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August 21, 2016

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

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Veröffentlicht: 19:33, 21. Aug. 2016 (CEST)
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Das Olympische Dorf in Rio

Rio de Janeiro (Brasilien), 21.08.2016 – Olympische Athleten nehmen viel mehr zu sich als nur Powerriegel und Proteindrinks. Für die Versorgung von 11.000 Sportlern bei den Sommerspielen in Rio wird ein fast 250 Tonnen schwerer Berg an Lebensmitteln verarbeitet.

Wie bei anderen großen Veranstaltungen stellt die Nahrungsmittelversorgung bei der Olympiade eine schwierige logistische Herausforderung dar. Um nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten muss gut abgeschätzt werden können, welche und wieviel Lebensmittel und Zutaten benötigt werden.

Zwangsläufig kann es zu Überschüssen kommen, sei es an zerdrücktem Obst und Gemüse oder übrig gebliebenen Paletten mit Kartoffeln und Reis.

Massimo Bottura (links) auf dem Congresso Italiano di Cucina D’autore 2010

Eine internationale Gruppe von Chefköchen und Anti-Hunger-Aktivisten, die sich selbst RefettoRio Gastromotiva nennt (refettorio ist italienisch und bedeutet „Speisesaal“), hat sich nun eingeschaltet, um olympisches Essen vor dem Verderben zu retten. Das Unternehmen, überschüssiges, für das olympische Dorf vorgesehene Essen in neue schmackvolle Mahlzeiten für Hungrige zu verwandeln, wird von zwei Chefköchen angeführt, dem Italiener Massimo Bottura und dem Brasilianer David Hertz. Ziel sei es „Menschen Essen und Würde zu geben, die sich in einer gefährdeten sozialen Lage befinden“.

In den letzten beiden Wochen servierten Chefköche von RefettoRio jede Nacht für 108 ausgesuchte Gäste Abendessen aus überschüssigen Zutaten, gespendet von der Catering-Firma, die das olympische Dorf verpflegt. Dabei handelt es sich nicht um Speisereste oder Tischabfälle.

„RefettoRio arbeitet nur mit Zutaten, die kurz davor sind in den Müll zu wandern… wie hässliches Obst und Gemüse, oder Joghurt, der kurz vorm Verfallsdatum steht,“ sagt Chefkoch Hertz.

Das Restaurant wurde im Stadtteil Lapa nahe des olympischen Dorfes eröffnet.

„Es wirkt überhaupt nicht wie ein normales Restaurant,“ sagt Alexandra Forbes, eine brasilianische Gastrokritikerin, die bei der Organisation von RefettoRio mithalf. „Die Gäste sind ganz anders. Für viele ist es das erste Mal, dass sie von einem großen Chefkoch ein Drei-Gänge-Menü zubereitet bekommen, das auch noch so köstlich ist. Es ist ein besonderes Erlebnis.“ Ein Restaurantbesucher erzählte der New York Times, für ihn wäre es das beste Essen gewesen, dass er je in seinen 40 Lebensjahren bekommen hätte.

Obdachlose auf einer Straße in Rio

Örtliche Nachbarschaftsorganisationen, die die Unterpriviligierten versorgen, wählen die Restaurantgäste sorgfältig aus allen Gesellschaftsschichten Brasiliens aus. Zu ihnen können Obdachlose gehören, die ihr Essen aus Mülltonnen picken, Straßenkinder, die Abfall durchstöbern oder misshandelte Mütter.

„Sie sind es nicht gewohnt mit soviel Fürsorge und Respekt behandelt zu werden,“ sagt Forbes und fügt hinzu, dass „sie aus Dankbarkeit für das Essen manchmal klatschen und einen Freudentanz ausführen“.

