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November 8, 2011

Ahmadinedschad warnt erneut vor Militärschlag gegen sein Land

Ahmadinedschad warnt erneut vor Militärschlag gegen sein Land

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Veröffentlicht: 21:56, 8. Nov. 2011 (CET)
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Der Iran erforscht die Nuklearenergie und will Israel „beseitigen“.

Teheran (Iran), 08.11.2011 – Der Präsident der Islamischen Republik Iran, Mahmud Ahmadinedschad, hat sich am Tag vor der Veröffentlichung eines Berichts der internationalen Atomenergieorganisation IAEA zu den nukleartechnischen Entwicklungen in seinem Land erneut zu Wort gemeldet. Israel und „der Westen“ wollten den Einfluss des Irans „vernichten“.

Der Politiker hatte sich in der jüngsten Vergangenheit wiederholt gegen Israel gewandt, indem er den Staat als „Schandfleck“ bezeichnete, der „beseitigt werden muss“ und der seine Existenz überhaupt nur einer „Lüge“ verdanke. Mit letzterem meinte der Präsident den Holocaust.

Im Iran wird seit Jahren auf dem Gebiet der Kernenergie geforscht. Die politische Führung des Landes hat dazu stets die Stellungnahme verbreitet, man wolle die Kernkraft zur Energieerzeugung nutzen. Nach der Ansicht einiger Beobachter versucht das Land aber auch, eine Nuklearstreitmacht zu errichten. Aufgrund der offen deklarierten Feindschaft gegenüber Israel wird dort befürchtet, zum Opfer eines Vernichtungsangriffs zu werden. Nach Ansicht einiger Beobachter ist ein Teil der Terrorangriffe vonseiten palästinensischer Extremisten gegen israelische Bürger von iranischer Seite unterstützt worden. Dass auch Israel über eine Nuklearstreitmacht verfügt, ist offiziell nie bestätigt worden, gilt aber als unumstritten.

Der israelische Präsident Schimon Peres hatte sich am Wochenende indirekt dafür ausgesprochen, nicht nur politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen die islamische Republik zu verhängen, sondern darüber hinaus auch präventiv mit militärischen Mitteln darauf hinzuwirken, dass die iranischen nukleartechnischen Forschungs- und Erprobungseinrichtungen ihre Arbeit nicht weiterführen können.

Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, hat sich dagegen dafür ausgesprochen, auf eine militärische Antwort auf die iranischen Bestrebungen zu verzichten. Ein Angriff sei ein sehr ernster Fehler, dessen Folgen unabsehbar wären, und Militärschläge brächten keine Lösungen, sondern nur viele Opfer.

Quellen[Bearbeiten]

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February 3, 2010

Iran kündigt Bereitschaft zur Urananreicherung im Ausland an

Iran kündigt Bereitschaft zur Urananreicherung im Ausland an

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Veröffentlicht: 21:09, 3. Feb. 2010 (CET)
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Standorte des iranischen Atomprogramms

Teheran (Iran), 03.02.2010 – Der Präsident des Iran, Mahmud Ahmadinedschad, kündigte in einer Rede am Dienstag im staatlichen Fernsehen die Bereitschaft seines Landes an, schwach angereichertes Uran im Ausland anreichern zu lassen. Zur Begründung verwies der iranische Präsident vage auf „technische Gründe“. Ahmadinedschad greift damit einen Vorschlag der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) auf, die auch von der so genannten Sechser-Gruppe (bestehend aus den fünf Vetomächten des UN-Sicherheitsrates und Deutschland) unterstützt worden war.

Führende Industriestaaten Europas und Nordamerikas sowie Israel hatten in den vergangenen Jahren mehrfach die Befürchtung geäußert, der Iran verfolge mit seinem Atomprogramm geheime militärische Ziele, insbesondere den Bau von Atomwaffen. Waffenfähiges Uran könnte durch die Urananreicherung hergestellt werden. Die mit dem Iran geführten Verhandlungen kommen jedoch seit Jahren nicht voran. In den letzten Wochen war wiederholt die Frage möglicher Sanktionen gegen den Iran diskutiert worden.

