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October 17, 2013

Peking: Der Dalai Lama und die Waisenkinder

Peking: Der Dalai Lama und die Waisenkinder

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Veröffentlicht: 16:01, 17. Oktober 2013 (CEST)
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Peking (China), 17.10.2013 – Im September 2013 veröffentlichte die Neue Züricher Zeitung (NZZ) eine kleine Reihe von Artikeln, in der es um das Schicksal von rund 200 tibetischen Kindern ging, die Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in die Schweiz kamen. In einer Pressekonferenz verurteilte eine Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums in Peking diese Ereignisse nun mehr als einen Monat nach ihrem Bekanntwerden scharf und verbreitete dies auch in nahezu gleichlautenden Meldungen in verschiedenen englischsprachigen chinesischen Medien, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Die NZZ selbst nahm den Film „Tibi und seine Mütter“ des Schweizer Dokumentarfilmmachers Ueli Meier, in dem dieser das Schicksal eines Kindes darstellt, zum Anlaß für ihre Artikel. Nach der Flucht des Dalai Lama nach Indien 1959 waren diesem viele seiner tibetischen Landsleute gefolgt. Als deren Lebensumstände in Europa bekannt wurden, startete der 1981 verstorbene schweizerische Unternehmer Charles Aeschimann eine private Initative, um tibetischen Waisenkindern eine neue Familie in Europa zu geben. Ihm halfen der Bruder des Dalai Lama, Thubten Norbu, der damals für die UNO in Genf tätig war, sowie die Schwester des Dalai Lama, die im indischen Dharamsala ein Waisenhaus betrieb. Die Kinder kamen ursprünglich als Pflegekinder in die Familien, und eine Gruppe wurde in einem Kinderheim untergebracht. Klar ist dabei nur, dass der Dalai Lama eine Erziehung dieser Kinder nach westlichem Vorbild wollte. Aus den Pflegekindern wurden dann aber später oft auf deren eigenes Drängen hin Adoptivkinder, und die Kenntnisse über Tibet gingen bei vielen verloren, da sie als kleine Kinder in die Schweiz gekommen waren und wenig Kontakt zu einander hatten. Dass es sich bei den wenigsten der Kinder, nämlich nur 19, um wirkliche Waisen handelte und die anderen zumindest noch einen lebenden Elternteil hatten, als sie in die Schweiz kamen, blieb zwar nicht unbekannt, aber dem Schweizer Roten Kreuz war es nicht immer möglich Kontakte zu vermitteln. Selbst da wo es Kontakte zu den Ursprungsfamilien gab, traten bei vielen der Kinder im Laufe der Zeit große Probleme auf. Heute hat nur etwa ein Drittel gute Kontakte zu den Familien in Tibet, ein Drittel hat lockere Kontakte, und der Rest hat überhaupt keinen Kontakt. Der ursprüngliche Plan, dass die Kinder als z.B. gut ausgebildete Ärzte und Ingenieure nach Indien zurückkehren und dort etwa für die tibetische Exilregierung tätig werden sollten, wurde von niemandem verwirklicht.

Die chinesische Regierung forderte nun alle gerechtigkeitsliebenden Menschen dazu auf, diese Vorgänge, die von der nach chinesichem Sprachgebrauch „Clique des Dalai Lama“ inszeniert worden sind, zu verurteilen. Der Dalai Lama habe, so die Sprecherin des Außenministeriums, die Rechte der Kinder mit Füßen getreten und allgemein anerkannte Ethik und Moral verletzt. Ein Kommentar der englischsprachigen Ausgabe der Parteizeitung Renmin Ribao (People′s Daily) spart dabei nicht mit diffamierenden Worten. So wird gesagt, der Dalai Lama habe die Kinder als politische Instrumente zur Manipulation genutzt, wo die Kinder zu Schachfiguren wurden, um sich in der Öffentlichkeit in ein gutes Licht zurücken. Die Zeitung fordert vom Dalai Lama eine Aufklärung der Weltöffentlichkeit und der Tibeter über seine, so die Zeitung „verwerfliche Tat“ und nennt den Vorgang ein „verabscheuendswürdiges Verbrechen gegen das tibetische Volk“, dem die „Clique des Dalai Lama“ mit„Ignoranz und ohne Reue“ für ihre Tat begegne.

