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September 3, 2013

Greenpeace-Schiff gestoppt – russische Küstenwache durchsucht Arctic Sunrise

Greenpeace-Schiff gestoppt – russische Küstenwache durchsucht Arctic Sunrise

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Veröffentlicht: 19:07, 3. Sep. 2013 (CEST)
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Greenpeace-Schiff
Arctic Sunrise 2007

Moskau (Russland) / Hamburg (Deutschland), 03.09.2013 – Bei Protestaktionen im Nordpolarmeer wurde am 26. August das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise von der russischen Küstenwache gestoppt und durchsucht. Unter Androhung von Schusswaffengebrauch führten vier Beamte der Viktor Kingisepp eine „Inspektion“ auf dem Eisbrecher durch und verhängten eine Vier-Seemeilen-Verbotszone um die Geolog Dmitriy Nalivkin. Vorangegangen war eine Schlauchbootaktion mit „Save-the-Arctic“-Bannern, um mit der permanenten Anwesenheit bei Erdölexplorationen von Rosneft und ExxonMobil deren Aktivitäten in der Karasee zu dokumentieren sowie die Öffentlichkeit auf die Schäden am arktischen Ökosystem hinzuweisen. Die russischen Behörden hatten bereits am 21. August eine Weiterfahrt untersagt.

Hintergrund ist das Engagement von Greenpeace für ein Schutzgebiet „Hohe Arktis“, in dem die Förderung von Öl und Gas sowie die industrielle Fischerei verboten werden sollen. Die Arktis dürfe nicht „wirtschaftlichen Interessen geopfert werden“. Die deutsche Bundesregierung wurde bereits im April aufgefordert, bei der UNO die Einrichtung eines Schutzgebietes „Hohe Arktis“ zu beantragen. Die Arktis gehöre allen Menschen, Thema ist daher auch das Verhindern Ausbeutung der ökologisch sensiblen Region nördlich des Polarkreises.[1]

„Die Durchsuchungsaktion der russischen Küstenwache entspricht nicht internationalem Recht und wurde gegen den ausdrücklichen Willen der Crew und unter Gewaltandrohung durchgeführt“, so Benjamin Borgerding von Greenpeace Deutschland. Ebenso wenig gerechtfertigt sei eine Vier-Seemeilen-Verbotszone um die Geolog Dmitriy Nalivkin. Seismische Untersuchungen bei der Suche nach Erdöl oder Erdgas haben meist eine verheerende Schallweiterleitung im Meer zur Folge. Diese Schallwellen können bei Walen schwere Schäden zur Folge haben und schlimmstenfalls zum Tod führen. Solche Erdölexploration verstoße im dortigen Arktis-Naturpark gegen russisches Recht. Christoph von Lieven (Greenpeace Deutschland) sieht auch die Bundesregierung in der Verantwortung: Deutschland als mit Abstand größter Abnehmer von russischem Öl und Gas solle seinen Einfluss zum Schutz der Arktis geltend machen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Russland beansprucht Arktis (30.07.2007)
  • NASA-Satelliten enthüllen abschmelzende arktische Eisflächen (30.09.2005)
  • Portal:Greenpeace
  • Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Portal:Umwelt- und Naturschutz“.
  • Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Portal:Arktis“.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Protestpostkarte Ihre Stimme für ein Schutzgebiet „Hohe Arktis“, April 2013

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April 17, 2011

FÖS-Studie: Strom aus Wind- und Wasserkraft billiger als Atomstrom

FÖS-Studie: Strom aus Wind- und Wasserkraft billiger als Atomstrom

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Veröffentlicht: 19:00, 17. Apr. 2011 (CEST)
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Hamburg (Deutschland), 17.04.2011 – Laut einer heute veröffentlichten Studie im Auftrag von Greenpeace Energy, eines Greenpeace-eigenen deutschen Anbieters für Ökostrom, ist Strom aus Wind- und Wasserkraft schon heute billiger als Atomstrom, wenn man in die Rechnung alle gesellschaftlichen Kosten einbezieht, die bei der Herstellung des Stroms entstehen.

Die Studie, die unter dem Titel „Was Strom wirklich kostet“ vom „Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“ (FÖS), erarbeitet wurde, rechnet vor, welche staatlichen Förderungen und weitere Kosten eigentlich in den Strompreis eingerechnet werden müssten, um die tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten der verschiedenen Energieformen zu kalkulieren. Grundlage der Modellrechnungen sind Aufzeichnungen über staatliche Fördermaßnahmen aus dem Zeitraum von 1970 bis 2010.