Vertreter westlicher Regierungen reagierten zurückhaltend auf die verbale Wende des iranischen Staatspräsidenten. Zunächst wolle man abwarten, wie sich der Iran konkret in Verhandlungen verhalte. Ein Sprecher der US-Regierung erklärte: „Wenn die Äußerungen von Herrn Ahmadinedschad eine aktualisierte iranische Position zum Ausdruck bringen, erwarten wir, dass der Iran die IAEA informiert.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Iranisches Atomprogramm

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June 21, 2009

Teheran: Behörden gehen mit Gewalt gegen Demonstrationen vor

Teheran: Behörden gehen mit Gewalt gegen Demonstrationen vor

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Veröffentlicht: 21:44, 21. Jun. 2009 (CEST)
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Teheran (Iran), 21.06.2009 – Auch eine Woche nach dem Ausbruch der Proteste hält der Widerstand gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 12. Juni 2009 an. Am Freitag hatte der religiöse Führer und Staatsoberhaupt Ali Chamenei in einer Rede die Zweifel an dem Wahlergebnis zurückgewiesen und die Anhänger der unterlegenen Kandidaten deutlich vor weiteren Demonstrationen gewarnt. Im Zentrum der iranischen Hauptstadt ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern vor, teilweise knüppelten die Einsatzkräfte mit Schlagstöcken auf etwa 3.000 Demonstranten ein. Es sollen auch Warnschüsse gefallen sein. Berichten zufolge wurden bis zu 60 Verletzte Demonstranten in das Imam-Chomeini-Krankenhaus gebracht. Seit Beginn der Proteste wurden mindestens zehn Personen getötet, Menschenrechtsorganisationen zufolge bis zu dreißig.

Das Innenministerium hat Demonstrationen im ganzen Land verboten und die Polizei erklärte, „von sofort an hart und entschlossen“ vorgehen zu wollen. Zehntausende von Polizisten und Revolutionsgardisten waren am Samstag in Teheran im Einsatz, um Demonstrationen zu unterbinden. Die „Grüne“ Revolution hat dadurch an Momentum verloren. Das Gelände der Universität wurde von der Polizei abgeriegelt. Einheiten von Polizei und Basidsch-Milizen besetzten alle größeren Plätze.

Der Wächterrat entschied unterdessen, zehn Prozent der Wahlurnen nachzählen zu lassen. Mir Hossein Mussawi, einer der unterlegenen Kandidaten hat inzwischen einen Brief an den Wächterrat veröffentlicht, in dem er den Vorwurf erhob, das Ergebnis der Wahl, die den Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad bestätigt, sei schon Monate im voraus geplant gewesen. Sowohl Moussawi als auch Mehdi Karroubi nahmen nicht an einer Sitzung mit dem Wächterrat teil, bei der es um die 646 Beschwerden über Unregelmäßigkeiten bei der Wahl ging.

Den bei der Wahl unterlegenen Kandidaten wurden inzwischen angedroht, man werde sie zur Verantwortung ziehen, wenn ihre Anhänger weiter demonstrieren. Moussawi erklärte dabei, er werde im Rahmen seines Kampfes um das Wahlergebnis zum Märtyrer zu werden, falls nötig. Auch in der Nacht vom Freitag zum Samstag ertönten wieder Rufe „Tod dem Diktator!“ und „Allahu akbar!“ von den Dächern der Hauptstadt.

An Demonstrationen von Exiliranern in der ganzen Welt nahmen Tausende teil, auch in Deutschland. Vom amerikanischen Fernsehsender CBS zur Situation befragt, erklarte US-Präsident Barack Obama seine Besorgnis über „Tenor und Tonfall“ der Erklärung Chameneis. Barack verlangte vom Iran, „jegliche Akte der Gewalt und der Ungerechtigkeit gegen das eigene Volk“ zu beenden, die „ganze Welt schaut zu.“ Nach Obama müsse das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit beachtet werden.