Dass die chinesische Regierung selbst erst kürzlich Millionen an Tibetern zwangsumgesiedelt hat, bleibt dabei unerwähnt. Auch von den sogenannten „Tibetschulen“ in China spricht niemand. In diesen Schulen werden auch fern von Tibet allein tibetische Kinder unterrichtet. Einerseits sicherlich eine positive Initative, für Kinder, in deren Heimat es auch heute nur sehr schlechte Bildungschancen gibt. Dass diese Kinder dabei aber fraglos im Sinne der chinesischen Regierung beinflusst werden, bleibt dabei ungesagt. Dass man so verhindern möchte, dass Kinder in buddhistischen Klöstern keineswegs nur zu Mönchen erzogen werden, sondern dort auch eine Schulbildung erhalten, ist dabei ebenfalls kein Thema. Die chinesischen Medien beziehen sich in ihrer Darstellung allein auf den auf das persönliche Schicksal eines Kindes fixierten Film von Ueli Meier und stellen diesen dann auch noch in einer allein auf eine Schlagzeile bedachten Art und Weise dar. Das in diesem speziellen Fall sehr viel Naivität und widerstreitende Interessen und Meinungen in der Schweiz und wenig professionelles Management herschten, wie es die NZZ ausführlich erläutert, wird von den Chinesen dabei nur nebenbei erwähnt. Allein ein neuer Schlag im Propagandakrieg gegen den Dalai Lama ist der chinesischen Regierung hier einmal wieder wichtig.

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July 7, 2012

Pilatus ist auch vom Exportverbot in die Arabischen Emirate betroffen

Pilatus ist auch vom Exportverbot in die Arabischen Emirate betroffen

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Veröffentlicht: 14:27, 7. Jul. 2012 (CEST)
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Mehrzweckflugzeug Pilatus PC-12

Stans (Schweiz), 07.07.2012 – Auf Anweisung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) muss das Stanser Unternehmen Pilatus Flugzeugwerke AG sämtliche Lieferungen in die Vereinigten Arabischen Emirate einstellen. Der Grund dafür ist das Exportverbot von Kriegsmaterial in das Land am Persischen Golf.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hin gab Pilatus-Chef Oskar Schwenk dies am Donnerstag bekannt. 2009 wurden bei Pilatus 25 militärische Trainingsflugzeuge des Typs PC-21 im Wert von 500 Millionen Schweizer Franken (CHF) von den Vereinigten Arabischen Emiraten bestellt.

Diese Flugzeuge gelten in der Regel nicht als Kriegsmaterial. Gerade diese Lieferung wurde jedoch vom Bundesrat unter das Kriegsmaterialgesetz gestellt aufgrund der Tatsache, dass sich der Kunde in den Vertragsverhandlungen nach einer möglichen Bewaffnung der Flugzeuge erkundigte. Weil die Vereinigten Arabischen Emirate vom Bundesrat als politisch stabil angesehen wurden, bewilligte er den Export.

Nachdem Medienberichte über Handgranaten des Schweizer Rüstungsbetriebs RUAG in den Händen Aufständischer in Syrien um die Welt gingen, wurden am Mittwoch alle Exporte von Kriegsmaterial an die Vereinigten Arabischen Emirate durch das SECO eingestellt. Schwenk berichtete, dass die Anweisung Pilatus am Donnerstag erreichte. Jetzt müsse analysiert werden, was diese Verfügung für das Unternehmen bedeutet.

Die 25 Flugzeuge sind bereits ausgeliefert. Nach Aussage Schwenks habe Pilatus aber noch zahlreiche vertragliche Verpflichtungen. Darunter fallen die Lieferung von Ersatzteilen und Software, und Unterhalts- und Garantieleistungen gehören ebenfalls dazu.

Pilatus-Chef Oskar Schwenk sagte: „Zudem haben wir noch viel Geld ausstehend.“ Schwenk befürchtet, dass sich der Lieferstopp negativ auf die Zahlungsmoral der Kunden auswirkt. Er kritisierte wortwörtlich: „Das Schlimmste ist aber der Vertrauensbruch aufgrund von etwas, was noch gar nicht bewiesen ist.“.