Jeden Tag übernimmt ein anderer Koch die Chefrolle. „Zum Beispiel machte Chefkoch Massimo Bottura an einem Tag eine Pasta, eine Carbonara, die eigentlich mit Pancetta oder Speck zubereitet wird. Er hatte nur sehr wenig Speck und verwendete dann Bananenschalen, die vorher auf dem Grill geräuchert wurden und vermischte diese mit dem Speck. Sie waren genauso rauchig wie Speck und schmeckten köstlich.“

Gourmetessen aus einer ungewöhnlichen Zutatenliste zu erschaffen kann schon herausfordernd genug sein. Das wahre Ziel für das RefettoRio-Team aus Köchen, Bäckern und Kellnern, sagt Forbes, sei jedoch „Vorurteile abzubauen, Vorurteile gegen arme Menschen oder gegen Menschen, die Probleme haben.“

„Verprügelte Frauen oder Menschen, die mit Drogenmissbrauch kämpfen“, sagt sie, „sind Menschen wir wir, einfach zu zeigen, dass sie mit Respekt behandelt werden und eine klasse Mahlzeit serviert bekommen können, ist denke ich wichtig.“

Gleichzeitig möchte RefettoRio ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Mehr als 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel weltweit werden nie gegessen, weil sie nach der Ernte oder während des Transports verderben oder von Verkäufern und Verbrauchern weggeworfen werden. Bislang gehen nach UN-Zahlen fast 800 Millionen Menschen weltweit jede Nacht hungernd ins Bett.

„Veranstaltungen wie die Olympiade erzeugen besonders viel Abfall. Es müssen so viele Menschen versorgt werden, dass es schwer fällt den genauen Bedarf zu berechnen, Überschüsse lassen sich dabei nicht vermeiden. Bisher hat aber noch niemand richtig mit dem Finger auf dieses Problem gezeigt.“

Bis zu diesem Zeitpunkt.

Aufbauend auf dem bisherigen Erfolg plant RefettoRio Gastromotiva einen bezahlten Essensdienst einzuführen. Die Erlöse sollen helfen, die Kosten für das Angebot freier Abendmahlzeiten aufzufangen. Geplant sei auch, die Idee von RefettoRio in Montreal, Los Angeles und New York zu erproben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Portal:Brasilien
Wikinews-logo.svg   Portal:Olympische Sommerspiele

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February 24, 2013

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Oldenburg: Riesenbetrug mit Bio-Eiern

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Veröffentlicht: 13:48, 24. Feb. 2013 (CET)
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Hahn an einem Misthaufen

Oldenburg (Deutschland), 24.02.2013 – Die Staatsanwaltschaft Oldenburg führt Ermittlungen gegen Landwirte. Diese stehen im Verdacht, Millionen von Hühnereiern als Bio-Eier in den Handel gebracht zu haben, die nicht als solche hätten deklariert werden dürfen. Hunderte Eierproduzenten sollen betroffen sein, 150 davon allein in Niedersachsen. Zahlreiche Verfahren wurden bereits an andere Staatsanwaltschaften, insbesondere nach Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern, abgegeben. Betroffen seien auch Eierproduktionsstätten in Belgien und den Niederlanden.

Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel fanden hunderte von Durchsuchungen statt. Entgegen den Vorschriften waren zu viele Hühner in den Ställen untergebracht worden. Die Ermittlungen werden wegen Betruges und Verstößen gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz durchgeführt. Auch Umwelt- und Tierschutzvorschriften sind möglicherweise nicht beachtet worden. Die niedersächsische Landesregierung hatte sich bislang nicht geäußert, um das Ermittlungsverfahren nicht zu gefährden. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer von den Grünen kündigte an: „Wir prüfen, ob man den überführten Betrieben die Zulassung entziehen kann.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Landwirtschaft

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February 10, 2013

Skandal in Europa: Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft

Skandal in Europa: Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft

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Veröffentlicht: 17:16, 10. Feb. 2013 (CET)
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Paterson, britischer Minister für Umwelt, Ernährung und ländliche Räume

London (England), 10.02.2013 – Nachdem die britische Lebensmittelbehörde im Fleisch von Lasagneprodukten zwischen 60 und 100 Prozent Pferdefleisch gefunden hat, weitet sich der Skandal auf ganz West- und Mitteleuropa aus. Betroffen sind außer dem Vereinigten Königreich auch Irland, Frankreich, Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Belgien und die Niederlande. Die Firmen Aldi, Tesco and Findus haben verdächtige Produkte bereits vom Markt genommen.