Unweit des Imam-Chomeini-Schreins wurde nach Angaben des staatlichen Fernsehens ein Selbstmordanschlag verübt. Dabei wurden der Attentäter und eine weitere Person getötet sowie acht Personen verletzt. Die Stätte gilt vielen Iranern als Heiligtum. Da die Bewegungsfreiheit ausländischen Journalisten beschnitten wurde, konnte dieser Bericht nicht bestätigt werden. Inzwischen verbreitete sich über Twitter die vielfach im Ausland weitergeleitete Nachricht, dass die Explosion am Schrein vom Regime inszeniert worden sei und „nicht das [Werk] von Terroristen“. Die Weiterleitung von Tweets erschwert die Rückverfolgung. Viele Neuigkeiten werden über Twitter verbreitet und erst später von Nachrichtenagenturen gemeldet. Am Samstag waren unter den Tausenden von Tweets auch Meldungen, dass es zu blutigen Gefechten komme, die Straßen seien „voll von Steinen und Feuer“, anderere Tweets sprechen davon, dass Anwohner Flüchtende in ihren Hausfluren verbergen, oftmals auch Verletzte, die von der Polizei „brutal geschlagen“ würden.

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June 16, 2009

Massendemonstrationen gegen Wahlbetrug im Iran

Massendemonstrationen gegen Wahlbetrug im Iran

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Veröffentlicht: 17:30, 16. Jun. 2009 (CEST)
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Teheran (Iran), 16.06.2009 – Mehrere hunderttausend Menschen haben in Teheran gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 12. Juni 2009 demonstriert, obwohl die Regierung zuvor Versammlungen untersagt hatte. Noch am Vormittag des 15. Juni hatte Mir Hossein Mussawi die Demonstration auf dem Platz der Freiheit abgesagt, zu der die Opposition aufgerufen hatte. Das Innenministerium hatte am Samstag Mahmud Ahmadinedschad zum Sieger der Wahl erklärt.

Dieses Ergebnis wurde von den Wahlverlierern angezweifelt, vor allem, weil auch aus Gebieten hervorragende Ergebnisse für den derzeitigen Amtsinhaber gemeldet wurden, die als Hochburgen fur Moussawi galten. So nannte der Iranexperte Karim Sadjadpour vom Carnegie-Institut für internationalen Frieden gegenüber CNN das Beispiel der Provinz Ost-Aserbaidschan. Da Mussawi der Ethnie der Aserbaidschaner angehöre, wäre eine solche Niederlage mit einer Wahlniederlage Barack Obamas gegenüber John McCain unter den Afroamerikanern vergleichbar. Auch die Bekanntgabe des Wahlergebnisses von vierzig Millionen per Hand ausgezählten Stimmen innerhalb von zwei Stunden nach Schließung der Wahlokale lege das Vorhandensein von Unregelmäßigkeiten nahe.

„Wo ist meine Stimme?“, wollen die Demonstranten in der iranischen Hauptstadt seit der Verkündung des Wahlergebnisses wissen. Inzwischen ist in Teheran ein Dokument mit Zahlen im Umlauf, das die von Innenminister Sadeq Mahsudi bekanntgegebenen Zahlen als im voraus angefertigt erscheinen lässt. Diese anonymen Zahlenreihen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Ihnen zufolge hat Mussawi mit 57,2 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit erhalten und den Amtsinhaber klar auf den zweiten Platz verdrängt.