Vom Bund wird davon ausgegangen, dass die Handgranaten der syrischen Rebellen aus einer im Jahre 2003 getätigten Lieferung an die Vereinigten Arabischen Emirate stammen. Damals wurden insgesamt 225.162 Granaten von der RUAG an die Armee der Vereinigten Arabischen Emirate gesendet. Die Armee unterzeichnete dafür eine Nichtwiederausfuhr-Erklärung.

Die genaue Beweislage ist jedoch noch nicht sicher. Deshalb ist die vom SECO angeordnete Einstellung von Rüstungs-Exporten bisher nur provisorisch. Schwenk hofft darauf, eine Lösung für Pilatus durch Gespräche mit den Behörden zu finden.

Noch im letzten Jahr waren die Vereinigten Arabischen Emirate der größte Abnehmer von Kriegsmaterial aus der Schweiz. Von der Verfügung des SECO sind 20 weitere Unternehmen ebenfalls betroffen, welche vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) jedoch nicht genannt wurden.

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  • Portal:Schweiz

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July 5, 2012

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

Die Rinderseuche Besnoitiose hat die Schweiz erreicht

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Veröffentlicht: 18:51, 5. Jul. 2012 (CEST)
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Murnau-Werdenfelser-Rind.jpg

Zürich (Schweiz), 05.07.2012 – Die Rinderseuche Besnoitiose hat bereits viele Rinder in Deutschland, Frankreich und Italien getötet. Nun traten auch die ersten Fälle in der Schweiz auf. Es wurde jedoch teilweise Entwarnung von Experten gegeben.

Die Seuche bereitet den davon befallenen Rindern einen sehr qualvollen Tod. Besnoitiose wird durch Stechfliegen von Tier zu Tier übertragen und macht sich im Körper breit. Im Körper befällt sie das Gewebe und führt zu Hautveränderungen, Ödemen, starken Schmerzen und als letztes zum Tod.

Eine Untersuchung der Universität Zürich hat ergeben, dass vier Rinder, welche aus Frankreich importiert wurden, von dem Parasiten, der für die Seuche verantworlich ist, befallen sind. Hans Wyss vom Bundesamt für Veterinärwesen bestätigte dies gegenüber dem Nachrichtenmagazin „10vor10“.

Der Professor für Parasitologie an der Universität Bern, Bruno Gottstein, gab jedoch teilweise Entwarnung. Der Überträger, die Stechfliege, hat nur einen sehr kleinen Lebensraum, nämlich den in einer Tierherde. Somit ist die Seuche kontrollierbar.

Gottstein sagte: „Rinderzüchter in der Schweiz müssen keine Angst haben. Von diesen wenigen Tieren ausgehend kann es nicht zu einem schnellen Ausbruch kommen wie bei der Maul- und Klauenseuche oder der Blauzungen-Krankheit.“ Der Parasit ist für den Menschen auch nicht gefährlich. Wie der Bund sein weiteres Vorgehen plant, ist noch unklar. Die Züchter in der Schweiz müssen nun mit Rindern, welche aus dem Ausland importiert wurden, besonders vorsichtig sein.

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  • Portal:Schweiz

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December 25, 2011

Weihnachts-Komet war Raketenstufe von ISS-Mission

Weihnachts-Komet war Raketenstufe von ISS-Mission

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Veröffentlicht: 10:51, 25. Dez. 2011 (CET)
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Deutschland, 25.12.2011 – Am gestrigen Heiligabend wurde um etwa 17:30 Uhr aus verschiedenen Regionen in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden die Beobachtung eines hell leuchtenden Himmelskörpers gemeldet. Radio- und Pressemeldungen gingen dahin, dass es sich um irgendein Stück Weltraumschrott handeln könnte – oder auch um einen Meteoriten. Passend zur Heiligen Nacht war auch von einem „Weihnachtsstern“ oder Sternschnuppe die Rede. Verschiedene Videos von Privatpersonen, die das Ereignis festhielten kursierten im Internet.

Tatsächlich handelte es sich wohl um eine Raketenstufe einer Sojus-Rakete, die beim Wiedereintritt verglüht ist. Sie stammt von der am Mittwoch gestarteten Sojus-Mission zur ISS. Mit dieser Mission ist auch André Kuipers als zweiter niederländischer Astronaut gestartet.

