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January 6, 2016

Atomreaktor Doel 1 in Belgien schaltet sich nach Problemen wieder automatisch ab

Atomreaktor Doel 1 in Belgien schaltet sich nach Problemen wieder automatisch ab

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Veröffentlicht: 20:05, 6. Jan. 2016 (CET)
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Das belgische Atomkraftwerk Doel

Antwerpen (Belgien), 06.01.2016 – Block 1 des belgischen Atomkraftwerkes Doel schaltete sich am Samstag um 18:00 Uhr nur vier Tage nach der erneuten Aufnahme des Betriebs selbst ab. Ein Sprecher des Betreibers Electrabel erklärte, die Abschaltung sei den technischen Regeln entsprechend verlaufen. Es habe „keine Gefahr für das Personal, die Anwohner und die Umwelt“ bestanden. Als Grund für die Abschaltung wurde ein Problem an einem Generator im nicht-nuklearen Teil des Kernkraftwerkes genannt. Nach Klärung des Vorfalls soll der Reaktorblock 1 wieder angefahren werden.

Im Februar 2015 hatten die Betreiber den ersten der vier Blöcke, der seit August 1974 am Netz gewesen war, aufgrund eines Regierungsbeschlusses heruntergefahren. Nach einem Beschluss des belgischen Parlaments im Juni hatte man den Reaktor ab dem 30. Dezember noch einmal für zehn Jahre in Betrieb genommen.

An der weiteren Nutzung von Belgiens ältestem Atomreaktoren gibt es heftige Kritik, besonders aus Deutschland. Das 150 km von der deutschen Grenze entfernte Kraftwerk ist von allen europäischen Kernkraftwerken dasjenige mit der höchsten Bevölkerungsdichte in der Umgebung: im Umkreis von 75 km leben ca. 9 Millionen Menschen.

Es kam in letzter Zeit mehrfach zu Schwierigkeiten in belgischen Atomkraftwerken. Beispielsweise hatte es am 25. Dezember ein Leck in einer Heißwasserleitung von Doel 3 gegeben. Die Grünen in Belgien fordeten nun, die beiden älteren Blöcke 1 und 2 der Doel-Anlage von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) prüfen zu lassen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Belgien: Atomreaktoren bleiben bis 2025 in Betrieb (05.07.2012)

Quellen[Bearbeiten]

  • Wikipedia: Kernkraftwerk Doel

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March 29, 2014

Japan wird nukleares Material in die USA exportieren

Japan wird nukleares Material in die USA exportieren

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Veröffentlicht: 01:32, 29. März 2014 (CET)
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Den Haag (Niederlande), 29.03.2014 – Japan hat zugestimmt, einen Teil seines hochangereicherten Urans und waffenfähigen Plutoniums in die USA zu exportieren, um damit einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen um die Sicherheit von Spaltmaterial zu leisten. Das ist ein Ergebnis der dritten internationalen Konferenz zur nuklearen Sicherheit, die am 24. und 25. März in Den Haag stattfand. Andere Länder wurden auch gedrängt, überschüssiges nukleares Material in den USA zu lagern. Die Konferenz selbst stand gegenüber der aktuellen politischen Diskussion um die Zukunft der Halbinsel Krim eher im Hintergrund der Berichterstattung. Es ist das dritte Zusammentreffen dieser Art, das kurz als „Atomgipfel“ bezeichnet wird. Die erste Konferenz fand 2010 mit 50 Regierungsvertretern statt. Ziel dieser Konferenzen ist es, die weltweite Weiterverbreitung nuklearen Sprengmaterials besser zu kontrollieren, um insbesondere der Gefahr terroristischer Anschläge vorzubeugen.

