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August 25, 2014

Peking: Beijing Independent Film Festival von den Behörden verboten

Peking: Beijing Independent Film Festival von den Behörden verboten

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Veröffentlicht: 25.08.2014, 05:26 (CEST)
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Peking (China), 25.08.2014 – Das Beijing Independent Film Festival, das dieses Jahr seine elfte Auflage erleben und bis zum 31. August hätte laufen sollen, wurde kurz vor der Eröffnung am 23. August von den Behörden geschlossen. Das Festival hatte schon in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit den Behörden, konnte aber dennoch immer stattfinden. Die Veranstaltung, die im Laufe der Jahre immer größer geworden ist, gilt als das wichtigste Forum für den unabhängigen chinesischen Film und eine der wenigen Gelegenheiten, diese Filme innerhalb Chinas zeigen zu können. Wissenschaftler aus China, aber auch aus Europa und Amerika sowie Angehörige der unabhängigen Filmszene aus der ganzen Welt waren als Gäste zu dem Festival eingeladen worden.

Dieses Jahr begannen die behördlichen Kontrollen bereits am 18. August, als das Programm und Poster des Festivals im Internet veröffentlicht wurden. Der Filmkritiker Li Xianting, der den Li Xianting Film Fund gegründet hat, der das Festival veranstaltet, hatte die Aufforderungen durch die Polizei, das Festival abzusagen, und seine Überwachung durch die Sicherheitsorgane in Sozialen Netzwerken öffentlicht gemacht. Der Schauspieler Wang Hongwei, der künstlerische Leiter des Festivals, und Fan Rong, der verantwortliche Direktor des Festivals, waren kurzfristig von den Behörden vorgeladen worden. Beide mussten schriftlich erklären, dass das Festival abgesagt wird. Li erklärte, die Behördern hätten auch angedroht, den Strom abzustellen, falls die Veranstanstaltung doch stattfände. Dies wäre nicht neu, denn schon 2012 hatte es einen Stromausfall bei der Eröffnung gegeben, für den die Behörden damals aber jede Verantwortung ablehnten und auf technisches Versagen hinwiesen.

Das Festival findet seit seiner Gründung im Pekinger Vorort Songzhuang statt. Zuletzt hatte man versucht, die Veranstaltung kurzfristig in ein Hotel in der benachbarten Provinz Hebei zu verlegen, doch das Hotel sagte die Anmietung der Räumlichkeiten unter Druck durch die Behörden ab. Als sich etwa 30 Personen Regisseure und Gäste vor dem traditionellen Veranstaltungsort versammelt hatten, um zur Eröffnung zu gehen, wurden sie durch Sicherheitskräfte daran gehindert. Personen, die sich als „Anwohner“ ausgaben, verhinderten, dass Fotos oder Videoaufnahmen von den Vorgängen gemacht wurden. Andererseits gaben Künstler, die in dem als Künstlersiedlung bekannten Vorort leben, an, dass sie nichts von dem Verbot der Veranstaltung gewusst hätten. Von den Behörden wurde erklärt, dass ausgewählte Personen, Regisseure und eingeladene Gäste DVDs der vorgesehenen Filme zum privaten Gebrauch mitnehmen dürften, Vorführungen jedoch nicht erlaubt sein. Der Regisseur Hu Jie sagte dazu, dass das Publikum für seine Filme ohnehin schon klein sei und derartige Absagen sein Überleben als Filmemacher ernsthaft in Frage stellten.

Professor Chris Berry, der am Londoner King′s College Filmwissenschaft lehrt, sieht in der Absage des Festivals klare Anzeichen dafür, dass die chinesische Führung unter Präsident Xi Xiping die Kontrolle nicht nur der Medien, sondern allgemein der Meinung im Land nach Jahren der relativ lockeren Führung nun wieder unter eine strengere Aufsicht stellen will. Die Bedeutung des Festivals liegt nicht nur in den Filmen, die dort gezeigt werden, sondern auch darin, dass sich dort Menschen treffen und diskutieren können. Der Umstand, dass es immer mehr Kunstgalerien und ähnliche Veranstaltungsorte gibt, an denen derartige Filme gezeigt werden können, wird dabei als kleiner Hoffnungschimmer für die unabhängigen Filmemacher gesehen.

Ob es 2015 das Independent Film Festivals 2015 wieder geben wird, ist zurzeit ungewiss. Dass es hingegen das Bejing International Film Festival, das dieses Jahr im April zum vierten Mal stattfand, wieder geben wird, darüber dürfte kein Zweifel bestehen, denn letzteres ist ein von den chinesischen Filmbehörden veranstaltetes Festival.

Quellen[Bearbeiten]

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March 18, 2012

München: 23. Türkische Filmtage sind eröffnet

München: 23. Türkische Filmtage sind eröffnet

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Veröffentlicht: 08:46, 18. Mär. 2012 (CET)
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Eröffnungsansprache

München (Deutschland) / Türkei, 18.03.2012 – Am Freitag begannen die 23. Türkischen Filmtage in München. Zur Eröffnung wurde im Carl-Orff-Saal der Film „Wir werden schöne Tage erleben (Alles wird gut)“ im türkischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Zuvor hatte der türkische Generalkonsul von München zu einem Büfett im Gasteig geladen. Dort präsentierten sich Sponsoren der Filmfesttage. Dieses Jahr stehen die Aufführungen unter dem Motto „Kaleidoskop Anatolien“. Die stellvertretende Kulturreferrentin der Stadt München Frau Elisabeth Schmucker, die Vorsitzende des Ausländerbeirates und der türkische Generalkonsul sprachen die einleitenden Worte zur diesjährigen Veranstaltung. Es folgte eine Kurzvorstellung des Regisseurs Hasan Tolga Pulat und der Schauspieler Emre Kavuk, Feride Çetin und Barış Atay als Einstimmung auf den folgenden dramatischen Film, der einen Tag in Istanbul beschreibt. An diesem Tag werden sich Schicksale unterschiedlicher Personen entscheiden: Cumali, der einen Ehrenmord begangen hat, wird nach zwölf Jahren als gebrochener Mann aus dem Gefängnis entlassen und sucht seine Jugendliebe Mediha. Mediha will mit Freund Ali aus dem Land fliehen, um der Verfolgung ihrer Familie zu entkommen. Der kokainsüchtige und bestechliche Kommissar Izzet ist seines alten Lebens satt und denkt an Veränderung. Die russische Prostituierte Anna will zurück zu ihrer Familie. Die Fäden der verschiedenen Leben verknüpfen sich im Film. Der gelungene Schnitt lässt die Spannung steigen.

Der Film erhielt auf dem Filmfestival Antalya 2011 die Preise für das beste Drehbuch, den besten Film, den besten Schnitt und für die beste weibliche Nebenrolle.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:München

Bilder[Bearbeiten]

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Quellen[Bearbeiten]

Originäre Berichterstattung
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