Demnach kostet eine Kilowattstunde Windstrom 7,6 Cent, Strom aus Wasserkraft 6,5 Cent. Eine Kilowattstunde Strom aus Braun- und Steinkohle kostet die Gesellschaft 12,1 Cent. An der Spitze der Liste steht Atomstrom mit 12,8 Cent je Kilowattstunde.

Die öffentliche Diskussion bezieht sich häufig auf Preiskalkulationen, die von Stromanbietern erstellt wurden und in die die von der Gesellschaft beziehungsweise vom Staat erbrachten Leistungen in Form von Subventionen oder Infrastrukturmaßnahmen nicht eingerechnet sind.

So flossen in die Gewinnung des Energieträgers Steinkohle staatliche Fördermittel in Höhe von 288 Milliarden Euro ein. In die Atomenergie flossen staatliche Subventionen von 196 Milliarden Euro. Bei der Braunkohle waren es 67 Milliarden Euro. Erneuerbare Energieträger profitieren erst in jüngster Zeit von staatlichen Förderprogrammen. In die erneuerbaren Energien wurden bisher 39 Milliarden Euro aus staatlichen Finanztöpfen investiert. Die einzelnen staatlichen Förderprogramme setzen sich dabei aus direkten Finanzhilfen, Steuervergünstigungen und anderen Förderwerten (Emissionshandel oder den Rückstellungen von Kernkraftwerken, die in die Endkalkulation des Endpreises einfließen) zusammen.

Die Autoren der Studie kommen rückblickend auf das System staatlicher Förderprogramme seit dem Beginn der staatlichen Förderung der Atomenergie in der Bundesrepublik Deutschland zu dem Schluss: „Hätten die AKW-Betreiber allerdings in der Aufbauphase auch nur einen relevanten Teil der Kosten selbst tragen müssen, wäre diese Technologie nie eingeführt worden. Die hohen vergangenen Förderungen haben die heutige Marktposition der Atomenergie überhaupt erst ermöglicht.“

Nur als grobe Annäherung in Anlehnung an die externen Kosten von Braunkohle (laut Umweltbundesamt in Höhe von 7,9 Cent pro Kilowattstunde) sind in die Kalkulation der gesamtwirtschaftlichen Kosten der Kernenergie als „Mindestwert der tatsächlichen externen Kosten von Atomenergie“ unter anderem die Kosten eingeflossen, die durch einen großen nuklearen Störfall entstehen würden. Auch die künftig noch entstehenden Kosten zur Sanierung alter Steinkohlebergwerke und Maßnahmen des Landschaftsschutzes nach dem Ende des Tagebaus in den Braunkohletagebaugebieten (als so genannte „externe Kosten“) flossen in die Rechnung ein. Die Kernkraftwerke werden auch nach ihrer Abschaltung erhebliche gesellschaftliche Folgekosten verursachen (zum Beispiel durch die Lagerung abgebrannter Brennelemente).

Vorerst noch teuer ist Strom auf der Basis der Photovoltaik-Technologie, der mit gesellschaftlichen Kosten von 46,5 Cent pro Kilowattstunde zu Buche schlägt. Bei dieser Form der Energiegewinnung aus Sonnenenergie vergleicht die Studie die jetzige Situation mit der Situation bei Einführung der Atomkraft in Deutschland, als der Staat den Atomstrom mit 60 Cent je Kilowattstunde förderte.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Energiepolitik
  • Portal:Greenpeace

Quellen

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March 31, 2011

Kraftwerkskatastrophe Fukushima-Daiichi: Grundwasser verstrahlt

Kraftwerkskatastrophe Fukushima-Daiichi: Grundwasser verstrahlt

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Veröffentlicht: 21:29, 31. Mär. 2011 (CEST)
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Die Evakuierungszone um das Kernkraftwerk Fukushima I

Ōkuma (Japan), 31.03.2011 – Im Grundwasser in der Nähe von Reaktor 1 des havarierten Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi wurden Strahlenwerte festgestellt, die um den Faktor 10.000 über den erlaubten Grenzwerten liegen. Das berichten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den KKW-Betreiber Tokyo Electric Power Company (Tepco).

