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April 20, 2011

Jemen: Lage eskaliert weiter

Jemen: Lage eskaliert weiter – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Jemen: Lage eskaliert weiter

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Veröffentlicht: 14:59, 20. Apr. 2011 (CEST)
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Ali Abdullah Salih

Sanaa / Taizz (Jemen), 20.04.2011 – In der jemenitischen Stadt Taizz marschierten am gestrigen Dienstag Demonstranten zu einem Armeeposten des abtrünnigen Generals Ali Mohsen, um dessen regierungskritische Position effektvoll zu unterstützen. Dabei wurden einige Reifen in Brand gesteckt. Danach schritt die Polizei ein und feuerte Schüsse und Tränengas in die demonstrierende Menge. Dabei soll mindestens eine Person getötet und eine weitere verletzt worden sein, berichten Ärzte.

Der seit über 40 Jahren herrschende Präsident Ali Abdullah Salih hatte zwar im März seinen Rückzug von der Führung des Landes angekündigt (Wikinews berichtete), wollte dafür jedoch zunächst die Wahlen im Jahr 2012 abwarten. Unterdessen finden in Abu Dhabi politische Verhandlungen zwischen Vertretern des jemenitischen Präsidenten und Außenministern der Golfstaaten statt, bei denen es darum geht, Bedingungen für einen möglichen Rückzug Salihs vom Präsidentenamt auszuloten. Gegner Salihs im Jemen kündigten bereits Streiks für den Fall an, dass bei den Verhandlungen keine substantiellen Fortschritte gemacht würden.

Gestern traf sich auch der UN-Sicherheitsrat zur Beratung über die Situation im Jemen. Das Treffen fand auf Initiative des deutschen UN-Botschafters Peter Wittig statt. Nach dem Treffen erklärte Wittich: „Wir haben unsere Besorgnis über die sich verschlimmernde Situation im Jemen geäußert.“ Wittig unterstrich die Bedeutung der Bemühungen des Golf-Kooperationsrates, der versucht, zwischen Gegnern und Unterstützern der Regierung zu vermitteln. Dem Sicherheitsrat gelang es jedoch nicht, zu einer gemeinsamen Haltung in der Jemen-Frage zu kommen. Eine von Deutschland und dem Libanon vorgelegte Erklärung fand keine Mehrheit, weil sie von einer Minderheit durch ihr Veto blockiert wurde. Der UN-Gesandte für den Jemen, Gamal bin Omer, informierte den Sicherheitsrat über seine zurückliegende Reise in den Jemen, bei der er Gespräche mit Präsident Ali Abdullah Salih geführt hatte.

Unterdessen gründeten abtrünnige Mitglieder der Partei des jemenitischen Präsidenten (CPG), darunter auch ehemalige Minister und Abgeordnete, eine eigene Partei. Während die parlamentarische Opposition in der neuen Partei eine „Unterstützung für die friedliche Revolte für den Wandel“ sieht, erklärten Vertreter der Regierungspartei, die neu gegründete Partei habe „keinerlei Auswirkungen auf die CPG“.

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April 10, 2011

Jemen: Tränengas und scharfe Munition gegen Demonstranten

Jemen: Tränengas und scharfe Munition gegen Demonstranten

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Veröffentlicht: 17:40, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Karte des Jemen

Sanaa / Taizz (Jemen), 10.04.2011 – Im Jemen kam es am Samstag erneut zu gewalttätigen Angriffen von Sicherheitskräften auf Demonstranten. Medien berichten über mehrere Dutzend bis zu hunderten Verletzten unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter. In mehreren Städten des Landes beteiligten sich zehntausende Menschen an den regimekritischen Demonstrationen. Wie Reuters berichtet, wurden im Laufe der Woche bereits 17 Menschen getötet. Allein am Freitag waren laut Medienberichten vier Demonstranten ums Leben gekommen. Die Opposition im Jemen schätzt, dass seit Beginn der Demonstrationen gegen die Regierung vor etwa vier Wochen bereits mehr als hundert Demonstranten erschossen und Tausende verletzt wurden.

In der Stadt Taizz, im Südwesten des Jemen gelegen, eskalierte die Situation, als Demonstranten eine Polizeisperre durchbrechen wollten, um zu einem Präsidentenpalast zu gelangen. Daraufhin eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer, außerdem wurde Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt. Das arabische Nachrichtenportal Al Jazeera berichtet in diesem Zusammenhang von 500 verletzten Personen. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von 10 Personen, die von Kugeln getroffen worden sein sollen.

In der Hauptstadt des Jemen, Sanaa, gingen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition, Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Seit Wochen fordern die Regimegegner den Rücktritt des autokratisch regierenden Präsidenten Ali Abdullah Salih, der seit 1978 Präsident des Jemen ist.

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April 4, 2011

Jemen: Soldaten schießen erneut auf Demonstranten

Jemen: Soldaten schießen erneut auf Demonstranten

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Veröffentlicht: 23:58, 4. Apr. 2011 (CEST)
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Taizz (Jemen), 04.04.2011 – Ihren Protest gegen das Regime des seit 32 regierenden Präsidenten Ali Abdullah Salih bezahlten mindestens 17 Demonstranten am heutigen Montag mit dem Leben. Die Zahl der Toten beruht auf Angaben eines Arztes. Polizei- und Armeeeinheiten eröffneten nach Angaben von Augenzeugen das Feuer auf die Demonstranten, als diese versuchten in den Hof des Sitzes des Provinzgouverneurs einzudringen. Hier wurden sie von Scharfschützen, die sich auf den Dächern postiert hatten, unter Feuer genommen. Laut Medienberichten waren am Montag in Taizz tausende Demonstranten auf die Straße gegangen, um ihren Protest gegen die Regierung Salih zu artikulieren.

Zuvor war die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Regierungsgegner vorgegangen. Auch Schusswaffen sollen zum Einsatz gekommen sein. Der Mediziner Sadek el Schudschaa, der ein Feldlazarett für die Regimegegner leitet, erklärte, Dutzende Demonstranten seien dabei verletzt worden. Weitere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften wurden auch aus Hudeida am Roten Meer gemeldet. Auch hier wurden zahlreiche Menschen verletzt. Bewaffnete Sicherheitskräfte waren offenbar zivil gekleidet, als sie das Feuer auf Demonstranten eröffneten.

Die Auseinandersetzungen zwischen Regimegegnern und Sicherheitskräften im Jemen dauern seit etwa sechs Wochen an. Bei einer Kundgebung von regierungskritischen Demonstranten am 18. März in Sanaa wurden von Sicherheitskräften mindestens 40 Menschen erschossen (Wikinews berichtete).

Die Vereinigten Staaten haben sich inzwischen offenbar dazu entschieden, ihre Unterstützung für den autokratischen Präsidenten des Jemen, Salih, zurückzuziehen. Das berichtete heute die New York Times.

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