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July 18, 2014

Malaysia-Airlines-Flug 17 über dem Osten der Ukraine offenbar abgeschossen

Malaysia-Airlines-Flug 17 über dem Osten der Ukraine offenbar abgeschossen

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Veröffentlicht: 19:30, 18. Jul. 2014 (CEST)
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Die abgeschossene Maschine 2010 in Perth, West-Australien

Kiew / Donezk (Ukraine), 18.07.2014 – Bei Grabowo, östlich der Millionenstadt Donezk ist ein Flugzeug der Malaysian Airlies vom Typ Boeing 777-200ER, das auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur in Malaysia war, mit ca. 300 Menschen an Bord abgestürzt. Nach Angaben des amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden handele es sich „offensichtlich“ bei dem Zwischenfall um „keinen Unfall“, sondern das Flugzeug wurde „vom Himmel geholt“. Ukrainische Regierung und prorussische Separatisten werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Die Separatisten beschuldigten die ukrainische Armee einer „Provokation“, während es nicht unbedingt eine Erklärung dafür gibt, warum die ukrainische Armee Flugabwehrraketen gegen die Separatisten einsetzen sollte, wenn diese gar nicht über Flugzeuge verfügen. Nach Angaben der Separatisten seien sie selbst nicht in der Lage, Flugzeuge in solcher Höhe abzuschießen, da ihnen entsprechende Waffen fehlen würden. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS hatte allerdings bereits im Juni gemeldet, dass die Separatisten über Raketen des russischen Systems Buk verfügen. Die Seperatisten dementieren jedoch weiterhin heftig, sie hätten die Maschine abgeschossen und wollen internationale Experten die Ursache untersuchen lassen.

Der amerikanische Präsident Barack Obama telefonierte inzwischen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und dem malaysischen Premierminister Najib Razak. Dieser hatte in einer Pressekonferenz gefordert, dass alle Trümmer an Ort und Stelle zu verbleiben hätten, bis eine internationale Ermittlergruppe Beweise gesammelt hätte. Zuvor war gemeldet worden, dass die Flugschreiber gefunden und von den Separatisten sichergestellt wurden. Über den Verbleib der Geräte gibt es keine näheren Angaben. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verlangte ungehinderten Zugang in das Gebiet, in dem die Trümmer des Flugzeuges verteilt sind.

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Augenzeugen gaben an, es habe eine Explosion in der Luft gegeben. Prorussische Separatisten sagen, ebenfalls unter Berufung auf Augenzeugen, dass das Flugzeug von einem ukrainischen Kampfflugzeug abgeschossen wurde und dann in zwei Teile zerbrochen sei. Danach habe man das ukrainische Kampfflugzeug ebenfalls abgeschossen.

Beide Seiten im ukrainischen Bürgerkrieg beschuldigten sich gegenseitig und verdächtigten die jeweils andere Seite, das Flugzeug abgeschossen zu haben: Die Signale des Flugzeugs endeten Angaben von Flighttrackingseiten zufolge gegen 13:20 Uhr UTC(15:20 MESZ), die Fluglinie sprach hingegen von Kontaktverlust um „1415 (GMT)“. Die Verkehrsmaschine war in etwa 10.000 Metern Flughöhe unterwegs. An Bord waren nach letzten Meldungen 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder. Bei einer Pressekonferenz in Amsterdam gab die Fluggesellschaft bekannt, unter den Reisenden seien 154 Niederländer, 27 Australier, 23 Malaysier, elf Indonesier, sechs Briten, vier Belgier und vier Deutsche sowie drei Philippiner und ein Kanadier gewesen. Damit handelt es sich um die tödlichste Flugzeugkatastrophe seit dem 11. September 2001.

Der Luftraum in der Ostukraine, der vor dem Zwischenfall nur unterhalb von 8.000 Metern gesperrt war, wird üblicherweise täglich von mehreren hundert Flugzeugen überflogen. Inzwischen wurde der Luftraum in der Oblast Donezk vollständig geschlossen und Flüge entsprechend umgeleitet.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Malaysia-Airlines-Flug 17“.

Quellen[Bearbeiten]

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December 4, 2004

Ukraine: Janukowytsch stellt sich neuer Stichwahl

Ukraine: Janukowytsch stellt sich neuer Stichwahl

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Kiew (Ukraine), 04.12.2004 – Eine Sprecherin des derzeit amtierenden ukrainischen Ministerpräsidenten Wiktor Janukowytsch bestätigte, dass er sich einer erneuten Stichwahl gegen seinen Konkurrenten Wiktor Juschtschenko (Partei „Unsere Ukraine“) stelle. Er glaube daran, dass er gewinnen werde, da 15 Millionen Ukrainer hinter ihm stünden.

Die zentrale Wahlkommission der Ukraine datierte die Wahlen auf den 26. Dezember 2004 und folgte damit den Vorgaben des obersten Gerichtshofs der Ukraine, der am Vortag die erste Stichwahl wegen des offenkundigen Wahlbetrugs für ungültig erklärt hatte. Das Wahlvorgehen der Kommission sei auch insoweit unrechtmäßig gewesen, entschied das Gericht, als sie Janukowitsch bereits kurz nach der Stichwahl am 21. November zum Ministerpräsidenten erklärt hätte.

In den Tagen zuvor wurde das Bild des Land von heftigen Protestaktionen beider Seiten geprägt, es drohte sogar die Abspaltung von Teilen der Ukraine, die den Präsidentschaftskandidaten der Opposition Jutschtschenko nicht unterstützen. So kündigten kurz nach Bekanntwerden der mittlerweile annullierten Stichwahl zugunsten Janukowitschs etliche Städte der Westukraine an, sich nur einem Präsident Juschtschenko zu unterstellen. Der Donezker Regionalrat drohte mit einer Abspaltung, sollte Juschtschenko neuer Präsident werden, und beschloss ein Referendum über die Loslösung von der Ukraine. Dies wiederum führte zu schweren Vorwürfen der Opposition, die darauf hinwies, dass bereits der Aufruf zur Abspaltung von Teilen der Ukraine laut der Verfassung rechtswidrig und mit Haftstrafen bewehrt sei.

Juschtschenkos Politik verspricht laut weitverbreiteter Ansicht dem Land eine pro-westliche Richtung, während Janukowitsch hingegen als Befürworter einer engeren Anbindung der Ukraine an Russland bekannt ist.

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