabir Shah aber bereits nach dem Treffen mit dem Hochkommissar. Shah verlangte die Beteiligung von Kashmiris an jedem Gespräch über die Situation Kashmirs, da Kashmir von ihm grundsätzlich nicht als ein regulärer Teil des indischen Hoheitsgebietes gesehen wird. Pakistan selbst verteidigte die Einladung durch den Hochkommissar mit dem Hinweis darauf, dass es eine übliche Vorgehensweise sei, sich mit indischen Vertretern der zwischen Indien und Pakistan geteilten Region Kashmir zu treffen, um die Ansichten der Kashmiris angemessen vertreten zu können.

In Indien führte die Absage des Treffens bei der größten Oppositionspartei im indischen Parlament, dem „Indischen Nationalkongress“, zur Frage, ob die Regierung überhaupt über eine geordnete Pakistanpolitik verfüge. So wurde vom Indischen Nationalkongress darauf verwiesen, dass der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif in einer Geste, die als Wiederbelebung der sehr abgekühlten Beziehungen zwischen beiden Ländern verstanden wurde, zur Amtseinführung von Modi eingeladen worden war. Dabei hätte man alle problematischen Ereignisse der Vergangenheit, wie den Terrorangriff auf das indische Konsulat in Kabul, der durch den pakistanischen Geheimdienst ISI unterstützt worden sein soll, die eingestellten Strafverfolgungen gegen Beteiligte an den Anschlägen von Mumbai und die zahlreichen Zwischenfälle an der Grenzlinie (Line of Control) einfach aus dem Weg geräumt, hieß es von Seiten der Opposition. Nun sage man in einer ähnlich übereilten Aktion das Außenministertreffen ab. Die dem Indischen Nationalkongress zeitweise nahestehende Jammu and Kashmir People’s Democratic Party, vertreten durch ihre Vorsitzende Mehbooba Mufti, nannte Begründung für die Absage „extrem fadenscheinig“.

Die Absage des Treffens kommt nur wenige Tage, nachdem der indische Premierminister Modi das Nachbarland eines „Krieges gegen Indien“ in Kashmir mit Hilfe von Terroristen beschuldigt hatte. Regelmäßige Treffen der Außenminister beider Länder sind seit 2012 eingestellt, als es zum Streit über den Tod eines indischen Grenzschutzsoldaten im Zusammenhang mit andauernden Feuergefechten über die Line of Control gekommen war. Auch im Augenblick kommt es fast täglich zu bewaffneten Auseinandersetzungen über die Waffenstillstandslinie hinweg, die in den meisten Fällen mit Handfeuerwaffen geführt werden. Am 12. August wurden dabei auch Mörsergranaten von beiden Seiten eingesetzt. Die Feuergefechte führen wohl zu Verletzten, aber größere Schäden oder Tote wurden im Zusammenhang mit diesen Vorfällen nicht gemeldet.

Die USA bezeichneten die Absage des Treffens als „unglücklich“ und forderten beide Seiten auf, den Dialog wiederaufzunemen, um die Beziehungen zwischen beiden Ländern ohne Rücksicht darauf, was passiert ist, wieder zu beleben. Die US-Botschaften in Delhi und Islamabad sind dabei als Vermittler aktiv geworden, um das abgesagte Treffen doch noch möglich zu machen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Premierminister Narendra Modi beschuldigt Pakistan des Krieges gegen Indien (14.08.2014)
Wikinews-logo.svg   Indisch-Pakistanisches Gipfeltreffen in New York (02.10.2013)

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August 16, 2014

Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Phoolan Devi

Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Phoolan Devi

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Veröffentlicht: 16:08.2014, 06:12 (CEST)
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Neu-Delhi (Indien), 16.08.2014 – Nachdem letzte Woche der Prozess um den Mord der indischen Politikerin Phoolan Devi nach 13 Jahren mit einem Schuldspruch für den Hauptangeklagten Sher Singh Rana und dem Freispruch von zehn weiteren Angeklagten zu Ende gegangen ist, wurde nun das Strafmaß verkündet. Rana wurde wegen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde weiterhin eine Geldstrafe von 100.000 Rupien auferlegt. Die Anklage hatte die Todesstrafe gefordert. Der Angeklagte hatte um ein mildes Urteil gebeten, da er sich um seine alte Mutter kümmern müsse.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Schuldspruch im Prozess um Mord an Phoolan Devi ergangen (10.08.2014)