Auch im Meerwasser in der Nähe des Kernkraftwerks wurde eine extrem hohe Konzentration radioaktiver Jod-Partikel gemessen. Die Messungen ergaben Werte, die 4385 Mal über dem Grenzwert liegen. Dieser neue Rekordwert wurde von Experten der japanischen Kernenergiebehörde Nisa dahingehend interpretiert, dass weiterhin radioaktive Teilchen aus dem Reaktorinneren freigesetzt werden. Genaue Angaben über die Lage des Strahlungslecks könnten jedoch zurzeit nicht gemacht werden, wurde erklärt.

Mittlerweile gelten auch Leichen von Menschen, die in der Evakuierungszone durch den Tsunami ums Leben gekommen waren, als so stark radioaktiv belastet, dass zunächst von einer Bergung aus den Trümmern abgesehen werden muss, weil eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bergungsmannschaften befürchtet wird. Auch eine spätere Beerdigung birgt gegenwärtig zu große Risiken, weil das Erdreich radioaktiv verseucht werden könnte. Eine Einäscherung kommt ebenfalls nicht in Frage, weil diese das Risiko berge, dass radioaktive Teilchen in die Luft gelangen könnten.

Eine Ausweitung der Evakuierungszone, wie gestern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gefordert, lehnte die japanische Regierung nach den Worten ihres Sprechers, Yukio Edano, jedoch ab. Zurzeit ist ein Gebiet mit einem Radius von 20 Kilometern um das Kernkraftwerk abgesperrt. Mehr als 70.000 Menschen mussten bisher evakuiert werden. Die IAEA hatte ebenso wie Greenpeace eine 40-Kilometer-Sperrzone um das Kernkraftwerk empfohlen.

Der gestern bekannt gewordene Plan, die Reaktortrümmer mit einer Kunstharzemulsion zu besprühen, um eine weitere Strahlungsemission zu unterbinden, wurde heute wegen einsetzenden Regens zunächst gestoppt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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December 15, 2010

Fischfangquoten in der Europäischen Union: Weniger Seelachs und Kabeljau, mehr Hering und Scholle

Fischfangquoten in der Europäischen Union: Weniger Seelachs und Kabeljau, mehr Hering und Scholle

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Veröffentlicht: 18:59, 15. Dez. 2010 (CET)
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Lebensraum des Atlantischen Herings

Brüssel (Belgien), 15.12.2010 – Nach einer 17-stündigen Nachtsitzung einigten sich die für den Fischfang zuständigen Vertreter der Europäischen Union am Mittwochmorgen auf neue Fischfangquoten in Nordsee und Nordostatlantik. Diese sehen neue Höchstmengen für die wichtigsten Speisefischarten in den europäischen Fischgründen vor. Beim Kabeljau wurden die Fangquoten deutlich heruntergesetzt: um durchschnittlich 20 Prozent. Beim Seelachs beträgt die Reduzierung 13 Prozent. Im Gegenzug dürfen bis zu 22 Prozent mehr Heringe und 15 Prozent mehr Schollen aus dem Meer geholt werden.

Bezugspunkt der getroffenen Festlegungen sind nach Aussagen der Europäischen Kommission die Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), wobei sich die EU-Kommission für eine stärkere Reduzierung der Fangquoten eingesetzt hatte als die zuständigen EU-Minister.

Das Von-Thünen-Institut für Seefischerei in Hamburg begrüßte die Neuregelung, während die Nordseefischer schwierigere Zeiten auf sich zukommen sehen. Ein Sprecher der Erzeugergemeinschaft der Hochsee- und Kutterfischer in Cuxhaven rechnet mit vier Millionen Euro weniger Umsatz für die deutschen Nordseefischer. Ersten Berechnungen zufolge geht der Staatssekretär im Bundesagrarministerium, Robert Kloos, von einer Fangmenge von 2.900 Tonnen Kabeljau und 10.000 Tonnen Seelachs im kommenden Jahr aus.

Seit fünf Jahren wurden die Fangquoten der wichtigsten Speisefische immer wieder gesenkt. Hintergrund ist die systematische Überfischung der vorhandenen Bestände. In den europäischen Gewässern gelten 90 Prozent der Bestände als überfischt.

