Kundgebung von Mubarak-Gegnern in Kairo gewaltsam beendet

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Kairo (Ägypten), 31.07.2005 – Am Samstag wurde in der Innenstadt von Kairo eine Kundgebung von Gegnern des ägyptischen Präsidenten Muhammad Husni Mubarak gewaltsam beendet. Polizisten und Unterstützer der Regierung schlugen mit Knüppeln auf Demonstranten ein.

Husni Mubarak

Mubarak, der seit der Ermordung Anwar as-Sadats 1981 in Ägypten im Ausnahmezustand regiert, hatte am Donnerstag angekündigt bei der Präsidentenwahl im September erneut anzutreten. Bei der Wahl am 7. September werden erstmals Gegenkandidaten zugelassen sein. Etwa 200 Menschen wollten mit einem Marsch durch ein zentrales Viertel von Kairo gegen eine fünfte sechsjährige Amtszeit von Mubarak demonstrieren. Die Demonstration sollte auch am Sitz der Regierungspartei „National Democratic Party“ (NDP) vorbeiführen. Dabei wurden die Demonstranten von Männern in Zivilkleidung angegriffen. Unterstützer der Regierung umringten die Demonstranten und schlugen mit Knüppeln auf sie ein. Es ist nicht bekannt ob die Männer in Zivilkleidung Mitglieder der Sicherheitskräfte oder Passanten waren.

Nach Aussagen des Innenministeriums haben sich die Menschen illegal versammelt und Steine auf die Polizei geworfen, nachdem eine Warnung zur Beendigung der Versammlung missachtet worden sei. Spezialeinheiten der Polizei lösten die Versammlung auf und nahmen zwischen 20 Menschen und 40 Menschen fest, darunter auch Ayman Barakat, der Anwalt von Ayman Nour, dem bekanntesten Herausforderer von Mubarak. Die Demonstranten bestreiten die Steinewürfe. Anwesende Reporter der Nachrichtenagentur AFP bestätigen die Darstellung der Demonstranten.

Bekannte Führungspersönlichkeiten der Kifaya-Bewegung (übersetzt: Es ist genug!) wurden am Sonntag aus der Haft entlassen. Mehrere Demonstranten bleiben jedoch noch inhaftiert. Einige Mubarak-Gegner protestierten mit einer Sitzblockade vor dem Gebäude der Jounalistengewerkschaft gegen die gewaltsame Auflösung der Demonstration.

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Quellen