Teilnehmerstaaten (grün) am Nuclear Security Summit in Den Haag auf der Weltkarte

Nach Schätzungen des Energieministeriums der USA sind weltweit rund 1000 t Plutonium verfügbar, wovon etwa ein Viertel waffenfähig ist. Die traditionellen Atommächte USA, Russland, Großbritannien und Frankreich haben den größten Anteil daran, aber auch Deutschland und Japan haben inzwischen einen wesentlichen Bestand. Durch den 1968 ausgehandelten und seit 1970 gültigen Atomwaffensperrvertrag wollten Großbritannien, die damalige Sowjetunion (heute Russland) und die USA verhindern, dass waffenfähiges Spaltmaterial (Uran und Plutonium) in die Hände anderer Staaten gelangt. Inzwischen sind insgesamt rund 15 Staaten im Besitz der entsprechenden Technologie zur Herstellung von atomwaffenfähigem Material oder haben Zugang dazu. Eines dieser Länder ist Indien, das nicht nur an seiner Westküste das größte Kernkraftwerk der Welt mit 9900 MW plant, sondern auch über die Technologie zur Produktion von waffenfähigem Material verfügt. Indien hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet.

Wie wichtig die Konferenz von den 58 Staaten, die in diesem Jahr daran teilnehmen, genommen wird, zeigen die Personen, die auf der Teilnehmerliste zu finden sind. Deutschland wurde von Angela Merkel vertreten, während Russland seinen Außenminister Sergej Lawrow schickte. Auch Indien ließ sich nur durch seinen Außeminister Salman Khurshid vertreten. Die Atommächte China, Frankreich, Großbritannien und die USA waren jeweils durch ihren Regierungschef vertreten.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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February 8, 2014

Der Physiker Sebastian Pflugbeil berichtet aus Fukushima

Der Physiker Sebastian Pflugbeil berichtet aus Fukushima

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Veröffentlicht: 15:45, 8. Feb. 2014 (CET)
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Die Evakuierungszone im März 2011 um das Kernkraftwerk Fukushima I

Bremen (Deutschland), 08.02.2014 – Ganz aktuell von der Situation in Japan – fast drei Jahre nach der Katastrophe in Fukushima – berichtete der Physiker Sebastian Pflugbeil im vollbesetzten Saal des Bremer Kulturzentrums Paradox, das sich in der Bernhardstraße neben der Lila Eule befindet. Pflugbeil hatte bereits nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 im Auftrag des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR an einer Studie über Probleme der Kernenergiepolitik in der DDR mitgearbeitet. In seinem gestrigen Vortrag beschrieb er die restrikte Informationspolitik der japanischen Regierung. Auch auf mehrmalige Nachfrage aus dem Publikum musste er betonen, dass es kaum Informationen gebe. Die Statistiken der Krankenhäuser über Missbildungen bei Kindern seien ab 2011 nicht weitergeführt worden, so dass es keine Erkenntnisse darüber gebe. Aus vergleichenden Studien nach der Katastrophe von Tschernobyl ließen sich Vermutungen über die Folgen für die japanische Bevölkerung herleiten. So gebe es Hinweise, dass die Zahl der Totgeburten und die Fälle von Schilddrüsenkrebs zunehmen würden. Leider sei auch in Deutschland die Datengrundlage unzureichend. In Bayern gebe es mehrere Statistiken nach der Katastrophe von Tschernobyl.

Pflugbeil war mehrmals in Japan und hat in mehreren Orten die Radioaktivität gemessen. Einige hochrangige Vertreter in Politik und Wissenschaft würden die Situation verharmlosen und ähnlich wie damals in Tschernobyl einen Fortschrittsglauben an die Atomenergie propagieren. Über die Folgen der Radioaktivität werde die betroffene Bevölkerung nicht aufgeklärt – im Gegenteil gebe es abstruse Aussagen, dass die Strahlung einem gesunden Menschen nicht schaden könne oder Krankheiten durch eine „Strahlenphobie“ ausgelöst würden. In Japan selbst sei es schwierig, mit kritischen Ärzten oder Politikern in Kontakt zu kommen.