Entzückt die Süd-Hemisphäre: „Lovejoy“

Einen beeindruckenden echten Kometen können dagegen zur Zeit die Bewohner der Südhalbkugel beobachten: Der Komet „Lovejoy“ beeindruckt nicht nur mit seinem Schweif, er ist auch so hell, dass er sogar am Tag sichtbar ist.

Derweil sorgte in Russland ein weiteres Stück Weltraumschrott für Aufsehen: Ein etwa 50 cm großes Teil des Kommunikationssatelliten „Meridian“ stürzte nach missglücktem Start auf ein Haus in einem russischen Dorf. Obwohl es bewohnt war, wurde niemand verletzt. Die Straße, in der es steht, ist den Kosmonauten gewidmet.

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  • Portal:Internationale Raumstation

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December 18, 2011

Glimpflicher Verlauf von Orkantief Joachim

Glimpflicher Verlauf von Orkantief Joachim

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Veröffentlicht: 15:46, 19. Dez. 2011 (CET)
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Windfeld von Orkan Joachim nach dem GFS-Modell der NOAA für den 15. Dezember, 21:00 Uhr UTC

Offenbach am Main (Deutschland), 18.12.2011 – Orkan Joachim, der im Vorfeld von den Meteorologen in den Prognosen mit den Orkanen Kyrill (2007) und Lothar (1999) verglichen worden war, hatte eine schwächeren Verlauf als ursprünglich angenommen, sodass die befürchteten großen Schäden ausgeblieben sind. Doch die mit dem Sturm verbundene Kaltfront und die mitgeführten feuchten Luftmassen sorgten in höheren Lagen der Schweiz, in Süddeutschland und Mitteldeutschland sowie in der Slowakei und in Tschechien für Verkehrsbehinderungen durch starke Schneefälle. Zahlreiche Autobahnen mussten zeitweise gesperrt werden. Unterhalb der Schneefallgrenze fiel teilweise ergiebiger Regen, der an Main und Mosel zu Hochwasserwarnungen führte. Inzwischen ist das Sturmtief nach Polen abgezogen.

Der Kern des Sturmes ist vom Ärmelkanal kommend über Paris hinweggezogen und folgte dann einer Bahn, die ihn über Düsseldorf und Hannover nördlich an Berlin vorbeiführte, doch die stärksten Windgeschwindigkeiten traten teilweise erheblich weiter südlich auf. In Frankreich führte der Sturm zu Stromausfällen in rund 400.000 Haushalten, von denen die meisten auf die Bretagne entfielen. Der Eisenbahnverkehr in der Bretagne war schwer behindert, doch zwischen Rennes und Paris verkehrten die Züge nahezu reibungslos. Schlimmer hingegen war die Situation im Pays de la Loire, wo der Eisenbahnverkehr völlig zusammenbrach. Der Elektrizitätsversorger Électricité de France (EDF) teilte mit, dass man in einem Kernkraftwerk vorsorglich auf Notbetrieb geschaltet habe. Es sei jedoch zu keinen Beeinträchtigungen gekommen.

Europaweit kamen zwei Personen durch die Auswirkungen des Orkantiefs zu Tode. In Bayern starb ein Mann beim Schneeräumen, und in Rheinland-Pfalz erlitt ein Autofahrer schwere Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, als sein Fahrzeug von einer Sturmbö erfasst wurde und gegen einen Baum prallte. Das zweite Opfer wurde aus Spanien gemeldet, wo ein einstürzendes Dach den Bewohner eines Hauses erschlug. In Frankreich und Spanien wurden außerdem mehrere Personen durch herunterfallende Dachziegel oder herumfliegende Gegenstände verletzt. In der Schweiz wurden drei Personen verletzt, als ein Nahverkehrszug aus sturmbedingten Gründen entgleiste.

Der starke Wind führte auch in Deutschland zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr. In der Südpfalz musste die Deutsche Bahn auf zahlreichen Strecken den Bahnverkehr vorübergehend einstellen. Auch zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern ging nichts mehr. In dieser Gegend waren wegen Sturzfluten durch Starkregen zeitweise mehrere Landstraßen nicht befahrbar.

