WikiNews de

March 26, 2011

Landgericht Oldenburg: Drei Mitglieder des Rockerklubs „Gremium MC“ wegen versuchten Totschlags angeklagt

Landgericht Oldenburg: Drei Mitglieder des Rockerklubs „Gremium MC“ wegen versuchten Totschlags angeklagt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:35, 26. Mär. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 26.03.2011 – Christian K. (38) aus Emstek, Tammo M. (35) aus Großenkneten und Thorsten I. (40) sind Mitglieder des Chapters Vechta, der zum berüchtigten Rockerklub „Gremium MC“ gehört. Beim Landgericht Oldenburg begann am Freitag, den 25. März 2011 der Prozess gegen sie. Ihnen wird versuchter Totschlag und dem Angeklagten Tammo M. zusätzlich der geplante Mord am Oldenburger Oberstaatsanwalt Thomas Kirstein vorgeworfen.

Im Oktober 2009 hatten die Angeklagten den Präsidenten ihres eigenen Rockerklubs mit dem Ziel überfallen, ihn zu töten. An dem Übergriff sollen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft 60 Rocker der „schnellen Eingreiftruppe“ des „Gremium MC“ beteiligt gewesen sein. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen. Der Angeklagte Christian K. war als neuer Präsident vorgesehen.

Gegen Tammo M. wird auch verhandelt, da er Ende 2009 geplant hatte, den Oldenburger Oberstaatsanwalt Thomas Kirstein mit einer Maschinenpistole zu ermorden. Allen drei Angeklagten wird zudem der Vorwurf der Erpressung und Nötigung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz gemacht.

Zum Auftakt des Prozesses waren 50 Rocker angereist, diesen standen 150 Polizisten gegenüber. Erst nach strengen Personenkontrollen durften die Angereisten den Verhandlungssaal betreten. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Es sind 21 Verhandlungstage geplant.

Der Motorradklub Gremium MC[1] gehört zu den größten in Europa und ist in den Ländern Deutschland, Italien, Polen, den kanarischen Inseln, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Österreich, Spanien, Venezuela, Thailand, Serbien und der Türkei organisiert. Schon häufig standen Mitglieder wegen Drogenhandels, Zuhälterei, Verstößen gegen das Waffengesetz und Gewaltdelikten vor Gericht.

Themenverwandte Artikel

  • Portal: Recht

Quellen

Einzelnachweise

  1. Homepage des Gremium MC

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 20, 2009

Lebenslange Haft für Holzklotzwerfer

Lebenslange Haft für Holzklotzwerfer – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Lebenslange Haft für Holzklotzwerfer

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:02, 20. Mai 2009 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 20.05.2009 – Das Oldenburger Landgericht verkündete heute das Urteil gegen den sogenannten Holzklotzwerfer von Oldenburg. Dieser hatte am Ostersonntag vor einem Jahr durch den Wurf eines sechs Kilogramm schweren Holzklotzes von einer Autobahnbrücke über die Bundesautobahn A 29 in der Nähe von Oldenburg eine Frau tödlich verletzt, die in einem Personenwagen unter der Brücke hindurch fuhr. Das Urteil lautet auf lebenslänglich.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 31-jährige Nikolai H. sich eines heimtückischen Mordes und des dreifachen versuchten Mordes und vorsätzlichen, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig gemacht hat. Im Fahrzeug saß eine Familie aus dem nordrhein-westfälischen Telgte, die auf dem Rückweg von einem Besuch bei Freunden in Wilhelmshaven war. Der Familienvater saß am Steuer, die beiden Kinder im Fond des Wagens. Die 33-jährige Mutter der beiden Kinder, Olga K., saß auf dem Beifahrersitz, als sie von dem Geschoss getroffen wurde.

Bei dem Verurteilten handelt es sich um einen aus Kasachstan stammenden Heroinabhängigen, der die Tat „aus Frust und Wut“ begangen habe, so der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. Der Angeklagte hatte zwar ein Geständnis abgelegt, dieses jedoch später widerrufen. Das Gericht hielt das Geständnis dennoch für echt, weil weitere Indizien gegen den Angeklagten sprachen. So waren an dem Holzklotz Bodenreste gefunden worden, die zu den Bodenmerkmalen im Garten des Angeklagten passten. Außerdem sei das Mobiltelefon des Angeklagten kurz nach dem Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes geortet worden. Mithäftlinge hatten außerdem ausgesagt, dass der Angeklagte auch während seiner Untersuchungshaft ihnen gegenüber die Tat zugegeben hatte. Während des 30-tägigen Prozesses äußerte sich der Angeklagte nicht mehr zur Sache. Laut Prozessbeobachtern nahm der Angeklagte das Urteil ohne erkennbare Gemütsregung hinter einer Panzerglaswand, die zu seinem Schutz errichtet worden war, entgegen.

Auf die Spur des Angeklagten waren die Ermittlungsbehörden durch eine freiwillige Zeugenaussage des Mannes gekommen, durch die er sich verdächtig gemacht hatte, weil er Einzelheiten des Tathergangs wusste, von denen in der Presse nicht die Rede gewesen war.

In seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die lebenslange Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Nach der Urteilsverkündung kündigte die Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof an.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 14, 2008

Mutmaßlicher Gasattentäter von Ganderkesee zu 13 Jahren Haft verurteilt

Mutmaßlicher Gasattentäter von Ganderkesee zu 13 Jahren Haft verurteilt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 21:19, 14. Mär. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Oldenburg (Oldb) (Deutschland), 14.03.2008 – Vor dem Landgericht Oldenburg wurde heute das Urteil zu einer Serie von versuchten Gasanschlägen auf Wohnungen im niedersächsischen Ganderkesee gesprochen. Der angeklagte 52-jährige Mann aus Lemwerder wurde in diesem reinen Indizienprozess für schuldig befunden, zwei der insgesamt vier Gasanschläge auf Wohnungen in Ganderkesee verübt zu haben. Dabei habe es sich nach Auffassung des Gerichts um „arglistige und heimtückische Mordversuche“ gehandelt. Der Mann, der weiterhin die Verantwortung für die Gasanschläge leugnet, wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht blieb damit ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung will gegen das Urteil Revision einlegen.

Zwischen September 2006 und Januar 2007 waren die Einwohner der rund 30.000 Einwohner umfassenden Gemeinde durch versuchte Gasanschläge in Angst versetzt worden (Wikinews berichtete). Der Umsicht der jeweiligen Wohnungsinhaber war es zu verdanken, dass niemand verletzt oder gar getötet wurde. Der Gasgeruch war von den Menschen jeweils rechtzeitig bemerkt worden.

Bis zur Festnahme des Mannes im Januar 2007 hatte eine Sonderkommission der Polizei eine intensive Überwachung des Tatverdächtigen durchgeführt, bei der sowohl Telefone überwacht als auch Videoaufnahmen gemacht worden waren. Letztendlich wurde der Angeklagte jedoch durch die DNA-Spuren auf einer der Gasflaschen überführt. Über die Tatmotive ist nichts bekannt, da der Angeklagte die Verantwortung für die Anschläge bestreitet.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.