Greenpeace forderte in diesem Zusammenhang eine Einbeziehung der Größe der nationalen Fangflotten in die Fischereipolitik. Mindestens die Hälfte der europäischen Fangflotten müssten demzufolge wegen Überkapazitäten stillgelegt werden. Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace, erklärte: „Der Teufelskreis aus zu großen Fangflotten, absurden Subventionen und fehlendem politischen Willen hat zur maßlosen Überfischung der europäischen Meere geführt.“

Themenverwandte Artikel

  • Wissenschaftler: Kabeljaubestände trotz veränderter Fangquoten weiter bedroht (22.12.2006)
  • WWF: „Um die Zukunft der Nordsee ist es schlecht bestellt“ (04.05.2006)

Quellen

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October 28, 2010

Greenpeace besetzt das Dach der CDU-Zentrale: „Politik für Atomkonzerne“

Greenpeace besetzt das Dach der CDU-Zentrale: „Politik für Atomkonzerne“

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Veröffentlicht: 14:50, 28. Okt. 2010 (CEST)
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„Konrad-Adenauer-Haus“ in Berlin

Berlin (Deutschland), 28.10.2010 – An der Glasfassade der Berliner CDU-Zentrale prangt heute Morgen ein großformatiges Transparent der Umweltorganisation Greenpeace mit der Aufschrift: „CDU: Politik für Atomkonzerne“. Darunter ist ein Foto der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem RWE-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann zu sehen. Beide halten Schnapsgläser in der Hand und prosten sich gegenseitig zu. Zwölf Greenpeace-Aktivisten, von der Bild-Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe als „Atom-Chaoten“ beschimpft, hatten die Außenfassade des Konrad-Adenauer-Hauses erklommen und das Transparent dort befestigt.

Ein Greenpeace-Sprecher erklärte zu der Aktion: „Heute werden wir sehen, ob die CDU Politik für die Menschen in diesem Land oder für die vier Atomkonzerne macht.“ Der Vorwurf an die schwarz-gelbe Koalition lautet, sie betreibe Klientelpolitik für die vier großen Energiekonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall.

Die Aktion findet vor dem Hintergrund der Bundestagsdebatte statt. Der Bundestag soll heute über die von der CDU/CSU-FDP-Regierung beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke entscheiden.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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March 4, 2010

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

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Veröffentlicht: 23:09, 4. Mär. 2010 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 04.03.2010 – Nach der Zulassung für den Freilandanbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ durch die Europäische Kommission will der Chemiekonzern BASF offenbar nachlegen. Wie eine Sprecherin des Ludwigshafener Konzerns gegenüber der Financial Times Deutschland bestätigte, plant der Chemieriese, weitere Anträge für die Zulassung gentechnisch veränderter Kartoffelsorten bei der EU-Kommission zu beantragen. Auch der Agrarchemiekonzern Syngenta hofft auf eine Trendwende in der Genehmigungspraxis für gentechnisch veränderte Gemüsesorten. Der Konzern betreibt nun die Genehmigung für seinen gentechnisch veränderten Süßmais Bt11.

Auf der anderen Seite geht der politische Streit um die Zulassung gentechnisch veränderter Produkte in die nächste Runde. Während der CDU-Agrarexperte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, Henning von Storch, die Genehmigung für die BASF-Kartoffel Amflora begrüßte, hagelte es auf Seiten der Opposition im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern Kritik an der Entscheidung aus Brüssel. Fritz Tack, Agrarexperte der Linksfraktion im Schweriner Landtag, kritisierte, die EU-Kommission habe sich den Interessen von BASF untergeordnet und die Fraktion der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern forderte vom sozialdemokratischen Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Durchsetzung eines Anbaustopps für „Amflora“. Die Region Bütow in Mecklenburg-Vorpommern ist bislang das einzige Anbaugebiet, in dem bereits Versuchsfelder mit der Sorte Amflora bebaut werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April des letzten Jahres einen entsprechenden Antrag genehmigt.

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, ist auch die einschlägige Industrie in Norddeutschland wenig geneigt, die neue Gentech-Kartoffel in den Produktionsprozess einzubinden. Henk Jaap Meijer, Laborleiter der Emsland Stärke GmbH, erklärte: „Wir sehen zurzeit keine Möglichkeit, Amflora anzupflanzen. Die Konsequenzen wären zu groß.“ Es gebe Kunden, die für die „grüne Gentechnik“ nicht offen sind. Die Firma, die jährlich etwa 350.000 Tonnen Kartoffelstärke produziert, gehört zu den Marktführern der Stärkegewinnung aus Kartoffeln in Deutschland. Die Firma verarbeitet seit dem Herbst 2009 eine konventionell gezüchtete Kartoffel mit einem hohen Amylopektin-Gehalt.