Auch der frühere Chef der revolutionären Garden, Mohsen Rezai, sowie Mehdi Karroubi erreichten demnach mit mehr als zwei Millionen Stimmen ein weitaus besseres Ergebnis als offiziell ausgewiesen wurde. Rezais Wahlkampfhelfer errechneten, dass auf dem Land Ahmadinedschad und sein größter Konkurrent Mussawi in etwa gleiche Stimmenanteile erreichten und er sowie Karroubi nur wenige Stimmen erhielten. In den kleineren Städten hingegen sei das Bild völlig unterschiedlich gewesen; hier habe Mussawi rund zwei Drittel der Stimmen erhalten. In der Großstädten habe Mussawi einen Stimmenanteil von rund 70 Prozent erhalten, Ähnliches gelte für die Briefwähler aus dem Ausland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte von der iranischen Regierung Aufklärung darüber, ob die Wahl regulär verlaufen sei. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte vor der Presse, die Bundesregierung sehe mit Sorge nach Teheran. Man habe der iranischen Botschafter einbestellt, um gegen das inakzeptable Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen ausländische Journalisten und demonstrierende Studenten zu protestieren. Auch Vertreter von Amnesty International verurteilten den Einsatz der Polizei. Die Organisation verlangte eine Untersuchung der „schockierenden Szenen der Gewalt“. Nach Angaben von AI verhafteten die Behörden während des Wochenendes mehr als 170 Personen.

Die Sprechchöre „Tod dem Diktator”, die am Sonntagabend nach Sonnenuntergang dreitausendfach von den Dächern erklangen, erinnerten an die Rufe „Allahu Akbar”, die auf Befehl von Ajatollah Chomeini 1979 vor dem Sturz von Schah Mohammad Reza Pahlavi stets am Abend ertönten.

Internationale Medien klagten darüber, dass sie durch iranische Exekutivorgane an der Berichterstattung behindert würden. Die British Broadcasting Corporation teilte mit, dass die Ausstrahlung der Rundfunk- und Fernsehsignale ihres internationalen und der persischen Programmes gestört würden. Davon seien Empfänger in Nahen und Mittleren Osten sowie in Europa betroffen. Man habe als Ursprung dieser Störungen einen Punkt innerhalb der Grenzen des Iran festgestellt, so der britische Fernsehsender. Der Direktor des BBC World Service, Peter Horrocks, bezeichnet diese Maßnahme als einen Versuch der iranischen Behörden, die BBC an der Berichterstattung von den umstrittenen Wahlen zu hindern.

Das Büro des Nachrichtensenders al-Arabiya in Teheran wurde auf Anordnung der Behörden für eine Woche geschlossen. Die Korrespondentin des schwedischen Fernsehens wurde aufgefordert, das Land zu verlassen. Ein Dolmetscher des italienischen Fernsehens wurde geschlagen, ARD-Reporter Peter Mezger wurde in seinem Hotel unter Hausarrest gestellt, dem Stab des ZDF wurde verboten, von den Demonstrationen zu berichten. Al-Jazeera meldete, dass ein Team des spanischen Fernsehens ausgewiesen worden sei. „Wir sind unwillkommene Zeugen“, zitierte man Yolanda Alvarez vom Sender RTVE. Nach ihrer Auffassung verhinderte die Anwesenheit westlicher Medien Repressalien gegenüber den Demonstranten durch Polizeikräfte. Auch dem Korrespondenten al-Jazeeras zufolge wurde die Berichterstattung seit dem Wahltag zunehmend schwieriger. Man dürfe keine Fernsehkamera mehr mit auf die Straße nehmen, und auch ein purer Spaziergang mit einem Mobiltelefon könne zu Problemen führen, sagte der Reporter des Fernsehsenders in Teheran.

Auch das Kommunikationsnetz innerhalb des Landes war eingeschränkt. Die Versendung von SMS-Nachrichten war unterbunden, ebenso eine Reihe von Angeboten im Internet, darunter Facebook und Twitter, die von der Opposition zur Koordinierung ihrer Anhänger genutzt werden. Der Mussawi nahestehenden Tageszeitung Kalameh Sabz wurde das Erscheinen untersagt, nachdem sie berichtet hatte, dass mehr als zehn Millionen Stimmzettel ohne Identifizierungskennzahlen seien und damit deren Authentizität nicht überprüfbar sei.