Wie die Zukunft in Japan aussehe, sei ungewiss. Aufgrund der hohen Strahlung ist kein Zugang zu den Brennpunkten möglich. Gegenwärtig werde fieberhaft an einer Lösung gearbeitet. Doch die Kommunikation zwischen den teilweise internationalen Beratern sei problematisch. Gleichzeitig werde vom Landwirtschaftsminister propagiert, weiterhin Lebensmittel aus der Region um Fukushima zu kaufen – eine Werbung dazu wurde mit dem Auftritt von Schönheitsköniginnen begleitet. Pflugbeil vergleicht die Stimmung in Japan mit seinen eigenen Erfahrungen aus der DDR, wo es als unpatriotisch galt, wenn ein Kind sich weigerte, die von der Schule gespendete Milch zu trinken, nachdem die Eltern es gewarnt hatten, weil der Verdacht der radioaktiven Belastung bestand – 1986 war es Tschernobyl – heute sei es Fukushima.

Die Veranstaltung schloss mit dem Appell, die Wahrheit über die Atomenergie unter allen Menschen zu verbreiten und auf Alternativen hinzuweisen. Eine solche Alternative sei der Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei könne jeder Bürger vor Ort seinen Beitrag leisten. Am kommenden Freitag soll ein 75-minütiger Film gezeigt werden, der die Geschichte der Anti-Atombewegung in Deutschland dokumentiert.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Fukushima: Bergung von Brennstäben beginnt (08.11.2013)

Quellen[Bearbeiten]

Originäre Berichterstattung
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December 28, 2013

US-Präsident Obama will Entspannungspolitik gegenüber dem Iran

US-Präsident Obama will Entspannungspolitik gegenüber dem Iran

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Veröffentlicht: 28.12.2013,17:16 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 28.12.2013 – Nachdem 26 US-Senatoren schärfere Sanktionen gegen den Iran gefordert haben, falls sich Teheran nicht an das ausgehandelte Abkommen hält, droht Präsident Obama mit einem Veto. Er hält neue Sanktionen für kontraproduktiv. Regierungssprecher Jay Carney sagte, schärfere Sanktionen würden die Chancen auf Beilegung des Atomkonflikts mit Teheran gefährden.

Der Streit geht hauptsächlich um den Forschungsreaktor Arak, bei dessen Betrieb Schweres Wasser (Deuteriumoxid) verwendet wird. Israel fühlt sich durch die iranische Atomtechnik bedroht, weil damit Massenvernichtungswaffen hergestellt werden können. Die Regierung in Teheran betont, sie habe jedoch ausschließlich friedliche Absichten. Untersuchungen der Internationalen Atomenergie-Organisation sollen für Aufklärung sorgen. Damit wollen sich die 26 US-Senatoren, die eng mit pro-israelischen Organisationen wie der AIPAC zusammenarbeiten, nicht zufrieden geben und fordern ein härteres Vorgehen.

Der US-Präsident verkündet die bisherigen Verhandlungsergebnisse als Erfolg. Es sei eine Chance auf dem Weg in eine sicherere Welt. Allerdings müsse der Iran beweisen, dass das Atomprogramm ein ziviles und kein militärisches sei. Eine Rolle spielt dabei auch der neue iranische Staatschef Hassan Rohani, der im Sommer 2013 gewählt wurde und im Vergleich zu anderen islamischen Führern als gemäßigt gilt. Er grüßte – was in der islamischen Welt als ungewöhnlicher Vorfall gilt – im September 2013 alle Juden zum jüdischen Neujahrsfest mit den Worten: „Während die Sonne hier in Teheran untergeht, wünsche ich allen Juden, besonders den iranischen Juden, ein gesegnetes Rosh Hashanah.“ Auch mit seinem Angebot zur Vermittlung im syrischen Bürgerkrieg weckte er internationale Aufmerksamkeit. Ein Briefwechsel zwischen Rohani und Obama führte schließlich dazu, dass die Aufnahme direkter Gespräche zwischen beiden Staaten eingeleitet wurde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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November 8, 2013

Fukushima: Bergung von Brennstäben beginnt

Fukushima: Bergung von Brennstäben beginnt

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Veröffentlicht: 08.11.2013, 06:29 (MEZ)
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Brennstabeinheiten während
ihrer Produktion

