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November 4, 2007

Umstrittene Spielregeln bei Fernsehsender 9Live

Umstrittene Spielregeln bei Fernsehsender 9Live

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Veröffentlicht: 01:15, 4. Nov. 2007 (CET)
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Logo des Senders 9Live seit 2007

München (Deutschland), 04.11.2007 – Die Moderatorinnen und Moderatoren von Gewinnspielsendungen beim Fernsehsender 9Live erläutern den Zuschauern in ihren Sendungen, dass sie mit dem „Hot Button“ live in die Sendung geschaltet werden. Das Prinzip des „Hot Buttons“: Ein Zufallsgenerator sucht die Anrufer aus.

Es wurden aber Vorwürfe laut, dass dieses reine Zufallsprinzip gar nicht existiere, da der Computer auch die Anzahl der Anrufer berücksichtige. Das ist insofern wichtig für den Sender, da er sich dadurch finanziert. Je mehr Anrufer, desto besser für 9Live. Die Vorwürfe kamen auf, als nach einer technischen Panne per Zufall ein Dialog zwischen der Moderatorin und der Regie über den Sender ausgestrahlt wurde. Aus den Gesprächsfetzen ziehen einige nun den Schluss, dass beim „Hot-Button-Prinzip“ in dem Sinne manipuliert wird, dass das Gewinnspiel erst aufgelöst wird, wenn die Anzahl der Anrufer aus Sicht des Senders ausreichend erscheint.

Umstritten sind auch die Spielregeln bei 9Live. Der Sender hat bei einem dieser Spiele angeblich 200 Anrufe mit falschen Lösungen bekommen. Ein Zuschauer namens „Trost“ hat nach eigenen Angaben mehrmals angerufen, um seine Lösung durchzugeben. Aber er kam nicht durch und landete immer wieder bei einer automatischen Ansage. Trotzdem galt die Verbindung als hergestellt, so dass er 49 Cent bezahlen musste. Als um 2:00 Uhr, also nach über vier Stunden Spieldauer, die Lösung vom Moderator bekannt gegeben wurde, wunderte sich Herr Trost, denn sie lag weit von seiner Berechnung. Es galten römische Zahlen, rückwärts zu lesende andersprachige Ziffern im Text sogar über Zeilenumbrüche hinweg.

Auch Zuschauer Ulrich Geiger aus Berlin scheiterte an einem Spiel. Seither nimmt er den Mitmachsender genau unter die Lupe. Er machte Bildschirmfotos von allen Spielen und verglich die Ergebnisse mit der Aufgabenstellung. Dabei stellte er fest, dass 9Live den Lösungsweg nicht bekannt gibt, die Spielregeln von Spiel zu Spiel verändert. Die ARD-Sendung „plusminus“ wollte wissen, warum die Spiele so intransparent seien und wieso die Lösungswege geheim gehalten würden. Das Magazin erhielt aber keine Stellungnahme eines Vertreters des Senders vor der Kamera; die Stellungnahme erfolgte nur schriftlich. Demnach sollen die Spiele anspruchsvoll und knifflig sein; schließlich sei man ein Quizsender. Die Aufsicht über die Spiele übernimmt die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). BLM ist der Meinung, dass es bei 9Live mit rechten Dingen zugeht, und wer lange genug zuschaue, verstehe irgendwann die Regeln.

Alle Moderatoren behaupten, dass die Lösung fast immer leicht ist, dem ist nicht so. Das Video zeigt, dass die Lösung schwer ist.

Einer Ex-Mitarbeiterin von „9Live“ wird vorgeworfen, fünfmal an eine bestimmte Person einen Gewinn vergeben und so den Sender um 39.000 Euro betrogen zu haben. Die ehemalige 9Live-Mitarbeiterin sagte vor Gericht aus, dass der mitangeklagte Strohmann nicht angerufen, aber trotzdem gewonnen habe.

Der Insider sagte vor der Kamera, als er die Frage gestellt bekam „Wenn ich bei 9Live während eines Hot-Button Spiels anrufe, wovon hängt es ab, wann er zuschlägt?“, folgendes: „Der Redakteur entscheidet, wann der Hot-Button zuschlägt.“

Quellen

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May 22, 2007

Neue Mitschnitte: 9Live-Moderator nennt Kritiker „Vollidioten“

Neue Mitschnitte: 9Live-Moderator nennt Kritiker „Vollidioten“

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Artikelstatus: Fertig 22:45, 22. Mai 2007 (CEST)
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Unterföhring (Deutschland), 22.05.2007 – Zwei neue Videomitschnitte bringen den Call-In-TV-Sender „9Live“ in Bedrängnis. Bereits vor etwas über einer Woche war ein Live-Mitschnitt aufgetaucht, in dem die Moderatorin Alida Lauenstein mutmaßlich die Redaktion mit den Worten „bei solchen Peaks schlagt doch später zu“ dazu auffordert, den sogenannten „Hot-Button“ später zuschlagen zu lassen. Offenbar war das Mikrofon der zu diesem Zeitpunkt nicht im Bild zu sehenden Moderatorin durch einen Fehler der Tonregie eingeschaltet. Wenige Tage zuvor hatte das ARD-Magazin Aussagen von 9Live-Aussteigern präsentiert. Die Ex-Mitarbeiter gaben an, dass der von 9Live in Stellungsnahmen regelmäßig als reiner Zufallsmechanismus dargestellte „Hot-Button“ keineswegs zufällig sei, sondern vom zuständigen Redakteur in Abhängigkeit vom Anrufaufkommen ausgelöst würde. Eine ehemalige Redakteurin sagte aus, sie sei aufgefordert worden bei hohen Anruferzahlen „jeden mitzunehmen“. Diese Vorwürfe wurden durch den Mitschnitt untermauert.