Die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte „Amflora“ von BASF Plant Science war entwickelt worden, um den Bedarf der Industrie nach einem möglichst hohen Anteil von Amylopektin-Stärke zu decken. Amflora ist nicht für den Verzehr bestimmt, sondern dient ausschließlich als Stärkelieferant für die Papierherstellung und andere Industrieprodukte. Herkömmliche Kartoffeln enthalten neben Amylopektin noch eine andere Stärkevariante: Amylose. Angesichts solcher Alternativen nannte Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, die Gentech-Kartoffel Amflora „überflüssig wie ein[en] Kropf“.

Greenpeace kritisierte erneut die politische Weichenstellung für genetisch veränderte Nutzpflanzen. Der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Martin Hoffstetter, wandte sich gegen die Behauptung, die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte werde nicht in die menschliche Nahrung gelangen: „Wo Genpflanzen angebaut werden, tauchen sie über kurz oder lang auch in Lebensmitteln auf.“

Die neue transgene Kartoffelsorte, für die BASF eine Genehmigung erwirken möchte, trägt den Sortennamen „Fortuna“ und ist eine Speisekartoffel, die gegen Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) resistent sein soll. Sie soll besonders für die Herstellung von Pommes frites geeignet sein. BASF argumentiert, diese Sorte erspare den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in erheblichem Umfang.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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November 10, 2008

Kernkraftgegner verzögern den Zeitplan eines Castortransports ins Zwischenlager Gorleben

Kernkraftgegner verzögern den Zeitplan eines Castortransports ins Zwischenlager Gorleben

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Veröffentlicht: 23:18, 10. Nov. 2008 (CET)
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Dannenberg (Elbe) / Gorleben (Deutschland), 10.11.2008 – Tausende Demonstranten behinderten den elften Transport hochradioaktiven Abfalls in so genannten Castoren in das zentrale Zwischenlager für atomare Abfälle in Gorleben. Damit wurde der Zeitplan für den Transport erheblich verzögert. Ursprünglich war die Ankunft für den heutigen Montagmorgen geplant. Am Abend war der Transport jedoch immer noch nicht am Ziel eingetroffen. Auf der Straße zum Zwischenlager veranstalteten friedliche Demonstranten seit Samstag eine Sitzblockade. Die Polizei war stundenlang damit beschäftigt, die Demonstranten wegzutragen. Auch auf dem letzten Teilstück des Transports, zwischen dem Verladebahnhof Dannenberg und dem Zwischenlager Gorleben, organisierten die Atomkraftgegner verschiedene Aktionen zur Störung des Transports. So wurde die Straße an einer Stelle von Traktoren gesperrt. An anderer Stelle hatten sich Aktivisten an Betonklötze gekettet. Beobachter schätzten ein, dass die Bewegung gegen die Castortransporte nach Gorleben in diesem Jahr wesentlich mehr Zulauf erhalten hat als in den Vorjahren. Eine Rolle könnten dabei die Berichte über das Desaster des Salzstocks Asse II gespielt haben, wo nach Greenpeace-Angaben etwa 126.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll eingelagert worden sind, vermuten Beobachter. Dort war Grundwasser in das stillgelegte Salzbergwerk eingedrungen.

Am Morgen hatte das Umladen der elf Castor-Spezialbehälter am Verladebahnhof Dannenberg auf Speziallastwagen begonnen. Der Zug mit dem hochradioaktiven Abfall aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague war dort aufgrund von Protestaktionen von Kernkraftgegnern bereits mit 14-stündiger Verspätung eingetroffen. An der Bahnstrecke war es dabei auch zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Mehrere Demonstranten wurden dabei verletzt. Nach Polizeiangaben wurden mehrere hundert festgenommene Anti-KKW-Aktivisten inzwischen wieder frei gelassen. Die Polizeiführung des Einsatzes warf einigen Demonstranten eine erhöhte Gewaltbereitschaft vor. So sei mit Signalmunition auf Polizeihubschrauber geschossen und Gleise seien unterhöhlt worden. Sicherheitskräfte schätzten ein, dass sich unter den Demonstranten auch etwa 800 bis 1000 gewaltbereite sogenannte „Autonome“ befanden.