Unterdessen verlangte Mussawi vom Wächterrat die Annullierung der Wahl. Dieser bestätigte, dass auch der unterlegene Kandidat Mohsen Rezai aufgrund von Unregelmäßigkeiten gegen das Wahlergebnis protestiert habe. Das zwölfköpfige Gremium gab nach der Anweisung durch den geistigen Führer der Islamischen Republik Iran bekannt, innerhalb von zehn Tagen die Vorwürfe untersuchen zu wollen. Der Wahlsieger erklarte indessen, es sei nicht zum Wahlbetrug gekommen, und verglich die Situation auf den Straßen lakonisch mit Ausschreitungen nach Fußballspielen, weil „[m]anche dachten, sie würden gewinnen und dann (…) ärgerlich geworden“ sind.

Der oberste geistliche Führer Irans, der zunächst Ahmadinedschads Wahlsieg als „Fest“ bezeichnete, ordnete inzwischen eine Untersuchung der umstritten Wiederwahl des Amtsinhabers durch den Wächterrat an. Ali Chamene’i forderte Mussawi dazu auf, Beschwerden auf dem Rechtsweg vorzutragen und Ruhe zu bewahren.

Am Vormittag hatte es zunächst geheißen, die Opposition hätte die Demonstration abgesagt. Die Behörden drohten den Demonstranten mit straftrechtlichen Konsequenzen. Später versammelten sich jedoch zehntausende und am Nachmittag hunderttausende von Demonstranten, die unter anderem skandierten: „Mussawi, hole unsere Stimmen zurück!“

Auf seiner Website schrieb Mussawi, er werde trotz des Verbotes der Demonstration auf der Kundgebung erscheinen, um die Teilnehmer zur Ruhe zu ermahnen. Auch der als gemäßigt geltende frühere Präsident Irans zwischen 1997 und 2005, Mohammad Chātamī, unterstützte einen friedliche Protest und bezeichnete in einem Fax die Wahl als Ungerechtigkeit gegenüber dem Volk und der Islamischen Revolution. Er bezeichnet die Proteste als rechtmäßig und forderte Mussawi und dessen Anhänger dazu auf, Ruhe zu bewahren.

Auch am Montag brannten in der iranischen Hauptstadt Reifen und Mülltonnen. Ein Augenzeuge erzählte der Nachrichtenagentur Reuters, Anhänger Ahmadinedschads auf Motorrädern hätten Unterstützer Mussawis mit Stöcken und Ketten angegriffen. Bewaffnete Polizeieinheiten schossen nach offiziellen Angaben in die Luft, um Anhänger Mussawis und Ahmadinedschads auseinanderzuhalten, wobei auch Tränengas verwendet wurde. Ein Augenzeuge berichtete, dass demonstrierende Studenten Steine und Molotowcocktails warfen und Fahrzeuge in Brand steckten. Die Universität der iranischen Hauptstadt war bereits 1999 Schauplatz von Unruhen und gilt als Mittelpunkt für die Reformkräfte.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner teilte mit, sie hoffe darauf, dass die Sicherheitskräfte Zurückhaltung zeigten.

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June 15, 2009

Nach Präsidentenwahl im Iran: Eskalation der Proteste

Nach Präsidentenwahl im Iran: Eskalation der Proteste

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Veröffentlicht: 15:37, 15. Jun. 2009 (CEST)
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Teheran (Iran), 15.06.2009 – Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der iranischen Präsidentschaftswahl, zu deren Sieger Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad erklärt wurde, demonstrierten am Samstag und Sonntag, dem 13./14. Juni 2009 zahlreiche verärgerte Anhänger der Opposition.