Die Autobahn A 61 war bei Alzey stundenlang durch einen vom Wind umgestürzten Lastwagen blockiert. Die Autobahnen A 4 und A 45 mussten im Sauerland wegen Schnee- und Eisglätte gesperrt werden. Es entstanden kilometerlange Staus. Starker Schneefall und Schneeverwehungen verursachten auch im baden-württembergischen Schwarzwald, in Thüringen sowie im Erzgebirge Störungen des Verkehrs. Der Grenzübergang Reitzenhain–Hora Svatého Šebastiána im Zuge der Bundesstraße 174 wurde gesperrt, nicht befahrbar war auch auf tschechischer Seite die Autobahn Dresden–Prag.

Der Wind erreichte in Böen über 140 Kilometer pro Stunde, gab der Deutsche Wetterdienst bekannt. In Deutschland wurde auf der Zugspitze eine Spitzenböe von 183 Kilometern pro Stunde verzeichnet, nur wenig darunter blieben die auf dem Wendelstein gemessenen Werte. Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke meldeten auch der Feldberg und der Belchen im Schwarzwald. Der höchste Wert einer Bö wurde vom Puy de Dôme bei Clermont-Ferrand in Südfrankreich gemeldet. Nach Angaben von Météo-France zeichnete hier das Anemometer eine Bö mit einer Windgeschwindigkeit von 212 Kilometern pro Stunde auf.

155 Kilometer pro Stunde erreichten die stärksten Böen auf dem Feldberg im Schwarzwald. Auf dem Brocken im Harz, wo das dort befindliche Hotel aus Sicherheitsgründen evakuiert worden war und die Harzer Querbahn nicht verkehrte, wurden Böen von bis zu 133 Kilometer pro Stunde registriert. Wegen Sicherheitsbedenken blieben am Freitag (16.12.2011) an mehreren Orten die Weihnachtsmärkte geschlossen, so etwa in Karlsruhe, wo auch der Zoo seine Pforten nicht öffnete, Friedrichshafen, Straßburg, Kempten und Freiberg in Sachsen. Auch in zahlreichen Skigebieten fand kein Skibetrieb statt.

Östlich der Halbinsel Quiberon in der Bretagne wurde der Frachter „TK Bremen“ durch den Sturm auf den Strand südöstlich der Hafenstadt Lorient geworfen. Die 19 Personen an Bord wurden von einem Hubschrauber aufgenommen. Aus dem Wrack trat Öl aus, weswegen die zuständigen Behörden Umweltalarm auslösten. Marie-Françoise Le Jossec, die Bürgermeisterin des Ortes Erdeven, in dessen Nähe das Schiff auf Grund liegt, sagte den Medien, es gebe im Rumpf des Schiffes ein Loch. Der resultierende „Ölfilm ist mittlerweile einen Kilometer lang und fünf Meter breit“, sagte Le Jossec.

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December 14, 2011

Schweizer Fussball, ASL: Remis zwischen Neuchâtel Xamax und FC Basel zum Abschluss der Hinrunde

Schweizer Fussball, ASL: Remis zwischen Neuchâtel Xamax und FC Basel zum Abschluss der Hinrunde

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Veröffentlicht: 16:48, 14. Dez. 2011 (CET)
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Neuenburg (Schweiz), 14.12.2011 – Die Männerfussballmannschaften des Neuchâtel Xamax und des FC Basel verabschiedeten sich mit einem Remis in die Winterpause der Saison 2011/12 der Axpo Super League. Nach einem Platzverweis von Stéphane Besle in der 53. Minute war Xamax in Unterzahl und waren Basel unterlegen, das nur eine seiner Torchancen durch Marco Streller zum 1:0 in der 77. Minute verwerten konnte. Das reichte nicht zum Sieg, da Neuchâtels Abdou Rahman Dampha in der 80. Minute zum Ausgleich traf. Damit endete die Siegesserie des FC Basel nach 7 Spielen. Trotz des Remis vergrösserte Basel seinen Vorspung als Tabellenführer, da der Tabellenzweite FC Luzern verlor.

Mannschaftsaufstellung:

Xamax: Bédénik (Tor); Geiger, Navarro, Besle, Facchinetti (Abwehr); Wüthrich (75. Dampha), Gomes, Vullnet, Treand (83. Paito) (Mittelfeld); Azizmendi, Uche (90. Seferovic) (Sturm).

