Libyen: Zwei Foto-Journalisten sterben im umkämpften Misrata

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Veröffentlicht: 20:14, 21. Apr. 2011 (CEST)
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Tim Hetherington (2002)

Misrata (Libyen), 21.04.2011 – Die internationalen Medien müssen den Tod zweier Foto-Journalisten zur Kenntnis nehmen. Der britische Fotograf Tim Hetherington und der US-amerikanische Fotoreporter Chris Hondros starben am Mittwoch im umkämpften Misrata, berichtet Spiegel Online unter Berufung auf den spanischen Fotografen Guillermo Cervera, in dessen Armen Tim Hetherington gestorben ist. Spiegel Online berichtet weiter, es habe sich um einen Angriff mit einer Splitterbombe gehandelt, andere Medien hingegen nannten unter Berufung auf die gleiche Quelle einen Angriff mit einer Mörsergranate als Todesursache. CNN sprach von einer Panzerfaustgranate[1]. Neben den beiden Journalisten kamen bei dem Anschlag sieben Zivilisten und ein Arzt ums Leben.

Als Kriegsfotografen begaben sich die beiden Journalisten immer wieder mitten in die Kampfzonen, um das Grauen des Bürgerkrieges auch für Menschen in Europa und anderswo begreifbar zu machen. Sie starben in einer Kampfzone mitten in der umkämpften Stadt Misrata, als sie versuchten aus der Tripolis-Straße zu berichten. Hier liegen sich Rebellen und Scharfschützen Gaddafis direkt gegenüber. Damit gingen sie ein hohes Risiko ein.

Hetherington wurde für seine Dokumentation „Restrepo“ über den Einsatz von US-Soldaten in Afghanistan für den Oscar nominiert. Im Jahr 2007 wurde Hetherington mit dem World Press Photo Award für das beste Pressefoto des Jahres ausgezeichnet. Fred Abrahams von Human Rights Watch sagte, Hetherington habe mehrfach mit seiner Organisation zusammen gearbeitet: „Er hat einfach Fotos gemacht, berichtet und dokumentiert. Und damit hat er den Menschenrechten einen enormen Dienst erwiesen.“ Auch Chris Hondros war mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet worden. Unter anderem berichtete er aus den Kriegsgebieten in Afghanistan, Angola, dem Kosovo, Irak, Liberia und Sierra Leone.

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