Fukushima (Japan), 08.11.2013 – Die Tokyo Electric Power Company (Tepco), der Betreiber des 2011 durch eine Tsunami schwer beschädigten Kernkraftwerks in Fukushima, hat bekannt gegeben, dass die Bergung von Brennstäben aus Reaktorblock 4 des Kraftwerkes nun beginnen kann. Block 4 war zur Zeit des Unglücks für Wartungsarbeiten abgeschaltet, und seine Brennstäbe waren in einem wassergekühlten Lagerbecken im Reaktorgebäude untergebracht. Das Gebäude von Reaktor 4 wurde durch eine Wasserstoffexplosion 2011 schwer beschädigt und war einsturzgefährdet. Das Gebäude wurde nun gesichert und ein neuer Kran wurde installiert, der an der Stelle des eigentlichen Krans der Anlage die Brennstäbe bergen wird. Der neue Kran ersetzt nicht nur den alten bei der Explosion beschädigten Kran, er verfügt auch über besondere Sicherheitsvorrichtungen, die den problemlosen Ablauf der Bergung sicherstellen sollen.

Das Entfernen der Brennstäbe ist eigentlich ein Routinevorgang, der regelmäßig auch in Fukushima durchgeführt wurde, bei dem die Brennstäbe zur Kühlung ständig unter Wasser gehalten werden. Die jetzige Bergungsaktion ist aber nicht ungefährlich, denn obwohl Tepco davon ausgeht, dass die Brennstäbe keinen Schaden durch nach der Explosion herabfallende Gebäudeteile genommen haben, gibt es darüber keine letzte Gewissheit, und man hofft, dass auch Gebäudetrümmer kein Hindernis mehr darstellen.

Die 1533 Brennstäbe werden in Einheiten von 22 Stück geborgen. Die Bergung einer jeden Einheit dauert zwischen sieben und zehn Tagen. Wenn die Brennstabeinheit aus dem jetzigen Wassertank entfernt wurde, wird sie in einen neuen Tank auf dem Gelände des Kraftwerks eingelagert. Der neue Tank ist mit einem neuen Kühlsystem ausgestattet und gegen Erdbeben und Tsunamis besonders gesichert, denn er soll für eine Zeit von 10 bis 20 Jahren für die Lagerung benutzt werden.

Das Entfernen der Brennstäbe wird als erster Schritt zur endgültigen Stilllegung des Kraftwerks bezeichnet. Wenn diese Bergungsaktion vorraussichtlich Ende 2014 erfolgreich abschlossen sein wird, wird man sich der wesentlich schwierigeren dauerhaften Lösung der Probleme der Blöcke 1, 2 und 3 zuwenden, die zum Zeitpunkt des Unglücks in Betrieb waren und deren Brennstäbe dementsprechend im Reaktor plaziert waren, was zu einer teilweisen Kernschmelze führte, als die Anlage außer Kontrolle geriet. Auch in diesen Blöcken ist eine Bergung der Brennstäbe bzw. des radioaktiven Abfalls soweit möglich geplant. Die geschmolzenen Teile der Brennstäbe werden sich nach heutigem Stand der Technik nicht bergen lassen. Die wesentliche höhere Strahlung in diesen Reaktorblöcken wird diese Aufgabe aber auch so bereits deutlich schwieriger machen als die jetzige Bergung in Block 4, weil diese Bereiche für Menschen teilweise ganz unzugänglich sind. Der Beginn dieser nächsten Phase der Aufräumarbeiten wird für 2015 erwartet und wird 30–40 Jahre in Anspruch nehmen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Tepco bekommt havariertes Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle (08.08.2013)