FC Basel: Sommer (Tor); Steinhöfer, Kováč, Dragović, Joo-Ho Park (Abwehr); Andrist (68. Shaqiri), Frei, Xhaka, Zoua (Mittelfeld); Streller, Chipperfield (84. Pak) (Sturm).

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  • Portal:Fußball

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May 9, 2011

Hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Deutschlands

Hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Deutschlands

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Veröffentlicht: 15:49, 9. Mai 2011 (CEST)
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Waldbrand

Offenbach am Main (Deutschland), 09.05.2011 – Aufgrund der warmen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit ist die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Deutschlands hoch. Insbesondere in weiten Teilen Norddeutschlands wird die Gefahr von Waldbränden vom Deutschen Wetterdienst als „sehr hoch“ eingestuft. Das gilt für die gesamte Küstenregion an der Nordsee von der Grenze zu den Niederlanden bis Dänemark im Norden. Große Teile im Landesinneren Mecklenburg-Vorpommerns sind ebenfalls stark gefährdet. In diesem im Osten gelegenen Bundesland wird auch in den nächsten Tagen weiterhin von einer hohen Waldbrandgefahr ausgegangen.

Von einer hohen Brandgefahr wird auch aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis berichtet. In Niedersachsen ist es verboten, im Wald zu rauchen oder Lagerfeuer zu entzünden.

Auch in vielen Schweizer Kantonen sowie im Fürstentum Liechtenstein wird die Waldbrandgefahr bereits seit Ostern als groß eingeschätzt. Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Umwelt bleibt die Gefahr trotz Niederschlägen bestehen. Daher gelten in Liechtenstein und allen Schweizer Kantonen weiterhin Warnungen oder Feuerverbote.

Das sollten Sie beachten

So sollten Sie vor einem Waldbrand flüchten

Hier stehen einige Tipps zur Vermeidung von Waldbränden und dazu, was man tun sollte, wenn man ein solches Feuer bemerkt.

  • Keine Glasflaschen in den Wald werfen. Das kann durch den Lupeneffekt ein Feuer auslösen.
  • Rauchen Sie auf keinen Fall im Wald.
  • Grillen Sie nicht im Wald oder in der Nähe eines Waldes.
  • Seien Sie wachsam. Melden Sie Feuer und Rauch sofort der Feuerwehr (Telefon: 112).
  • Wenn Sie von einem Feuer bedroht werden, flüchten Sie schräg zur Windrichtung.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wetter

Quellen

Originäre Berichterstattung
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April 8, 2011

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

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Veröffentlicht: 18:32, 8. Apr. 2011 (CEST)
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Genf (Schweiz), 08.04.2011 – Am gestrigen Weltgesundheitstag sprach Margaret Chan, die WHO-Generaldirektorin, eine deutliche Warnung aus. Wegen des sorg- und verantwortungslosen Umgangs mit Antibiotika drohen immer mehr dieser Mittel ihre Wirkung zu verlieren. Mehr und mehr Keime und Bakterien entwickeln Resistenzen und sprechen nicht mehr auf eine Behandlung an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass schon bald einfache Infektionen nicht mehr geheilt werden können und bei den Erkrankten zum Tod führen.

Die WHO-Europazentrale in Kopenhagen gab bekannt, dass in den EU-Ländern im Jahr 2010 etwa 25.000 Menschen durch Infektionen starben. Die Infektionen finden dabei häufig in Krankenhäusern statt. Werden Behandlungen nicht fachgerecht durchgeführt, so überleben die hartnäckigsten Bakterien und vermehren sich. So entstehen Bakterienstämme, die gegen ein oder mehrere Antibiotikapräparate Resistenzen entwickelt haben. Bei den Klinikinfektionen besonders gefürchtet ist der Keim „Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus (MRSA)“.

Die 2010 gemeldeten 440.000 neuen Tuberkuloseerkrankungen (TBC) stellen ein besonderes Problem dar. Hier dauert eine fachgerechte Behandlung sechs Monate. Besonders in Entwicklungsländern werden solche Behandlungen immer wieder unterbrochen, beispielsweise weil das Antibiotikum nicht vorrätig ist: genau das Szenario, bei dem es zu Resistenzbildungen kommt. Diese besonders gefährlichen Bakterienstämme verbreiten sich schnell weltweit. Ähnliche Probleme gibt es bei dem AIDS-Erreger HIV und bei der Malaria.

