Japans Präfektur Shimane begeht umstrittenen „Takeshima Day“

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Artikelstatus: Fertig 15:08, 24. Feb. 2006 (CET)
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Matsue (Japan) / Seoul (Südkorea), 24.02.2006 – Am 22. Februar hat die japanische Prefektur Shimane zum ersten Mal den so genannten „Takeshima Day“ gefeiert. Takeshima ist der japanische Name für eine Inselgruppe, die in Korea Dokdo genannt wird, und beide Länder erheben Anspruch auf die Inseln, die sich seit 1953 unter südkoreanischer Kontrolle befinden. Japan hat die Prefektur theoretisch der Prefektur Shimane unterstellt, die aber praktisch keine Macht über die Inseln hat.

Um mehr Aufmerksamkeit auf die aus japanischer Sicht widerrechtliche Besetzung zu lenken und den Rest Japans davon zu überzeugen, dass die Inseln japanisch sind, hat diese Prefektur im letzten Jahr den 22. Februar zum „Takeshima Day“ ausgerufen, da am 22. Februar 1905 die Inseln von Korea an Japan abgetreten wurden. Korea erklärt, dass dieser Vertrag nicht gültig sei, da sich Korea in dieser Zeit unter großem Druck aus Japan befunden habe. Dieser Druck führte auch dazu, dass Korea am 17. November des selben Jahres seine Soveränität teilweise aufgab und japanisches Protektorat wurde. Von 1910 bis 1945 war Korea vollständig von Japan besetzt.

Die Ausrufung des „Takeshima Day“ vor einem Jahr hatte eine dramatische Reaktion ausgelöst. Es gab große Proteste gegen die japanische Regierung, angeblich schnitt sich sogar ein Demonstrant einen Finger ab und warf ihn gegen die japanische Botschaft. Der südkoreanische Außenminister sagte damals, dass die Dokdo-Frage wichtiger sei als die Beziehungen zu Japan.

Die japanische Seite war offenbar bemüht, die Sache nicht zu weit ausufern zu lassen. Die Veranstaltung, an der rund 250 Personen einschließlich Vertretern der Regierung der Präfektur, lokaler Fischereigewerkschaften und des Stadtrats der Oki Inseln teilnahmen, wurde nicht durch prominente Plakate oder Banner angekündigt. „Der territoriale Streit ist ein Problem auf Staatsebene zwischen den beiden Nationen, das friedlich durch Diplomatie gelöst werden sollte. Wir wollen die Freundschaft [zwischen den beiden Ländern] weiterentwickeln“, sagte der Gouverneur der Präfektur Nobuyoshi Sumita auf der Gedenkveranstaltung. Man sei von der Reaktion im letzten Jahr geschockt gewesen.

Allerdings bewertete der Gouverneur den „Takeshima Day“ auch als Erfolg: „Takeshima ist seit über 50 Jahren von Südkorea besetzt. Wir haben versucht, die Aufmerksamkeit des übrigen Japans auf das Problem zu lenken, hatten aber kein Glück. Die präfektionale Resolution zur Einrichtung des ‚Takeshima Day‘ hat die Sache erfolgreich landesweit auf die Tagesordnung gebracht.“

Verglichen mit damals waren die Reaktionen in Korea diesmal human. „Die Gedenkveranstaltung wird von der Prefektur Shimane organisiert, deshalb wird die südkoreanische Regierung keine speziellen Schritte unternehmen, sondern die Entwicklung lediglich beobachten“ zitiert die japanische Zeitung „The Daily Yomiuri“ einen Sprecher des südkoreanischen Außen- und Handelsministeriums. Dies mag eine Reaktion auf die japanische Ankündigung sein, dass keine Kabinettsmitglieder an der Veranstaltung teilnehmen werden. Vielleicht möchte Südkorea aber auch nicht zu viel Aufmerksamkeit auf den Konflikt lenken, sondern den eigenen Anspruch mit Aktionen festigen, ohne dass über die Ansprüche Japans berichtet wird. So wurde beispielsweise mit dem Bau eines Observatioriums begonnen und Mobilfunkanbietern der Bau von Sendeanlagen erlaubt. Rund 20.000 Touristen besuchten die Inseln im vergangenen Jahr, mehr als zehnmal so viele wie im Vorjahr.

Trotzdem fanden verschiedene Aktionen statt, um auch den südkoreanischen Anspruch auf die Inseln zu bestärken. So soll ein großes Banner enthüllt werden, auf dem „Dokdo gehört uns“ auf Koreanisch, Englisch und Chinesisch steht, welches von 365 Drachen getragen werden soll. Diese Anzahl wurde als Symbol gewählt, um deutlich zu machen, dass Korea an jedem Tag des Jahres für die Inseln kämpfen wird. Auch soll ein koreanisches Paar als die ersten und bisher einzigen Bewohner der Inseln eine Gedenktafel erhalten, nachdem es diese Woche dorthin zurückkehrte. Es hatte seit 1996 auf dem benachbarten Ulleungdo gelebt.

Die international oft neutral „Liancount-Felsen“ genannte Inselgruppe besteht aus zwei kleineren Inseln und 33 Felsen. Sie sind vulkanischen Ursprungs, haben eine Gesamtfläche von nur 0,2 Quadratkilometern und gelten als unbewohnbar, da es keine Süßwasserquelle gibt. Sie liegen 120 Kilometer östlich der koreanischen Insel Ulleungdo (217 Kilometer vom koreanischen Festland) und 157 Kilometer nordöstlich der japanischen Oki-Inseln (250 Kilometer von japanischen Hauptinseln).

Quellen