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February 22, 2011

Mehrere Dutzend Tote bei Erdbeben in Neuseeland

Mehrere Dutzend Tote bei Erdbeben in Neuseeland

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Veröffentlicht: 20:08, 22. Feb. 2011 (CET)
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Ein zerstörtes Gebäude in Christchurch

Foto: Schwede66

Christchurch (Neuseeland), 22.02.2011 – Ein Erdbeben mit Epizentrum in der Nähe von Christchurch auf der Südinsel Neuseelands hat mindestens 65 Menschenleben gefordert. Dies bestätigte der neuseeländische Premierminister John Key. Key hat sich vor Ort über die Situation informiert und sprach von einer „vollständigen Zerstörung“. Seiner Ansicht nach „sind wir wohl Zeugen von Neuseelands schwärzestem Tag“. Das Erdbeben erreichte eine Momenten-Magnitude von 6,3 Mw. Es war das bisher stärkste Nachbeben seit dem Erdbeben vom vergangenen September, das jedoch trotz seiner größeren Intensität glimpflicher abgelaufen war, weil sein Zentrum weiter entfernt von der zweitgrößten Stadt des Südpazifik-Staates lag. Angaben über Sachschäden liegen noch nicht vor, doch dürften diese erheblich umfangreicher sein als beim letzten Beben. Damals wurden rund 100.000 Häuser beschädigt und der Gesamtschaden wurde auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt.

In Christchurch und Umgebung wurden zahlreiche Gebäude zerstört oder schwer beschädigt. Der Kirchturm der Kathedrale von Christchurch ist teilweise eingestürzt. Nach Angaben von Peter Beck, dem Dekan, befanden sich zum Zeitpunkt des Erdbebens, das sich um 12:51 Uhr Ortszeit (0:51 Uhr MEZ) ereignete, Besucher in der Spitze des Turmes. Derzeit ist unklar, ob noch Menschen in den Trümmern der Kirche verschüttet sind. „Es ist erschütternd, was mit der Kathedrale passierte, aber das Wichtigste im Moment sind nicht die Bauten, es sind die Menschen, und wir müssen einander die Hand reichen – hier in Christchurch und Canterbury – und alles Menschenmögliche tun, um mit den Verletzten, den Toten und ihren Hinterbliebenen fertig zu werden“, sagte Beck. „Die Menschen hier sind traumatisiert. Das ist eine große, große Katastrophe.“

Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, teilte am Abend (Ortszeit) nach der Katastrophe mit, dass bis zu dem Zeitpunkt etwa 120 Personen aus den Trümmern gerettet worden seien, doch würden viele Verschüttete noch um ihr Leben kämpfen. Unter den Opfern des Erdbebens sind möglicherweise auch Ausländer. Rund 440 Australier leben in der 390.000-Einwohner-Stadt. Vermisst werden derzeit auch zwölf Schüler aus der japanischen Stadt Toyama, die sich in Christchurch aufhielten. Zwei ihrer Lehrer und neun weitere Schüler konnten gerettet werden, berichtete die japanische Zeitung Sankei Shimbun.

Karte der Erdbebenregion

Kartographie: USGS

Das Gebäude des Privatsenders Canterbury Television wurde durch das Erdbeben beschädigt und steht in Flammen. In dem Gebäude wurden möglicherweise 50 Menschen eingeschlossen. Abgeschnitten sind auch Personen in einigen Hochhäusern. So berichtete Gary Moore telefonisch im neuseeländischen Fernsehen, er warte im zwölften Stock des Forsyth-Barr-Buildings mit etwa zwanzig Arbeitskollegen auf Rettung. Er sei jedoch zuversichtlich, da die Feuerwehr bereits einige Leute aus dem 17. Stock gerettet hätte.

In den Stunden nach dem Erdbeben kam es zu mehreren Nachbeben, von denen zwei die Magnituden Mw=5,6 und Mw=5,5 erreichten. Diese Nachbeben behindern und gefährden die Katastrophenhelfer.

Australien ließ 74 Katastrophenhelfer aus New South Wales nach Christchurch fliegen und will in den nächsten Stunden weitere 74 Helfer aus Queensland in die Erdbebenregion schicken. Wie die Premierministerin von Queensland, Anna Bligh, erklärte, habe sie den Zivilschutz ihres Bundesstaates in Bereitschaft versetzt, um Neuseeland zu helfen. Queensland sei Neuseeland wegen seiner Unterstützung bei der Überschwemmungskatastrophe nach Zyklon Tasha zu Dank verpflichtetet: „Sie haben uns Hilfsmannschaften geschickt, einschließlich von Rotkreuz-Freiwilligen, Ärzten und Katastrophenhelfern, und wir werden ihnen genauso helfen, mit einigen unserer besten und cleversten Leute.“ Unterstützung haben auch die Vereinigten Staaten, Japan und die Europäische Union angeboten.

Das Staatsoberhaupt Neuseelands, die britische Königin Elisabeth II., bat Premierminister Key, ihre „tiefe Anteilnahme den Familien und Freunden derjenigen zu übermitteln, die getötet wurden“. Sie sei „vollkommen geschockt“ über das Geschehen, sagte die britische Königin, ihre „Gedanken sind bei allen, die von diesem grässlichen Ereignis betroffen sind“.