Endergebnis der Präsidentschaftswahl
Kandidaten Stimmen %
Mahmud Ahmadinedschad 24.527.516 62,6 %
Mir Hossein Mussawi 13.216.411 33,8 %
Mohsen Rezai 678.240 1,7 %
Mehdi Karroubi 333.635 0,9 %
Quelle: Iranisches Innenministerium / BBC [1][2]

Ahmadinedschads aussichtsreichster Gegenkandidat Mir Hossein Mussawi hatte nach den Angaben des iranischen Innenministeriums 33,8 % der Stimmen erhalten, der Amtsinhaber kam auf 62,6 % der gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung soll mit 85 Prozent die höchste in der Geschichte Irans seit der Umwandlung in einer islamische Republik sein. Da Mahmud Ahmadinedschad die absolute Mehrheit der Stimmen gewann, war eine Stichwahl unnötig. Ajatollah Seyyed Ali Chamene’i, der geistliche Führer Irans, begrüßte den Sieg Ahmadinedschads als „wahres Fest“.

Die Opposition vermutet Wahlbetrug. „Lügen und Tyrannei werden eine verheerende Wirkung auf das Schicksal unseres Landes haben“, schrieb Mussawi auf seiner Website. Nach Mussawi werde das Volk eine Regierung nicht akzeptieren, die Wahlbetrug an die Macht gekommen sei. Auch der Reformgeistliche Mehdi Karroubi, der mit 0,9 % der Stimmen abgeschlagen den vierten Platz erreichte, bezeichnete das Wahlergebnis als „inakzeptabel“ und „irregulär“. Diese Vorwürfe wurden von der Regierung zurückgewiesen.

Unruhen im Teheran

In der iranischen Hauptstadt kam es derweil zu anhaltenden Demonstrationen vor allem junger Menschen. „Tod dem Diktator“ und „Tod dem Staatsstreich!“ skandierten die Demonstranten. Auf der Vali-je-Asr-Straße kam es in der Nacht zum 14. Juni zu erbitterten Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei. Augenzeugen berichteten, dass die Polizei mit Schlagstöcken vorgegangen sei und vereinzelt seien auch Schüsse gefallen. Dabei soll mindestens eine Person getötet worden sein. Rauch hing über dem Zentrum der Stadt. Beobachtern zufolge handelte es sich um die schwersten Krawalle seit den Studentenunruhen im Jahr 1999. Auch in anderen iranischen Städten soll es zu Demonstrationen gekommen sein.

SMS-Übertragungen und das Mobiltelefonnetz wurden unterbrochen, offenbar um die Kommunikation der Opposition zu unterbinden. Zahlreiche Websites wurden blockiert, darunter auch Facebook, das Mussawi im Rahmen seiner Wahlkampagne intensiv genutzt hatte.

Wie die BBC berichtete, wurden mehr als 100 Oppositionelle verhaftet, darunter auch der Bruder des früheren Präsidenten Mohammad Chātamī. Dieser hatte Mussawi unterstützt. Unterdessen haben die Behörden der internationalen Presse gedroht, Kameras zu beschlagnahmen, nachdem Bilder der Proteste in ausländischen Fernsehsendern gesendet wurden.

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March 15, 2008

Iran: Konservative gehen vermutlich gestärkt aus den Wahlen hervor

Iran: Konservative gehen vermutlich gestärkt aus den Wahlen hervor

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Veröffentlicht: 23:01, 15. Mär. 2008 (CET)
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Teheran (Iran), 15.03.2008 – Iranischen Angaben zufolge werden die Konservativen, zu denen auch der iranische Präsident zu zählen ist, aus den Parlamentswahlen vom 14. März gestärkt hervorgehen. Innenminister Mostafa Pour-Mohammadi sagte am Samstag, auf die Konservativen würden wahrscheinlich 71 Prozent der 290 Sitze des Parlaments entfallen. Der als Kritiker des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad geltende ehemalige Atomunterhändler Ali Larijani konnte allerdings in der 130 Kilometer von Teheran gelegenen Stadt Qom mit 75 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg erzielen.