Über ein branchenkritisches Forum wurden nun zwei weitere Mitschnitte bekannt. Offenbar war bereits am 28. April 2007 ein ähnlicher Fehler geschehen. So verlässt der Moderator Max Schradin das Bild und fragt mit den Worten „Bin ich unten?“ mutmaßlich nach, ob sein Mikrofon abgeschaltet ist. Anschließend richtet er sich anscheinend ähnlich wie seine Kollegin Lauenstein an die Redaktion. Zu hören sind die Worte „Jens pass auf. Wenn Du jetzt zuschlagen lässt, dann musst Du immer…“, dann wird das Mikrofon abgeschaltet. Auch diese Panne scheint die Vorwürfe gegen 9Live zu belegen.

Ein drittes Video stammt vom vergangenen Freitag. Wie bereits in verschiedenen jüngeren Sendungen zuvor geht der Moderator – in diesem Fall Robin Bade – scheinbar auf die Vorwürfe gegen den Sender ein. In einem mehrminütigen Monolog beleidigt er dabei die Kritiker unter anderem mit den Worten „Die Leute, die das hier schlechtreden wollen, sind dumm. So isses. Vollidioten.“ und „Auf den Hot-Button hat niemand Einfluss. Und wer das behauptet, der lügt und hat keine Ahnung, glauben Sie mir“. In Wirklichkeit sei 9Live auf Seiten der Zuschauer: „Rufen Sie mich jetzt an und holen Sie sich das Geld. […] wir können zusammen den stolprigen Weg des Erfolges gehen. Aber den Griff an den Heiligen Gral, den müssen Sie alleine machen. […] Ich weiß, dass 9Live wirklich funktioniert. Wenn Sie’s nicht erkennen, kann ich Ihnen nicht helfen.“

Die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien hat unterdessen den Sender zu einer Stellungsnahme zum Lauenstein-Video aufgefordert. Wie ein Sprecher erklärte, habe man dem Sender „aufgrund der Bedeutung des Falles“ nicht die übliche Frist von mehreren Wochen, sondern nur 48 Stunden zur Stellungsnahme eingeräumt. Diese Frist läuft bis Mittwoch Mittag.

Themenverwandte Artikel

  • Neues Video erhärtet Vorwürfe gegen 9Live (16.05.2007)

Quellen

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May 16, 2007

Neues Video erhärtet Vorwürfe gegen 9Live

Neues Video erhärtet Vorwürfe gegen 9Live

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Artikelstatus: Fertig 14:57, 16. Mai 2007 (CEST)
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Unterföhring (Deutschland), 16.05.2007 – Ein jetzt im Internet aufgetauchter TV-Mitschnitt gibt Betrugsvorwürfen gegen den Call-In-TV-Sender „9Live“ neue Nahrung. Bereits vor einer Woche hatte das ARD-Magazin „plusminus“ schwere Anschuldigungen präsentiert. So berichtete eine ehemalige Redakteurin, dass der angebliche Zufallsmechanismus „Hot-Button“ nicht zufällig sei. Anrufer würden erst hereingestellt, wenn der zuständige Redakteur dies wolle. Sie sei zudem während ihrer Tätigkeit dazu angehalten worden, bei hohem Anruferaufkommen (in der Branche auch als „Peak“ nach dem englischen Begriff für „Höchstwert“ bezeichnet) erst spät einen Anrufer durchzustellen. So sei ihr, als sie einmal frühzeitig einen Anrufer durchstellen wollte, gesagt worden: „Bist du blöd. Mach das nicht. Lass die kommen. So lange wie das steigt, jeden mitnehmen.“

9live hatte gegenüber der plusminus-Redaktion die Vorwürfe schriftlich bestritten und auf verschiedene – „auch technische“ – Maßnahmen hingewiesen. Das jetzt über ein branchenkritisches Forum bekanntgewordene Video scheint die Vorwürfe allerdings zu bestätigen. Der Livemitschnitt einer Sendung vom späten Sonntagabend enthält eine Passage, in der die Moderatorin und Ex-Big Brother-Star Alida Lauenstein bei vermeintlich abgeschaltetem Mikrofon ihren Kollegen folgenden Hinweis gibt: „Leute, [unverständlich] das noch ein bisschen mitzunehmen, lasst das doch Max übernehmen. Bei solchen Peaks schlagt doch später zu.“ Offenbar war das Mikrofon der Moderatorin versehentlich eingeschaltet worden. Zuvor hatte die Moderatorin den Zuschauern noch erklärt, selber keine Lösung für die gestellte Aufgabe mehr zu haben und so zu Anrufen motiviert.

Eine Stellungnahme von 9Live zu den neuen Vorwürfen steht bislang aus.

Quellen

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