Es besteht außerdem der Verdacht, dass die Produkte das häufig für Pferde verwendete Veterinärmedikament Phenylbutazon enthalten, die damit behandelten Tiere dürfen nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Als Pferdefleisch bei Stichproben in Irland auch in Hamburgern gefunden wurde, machte der Hersteller polnische Zulieferer für die verunreinigten Produkte verantwortlich.

Nach den Lebensmittelgesetzen der meisten Länder in Europa muss die Herkunft von Fleisch angegeben sein, bestimmte Vermischungen sind teilweise auch gar nicht zulässig. Das deutsche Rindfleischetikettierungsgesetz vom 17. November 2000 legt ein verbindliches Etikettieren von Rindfleisch und Rindfleischprodukten fest. Auf den Etiketten müssen Angaben zu Geburt, Mast, Schlachtung und Zerlegung des Tieres, von dem das Fleisch stammt, gemacht werden. Diese Vorschrift beruht auf einer europaweit gültigen Regelung, die im Zusammenhang mit dem BSE-Skandal eingeführt wurde.

Der britische Umweltminister Owen Paterson erklärte, es bestehe aktuell keine Gefahr für die Gesundheit durch den Verzehr von Pferdefleisch. Es handele sich hier eindeutig um Etikettenschwindel. Es sei Inkompetenz oder international organisierte Kriminalität im Spiel. Er warnte davor, die Lebensmittel einfach zu vernichten, und forderte seine Landsleute auf, bei ihren bisherigen Ernährungsgewohnheiten zu bleiben. Er habe großes Vertrauen in die heimische Landwirtschaft und die Qualität der Produkte. Wenn ein Kunde mit dem Produkt nicht einverstanden sei und den Verdacht habe, dass anderes Fleisch enthalten sei, als die Verpackung angebe, solle er die Ware zurückgeben. Er begrüße es, wenn Lebensmittelketten wie Findus jetzt so schnell reagieren.

Ein Firmensprecher von Aldi sagte, das Verhalten seitens der Lieferanten sei völlig unakzeptabel. Wenn auf der Verpackung „Rindfleisch“ stehe, dann erwarte der Kunde auch, dass es Rindfleisch sei.

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  • Portal:Verbraucherschutz

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February 10, 2012

Foodwatch verklagt Unilever wegen Phytosterinen in Margarine

Foodwatch verklagt Unilever wegen Phytosterinen in Margarine

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Veröffentlicht: 06:36, 10. Feb. 2012 (CET)
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Berlin (Deutschland), 10.02.2012 – Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat eine Klage gegen den Konzern Unilever eingereicht, weil die Margarine „Becel pro.activ“ die beworbenen gesundheitlichen Vorteile für die Konsumenten nicht nur nicht mit sich bringe, sondern ganz im Gegenteil bezüglich dieser Gesundheitsfragen sogar kontraproduktiv wirken könnte.

Die Margarine „Becel pro.activ“ enthält Phytosterine und soll laut dem Hersteller zur Senkung der Cholesterinwerte führen und so Herzkrankheiten vorbeugen. Gegen diese Werbeaussage hat Foodwatch beim Landgericht Hamburg eine Unterlassungsklage eingereicht.

Foodwatch fordert, die Margarine und andere „cholesterinsenkende“ Lebensmittel müssten apothekenpflichtig werden. Die enthaltenen Phytosterine (auch Pflanzensterole, Pflanzensterine oder Phytosterole genannt) sind dem Cholesterin ähnliche Substanzen, die im Darm Cholesterin verdrängen können und so dessen Aufnahme reduzieren können.

Bisher habe es aber an Studien gefehlt, die schlüssig eine allgemeine Reduzierung des Herzinfarktrisikos beim Menschen durch Phytosterine belegten. Eine Reihe neuer Studien zu Phytosterinen haben auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewogen, eine neue Bewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zu empfehlen.

Professor Oliver Weingärtner von der Universität des Saarlandes konnte bei Mäusen, die mit Phytosterinen ernährt wurden, eine Zunahme von Ablagerungen in den Blutgefäßen beobachten. Auch Sitosterolämie-Patienten mit einem 20-fach erhöhten Phytosterinspiegel hatten ein erhöhtes Risiko von Herzkrankheiten. Bei Mäusen störten pflanzliche Sterinester die endotheliale Gefäßfunktion, sie verstärkten ischämische Hirnschäden und förderten die Entstehung der Arteriosklerose, wie Professor Weingärtner im Journal of the American College of Cardiology 2008 berichtete.