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August 10, 2014

Schuldspruch im Prozess um Mord an Phoolan Devi ergangen

Schuldspruch im Prozess um Mord an Phoolan Devi ergangen

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Veröffentlicht: 10.08.2014, 16:21 (CEST)
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Neu-Delhi (Indien), 10.08.2014 – 13 Jahre nach dem Beginn des Prozesses um den Mord an Phoolan Devi, die als Banditenkönigin bekannt wurde, und die später Politikerin und indische Parlamentsabgeordnete war, ist am Freitag ein Schuldspruch von einem Gericht in Delhi ergangen. Der Angeklagte Sher Singh Rana, der von Anfang an als der Hauptverdächtige in dem Fall galt, wurde schuldig gesprochen, während zehn Mitangeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurden. Ein weiterer Angeklagter war 2013 nach einem Herzinfarkt im Gefängnis gestorben. Bei der Urteilsverkündung wurden vier der elf Angeklagten aus dem Gefängnis vorgeführt, die anderen befanden sich gegen Kaution bereits in Freiheit. Der Richter befand Rana des Mordes, des versuchten Mordes und der Verschwörung für schuldig. Als der Richter den Schuldspruch verkündete, rief Rana empört aus, warum er denn allein verurteilt würde, es seien doch auch andere bei der Tat anwesend gewesen.

Mit dem Prozess waren im Laufe der Jahre bereits zwölf weitere Richter beschäftigt, und das Gericht hörte 171 Zeugen für die Anklage. Kriminaltechnische Untersuchungen von Kleidung und einer Waffe, die von der Polizei nach der Flucht der Täter sichergestellt wurden, ordnen diese eindeutig Rana zu und identifizieren die Pistole als eine der Tatwaffen. Insgesamt wurden drei maskierte und bewaffnete Männer am Tatort gesehen.

Rana soll den Mord an der Politikerin der Samajwadi Party maßgeblich geplant und durchgeführt haben, um sich als Führer der Thakur, eines indigenen indischen Volkes, herauszustellen, so die offizielle Ansicht des Gerichts. Aber vor allem in der Öffentlichkeit hält sich die Ansicht, dass es Rache für den Mord an einem Cousin Ranas war, den Devi verübt haben soll, um sich ihrerseits für eine Vergewaltigung zu rächen. Noch andere Erklärungen für den Mord zielen auf Devis Herkunft aus einer niedrigen Kaste und stellen den Zusammenhang mit dem Mord an Ranas Cousin dadurch her, dass er nur einer von 22 Getöteten war, die alle aus einer höheren Kaste als Devi kamen.

Rana war bereits 2001, nur zwei Tage nach dem Mord verhaftet und später angeklagt worden, doch ihm gelang 2004 die Flucht aus dem Tihar-Gefängnis in Delhi. 2006 wurde er in Kalkutta erneut verhaftet und in eine Hochsicherheitsabteilung im gleichen Gefängnis gebracht. Durch die fluchtbedingte Unterbrechung wurde die Verhandlung in die Länge gezogen, doch Prozesse, die sich über viele Jahre erstrecken, sind für die indische Justiz generell eher die Regel als die Ausnahme.

2012 erstritt Rana vor Gericht sein Recht, sich aus dem Gefängnis heraus als unabhängiger Kandidat um einen Sitz im Parlament des indischen Teilstaates Uttar Pradesh zu bewerben; er scheiterte allerdings bei der Wahl. Im gleichen Jahr veröffentlichte er eine Autobiographie mit dem Titel „Jail Diary“.

