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August 13, 2014

Südsudan: Hungersnot droht nach gescheitertem Waffenstillstand

Südsudan: Hungersnot droht nach gescheitertem Waffenstillstand

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Veröffentlicht: 13.08.2014, 03:07 (CEST)
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Südsudan

Juba (Südsudan), 13.08.2014 – Die Bürgerkriegsparteien im Südsudan hatten sich im Mai 2014 zunächst auf eine Einstellung der Kampfhandlungen und für den 10. August auf die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt. Auch die Waffenruhe vom Mai war wie ein zuvor im Januar vereinbarter Waffenstillstand äußerst brüchig, und nun ist auch das Datum für die Regierungsbildung ungenutzt verstrichen.

Die Verhandlungen für eine dauerhafte Lösung, die im benachbarten Äthopien abgehalten wurden, sind im letzten Monat, nachdem sie sich lange ohne Fortschritte dahin geschleppt hatten, offensichtlich ohne Aussicht auf Wiederaufnahme eingestellt worden. Dabei beschuldigte Hilde Johnson, die bis Juli die Leiterin von UNMISS im Südsudan war, die Führer beider Bürgerkriegsfraktionen, nur an sich selbst zu denken und nicht an eine Lösung des Konflikts.

Trotz der vereinbarten Friedensmaßnahmen wurden zuletzt Kämpfe um die Stadt Nasir im Norden des Landes gemeldet. Die Offensive der Rebellen gegen die Stadt gilt als die größte Militäraktion seit Mai; allerdings haben schwere Regenfälle größere Truppenbewegungen und Militäraktionen zwischenzeitlich unmöglich gemacht. Nasir war der Sitz der Rebellen unter Führung von Riek Machar im Sezessionskrieg, und sie ist angeblich wieder vollständig unter ihrer Kontrolle. Die UNMISS sieht die Schuld für das Scheitern des Waffenstillstandes eindeutig bei den Rebellen.

Das Land steuert nun laut der Hilfsorganisation CARE International auf eine Hungersnot zu, wenn die Bürgerkriegsparteien nicht schnell einen Waffenstillstand nicht nur vereinbaren, sondern auch wirklich einhalten. 400.000 Menschen sind bereits in Nachbarländer geflohen, und auch innerhalb des Landes gibt es 1,1 Millionen Flüchtlinge, die auf Hilfe zum Überleben angewiesen sind.

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April 22, 2014

Massaker im Südsudan: Hunderte Zivilisten getötet

Massaker im Südsudan: Hunderte Zivilisten getötet

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Veröffentlicht: 17:45, 22. Apr. 2014 (CEST)
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Riek Machar

Juba (Südsudan), 22.04.2014 – Bei einem Massaker in der südsudanesischen Stadt Bentiu sind offenbar hunderte Menschen getötet worden. Der erst 2011 unabhängig gewordene Staat befindet sich zurzeit im Bürgerkrieg.

Als Kämpfer die Stadt Bentiu einnahmen, töteten sie mehrere hundert Zivilisten, die sich auf der Flucht befanden, teilten die Vereinten Nationen mit. Demnach hätten sich die Menschen in eine Kirche, ein Krankenhaus, ein verlassenes UN-Gebäude und eine Moschee geflüchtet. Allein in der Moschee wurden 200 Zivilisten getötet und 400 verletzt. Ein Vertreter der Vereinten Nationen erklärte, dass in den Straßen der Stadt Leichen lägen. In Videoaufzeichnungen aus der Stadt ist ein Radlader, dessen Schaufel voller Getöteter ist, zu sehen.

Wie die UN-Friedensmission im Südsudan (UNMISS) weiterhin mitteilte, handelt es sich bei den Kämpfern um Aufständische. Diese wurden über den lokalen Rundfunksender dazu aufgerufen, Frauen, die einer anderen Ethnie angehören, zu vergewaltigen. Die Rebellen sind Anhänger des Vize-Präsidenten Riek Machar.