Internationale Beobachter betonten jedoch, dass das Wahlergebnis keine direkten Rückschlüsse auf die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse zulässt, da die Wahl als manipuliert anzusehen sei. Der im Iran die Macht ausübende sogenannte Wächterrat ließ viele reformorientierte Kräfte erst gar nicht zur Wahl zu. Fast 40 Prozent von 7597 Bewerbern wurden abgelehnt. In den 30 Provinzen traten so nur 4476 Kandidaten an. Es wurde erwartet, dass viele, vor allem jüngere Wähler aus Protest oder Politikverdrossenheit erst gar nicht zur Wahl gehen würden. Innenminister Pour-Mohammadi ging in seiner Stellungnahme heute auf diese Erwartung ein, indem er sagte, die westliche Propaganda sei widerlegt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA haben sich unter Berufung auf staatliche Stellen 22.839.000 Wähler an den Wahlen beteiligt. Im Iran waren bei dieser Wahl laut amtlichem Wählerverzeichnis rund 43.800.000 Menschen wahlberechtigt. Der Innenminister wies darauf hin, die Angriffe westlicher Hacker auf das Computersystem, mit dem die Wahl erstmals durchgeführt wurde, seien erfolglos gewesen.

Die Ergebnisse für die Hauptstadt Teheran werden am Montag erwartet.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Iran

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April 4, 2007

Mahmud Ahmadinedschad kündigt Freilassung britischer Soldaten an

Mahmud Ahmadinedschad kündigt Freilassung britischer Soldaten an

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Artikelstatus: Fertig 22:21, 4. Apr. 2007 (CEST)
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Teheran (Iran), 04.04.2007 – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erklärt, dass er die 15 britischen Soldaten, die vom Iran gefangen gehalten würden, als „Geschenk an die britische Bevölkerung“ begnadigen und frei lassen werde. Die Freilassung wird ihm zufolge sofort geschehen; die Soldaten würden nach der Pressekonferenz zum Flughafen gebracht werden.

Auf einer Pressekonferenz anlässlich des Endes der Sizdah Bedar sagte er, dass die Angehörigen der britischen Marine in iranisches Gebiet eingedrungen wären, und lobte die südwestliche Küstenwache dafür, sie gefangen genommen zu haben. Ihrem Kommandeur, dem Kapitän Abol-Gassem Amangah, verlieh er die Tapferkeitsmedaille dritter Ordnung.

Der Präsident beschuldigte anschließend die britische Regierung, „nicht mutig genug zu sein, um ihrem Volk die Wahrheit zu sagen“ (über den Vorfall).

Das Vereinigte Königreich beharrt darauf, dass sich die gefangenen Seeleute und Marineinfanteristen unter einem Mandat der Vereinigten Nationen in irakischem Gewässer befunden haben, und hat dazu aufgefordert, sie freizulassen.

Der Präsident sagte, dass er den Befehl zur Freilassung aus Anlass des Jahrestags der Geburt des Propheten Mohammed, Mawlid an-Nabi, und aus Anlass von Ostern und Pfingsten gegeben habe.

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 04.04.2007

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February 6, 2007

Iran: Angeblich neues Heilmittel für AIDS entdeckt

Iran: Angeblich neues Heilmittel für AIDS entdeckt

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Artikelstatus: Fertig 20:55, 6. Feb. 2007 (CET)
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Teheran (Iran), 06.02.2007 – Bereits am Samstag berichteten iranische Medien unter Berufung auf die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur „Fars“, dass iranische Forscher ein Heilmittel gegen die Immunschwächekrankheit AIDS gefunden hätten. Das Medikament könne das HI-Virus an der Ausbreitung im Körper hindern. Anlässlich der zurzeit stattfindenden Revolutionsfeierlichkeiten kündigte der Präsident Mahmud Ahmadinedschad weitere „gigantische Errungenschaften“ iranischer Wissenschaftler an, darunter auch auf dem Gebiet der Atomtechnologie.