Nach Greenpeace-Angaben setzen die bei dem diesjährigen Transport eingesetzten Castorbehälter im Vergleich zu den letzten Jahren bis zur 500-fachen Menge an radioaktiver Strahlung frei. Messungen von Mitgliedern der Umweltorganisation ergaben in einem Abstand von 14 Metern von den Behältern noch eine Neutronenstrahlung von 4,8 Mikrosievert pro Stunde. Die Strahlung liege damit um 40 Prozent höher als beim Castor-Transport 2005. Diese Dosis liege vermutlich zwar noch unterhalb des Grenzwertes. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt in der Nähe der Castor-Behälter, wie dies für die begleitenden Demonstranten und Polizisten gilt, müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass die zulässige Strahlen-Jahresdosis bereits erreicht werde. Heinz Smietal, Greenpeace-Sprecher, kritisierte: „Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und Demonstranten ist unverantwortlich.“

Schema der Entstehung radioaktiver Abfälle

Die Auseinandersetzungen um den Castor-Transport finden vor dem Hintergrund einer energiepolitischen Diskussion in Deutschland statt, in der von wesentlichen Teilen der CDU/CSU und anderen Befürwortern der Kernenergie wie der FDP der im Jahr 2001 erreichte Konsens mit der Atomindustrie in Deutschland („Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung“) wieder in Frage gestellt wird. Dieser Konsens sah den Ausstieg aus der Atomkrafttechnologie in Deutschland bis zum Jahr 2020 vor. Nach der nächsten Bundestagswahl könnten sich die politischen Mehrheitsverhältnisse im Deutschen Bundestag jedoch zugunsten der Befürworter der Kernenergietechnologie wieder ändern. Politische Beobachter vermuten, dass das Thema Kernenergie und die Frage der Endlagerung der atomaren Abfälle ein Wahlkampfthema im kommenden Bundestagswahlkampf werden könnte. Frank Schwabe, klimapolitischer Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion: „Wir freuen uns auf dieses Wahlkampfthema.“

Das atomare Zwischenlager Gorleben ist zugleich für die Gegner der Kernkraftnutzung in Deutschland deshalb zum Symbol ihres Widerstandes geworden, weil es darauf hinweist, dass die Frage der Endlagerung des radioaktiven Abfalls in Deutschland nach wie vor nicht gelöst ist. Das Abfalllager Gorleben (ALG) besteht aus mehreren oberirdischen Lagerhallen. Da ist zum Einen das 1984 gebaute Abfalllager Gorleben (ALG) mit 15.000 Kubikmeter Platz für radioaktive Abfälle, die dort in Rundbehältern aus Stahl, Beton oder Gusseisen gelagert werden. Außerdem befindet sich auf dem Gelände das Transportbehälterlager Gorleben (TBL-G) mit 5.000 Quadratmetern Nutzfläche und 420 Stellplätzen für so genannte HAW-Glaskokillen mit eingeschweißten radioaktiven Abfällen aus La Hague. Die Halle ist zur Aufnahme der 108 Behälter mit jeweils 28 Glaskokillen aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage vorgesehen, zu deren Abnahme Deutschland vertraglich verpflichtet ist. Die Frage eines Endlagers für atomare Abfälle in Deutschland ist seit Jahrzehnten nicht geklärt. Die CDU/CSU vertritt dazu die Position, dass die Salzstöcke bei Gorleben als Endlager weiter ausgebaut werden sollten, während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die SPD die Frage der atomaren Endlagerung nicht durch Gorleben gelöst sehen. Am Montag erklärte der Bundesumweltminister, bis zum Jahr 2035 müsse die Frage der Endlagerung gelöst werden. Seiner Ansicht nach sprechen viele Argumente gegen Gorleben und eher für andere Standorte. Seit 2001 ruhen die Arbeiten für den Ausbau des Salzstocks Gorleben als atomares Endlager.

Die Betreibergesellschaft weist auf ihrer Internetseite (kernenergie.de) darauf hin, dass in Deutschland jährlich „500.000 Tausend Versandstücke mit radioaktiven Stoffen“ aus „Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen, Universitäten und industriellen Anwendungen“ über die Straßen des Bundesgebietes befördert werden. Diese seien „schwach- bis mittelradioaktiv“ und würden in Sammelstellen auf Länderebene gesammelt. Auch auf dem Gelände von Kernkraftwerken in Deutschland werden radioaktive Abfälle – meist abgebrannte Brennelemente – zeitweilig, das heißt maximal 40 Jahre, zwischengelagert. Im Jahr 2007 gab es in Deutschland 382 genehmigungspflichtige Transporte von Kernbrennstoffen. Gorleben sei der einzige Standort in Deutschland, der eine Genehmigung für die Lagerung von Behältern mit den Abfällen aus der Wiederaufarbeitung besitze.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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December 19, 2007

EU-Agrarminister senken die Fangquote für Kabeljau um 18 Prozent

EU-Agrarminister senken die Fangquote für Kabeljau um 18 Prozent

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Veröffentlicht: 22:38, 19. Dez. 2007 (CET)
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Im nächsten Jahr sollen weniger Fische gefangen werden

Brüssel (Belgien), 19.12.2007 – Die EU-Agrarminister einigten sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf neue Fangquoten für die Fischerei in den europäischen Gewässern einschließlich der Nordsee.