UNMISS-Truppen konnten jedoch eigenen Angaben zufolge 500 Zivilisten retten. Mehr als 22.000 Menschen sind bereits in den UN-Stützpunkt der Stadt geflüchtet. Pro Person und Tag stehe nur ein Liter Wasser zur Verfügung, sagte UNMISS-Vertreter Toby Lanzer dem Fernsehsender „Al Jazeera“. „Es ist schwer vorstellbar, dass im Südsudan noch vor einigen Monaten Frieden herrschte“, so Lanzer. Die Versorgungslage der Menschen im UN-Stützpunkt sei katastrophal, viele Menschen lägen im Sterben.

Auch viele sudanesische Händler befänden sich unter den Opfern, so der UN-Mitarbeiter.

In dem aktuellen Bürgerkrieg kämpfen Präsident Salva Kiir und Vize-Präsident Riek Machar um die Macht in dem ölreichen Land. Die beiden Politiker gehören verfeindeten Volksgruppen an. Bislang sind in dem Konflikt mindestens 10.000 Menschen getötet worden. Rund 900.000 Zivilisten sind auf der Flucht vor der Gewalt. Eine Million Menschen werde von einer Hungersnot bedroht, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit.

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July 13, 2011

Südsudan ist unabhängig

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Südsudan ist unabhängig

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Veröffentlicht: 07:09, 13. Jul. 2011 (CEST)
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Die Flagge des neuen Staates

Juba (Südsudan) / Khartum (Sudan), 13.07.2011 – Südsudan ist seit dem 9. Juli um 0:00 Uhr Ortszeit unabhängig und somit der 54. Staat Afrikas. Mit dem Läuten von Kirchenglocken und mit Trommeln begrüßten die Südsudanesen die Sezession vom Norden. Die Unabhängigkeitserklärung vom Sudan, zu der in einem Referendum im Januar 2011 von einer sehr großen Mehrheit der Grundstein gelegt worden war, wurde einige Stunden später in einer Zeremonie verlesen, an der außer UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rund 30 Staatsoberhäupter, vor allem aus Afrika, teilnahmen. Unter ihnen war auch der sudanesische Staatspräsident Umar al-Baschir, dessen Land den nun unabhängigen Süden bereits am Freitag (8. Juli) anerkannte. Zu weiteren Staaten, die den 193. Staat der Erde bereits anerkannt haben, gehören Deutschland, Indien und die Vereinigten Staaten.

„Wir, die demokratisch gewählten Vertreter des Volkes, erklären den Südsudan auf der Grundlage des Willens der Bevölkerung und des Ausgangs des Referendums zur Unabhängigkeit hiermit zu einer unabhängigen und souveränen Nation“, hieß es in der Erklärung, die von Parlamentspräsident James Wani Igga verlesen wurde. Bei der Feierlichkeit wurde die sudanische Flagge eingeholt und die Flagge des Südsudan gehisst.

Im Norden, in Khartoum war die Reaktion gemischt. Manche unterstützen den Staatspräsidenten al-Baschir, manche empfinden die Sezession des Südens als „Schande“, wie der Händler Bahar Abakar. Viele Mütter dürften die Sezession genauso pragmatisch sehen wie Amina Mohammed, die froh darüber ist, dass ihre Söhne nicht in den Krieg ziehen müssen.

Der neue Staat ist in zehn Bundesstaaten gegliedert.

Viele Bewohner des neuen Staates hoffen, dass mit der Unabhängigkeit ein endgültiger Schlussstrich unter den 30-jährigen Bürgerkrieg gezogen wird, bei dem rund zwei Millionen Menschen getötet wurden. Der Bürgerkrieg war 2005 mit einem Waffenstillstand beendet worden. Der Grenzverlauf zwischen Sudan und Südsudan beruht weitgehend auf der Grenzlinie von 1956. Strittig ist der Grenzverlauf allerdings im Westen bezüglich der Enklave um Kafia Kingi, einem Gebiet, das 1960 dem sudanischen Bundesstaat Dschanab Darfur angegliedert wurde, und in der Mitte des Grenzverlaufes mit dem ölreichen Abyei-Gebiet, wo ein gesondertes Referendum über die Zugehörigkeit entscheiden soll. Dieses Referendum im Abyei-Gebiet hat bislang jedoch wegen Meinungsunterschieden über den Kreis der Stimmberechtigten noch nicht stattgefunden.