„Nach sieben langen Jahren“, so die Nachrichtenagentur, habe man mit dem Medikament „IMOD“ ein wirksames Mittel gegen die Immunschwächekrankheit gefunden. Andere Quellen nennen fünf Jahre Entwicklungszeit. Das mit Nanotechnologie auf pflanzlicher Basis hergestellte Mittel sei völlig sicher und habe keine unerwünschten Nebeneffekte, so der iranische Gesundheitsminister Kamran Bagheri Lankarani. Der Blutkreislauf und das Immunsystem würden sehr positiv beeinflusst, so Lankarani weiter.

In seiner Rede aus Anlass des 28. Jahrestages der islamischen Revolution sagte der Präsident weiter, die Welt solle wissen, dass die iranische Nation mit ihrer Jugend und ihren Forschern den Gipfel von Forschung und Wissen erreicht habe.

Das Medikament soll bereits an mehr als 200 Freiwilligen klinisch getestet worden sein und bald auf den Markt kommen.

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January 4, 2007

Ahmadinedschad kündigt an, Brennstäbe zu produzieren

Ahmadinedschad kündigt an, Brennstäbe zu produzieren

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Artikelstatus: Fertig 13:21, 4. Jan. 2007 (CET)
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Atomprogramm des Iran

Teheran (Iran), 04.01.2007 – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat mit den Worten „Der Iran ist heute ein Atomstaat“ angekündigt, bald nukleare Brennstäbe in großem Umfang zu produzieren. Das Uran soll um 3,5 Prozent angereichert werden, so der Iran. Für den Atombombenbau wären mehr als 90 Prozent nötig. Zugleich gab Ahmadinedschad an, die „leeren Drohungen“ der „korrumpierenden Mächte“ ignorieren zu wollen. Dabei bezog er sich auf ein Anreizpaket, mit dem die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland den Iran zur Aufgabe des Atomprogramms umstimmen wollten.

Akbar Haschemi Rafsandschani, der iranische Ex-Präsident, hatte bereits vor neun Monaten gesagt, dass die Anlagen zur Urananreicherung in Natans mit 164 Zentrifugen in Betrieb seien.

Die westlichen Staaten befürchten, der Iran könne unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich am Bau nuklearer Waffen arbeiten. Der Iran hat dies bisher immer zurückgewiesen; das Urananreicherungsprogramm liege demnach im Bereich der Forschung und die Herstellung von Kernbrennstoff in weiter Ferne.

Unterdessen hat der Iran auch seine Gaslieferungen an die Türkei eingestellt. Teheran müsse die eigenen Leute versorgen, so Ölminister Kasem Wasiri Hamaneh, der auch die Einwohner des Iran aufforderte, den Energieverbrauch einzuschränken.

Die Vereinten Nationen hatten im Dezember 2006 mit Resolution 1737 Strafmaßnahmen bei Nuklearnutzung angedroht, die zur Weiterverbreitung von Kernwaffen führen könnte. Ahmadinedschad bezeichnete die Sanktionen als „ein Stück Papier“, das nicht das iranische Atomprogamm anhalten könne.

Am Donnerstag wird Ali Laridschani, der iranische Atom-Chefunterhändler, in Peking erwartet. Dort soll es zu zweitägigen Beratungen kommen.

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November 4, 2006

Briten halten George Bush für gefährlicher als Kim Jong-II

Briten halten George Bush für gefährlicher als Kim Jong-II

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Artikelstatus: Fertig 14:52, 4. Nov. 2006 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 04.11.2006 – In einer Umfrage äußerten 69 Prozent der Briten, dass die Welt durch die US-Außenpolitik weniger sicher geworden sei. Nur sieben Prozent fanden, der Afghanistan- und Irakkrieg hätte die Welt sicherer gemacht. 75 Prozent gaben an, die Bush-Regierung sei eine Gefahr für den Weltfrieden. Den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-II hielten 69 Prozent für gefährlich. Gleiches meinten 62 Prozent vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Am gefährlichsten für den Weltfrieden ist nach Einschätzung der Briten al-Qaida-Chef Osama bin Laden, den 87 Prozent als Bedrohung einstuften.

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