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August 8, 2013

Tepco bekommt havariertes Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle

Tepco bekommt havariertes Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle

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Veröffentlicht: 15:33, 8. Aug. 2013 (CEST)
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Fukushima (Japan), 08.08.2013 – Gestern gab das Industrieministerium in Tokio bekannt, dass wahrscheinlich schon seit zwei Jahren radioaktiv belastetes Grundwasser aus den Reaktoren des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi unkontrolliert in den Pazifik fließt. Täglich gelangen rund 300 Tonnen verstrahltes Wasser über Lecks aus den unterirdischen Gängen und Leitungsschächten in den Pazifischen Ozean. Der Bau eines Sperrwalls, der im Oktober 2015 fertig sein soll, werde vom Staat finanziert werden, sagte ein Sprecher der Regierung. Täglich dringen rund 400 Tonnen Grundwasser in die Gebäude der Reaktoren ein (Jahresvolumen: 150 000 Tonnen) und vermischen sich mit den 300 bis 400 Tonnen kontaminierten Wassers, mit denen die Brennstäbe gekühlt werden. 300 000 Tonnen belastetes Wasser lagern derzeit bereits in Containern und Tanks auf dem Betriebsgelände in Fukushima. In den nächsten zwei Jahren will Tepco die Kapazität auf 700 000 Tonnen erhöhen. Trotz der wiederkehrenden Sicherheitsmängel beim Betreiber Tepco soll dieser für die Beseitigung der Schäden und Dekontamination verantwortlich bleiben, allerdings jetzt mit Unterstützung des japanischen Industrieministeriums METI. Dem atomfreundlichen METI ist die Atomaufsicht in Japan unterstellt und nicht dem japanischen Umweltministerium.

Um eine unabhängige flächendeckende Erfassung der Strahlenbelastung sicherzustellen, startete nach der Harvarie von Fukushima-Daiichi mit dem Crowdsourcing-Projekt Safecast, dessen Messungen gerade die Anzahl von 10 Millionen Datensätzen überschritten haben. Die Daten werden der internationalen Öffentlichkeit über die Webseite zur Verfügung gestellt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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February 25, 2013

Trittin und Gorleben – oder: Die Wandlung eines Politikers

Trittin und Gorleben – oder: Die Wandlung eines Politikers

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Veröffentlicht: 13:14, 25. Feb. 2013 (CET)
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Das gelbe „X“ prägt als Protestsymbol gegen die Atompolitik im Landkreis Lüchow-Dannenberg viele Ortsbilder

Gorleben (Deutschland), 25.02.2013 – Bundesweite und internationale Bekanntheit erlangte die Gemeinde Gorleben im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg durch die Pläne für die Einrichtung eines nationalen Atommüll-Endlagers sowie die regelmäßig unter starken Protesten stattfindenden Atommülltransporte ins bereits bestehende oberirdische Zwischenlager. Hier ist die „Brennelementlager Gorleben GmbH – BLG“, eine Tochtergesellschaft der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), ansässig. Neben dem Zwischenlager befinden sich in der Gemeinde weitere Einrichtungen zur Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle. Aus der hiesigen Protestbewegung und anderen Initiativen entstand vor rund 35 Jahren die Partei Bündnis 90/GRÜNE. Bei den Landtagswahlen am 4. Juni 1978 in Niedersachsen kandidierte die Vorläuferorganisation „Grüne Liste Umweltschutz“ (GLU) mit Martin Mombaur als Spitzenkandidat aus Gorleben, auch um ein Symbol für die Anti-Atomkraft-Bewegung zu setzen.

Das Bergwerk in Gorleben, dessen Salzstock auf seine Eignung als radioaktives Endlager für Atommüll untersucht wurde, ist jetzt Gegenstand heftiger innerparteilicher Diskussion bei den GRÜNEN. Dabei geht es um die Frage, ob dieser Standort überhaupt noch berücksichtigt oder bei der Suche nach Alternativen ausgeschlossen werden soll. Nach Einschätzung der Wochenzeitung DIE ZEIT wird dieses Thema zur entscheidenden Frage für Jürgen Trittin, der als grüner Spitzenkandidat bei der Bundestagwahl am 22. September antritt: „Was für Joschka Fischer die Auseinandersetzung um humanitäre Interventionen auf dem Balkan war, ist für Trittin die Frage nach der Endlagerung von Atommüll.“

Ein Spitzentreffen von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mit Jürgen Trittin (GRÜNE) und Sigmar Gabriel (SPD), das am 13. Februar 2013 stattfinden sollte, wurde wegen der bevorstehenden Wahl des niedersächsischen Ministerpräsidenten abgesagt. Bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 hatten SPD und Bündnis 90/Die Grünen zusammen nur einen Sitz mehr als die bisherige Regierungskoalition aus CDU und FDP errungen, so dass ein politisch brisantes Thema wie der Atommüll-Standort Gorleben die Geschlossenheit innerhalb der Parteien gefährdet hätte.

