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December 30, 2010

Urteil: Michail Chodorkowski muss bis 2017 im Gefängnis bleiben

Urteil: Michail Chodorkowski muss bis 2017 im Gefängnis bleiben

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Veröffentlicht: 18:11, 30. Dez. 2010 (CET)
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Moskau (Russland), 30.12.2010 – Heute wurde von einem Moskauer Gericht das Strafmaß im Prozess gegen Michail Chodorkowski, ehemaliger Leiter des Ölkonzerns Yukos, und seinen früheren Geschäftspartner Platon Lebedew, verkündet. Der 47-Jährige wurde ebenso wie sein Geschäftspartner zu insgesamt dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die bereits abgebüßte Strafe aus einem früheren Prozess in Höhe von acht Jahren wird jedoch auf das Strafmaß angerechnet, so dass er nach Angaben der Agentur Interfax im Frühjahr 2017 aus dem Gefängnis entlassen werden könnte.

Der Prozess wegen Unterschlagung von Öl und Geldwäsche war am Montag mit einem Schuldspruch zu Ende gegangen (Wikinews berichtete). Die Urteilsbegründung umfasste mehrere hundert Seiten. Das Verfahren gegen Chodorkowski war von westlichen Staaten als „politisch motiviert“ kritisiert worden. Der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Markus Löning (FDP), nannte das Urteil ein „Beispiel für politische Willkürjustiz“.

Richter Viktor Danilkin erklärte bei der Urteilsverkündung, die Schuldfrage sei vollständig geklärt. Der ehemalige Yukos-Vorstandsvorsitzende habe die Tochterfirmen des Unternehmens betrogen und insgesamt 200 Millionen Tonnen Erdöl im Wert von umgerechnet 27 Milliarden US-Dollar aus der Produktion der Tochterfirmen unterschlagen und unter dem Weltmarktpreis „zu seiner persönlichen Bereicherung“ verkauft.

Chodorkowski galt vor der Zerschlagung seines Konzerns Yukos mit einem persönlichen Vermögen von mehr als acht Milliarden US-Dollar als so genannter Oligarch und reichster Mann Russlands. Er finanzierte Parteien und galt als Gegner des ehemaligen Staatspräsidenten Wladimir Putin. Im Fernsehen hatte Putin selbst öffentlich eine Verurteilung Chodorkowskis gefordert. Dieser hatte stets seine Unschuld beteuert und angekündigt, das Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anzufechten.

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December 28, 2010

Michail Chodorkowski erneut schuldig gesprochen

Michail Chodorkowski erneut schuldig gesprochen

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Veröffentlicht: 09:35, 28. Dez. 2010 (CET)
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Michail Chodorkowski (2001)

Moskau (Russland), 28.12.2010 – Der russische Multimilliardär und frühere Chef des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, ist gestern von einem Gericht in Moskau wegen Unterschlagung von Erdöl im Wert von 20 Milliarden Euro schuldig gesprochen worden. Chodorkowski ist seit 2003 inhaftiert und wurde bereits 2005 unter anderem wegen schweren Betrugs verurteilt. Das Strafmaß wird in den nächsten Tagen verkündet.

Chodorkowski hatte die Anschuldigungen immer abgestritten. Die Prozesse seien politisch motiviert und erklärten sich damit, dass er im Gegensatz zu anderen Oligarchen die Opposition und nicht den damaligen Präsidenten Putin unterstützt habe. Auch von anderer Seite wurde die mangelnde Unabhängigkeit der russischen Justiz kritisiert, so in einer Erklärung des US-Senats im Jahr 2005. Amnesty International hatte in der „Berliner Erklärung“ vom 27. Oktober Russland aufgefordert, die Europäischen Menschenrechtskonvention einzuhalten und dabei explizit auf die Prozesse gegen Chodorkowski und seinen Geschäftspartner Platon Lebedew Bezug genommen.

Vor knapp zwei Wochen hatte Putin in einer Fernsehshow die Verurteilung Chodorkowskis gefordert. Er gehe davon aus, dass das Gericht die Schuld Chodorkowskis hinreichend bewiesen habe und dieser wie jeder Dieb ins Gefängnis müsse. Präsident Medwedew hingegen bezeichnete Putins Äußerungen als eine unzulässige Vorverurteilung.

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July 28, 2006

Moskau: Ölkonzern Yukos ist insolvent

Moskau: Ölkonzern Yukos ist insolvent – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Moskau: Ölkonzern Yukos ist insolvent

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Artikelstatus: Fertig 10:35, 28. Jul. 2006 (CEST)
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Moskau (Russland), 28.07.2006 – Der russische Ölkonzern Yukos wurde für insolvent erklärt. Eine geplante Sanierung des Großkonzerns wurde bei einer Versammlung am Dienstag den 25. Juli in Moskau abgelehnt. Die Abstimmung endete 94 Prozent zu sechs Prozent für die Insolvenz. Teilnehmer waren die Gläubiger von Yukos. Die Schulden des Konzerns werden auf 14,5 Milliarden Euro beziffert. Der Wert des Unternehmens liegt jedoch nur bei 14 Milliarden Euro. Daher der Insolvenzantrag.

Der ehemalige Besitzers von Yukos, Michail Chodorkowski, sitzt derzeit in Sibirien eine achtjährige Haftstrafe ab.

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April 16, 2006

Michail Chodorkowski wegen Schnittverletzung behandelt

Michail Chodorkowski wegen Schnittverletzung behandelt

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Artikelstatus: Fertig 19:45, 16. Apr. 2006 (CEST)
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Krasnokamensk / Moskau (Russland), 16.04.2006 – Der zu einer langjährigen Haftstrafe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Chef des russischen Erdölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag von einem Mithäftling schwer verletzt. Chodorkowski erlitt die Verletzungen laut Angaben seines Anwalts durch ein Messer, er wurde umgehend in die Krankenabteilung des Gefängnisses verlegt. Das Gefängnis befindet sich in einem Ort nahe der chinesischen Grenze.

Die Gefängnisleitung hat die Nachricht dementiert. Nach deren Angaben hat sich Chodorkowski mit einem Mithäftling geprügelt und ist dabei verletzt worden.

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