Die neue Quote sieht vor, dass gegenüber dem Vorjahr 18 Prozent weniger Kabeljau gefangen werden soll. Damit blieb die Ministerrunde jedoch unter dem Vorschlag der EU-Kommission, die eine Absenkung der Quote um 25 Prozent für Kabeljau vorgesehen hatte. Der Beschluss war gefasst worden, nachdem Wissenschaftler eine leichte Erholung der Bestände festgestellt hatten. Je nach Meeresregion sehen die Fangquoten allerdings sehr unterschiedlich aus, nur im Durchschnitt ergibt sich eine Absenkung. Während die französischen Fischer den Fang von Kabeljau im Atlantik nur um neun Prozent einschränken müssen, ist in der irischen See und vor Westschottland, wo britische und irische Fischer ihre Fanggebiete haben, eine Quotensenkung von 18 Prozent vorgesehen. Deutsche und dänische Fischer dürfen in der Nordsee sogar elf Prozent mehr Fische der bedrohten Art fangen. Die Fangquoten für Heringe wurden dagegen um 41 Prozent auf knapp 19.000 Tonnen gesenkt. Bei der Scholle wurde eine um 15 Prozent niedrigere Höchstfangmenge vereinbart. Für Sardellen im Golf von Biskaya gilt weiterhin ein absolutes Fangverbot.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) kritisierte den Beschluss daher als „eine neue Lizenz zum Plündern“. In diesem Zusammenhang weist der WWF darauf hin, dass der Bestand des Nordsee-Kabeljaus seit Beginn der 1970-er Jahre um vier Fünftel zurückgegangen ist. Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation werden die Empfehlungen der Wissenschaft „zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen ignoriert“. Kritisiert wird bei den Zahlenvorgaben aus Brüssel, dass dabei unabsichtliche und illegale Fänge nicht berücksichtigt würden. Die Hälfte des Kabeljaufangs sei auf diese Weise zustande gekommen. Der WWF schätzt daher, dass im kommenden Jahr die tatsächliche Fangmenge „weit über 40.000 Tonnen“ betragen werde. Der WWF appelliert angesichts der Brüsseler Fischereipolitik an den Fischhandel, keine bedrohten Fischarten anzubieten. Ein positives Beispiel bieten nach Ansicht des WWF die Niederlande, wo sich die großen Handelsketten die WWF-Forderungen zu eigen gemacht haben und nur noch Fische anbieten, die nach dem Ökosiegel „Marine Stewardship Council“ (MSC) zertifiziert sind.

Einer Untersuchung von Greenpeace zufolge ist die Situation in Deutschland differenziert zu bewerten. Einige Discounter verzichten inzwischen darauf, gefährdete Fischarten in den Handel zu bringen. Positiv wurde von Greenpeace die Verkaufspolitik der Ketten Norma und Kaufland bewertet, auch Metro, Rewe und Lidl unternehmen Anstrengungen in dieser Richtung. Dr. Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace, bemängelt jedoch, „dass wir in den Regalen der Supermärkte immer noch Kabeljau, Scholle und Rotbarsch gefunden haben. Diese Fischarten gehören nicht auf den Teller, da ihre Bestände bedroht sind.“

Außerdem beschlossen die EU-Agrarminister ein Verbot der Schleppnetzfischerei in den Korallenriffen westlich von Irland zum Schutz der dort lebenden Tiere. Bundesagrarminister Horst Seehofer regte außerdem an, einen Aktionsplan zum Schutz der in der Nordsee lebenden Haie auszuarbeiten. Die Fangquote für den bedrohten Dornhai wurde um 25 Prozent verringert. Zum Schutz des Thunfisches wurde ein Bewirtschaftungsplan beschlossen, der auf 15 Jahre angelegt ist und die Bestände sichern soll.