In dem Gebiet kommt es vor allem zu Auseinandersetzungen zwischen Ackerbauern der überwiegend christlichen Ngok-Dinka und nomadischen Misseryia, die hier ihr Vieh weiden lassen. Und Khartum will dieses Gebiet eigentlich nicht abgeben, weil in dieser Region Erdölvorkommen vermutet werden. Ende Mai und Anfang Juni kam es hier zu Kämpfen zwischen Truppen aus dem Norden und Angehörigen der Sudan People′s Liberation Army (SPLA) aus dem Süden. Vermittlung durch Südafrika hat zu einer Entspannung der Situation geführt, vorerst. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete dazu die UN-Resolution 1990 (2011), mit der die Bildung einer vorübergehenden Sicherheitstruppe beschlossen wurde. Die United Nations Interim Security Force for Abyei (UNISFA) wird aus bis zu 4200 äthiopischen Soldaten gebildet, die sich zunächst als einzige Sicherheitstruppe in dem Gebiet aufhalten darf.

Unabhängigkeitsfeier in Juba

Unbekannt ist auch der Standpunkt der südsudanesischen Regierung zum Ilemi-Dreieck im äußersten Südosten des neuen Staates. Das Gebiet wurde bislang von Sudan, Kenia und Äthiopien beansprucht. Und auch innerhalb des neuen Staates herrschen Spannungen. Viele der kleineren Volksgruppen fühlen sich von den Dingka, die den größten Teil der rund acht Millionen Einwohner Südsudans stellen, zu stark dominiert und verlangen mehr Mitsprache. Daneben wirft die meist christliche oder animistische Bevölkerung dem Norden vor, islamistische Aufstände im Süden zu inszenieren. Dabei ist der neue Staat auch so mit einer Reihe von Problemen belastet. Die Müttersterblichkeit ist die höchste in Afrika. Nur einem Drittel der Bevölkerung steht sauberes Trinkwasser zur Verfügung und nirgendwo sonst ist es um die Schulbildung so schlecht bestellt wie in Südsudan: Drei Viertel der Bevölkerung sind Analphabeten, neunzig Prozent haben weniger als einen US-Dollar am Tag zum Leben.

Cathy Groenendijk, die ein Heim für gefährdete Mädchen betreibt, hofft, dass sich die Regierung bewusst ist, dass der Verlust einer ganzen Generation drohe. „Eines der größten Probleme für alle Kinder ist, dass sie jede Menge Zeit haben. Sie haben nichts zu tun, so dass sie wütend werden“, erklärte die Uganderin der Tageszeitung Los Angeles Times. Groenendijk befürchtet eine Zunahme der Kriminalität. Viele Eltern hätten nicht genügend Geld, um ihre Kinder zu ernähren und großzuziehen. Ihnen drohe sexueller Mißbrauch und Prostitution. In den Bordellen schaffen auch Frauen aus Uganda, Kenia, Äthiopien und aus den Kongostaaten an, offenbar strikt getrennt nach der Nationalität der Prostituierten. Die Regierung hat unlängst ein Rotlichtviertel niederreißen lassen. Beseitigt hat sie das Problem nicht, sondern nur um einige Straßen verlagert.

Eine der großen Herausforderungen des jungen Staates dürfte die Bekämpfung der Korruption sein. Der Herausgeber und Eigentümer der Tagezeitung „Citizen“, Nhial Bol, wurde nach eigenen Angaben in den letzen Jahren dreimal verhaftet, weil er Behördenvertreter wegen Bestechlichkeit und Misswirtschaft kritisierte. Er meint, dass die Personen, die das Land nun führen, auf diese Situation nicht vorbereitet seien. Diese Männer seien durch den Kampf gegen den Norden geeint gewesen, ihnen fehle jedoch die Vision für das Land. Die Situation sei gefährlich, man könne zu den früheren Rebellenchefs schlecht hingehen und fragen, wo das Geld geblieben sei.

