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December 5, 2010

Die NASA entdeckt neue Lebensform: Bakterienstamm GFAJ-1

Die NASA entdeckt neue Lebensform: Bakterienstamm GFAJ-1

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Veröffentlicht: 21:00, 5. Dez. 2010 (CET)
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GFAJ-1-Bakterien auf arsenathaltigem Medium

Vereinigte Staaten, 05.12.2010 – US-amerikanische Wissenschaftler haben in einer von der NASA finanzierten Arbeit einen neuartigen Bakterienstamm entdeckt, der die Fähigkeit zu haben scheint, in seinem biochemischen Aufbau Arsen statt Phosphor zu verwenden. Von Astrobiologen wird die Entdeckung als ein Meilenstein gewertet, da sie die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass außerirdisches Leben existiert. Es gibt aber auch Zweifel an der Zuverlässigkeit des Forschungsergebnisses.

Der neuartige Bakterienstamm mit dem Namen GFAJ-1 wurde von der Geobiologin Felisa Wolfe-Simon vom NASA Astrobiology Institute zusammen mit Forscherkollegen bei einer Untersuchung der Mikroorganismen im kalifornischen Mono Lake entdeckt. Mono Lake ist ein alkalischer Salzsee und besitzt eine der höchsten natürlich vorkommenden Konzentrationen an Arsen.

Alles bisher bekannte Leben auf der Erde besteht aus Verbindungen von sechs Elementen: Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel. Arsen hingegen ist für die meisten Lebewesen giftig. Es ähnelt chemisch dem Phosphor, durch seine hohe Reaktivität wirkt es aber auf organische Moleküle zerstörend. Als jedoch die Forscher die Bakterien aus dem Mono Lake in einer ausschließlich arsenhaltigen Umgebung züchteten, waren diese in der Lage, Arsen statt Phosphor auf stabile Weise in ihre DNA einzubauen.

Küste des Mono Lake

Die Arbeit wurde am 2. Dezember auf der Website der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Carl Pilcher, Direktor des NASA Astrobiology Institute, sagte, dass zum ersten Mal ein Beweis gelungen sei, dass Leben auch auf Grundlage einer alternativen Biochemie existieren könne. Ed Weiler vom Hauptquartier der NASA erklärte, die Entdeckung werde auch Auswirkungen auf die Suche von Leben auf anderen Planeten unseres Sonnensystems haben.

Von manchen Wissenschaftlern wird die Entdeckung jedoch in Zweifel gezogen. Steven Benner von der Foundation for Applied Molecular Evolution in Gainesville, Florida, gab zu bedenken, dass bei einer Ersetzung allen Phosphors durch Arsen die DNA hätte zerstört werden müssen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Bakterien Spuren von Phosphor im Nährmedium für den Aufbau der DNA verwendet und das Arsen woanders in den Zellen deponiert hätten. Johann Heider vom Laboratorium für Mikrobiologie der Universität Marburg sprach in einem Interview mit dem Deutschlandfunk sogar von Fehlern bei der Datenauswertung. „Ich würde es nicht unbedingt so hart nennen, dass die geschummelt haben, sie haben zumindest nicht sehr gewissenhaft ihre Daten ausgewertet“, so Heider.

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Quellen

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June 22, 2007

Exoplanet Gliese 581c ist zu heiß für Leben

Exoplanet Gliese 581c ist zu heiß für Leben

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Veröffentlicht: 15:52, 22. Jun. 2007 (CEST)
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Potsdam (Deutschland), 22.06.2007 – Die Entdeckung des als Gliese 581c bezeichneten Exoplaneten bei dem roten Zwerg Gliese im Sternbild Waage löste im April unter Astronomen regelrechte Euphorie aus, ließen doch die ersten Abschätzungen darauf schließen, dass es sich dabei um einen erdähnlichen Planeten handelt, auf dem lebensfreundliche Bedingungen herrschen könnten.

Das Team um den Schweizer Stephane Udry vom Genfer Observatorium, das den Planeten aufgespürt hatte, berechnete für den kleinen Gesteinsplaneten eine durchschnittliche Temperatur von etwa bei 20 Grad Celsius. Dem widerspricht nun Werner von Bloh vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, der mit seinem Team ein komplexeres Modell zur Bestimmung der bewohnbaren Zone des Sterns Gliese entwickelt und unter anderem die Auswirkungen einer wahrscheinlich sehr dichten Atmosphäre mitberücksichtigt hat. Nach diesen Berechnungen ähnelt Gliese 581c eher der glühend heißen Venus als der Erde, da der Planet sich durch die Treibhauswirkung seiner Atmosphäre aufgrund seiner Nähe zu dem Stern Gliese sehr stark aufheizen würde.