Das Strafmaß soll am 12. August verkündet werden. Eine Berufung gegen das Urteil vor einem der höchsten indischen Gerichte, dem High Court von Delhi, ist dabei vom Gericht ausdrücklich nicht ausgeschlossen worden.

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February 17, 2013

Indien: 6-jähriges Mädchen vergewaltigt und an den Straßenrand geworfen

Indien: 6-jähriges Mädchen vergewaltigt und an den Straßenrand geworfen

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Veröffentlicht: 09:04, 17. Feb. 2013 (CET)
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Mädchen an einer indischen Schule

Neu-Delhi (Indien), 17.02.2013 – Ein 6-jähriges Mädchen aus einem Vorort von Neu-Delhi wurde am vergangenen Sonntagabend am Straßenrand aufgefunden, sie lag schreiend in ihrem Blut. Ein oder mehrere Täter hatten das Kind entführt und vergewaltigt.

Die Tat wurde bekannt, nachdem örtliche Medien von dem Fall berichtet hatten. Die Zeitung „Times of India“ berichtete, dass möglicherweise mehrere Personen die Tat gemeinsam begangen hätten. Das Opfer war vor der Tat mit einem unbekannten, etwa zwanzig Jahre alten Mann gesehen worden. Die Polizei fahndet intensiv. Ein Polizeisprecher gab bekannt, dass eine Untersuchung die Vergewaltigung bestätigt habe. Die 6-Jährige sei traumatisiert, derzeit können keine Angaben machen, die den Verfolgungsbehörden weiterhelfen würden. Sie sei in einem Krankenhaus und werde dort behandelt. Ein Arzt sagte, schwere Verletzungen im Genitalbereich hätten eine Operation notwendig gemacht, der Zustand des Mädchens sei zunächst kritisch gewesen.

Erst Mitte Februar war es im südindischen Küstenstaat Goa zum sexuellen Missbrauch einer 7-Jährigen in einer Unterrichtspause auf einer Schultoilette gekommen. Tausende Inder hatten sich nach der Tat vor der Deepvihar High School in Vasco da Gama versammelt. Sie forderten die Festnahme eines etwa 20-jährigen Verdächtigen. In Indien wird seit Dezember heftig über die Rechte der Frauen in der Gesellschaft und um die angemessene Bestrafung für Sexualverbrecher diskutiert. Damals war eine Studentin von fünf Männern in einem Bus vergewaltigt und danach aus dem Fahrzeug geworfen worden, sie verstarb wenig später an den Folgen der Tat. Fünf Männer im Alter zwischen 19 und 35 Jahren sind wegen Mordes angeklagt.

Nach Afghanistan, dem Kongo und Pakistan ist Indien das gefährlichste Land für Frauen. Allein in Neu-Delhi wird durchschnittlich alle 17 Minuten eine Frau vergewaltigt, in ganz Indien stiegen die Zahlen von 2007 bis 2011 um fast 17 Prozent. Eine Reuters-Studie besagt, dass allein 100 Millionen indische Frauen in die Hände von Menschenhändlern geraten sind. Durch die gezielte Abtreibung von weiblichen Föten gibt es einen Männerüberschuss von 50 Millionen im Land, dies besagt eine Studie der Thomson Reuters Foundation.

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December 31, 2012

Indien: Vergewaltigungsopfer ist gestorben

Indien: Vergewaltigungsopfer ist gestorben

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Veröffentlicht: 12:30, 31. Dez. 2012 (CET)
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Neu-Delhi (Indien) / Singapur, 31.12.2012 – Die 23-jährige Inderin, deren Vergewaltigung zu Protesten und Unruhen geführt hatte, ist in einem Krankenhaus in Singapur gestorben. Sie erlag am 29. Dezember um 4:45 Uhr Ortszeit den schweren inneren Verletzungen, die ihr die Vergewaltiger zugefügt hatten. Hinzu kamen Infektion von Lungen und anderer innerer Organe. Dies teilten die behandelnden Ärzte im Mount-Elizabeth-Krankenhaus mit. Die Frau, die am 16. Dezember in der indischen Hauptstadt in einem öffentlichen Omnibus von sechs Männern vergewaltigt worden war, war in der Nacht zum 27. Dezember zur Behandlung nach Singapur geflogen worden. Ihr Zustand galt als kritisch. Nach den Angaben des indischen Premierminister Manmohan Singh werde der Staat für die Kosten der Behandlung der Frau aufkommen.