Das Erdbeben ist eine der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte Neuseelands. Bei einem Flugzeugabsturz am Mount Erebus starben 1979 in der Antarktis 257 Personen. 1931 kamen durch das Napier-Erdbeben 256 Menschen um und die Städte Napier und Hastings wurden dem Erdboden gleichgemacht. Im Jahr 1863 ertranken beim folgenschwersten Schiffsuntergang des Landes 189 der 259 Personen, die sich an Bord der HMS Orpheus befunden hatten, die britische Soldaten transportierte. 1953 kamen am Heiligen Abend beim schlimmsten Zugunglück Neuseelands 151 Passagiere um, als ein Zug in den Whangaehu River stürzte, weil eine Eisenbahnbrücke unter ihm zusammenbrach.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Christchurch-Erdbeben von 2011“.

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Quellen

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June 25, 2007

UNESCO-Welterbekomitee tagt in Christchurch: Dresdner Elbtal bleibt auf der Roten Liste

UNESCO-Welterbekomitee tagt in Christchurch: Dresdner Elbtal bleibt auf der Roten Liste

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Veröffentlicht: 20:21, 25. Jun. 2007 (CEST)
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Christchurch (Neuseeland), 25.06.2007 – Auf seiner 31. Sitzung, die vom 23. Juni bis zum 2. Juli in Christchurch, Neuseeland, stattfindet, haben die Delegierten des UNESCO-Welterbekomitees entschieden, dass das Dresdner Elbtal vorerst seinen Weltkulturerbestatus behalten darf.

Die Marienbrücke in Dresden

Das 20 Kilometer lange Teilstück des Elbtals um die sächsische Hauptstadt Dresden wurde im Jahr 2004 in die Welterbeliste aufgenommen und kam im vergangenen Jahr auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten. Grund dafür ist der geplante Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke, durch die nach Ansicht der UNESCO-Kommission die Landschaft „verschandelt“ werde. Sollte die Brücke wie geplant gebaut werden, würde das Dresdner Elbtal den Welterbestatus verlieren. Dresden soll jetzt bis zum Oktober einen Alternativvorschlag machen. Der Dresdner Bundestagsabgeordnete Jan Mücke (FDP) hält dies für unmöglich. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte er in Christchurch: „Wir sollen bis Oktober etwas vorstellen, was man nicht vorstellen kann.“ Es bleibe bei dem vom UNESCO-Komitee gesetzten Ultimatum, es gebe jetzt nur einen neuen Termin, so Mücke.

Unterdessen warf der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt dem UNESCO-Komitee Erpressung vor und verwies auf den Volksentscheid, bei dem sich die Bevölkerung mehrheitlich für den Bau der Brücke ausgesprochen hatte. Die demokratische Willensbildung werde bei dem Ultimatum völlig außer Acht gelassen, sagte Milbradt. Auch Innenminister Buttolo beharrt darauf, dass dem Ergebnis des Bürgerentscheids Vorrang vor einem möglichen Verlust des Weltkulturerbetitels eingeräumt und die Brücke gebaut werden müsse. Über einen nicht offiziellen Alternativentwurf, den Vertreter der Stadt Dresden in Neuseeland vorlegten, wurde nach Angaben der deutschen UNESCO-Kommission auf der Sitzung des Welterbe-Komitees nicht abschließend entschieden.

Die Everglades in Florida sind Lebensraum für die seltenen Manatis

Zwei andere Objekte konnten von der Roten Liste gestrichen werden. Hierbei handelt es sich zum Einen um die Everglades in Florida, in denen viele seltene Vogel- und Reptilienarten sowie einige vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die Manatis aus der Familie der Seekühe leben. Mit großem Aufwand sei es den Vereinigten Staaten gelungen, die Bedrohung für das Schutzgebiet durch Umweltverschmutzung, Zersiedelung und die Schäden, die der Tornado „Andrew“ 1992 angerichtet hatte, abzuwenden, lobten die Delegierten des UNESCO-Welterbekomitees auf ihrer diesjährigen Sitzung.

Das zweite Gebiet ist eines der letzten Regenwaldgebiete in Mittelamerika am Río Plátano in Honduras. Dieses war durch Landwirtschaft, Holzhandel und Jagd geschädigt worden. Durch die Bemühungen der Regierung ist es nach Ansicht des Welterbekomitees auch hier gelungen, das Biotop zu erhalten.

Der Ausschuss, dem Delegierte aus 21 Ländern angehören, entscheidet auch über die Vergabe des Welterbestatus an weitere Objekte. Entschieden werden soll in diesem Jahr unter anderem über die Verleihung des Welterbestatus an die Hafenbrücke und das Opernhaus in Sydney, Australien. Aus Deutschland liegt ein Antrag der Stadt Heidelberg vor, die Altstadt in die Welterbeliste aufzunehmen. Insgesamt umfasst die Liste zurzeit 830 Kulturstätten und -landschaften in 139 Ländern.

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Quellen

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