Lage von Sudan und Südsudan (rot)

„Diese Unabhängigkeit ist ein Neuanfang für den Südsudan. Die internationale Gemeinschaft hat eine Verantwortung für den neuen Staat“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einer Pressekonferenz. Und tatsächlich ist das Land von internationaler Hilfe abhängig. In dem neuen Staat, der ungefähr die Größe Frankreichs hat, gibt es nur wenige Kilometer asphaltierte Straßen, zumeist in der Hauptstadt Juba. Die Vereinigten Staaten finanzieren mit 225 Millionen US-Dollar eine Fernstraße von Juba zur Grenze nach Uganda. Hinzu kommen 300 Millionen US-Dollar US-amerikanische Entwicklungshilfe und weitere 150 Millionen US-Dollar in Form von Nahrungsmittellieferungen. Ban Ki-moon ist sich dieser Probleme bewusst. Er will eine Geberkonferenz der internationalen Staatengemeinschaft einberufen. Dabei könnte auch helfen, dass über Investitionen im Süden nun nicht mehr das wegen der Krise in Darfur latent drohende Damoklesschwert Wirtschaftssanktionen gegen Sudan schwebt.

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May 23, 2011

Situation vor Unabhängigkeit Südsudans gespannt – Kämpfe in Ölregion

Situation vor Unabhängigkeit Südsudans gespannt – Kämpfe in Ölregion

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Veröffentlicht: 16:37, 23. Mai 2011 (CEST)
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Vor der Unabhängigkeit: Südsudan und Sudan

Khartum (Sudan) / Juba (Südsudan), 23.05.2011 – Nur wenige Wochen vor der geplanten Unabhängigkeit Südsudans ist die Situation angespannt. Sudanesische Soldaten sind nun in Abyei in der Nähe der geplanten künftigen Grenze einmarschiert. Das staatliche sudanesische Fernsehen berichtete von „schweren Verlusten des Feindes“ bei der Eroberung der Stadt durch die Streitkräfte des Nordens. Auf Weisung von Staatspräsident Umar al-Baschir sei der Verwaltungsrat der Stadt aufgelöst worden. In diesem Verwaltungsrat sind Vertreter aus dem Norden und dem Süden vertreten. Der Status Abyeis nach der Unabhängigkeit Südsudans ist umstritten, ein Referendum zu dieser Frage konnte nicht durchgeführt werden.

UN-Mitarbeiter bestätigten, dass sudanesische Regierungstruppen die Kontrolle über Abyei ausübten und schwere Artillerie zur Verfügung hätten. Ein UNMIS-Sprecher teilte mit, die Truppen des Nordens hätten mit Dutzenden von Panzern die Stadt besetzt und die südsudanesischen Soldaten seien geflohen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte mit, dass auch die Bewohner Abyeis vor den Kämpfen geflohen seien. Südsudanesische Vertreter sprachen auch davon, dass die Truppen al-Baschirs, der wegen Menschenrechtsverletzungen mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, die Stadt aus der Luft angegriffen hätten. Wie Philip Aguer Panynag, ein Sprecher der Sudanesischen Befreiungsarmee (SPLA) der Presse mitteilte, seien auch neun weitere Dörfer bombardiert worden. Ärzte ohne Grenzen sagte, dass in Agok, etwa 40 km von Abyei entfernt, in einem von der Hilfsorganisation betriebenen Krankenhaus allein am Samstag, dem 21. Mai, 42 Verletzte aufgenommen wurden.

Die Kämpfe hatten am Donnerstag begonnen. Nach Angaben aus Khartum wurden 22 Soldaten der Armee des Nordens getötet, als sie in einen Hinterhalt gerieten, etwa sieben Kilometer entfernt von Abyei. Die Soldaten seien in UN-Fahrzeugen transportiert worden, als sie beschossen wurden, sagt Khartum. Der Süden bestreitet, in den Zwischenfall verwickelt zu sein. Die Vereinten Nationen bestätigten den Zwischenfall, teilten jedoch mit, es sei unklar, wer den bewaffneten Angriff ausgeführt habe. Beide Seiten hatten vereinbart, aus der umstrittenen Region bis zum 17. Mai „alle nichtautorisierten Truppen“ zurückzuziehen.