Besorgniserregend sei insbesondere, dass Antibiotika in 14 von 21 osteuropäischen Ländern ohne ärztliches Rezept frei verkäuflich sind. Dies kommen beispielsweise in Tiermastbetrieben zum Einsatz, wo es vorbeugend verabreicht wird.

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March 27, 2011

Wallis: Elf Wintersportler von Lawine erfasst

Wallis: Elf Wintersportler von Lawine erfasst

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Veröffentlicht: 16:36, 27. Mär. 2011 (CEST)
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Lawine (Archivbild)

Wallis (Schweiz), 27.03.2011 – Samstagnachmittag Bourg-St-Pierre: Nahe beim Tunnel des Grossen St. Bernhards geht eine Lawine ab. Vier Personen wurden getötet, fünf weitere verletzt. Einer der Verschütteten hatte sich selbst befreien können und Hilfe geholt. Ein weiterer wird vermisst.

Bei den Betroffenen handelt es sich um Franzosen aus dem Kanton Cluses in der Region Rhône-Alpes. Neun Personen waren mit Schneeschuhen auf der Tour, zwei weitere mit Tourenskis. Einen Bergführer hatten sie nicht dabei.

Der Hilferuf löste einen Großeinsatz aus, bei dem ein Teil der Gruppe aus den Schneemassen geborgen werden konnte. Obwohl eine Person noch nicht geborgen war, wurde die Suche am Samstagabend abgebrochen, da die Gefahr vor Ort zu groß war. Ein Franzose verstarb im Universitätsspital in Lausanne, die weiteren wurden tot am Berg aufgefunden.

In der Schweiz wird vor möglichen weiteren Lawinen gewarnt.

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  • Portal:Schweiz

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December 8, 2010

Wikileaks: „Operation Payback“ legt Server von Postfinance und Mastercard lahm

Wikileaks: „Operation Payback“ legt Server von Postfinance und Mastercard lahm

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Veröffentlicht: 18:23, 8. Dez. 2010 (CET)
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Zürich (Schweiz), 08.12.2010 – Hacker haben im Rahmen ihrer «Operation Payback», deutsch soviel wie «Operation Vergeltung», mit einer Denial-of-Service-Attacke (DoS-Attacke) die Server der Schweizer Postbank Postfinance und der Kreditkartenorganisation Mastercard lahmgelegt. Postfinance hat angekündigt, mehr Serverkapazitäten bereitzustellen. Die Homepage von Mastercard ist zurzeit nicht erreichbar. An der Attacke gegen die Mastercard-Server waren nach auf Spiegel Online veröffentlichten Angaben 720 Rechner beteiligt.

Laut Medienberichten handelt es sich bei der «Operation Payback» möglicherweise um eine Vergeltungsaktion von WikiLeaks-Sympathisanten. Die Angriffe auf die Kreditinstitute begannen, nachdem diese den Zahlungsverkehr an Wikileaks über ihre üblichen Bankverbindungen einstellten. Die Schweizer Postbank hatte am Montag, dem 6. Dezember, ein Konto des Wikileaks-Gründers Julian Assange geschlossen, weil er falsche Angaben zu seinem Wohnsitz gemacht habe. Auch Mastercard führt keine Zahlungen an Wikileaks mehr aus, da das Unternehmen keine Zahlungen an Subjekte weiterleite, die rechtswidrig handeln würden. Spiegel-Online zufolge werden die virtuellen Attacken über den Twitter-Account @Anon_Operation koordiniert. Diese lose Gruppierung hat möglicherweise Verbindungen zu dem Internetforum 4Chan, das durch verschiedene Aktivitäten im Netz von sich reden machte. Mitglieder oder Unterstützer von 4Chan sollen für verschiedene Attacken auf Promi-Webseiten wie Seiten der US-Filmindustrie oder des Popsängers Justin Bieber verantwortlich sein.

Die Schweizer Piratenpartei hat die Hackerangriffe kritisiert. «Solche Attacken sind destruktiv und kontraproduktiv», erklärte Parteipräsident Denis Simonet gegenüber Der Bund. Die Partei habe mit der Aktion nichts zu tun.

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