Die Frau und ihr Begleiter waren mit Eisenstangen traktiert und nach der Vergewaltigung aus dem fahrenden Bus geworfen worden.

Die Tat hatte in Indien zu teils erbosten Reaktion und heftigen Protesten geführt. Ein Fernsehjournalist und ein Polizist waren während dieser Unruhen getötet worden. „Eine Stadt schämt sich“, stellte in einem Leitartikel die „Times of India“ fest und bezeichnet Neu-Delhi als „Vergewaltigungshauptstadt“. 572 gemeldete Vergewaltigungen wurden hier 2011 registriert. Die Dunkelziffer dürfte wegen der Scham der Opfer höher liegen. Sie verlange „schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen“, teilte die frühere Ministerin Sushma Swaraj von der oppositionellen Bharatiya Janata Party mit.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Indien
  • Portal:Recht

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September 2, 2012

Indien entwickelt neue Atomraketen

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Veröffentlicht: 08:54, 2. Sep. 2012 (CEST)
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Prithvi Kurz- strecken- rakete im Größen- vergleich zum Menschen

Neu-Delhi (Indien), 02.09.2012 – Auf dem Versuchsgelände Chandipur im indischen Bundesland Orissa wurde am Samstag, den 25.August eine neue taktische Rakete mit einer Reichweite von 350 km gestartet. Sie erreichte ihr Ziel im Golf von Bengalen mit einer Genauigkeit von unter 10 Metern. Es handelte sich um den ersten erfolgreichen Test mit voller Nutzlast, allerdings ohne Sprengsatz. Die Rakete vom Typs Prithvi-II kann mit einem atomaren Sprengsatz bis 500 kg ausgerüstet, leicht über größere Entfernungen transportiert und vom Fahrzeug aus abgeschossen werden. Zum Vergleich: Die am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfene Atombombe enthielt 64 kg Uran-235 und rund 4000 kg Zubehörteile. Durch den technischen Fortschritt sind seitdem weltweit eine Reihe von Waffen entwickelt worden, deren Gesamtgewicht geringer ist. So hat BrahMos, ein überschallschneller Flugkörper, der gemeinsam von russischen und indischen Unternehmen entwickelt wurde, nur noch ein Startgewicht von 3000 kg und eine Reichweite bis 300 km. Das Prithvi-Raketenprogramm wird seit 1983 von der indischen Regierung entwickelt. Taktische Raketen sind Angriffs- und Verteidigungswaffen, die auf dem Land nur die unmittelbaren Nachbarstaaten bedrohen.

Indien verfügt mit der Agni-Rakete bereits über ein reichhaltiges Arsenal von sogenannten strategischen Atomwaffen mit Reichweiten von 700 bis 8000 km, die auch Osteuropa bedrohen können. Interkontinentalraketen, die rund 10.000 km weit reichen sollen, befinden sich seit kurzem in der Entwicklung und könnten bis auf Südamerika und Teile Nordamerikas fast alle Länder der Welt erreichen. Indien gehört zu den wenigen Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben.