Der südsudanesische Informationsminister Barnaba Marial Benjamin bezeichnete die sudanesische Militäroperation als Verstoß gegen das Friedensabkommen von 2005. Im Januar 2011 hatte sich der Süden für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Diese soll am 9. Juli 2011 wirksam werden. Der Sudan büßt durch die Unabhängigkeit weite Teile seines Staatsgebietes ein. In diesem Teil liegen rund zwei Drittel der bekannten Rohölvorkommen des bisher flächengrößten Staates in Afrika. Doch der Konflikt zwischen Nord und Süd ist nicht nur ein Konflikt um das Erdöl, sondern es ist auch ein Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Der Norden wird überwiegend von muslimischen Arabern bewohnt, während im Südsudan meist christliche Schwarzafrikaner beheimatet sind. Abyei charakterisiert sich dadurch, dass die Bevölkerung zwar überwiegend schwarzafrikanisch geprägt ist, die Gegend geographisch jedoch zum Norden gehört. Hier treffen vor allem die Interessen der ganzjährig hier lebenden Ngok Dinka mit denen der Misseriya aufeinander, die als Nomaden in der Trockenzeit ihr Vieh in die Region treiben und darin von der Regierung in Khartum bestärkt werden. Beobachter befürchten, dass sich am Streit um Abyei ein neuer Bürgerkrieg entzünden kann.

Der Informationsminister des Südsudans sagte in Juba der Presse, die SPLA werde nicht vergelten, es sei die Aufgabe des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, das Gebiet um Abyei zu entmilitarisieren. Frankreich und die Vereinigten Staaten haben das Vorgehen der sudanesischen Streitkräfte kritisiert. Das Weiße Haus verlangte einen umgehenden Rückzug der sudanesischen Regierungstruppen. Aus Paris hieß es, das Vorgehen Khartums sei „eine schwerwiegende Verletzung“ des Friedensabkommens. Die Vereinten Nationen sind durch die neueste Entwicklung besorgt. Die Mission der Vereinten Nationen im Sudan (UNMIS) verlangte den Rückzug aller Kampfeinheiten und einen sofortigen Waffenstillstand.

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August 5, 2005

Unruhen im Sudan nach dem Tod von Ex-Rebellenführer John Garang

Unruhen im Sudan nach dem Tod von Ex-Rebellenführer John Garang

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Artikelstatus: Fertig 5. Aug. 2005 (CEST)
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Juba in der Region Bahr al-Dschabal

Juba (Sudan), 05.08.2005 – Die Unruhen nach dem Tod des ehemaligen Rebellenführers John Garang, der gerade zum Vizepräsidenten ernannt worden war, haben inzwischen nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes zu 130 Toten geführt.

Allein in Khartoum seien 111 Tote zu beklagen. Ebenso war Juba, vorgesehen als neue Hauptstadt des Süd-Sudan, in den letzten Tagen von schweren Unruhen erschüttert worden. Inzwischen haben Kämpfer von Ex-Rebellenführer Garang in Juba als Vertreter der Staatsmacht zusammen mit den offiziellen Regierungstruppen Stellung bezogen. Rund 1.000 Kämpfer der ehemaligen Rebellenarmee, die sich selbst als Befreiungsbewegung/Befreiungsarmee des Sudanesischen Volkes (SPLM/A) bezeichnen, trafen am Donnerstag in Juba ein, das seit dem Friedensabkommen mit der Regierung als neue Hauptstadt des autonomen Südens gilt. Dort halfen sie, die Plünderungen zu stoppen, von denen insbesondere die Märkte der Stadt betroffen waren. Juba war vorher Garnisonsstadt der regulären sudanesischen Armee, in der 40.000 bis 60.000 Regierungstruppen stationiert sind. Juba war vorher nie in die Hände der Rebellen geraten.

Der 21 Jahre andauernde Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan endete im Januar des Jahres mit einem Friedensabkommen, das als Meilenstein auf dem Weg des Sudan in eine friedliche und demokratische Zukunft des Landes gesehen wurde. Der sudanesische Präsident Omar al-Beshir ernannte heute Salva Kiir als Nachfolger John Garangs zum neuen Vizepräsidenten des Landes. Dieser ist zugleich Oberhaupt des Süd-Sudan, der nach dem Friedensabkommen relative Autonomie genießt.

John Garang war am 1. August 2005 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen.

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