Ob sich im Wahlprogrammentwurf der GRÜNEN, dessen Veröffentlichung für den 28. Februar angekündigt wurde, deutliche Aussagen zum Endlager für Atommüll finden lassen, bleibt abzuwarten. Auf der bevorstehenden niedersächsischen Landesdelegiertenkonferenz, die am 8. und 9. März in Oldenburg stattfindet, wird die Standortfrage für das Endlager eines der zentralen Themen sein. Jürgen Trittin, der ursprünglich Mitglied des Kommunistischen Bundes (KB) war, versucht, seine grünen Parteifreunde in Niedersachsen zu einem Kompromiss zu bewegen, und vertritt damit eine Gegenposition zu der Politik, mit der er in dieser Partei ursprünglich angetreten war. Doch auch in anderen Punkten wird ihm Gesinnungswandel vorgeworfen: So wurde seine Teilnahme an der internationalen 60. Bilderberg-Konferenz im Sommer 2012 im amerikanischen Chantilly (Virginia) kritisiert, unter anderem auch wegen der strengen Geheimhaltung der Gesprächsthemen solcher Konferenzen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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February 14, 2013

Erster außereuropäischer Besuch von Frankreichs Staatschef geht nach Indien

Erster außereuropäischer Besuch von Frankreichs Staatschef geht nach Indien

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Veröffentlicht: 22:46, 14. Feb. 2013 (CET)
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Paris (Frankreich), 14.02.2013 – Der erste außereuropäische Besuch des französischen Staatspräsidenten François Hollande führt nach Indien. Die Aufmerksamkeit der Medien richtete sich aber mehr auf Probleme und Begleitumstände der Reise, weniger auf die politischen Hintergründe und Ziele. So musste offenbar auf diplomatischem Weg geklärt werden, ob Hollandes Freundin bei dem Staatsbesuch wie seine Ehefrau behandelt wird. Ferner wird über den Fall eines französischen Diplomaten aus dem Konsulat im südindischen Bangalore berichtet, der seine dreijährige Tochter schwer sexuell missbraucht habe. Seine indische Ehefrau und Mutter des Kindes hat eine Strafanzeige gestellt und fordert jetzt eine persönliche Aussprache mit François Hollande. Seit dem Tod eines 23-jährigen Vergewaltigungsopfers in Indien gibt es hier eine große Befindlichkeit in der Bevölkerung.

Bei dem Treffen zwischen Indiens Premier Manmohan Singh und Frankreichs Staatschef Hollande soll es auch um das Kernkraftwerk Jaitapur, das größte Kernkraftwerk der Welt, und die Lieferung von Rafale-Kampfjets gehen. Beide Projekte haben einen Wert von zusammen rund 40 Milliarden Dollar. Am 6. Dezember 2010 war zwischen Frankreich und Indien eine Vereinbarung über den Bau der ersten beiden Reaktoren für Jaitapur und einen 25-Jahres-Liefervertrag für spaltbares Material abgeschlossen worden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich

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January 26, 2013

Bulgariens Regierung will jetzt doch kein neues Atomkraftwerk

Bulgariens Regierung will jetzt doch kein neues Atomkraftwerk

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Veröffentlicht: 18:57, 26. Jan. 2013 (CET)
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Die Donau bei Belene

Blick auf die vier stillgelegten Blöcke im Atomkraftwerk Kosloduj

Die Europa-Abgeordnete Harms wird die Volksabstimmung beobachten

Sofia (Bulgarien), 26.01.2013 – Am morgigen Sonntag, den 27. Januar, sollen rund 6,5 Millionen Bulgaren über die Zukunft der Atomenergie im Land abstimmen. Die Sozialistische Partei will das von ihr verfolgte Atomkraftwerksprojekt im Donaustädtchen Belene gegen den Willen der Regierung durchsetzen. Im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt 2007 musste Bulgarien sich dazu verpflichten, die vier alten Blöcke im Atomkraftwerk Kosloduj stillzulegen.

