KKW-Betreiber in Norddeutschland verteilen Jodtabletten an Anwohner

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 09:03, 11. Okt. 2005 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen, sondern einen Folgeartikel schreiben.
Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Kiel / Hamburg (Deutschland), 11.10.2005 – Die Anwohner im Umland norddeutscher Kernkraftwerke erhalten von den Kraftwerksbetreibern per Post Bezugsscheine für die kostenlosen Zuteilung von Jodtabletten. Adressatenkreis sind Anwohner im Umkreis von zehn Kilometern um Kernkraftwerke. Dies teilten das Kieler Innenministerium und die Hamburger Innenbehörde gestern mit. Das Land Niedersachsen beteiligt sich ebenfalls an dieser „reinen Vorsichtsmaßnahme“.

Da Jod ein Spurenelement ist, an dem in der Ernährung in Deutschland ein ständiger Mangel herrscht, reichern sich im Falle eines atomaren Unfalls bzw. der Freisetzung radioaktiven Materials schnell die radioaktiven Iod-Isotope in der menschlichen Schilddrüse an. Die Einnahme von Jodtabletten soll diesem Risiko vorbeugen.

Die beiden Ministerien teilten mit, Anlass der Aktion sei eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die darauf abzielt, die Erreichbarkeit von Jodtabletten zu verbessern. Bund und Länder haben in der Umgebung der deutschen Atomkraftwerke Vorräte von insgesamt 137 Millionen Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls angelegt. Der Maßnahme liege keine neue Einschätzung der Sicherheitslage zugrunde.

Konkret erhalten die Anwohner folgender Kernkraftwerke die entsprechenden Bezugsscheine in den nächsten Wochen zugestellt: Atomkraftwerk Krümmel (Kreis Herzogtum Lauenburg), das KKW Brokdorf (Kreis Steinburg) sowie das KKW Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen). Menschen mit einem höheren Lebensalter als 45 Jahren wird empfohlen, von der Einnahme von Jodtabletten Abstand zu nehmen, da die Einnahme in dieser Altersgruppe eher schädlich sei.

Quellen