Daniel Teupser von der Universität Leipzig konnte 2010 nachweisen, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 Phytosterin besser über Leber und Galle ausscheiden, während Personen mit anderen Blutgruppen Phytosterin im Blut stärker anreichern, was auch zu weniger Herzkrankheiten bei Menschen mit Blutgruppe 0 führe. Über die Oxidationsprodukte der Phytosterine im Körper ist bisher noch wenig bekannt, sie könnten sich noch als gefäßschädigend erweisen. David Jenkins von der Universität Toronto betrachtet Phytosterine als gesund, da Vegetarier eine bis zu dreifach höhere Menge (ein Gramm pro Tag) verzehrten und ein geringeres Risiko von Herzkrankheiten hätten. Phytosterine konnten im Tierversuch die Blut-Hirn-Schranke passieren und sich im Gehirn mit unbekannten Folgen in die Lipidbasis der Zellmembranen anlagern.

Olga Schiepers an der Universität Maastricht konnte in einer Studie über 85 Wochen jedoch keine Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen bei Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten feststellen, die „Pro-aktiv-Margarine“ aßen. Die Stiftung Warentest forderte bereits 2002 in einem Test der Margarine die Angabe von Nebenwirkungen und Gegenanzeigen wie bei einem Medikament.

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  • Portal:Verbraucherschutz

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October 23, 2011

Warnung vor italienischen Oliven mit Mandelfüllung

Warnung vor italienischen Oliven mit Mandelfüllung

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Veröffentlicht: 14:14, 23. Okt. 2011 (CEST)
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Oliven am Baum (Archivaufnahmen)

Deutschland, 23.10.2011 – Die Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen warnen vor dem Verzehr von Oliven mit Mandelfüllung der Firma „Bio Gaudiano“. Das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt teilte mit, dass in Finnland zwei Menschen nach deren Verzehr des Produkts an der lebensgefährlichen Nervenvergiftung Botulismus erkrankt seien. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Informationen, dass das Produkt auch nach Deutschland gelangt ist.

Die beanstandeten Oliven mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 09/2012 können über den Hausmüll entsorgt werden. Die Giftwirkung des Botulinumtoxins beruht auf der Blockade der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Die Ausschüttung von Acetylcholin wird gehemmt. Zuerst sind die Augenmuskeln betroffen, der Patient sieht verschwommen und doppelt, die Augen fallen immer wieder zu und die Pupillen sind geweitet. Im weiteren Krankheitsverlauf sind Lippen-, Zungen-, Gaumen- und Kehlkopfmuskel betroffen, es kommt zu starker Mundtrockenheit, Sprech- und Schluckstörungen. In schweren Fällen breitet sich die Lähmung vom Kopf absteigend auf die Muskulatur der inneren Organe aus, es kommt zu Erbrechen, Durchfall, später Verstopfung und Bauchkrämpfen, schließlich durch Lähmung der Herz- und Atemmuskulatur zum Tod durch Ersticken oder Herzstillstand.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Verbraucherschutz
  • Portal:Italien

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October 3, 2011

Dänemark erhebt Steuer auf fetthaltige Nahrungsmittel

Dänemark erhebt Steuer auf fetthaltige Nahrungsmittel

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Veröffentlicht: 11:45, 3. Okt. 2011 (CEST)
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FD 2a.jpg

Kopenhagen (Dänemark), 03.10.2011 – Dänemark hat als erstes Land der Welt eine Steuer auf fetthaltige Nahrungsmittel eingeführt. Seit Samstag, dem 1. Oktober 2011, kostet jedes Kilogramm gesättigte Fettsäure 16 Kronen. Das entspricht 2,15 Euro – egal, ob sie sich in Butter, Milch, Fleisch, Pizzen oder Fertiggerichten befindet. Dadurch soll die Bevölkerung des Landes davon abgehalten werden, zu viel ungesunde Fette zu sich zunehmen. Die dänische Bevölkerung reagierte mit Hamstereinkäufen. Der dänische Industrieverband beklagte währenddessen einen „bürokratischen Albtraum“.