Im Jahre 1987 war mit dem Bau von zwei Reaktorblöcken in Belene an der Donau begonnen worden. Bis 1990 wurden etwa 40 % des Reaktorblocks 1 fertiggestellt und 80 % der Ausrüstung geliefert. Ursprünglich war die Errichtung von vier bis sechs 1000-MW-Blöcken geplant, jedoch wurden die Bauarbeiten 1990 aufgrund von Geldmangel und nach Bürgerprotesten eingestellt. Bei Belene verläuft die Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien in der Flussmitte der Donau. 1977 ereignete sich das letzte große Erdbeben mit katastrophalen Folgen im Nachbarland Rumänien. Die Deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover rechnet in der Region weiterhin mit starken Erdbeben von 7,5 bis 8,5 auf der Richterskala.

Nach den Wahlen 2006 sollte der russische Konzern Atomstroiexport (ASE) den Bau vollenden. Beteiligt war auch Siemens mit der betrieblichen Leittechnik, sowie die Deutsche Bank, die Commerzbank und die HypoVereinsbank bei der Finanzierung. Nach internationalen Protestveranstaltungen von Umweltgruppen Abstand wurde das Projekt erneut gestoppt. Auf eine Ausschreibung im Jahre 2007 hin erhielt RWE den Zuschlag. Im Oktober 2009 gab RWE nach weiteren Protesten von Umweltgruppen und internen Auseinandersetzungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat den Ausstieg aus dem Projekt bekannt. Am 28. März 2012 teilte der bulgarische Vize-Finanzminister mit, das Land wolle aus dem Vertrag mit Russland aussteigen und stattdessen am gleichen Standort ein Gaskraftwerk errichten.

Nach Angaben des deutschen Konzerns RWE, der bis 2009 als Investor beteiligt war, betragen die Kosten für das AKW Belene umgerechnet 11,5 Milliarden Euro. Die Linksregierung habe damals einen viel zu niedrigen Preis von 3,5 Milliarden Euro genannt, sagte der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow. In einem Fernsehinterview rief er dazu auf, beim Referendum am 27. Januar mit „Nein“ zu stimmen. Die Abstimmung wird auch international beobachtet. Zu den Beobachtern vor Ort gehört Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament.

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  • Portal:Wirtschaft

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November 19, 2012

Russland baut neue atombetriebene Eisbrecher

Russland baut neue atombetriebene Eisbrecher

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Veröffentlicht: 00:32, 20. Nov. 2012 (CET)
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Russischer Eisbrecher

Sankt Petersburg (Russland), 19.11.2012 – Gegenwärtig betreibt Russland sechs Schiffe, die auch im Winter durch das Eis des Nordpolarmeeres fahren können. Diese können nur noch bis 2020 betrieben werden und müssen daher ersetzt werden. Dafür sollen jetzt drei neue, wesentlich leistungsstärkere gebaut werden. Die Kosten betragen umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro. Die neuen Schiffe können Eis bis zu einer Stärke von drei Metern durchbrechen. Damit können auch Tankern und anderen kommerziellen Schiffen der Weg durch das im Winter vereiste Meer gebahnt werden.

Die Planungen dafür hatte bereits vor einem Jahr die russische Atomenergiebehörde Rosatom bekanntgegeben. Damals wurde angekündigt, die neuen Eisbrecher würden einen Tiefgang haben, der doppelt so groß sei wie bei den noch in Betrieb befindlichen Schiffen. Rosatom ist für die zivile und militärische Atomindustrie des Landes zuständig.

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  • Portal:Russland

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