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  • Portal:Indien

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August 28, 2012

Indien: Erste unabhängige öffentliche Anhörung zum Atomprogramm

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Veröffentlicht: 16:23, 28. Aug. 2012 (CEST)
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Der erste 1000-MW-Reaktor in Indiens Kernkraftwerk Kudankulam wurde vor kurzem in Betrieb genommen

Indiens Atomwaffen – hier auf einer Parade im Jahre 2004 – gehören zu den modernsten und präzisesten Raketen in der Welt

Neu-Delhi (Indien), 28.08.2012 – Am Mittwoch vergangener Woche fand in der indischen Hauptstadt eine unabhängige Anhörung zum Atomprogramm statt. Die indische Regierung verfolgt ein ehrgeiziges Ausbauprogramm, das bereits auf lokalen und regionalen Widerstand gestoßen ist. Nach Auskunft von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) sind bei den offiziellen staatlichen Anhörungen wichtige Informationen und Dokumente vorenthalten oder verspätet geliefert worden, auch habe es viele Fälle von Verletzungen der Menschenrechte gegeben, da gegen friedliche Demonstranten mit polizeilichen und strafrechtlichen Maßnahmen vorgegangen werde. Es war die erste öffentliche Veranstaltung dieser Art in Indien, sagten Sprecher von NGOs und Pressebeobachter.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gandhi Peace Foundation. Unabhängige Experten informierten die Menschen in Indien über die Gefahren, die mit dem Ausbau der Kernenergie verbunden sind. Nach den Ergebnissen der Volkszählung 2011 hat Indien 1,2 Milliarden Einwohner und ist eines der größten Länder der Welt. Die Größe der Bevölkerung ist nach Ansicht von Sprechern der Grund, weshalb die Regierung ihre Politik auf undemokratische Weise durchsetze. Zur Zeit laufen sechs Kernkraftwerke mit 19 Reaktoren und einer Gesamtleistung von 4780 Megawatt (MW). Vor wenigen Tagen wurde der erste Reaktor im neuen Kraftwerk Kudankulam an der Südküste Indiens mit 1000 MW in Betrieb genommen. Das Projekt ist auf 9200 MW angelegt und wird seit Jahren von Protesten begleitet. Inzwischen befasst sich auch das höchste Gericht in Madras mit dem Fall. Fischer aus der Region, die gegen den Betrieb protestiert hatten, beklagten, dass die örtliche Polizei mit Strafanzeigen gegen sie vorgehe.

Viele Menschen sind seit der Katastrophe in Japan im März 2011 besorgt über die möglichen Gefahren der Atomenergie. Trotz dieser Sorgen soll in Jaitapur an der Westküste Indiens das größte Kernkraftwerk der Welt entstehen. Die elektrische Leistung beträgt 9900 MW, die Anlage besteht aus sechs Reaktoren zu je 1650 MW. Das Projekt geht zurück auf einen Vertrag zwischen dem französischen Konzern Areva S.A. und der staatlichen indischen Atomfirma Nuclear Power Corporation of India aus dem Jahre 2010 und soll rund 9,3 Milliarden US-Dollar kosten.

Eine Jury überwachte den Ablauf der Veranstaltung in Neu Delhi: Die Gesellschaftskritikerin und Aktivistin Aruna Roy, der ehemalige Chef der Marine Admiral L. Ramdas, der frühere Erste Richter von Neu Delhis Oberstem Gericht Ajit Prakash Shah und der Politiker K. S. Subramanian. Unterstützt wird die Protestbewegung in Indien auch vom christlichen Nationalen Kirchenrat Indiens. Yvon Ambroise, Erzbischof von Tuticorin, hatte bereits vor zwei Wochen eine persönliche Protest-Erklärung abgegeben.

Unter den Experten bei der regierungsunabhängigen Anhörung war Praful Bidwai, ein indischer Journalist, der für internationale Tageszeitungen schreibt und sich speziell gegen Atomwaffen wendet. Seit 1967 hat sich Indien zu einer Atommacht entwickelt, gehört aber noch zu den Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben.

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Originäre Berichterstattung
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Dieser Artikel enthält Journalismus aus erster Hand. Details befinden sich auf der Diskussionsseite.

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung des fremdsprachigen Artikels en:India had its first independent hearing on nuclear power (mit originärer Berichterstattung) vom 28.08.2012
Die Übersetzung von Berichten dieser Art wird vom Wikinews Original Reporting Translation Network (WORTNET) koordiniert.

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