Themenverwandte Artikel

  • Welternährungsorganisation: Überfischung nimmt bedrohliche Ausmaße an (05.03.2007)
  • Wissenschaftler: Kabeljaubestände trotz veränderter Fangquoten weiter bedroht (22.12.2006)
  • Neue Fangquoten für die Fischerei in der Ostsee (25.11.2006)
  • Portal:Tiere
  • Portal:Umwelt

Quellen

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December 9, 2007

Aktion „Licht aus!“ 2007

Aktion „Licht aus!“ 2007 – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Aktion „Licht aus!“ 2007

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Veröffentlicht: 21:24, 9. Dez. 2007 (CET)
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Deutschland, 09.12.2007 – In zahlreichen deutschen Städten ging am Samstagabend des Licht für fünf Minuten aus. Um punkt 20:00 Uhr wurde es an vielen weltberühmten Bauten wie dem Brandenburger Tor, dem Kölner Dom oder dem Heidelberger Schloss finster. Grund für das Ausschalten war die deutschlandweite Aktion „Licht aus! Für unser Klima“.

Das Vorhaben wurde unter anderem von der Umweltorganisation Greenpeace, der Bunten und dem WWF initiiert und von zahlreichen Prominenten wie den Schauspielerinnen Veronica Ferres und Maria Furtwängler, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Fußball-Legende Franz Beckenbauer unterstützt.

In den Städten Düsseldorf und Berlin gingen rund 8.000 Menschen auf die Straße und marschierten mit dem Banner „Klimaschutz jetzt“ zum Brandenburger Tor. Daran beteiligten sich auch Grünen-Chef Reinhard Bütikofer und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast. Die von Energie-Experten vorher befürchteten Probleme mit den Stromnetzen blieben aus.

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August 25, 2007

Bundesregierung einig über Klimaschutzprogramm

Bundesregierung einig über Klimaschutzprogramm

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Veröffentlicht: 21:22, 25. Aug. 2007 (CEST)
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Schloss Meseberg

Gransee (Deutschland), 25.08.2007 – Die Bundesregierung hat sich auf der Klausurtagung im Schloss Meseberg in Gransee auf ein Klimaschutzprogramm geeinigt. Demnach soll der Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2020 um 36 Prozent unter das Niveau von 1990 gesenkt werden. Sie begründet ihr Maßnahmenpaket mit den europäischen Richtungsentscheidungen, die nun auf nationaler Ebene umgesetzt werden sollen. Vor allem das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium waren zuvor unterschiedlicher Meinung bezüglich der Vorgehensweise.

Erreicht werden soll das Ziel mit Förderanreizen und Vorschriften, die das Energiesparen beim Heizen, eine steuerliche Belastung von Autos mit hohem Benzinverbrauch und den Energieverbrauch von Haushaltsgeräten betreffen. Insgesamt stehen 30 Punkte auf der Liste.

Die Energiegewinnung aus der Kraft-Wärme-Koppelung soll weiter gefördert werden. In diesem Punkt kritisiert die Bundesregierung die Wirtschaft, welche die Minderung der CO2-Emissionen nicht wie zugesagt reduziert hat. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion soll durch eine Novelle des entsprechenden Gesetztes auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 gesteigert werden. Ein entscheidender Punkt für den Bürger ist die Energiesparverordnung. Der „energetische Standard von Gebäuden entspricht nicht mehr dem Stand der Technik“, heißt es in dem Papier der Bundesregierung. Unter anderem sollen rund 1,4 Millionen der in Wohnungen noch vorhandenen Nachtstromspeicherheizungen langfristig ersetzt werden. Auch bei den 40.000 Schulen, 48.000 Kindertageseinrichtungen und 50.000 Jugendeinrichtungen sieht die Bundesregierung Handlungsbedarf. Diese seien aus energetischer Sicht dringend sanierungsbedürftig. Insbesondere in Kommunen mit „Haushaltsnotlage“ bestehe ein erheblicher Investitionsstau.

Greenpeace kritisierte den gefundenen Klimakompromiss. Demnach sei das Ziel, 40 Prozent der Treibhausgase bis 2020 einzusparen, nicht mehr zu erreichen. „Glaubwürdiger Klimaschutz sieht anders aus“, sagte Karsten Smid, der als Klimaexperte seiner Organisation gilt. „Die Politik mag Kompromisse brauchen – das Klima wird mit Kompromissen zugrunde gehen“, umriss er die Position von Greenpeace.

Quellen

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