Die lebensfreundliche Zone des Sterns Gliese liegt nach diesen Berechnungen weiter außen in einem Bereich, in dem sich der Planet Gliese 581d befindet. Dieser Exoplanet ist etwa achtmal so schwer wie die Erde. Seine Atmosphäre ist wahrscheinlich noch dichter als die seines kleineren Bruders. Außerdem wendet Gliese 581d seiner Sonne ständig die gleiche Seite zu. Während auf der einen Seite die Sonne nie untergeht, liegt die andere ständig im Dunkeln. Dass es auf diesem Planeten Leben geben könnte, ist damit sehr unwahrscheinlich. Am ehesten käme dafür noch der kleine Bereich am Übergang von Tag- zu Nachtseite in Frage.

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April 25, 2007

Astronomen entdecken erdähnlichen Planeten

Artikelstatus: Fertig 18:10, 25. Apr. 2007 (CEST)
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Künstlerische Darstellung des 2005 entdeckten Exoplaneten „OGLE-2005-BLG-390Lb“, NASA)

Künstlerische Darstellung des 2005 entdeckten Exoplaneten „OGLE-2005-BLG-390Lb“, NASA)

Genf (Schweiz), 25.04.2007 – Einen vielversprechenden Kandidaten bei der Suche nach außerirdischem Leben haben Astronomen aus dem Team um Stéphane Udry und Michel Mayor vom Genfer Observatorium aufgespürt. Mit Hilfe eines Teleskops des chilenischen La-Silla-Observatoriums entdeckten sie einen erdähnlichen Planeten, der den etwa 20 Lichtjahre von der Erde entfernten Roten Zwerg Gliese 581 im Sternbild Waage umkreist.

Der neuentdeckte Planet ist ungefähr anderthalb mal so groß und fünf mal so schwer wie die Erde. Für einen Umlauf um seine Sonne benötigt der vorläufig Gliese 581 c benannte Himmelskörper 13 Erdentage. Der Abstand zwischen dem neuentdeckten Planeten und seinem Mutterstern ist etwa 14-mal kleiner als der Abstand der Erde zur Sonne, andererseits ist aber Gliese 581 deutlich kleiner und kälter als unsere Sonne. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass auf der Oberfläche des Planeten durchaus angenehme Temperaturen zwischen 0 und 40 Grad Celsius herrschen könnten. Damit besteht nach Ansicht der Wissenschaftler die Möglichkeit, dass es dort Wasser in flüssiger Form gibt. „Modellen zufolge sollte dieser Planet entweder felsig sein wie die Erde – oder von Ozeanen bedeckt“, sagte Udry. „Wasser ist entscheidend für Leben, wie wir es kennen“, betonte Xavier Delfosse, ein Mitglied des Wissenschaftlerteams von der Universität Grenoble. Hinweise auf das Vorhandensein von Wasser oder sogar von Leben auf dem Planeten gibt es bisher aber nicht.

Hinter allen Vermutungen über eine lebensfreundliche Umwelt auf dem Planeten gibt es aber noch gravierende Unsicherheiten. „Unsere Schätzungen über seine Größe und sein Gewicht beruhen auf Rechenmodellen anderer Forschergruppen“, sagt Udrys Kollege und Mitautor Thierry Forveille im Gespräch mit Spiegel online. Genaue Informationen über die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre eines Himmelskörpers kann man aber nur durch die direkte Beobachtung des Objektes aus seinem Lichtspektrum gewinnen. Dies ist jedoch mit den heute vorhandenen Instrumenten noch nicht möglich.

Auch ob die Temperaturen wirklich in dem vermuteten Bereich liegen, ist noch fraglich. Aufgrund des geringen Abstandes zwischen dem Zentralgestirn und dem Planeten könnte eine sogenannte „gebundene Rotation“ vorliegen, wie bei dem Mond der Erde. Dann wendet der masseärmere Himmelskörper dem massereicheren immer die gleiche Seite zu, auf der es dann wahrscheinlich glühend heiß wäre, während auf der anderen Seite eisige Kälte herrschte.

Der neuentdeckte Planet bei Gliese 581 ist der kleinste extrasolare Planet, der bisher aufgespürt werden konnte. In einer weiter innen liegenden Umlaufbahn wird der Rote Zwerg Gliese 581 von einem weiteren Planeten umkreist, den das gleiche Forscherteam vor zwei Jahren entdeckte. Dieser Planet ist etwa so groß wie Neptun und braucht für einem Umlauf nur 5,4 Erdentage. Die Forscher vermuten, dass es daneben weiter außen in diesem System noch einen dritten Planeten mit etwa achtfacher Erdmasse und einer Umlaufzeit von 84 Tagen geben könnte. Eine wissenschaftliche Beschreibung dieses Planetensystems soll im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht werden.

Der erste extrasolare Planet wurde 1992 durch Michel Mayor vom Observatorium Genf entdeckt. Heute sind rund 200 derartige Objekte im Weltraum bekannt. Die meisten davon sind Gasriesen von der Größe des Jupiters.

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