„Wir mussten unsere Lager mit tonnenweise Butter und Margarine auffüllen, um unsere Kunden bedienen zu können“, äußerte sich Sören Jörgensen vom Molkerei-Konzern Arla. Christian Jensen, Leiter eines Supermarktes in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, sprach von einer „chaotischen“ Woche. „Es gab viele leere Regale. Die Leute haben ihre Tiefkühltruhen gefüllt“, so Christian Jensen. Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten erwarte Jensen durch die Steuer jedoch nicht. „Wenn die Leute einen Kuchen kaufen wollen, dann kaufen sie ihn.“

Eine Sprecherin des dänischen Industrieverbandes sprach von einem komplizierten System, das den Lebensmittelproduzenten viel Arbeit bereite. Nicht nur das Fett in den Lebensmitteln müsse ermittelt werden, sondern auch das Fett, welches zur Zubereitung von Speisen benutzt werde, wie etwa Frittieröl. Jetzt müssten für alle Lebensmittel neue Preise gesetzt werden, wodurch zu guter Letzt der Verbraucher die Kosten trage.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Dänemark

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July 20, 2011

Lebensmittelklarheit.de geht online und dann in die Knie

Lebensmittelklarheit.de geht online und dann in die Knie

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Veröffentlicht: 22:19, 20. Jul. 2011 (CEST)
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Meat packages in a Roman supermarket.jpg

Berlin (Deutschland), 20.07.2011 – Gerade ins Netz gegangen bricht die Seite „Lebensmittelklarheit.de“ wegen der vielen Anfragen zusammen und ist nicht mehr erreichbar. Bis zu 20.000 Anfragen in der Sekunde waren zu viel für die Seite.

Ute Bitter ist Sprecherin der Verbraucherzentrale Hessen. Von dort wird das Verbraucherportal betreut. Mittwoch war die Seite freigeschaltet worden, begleitet von unerwartet hohem Interesse. Scharenweise wollten sich die Verbraucher informieren. Dies führte dazu, dass die Seite nicht mehr aufgerufen werden konnte oder die Anzeigen mit erheblichen Verzögerungen erschienen.

Klarheit und Wahrheit will die Seite über und bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln schaffen. Informiert wird beispielsweise über Käse, der keine Milch enthält, Erdbeerjoghurt ohne Erdbeeren und Schinkenimitate, bei denen ein Teil des Fleisches durch Stärke-Gel ersetzt ist. Es ist nicht verboten, frische Erdbeeren auf einem Joghurtbecher darzustellen, auch wenn nur ein minimaler Teil an Frucht im Produkt ist und der Geschmack durch zugesetzte Aromen hervorgerufen wird. Es täuscht dem Verbraucher etwas vor. Solche Informationen werden von der Seite vorgehalten. Firmen, deren Produkte auf der Seite gelistet sind, haben die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Werden Mängel abgestellt, so soll gewährleistet sein, dass die Verbesserung auch den Verbrauchern sichtbar wird.

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will durch die Information Klarheit für den interessierten Verbraucher schaffen. Vielleicht wird sich durch die Verfügbarkeit der Information auch bei den Herstellern etwas ändern und die Produktion umgestellt. Die FDP zeigt sich nicht euphorisch über das Projekt. Erik Schweickert, der verbraucherschutzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, äußerte gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Wir sehen die Umsetzung auch kritisch. Viele Firmen, die sich an die Gesetze halten, könnten trotzdem an den Pranger gestellt werden.“ Christel Happach-Kasan, die ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, kritisierte: „Öffentlich finanzierte Stellen sollten über Hygienemaßnahmen aufklären, statt sich mit irreführenden Produktbezeichnungen zu beschäftigen“.

Das überwältigende Interesse der Verbraucher setzt ein deutliches Zeichen: Die Information ist willkommen, das Angebot wird angenommen.

Der Fraktion der Grünen reicht die reine Information nicht aus. Sie fordert gesetzliche Regelungen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, die beispielsweise vor Dickmachern wie Fetten und Zucker warnt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Verbraucherschutz

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June 17, 2011

Foodwatch: Werbung für Ferreros „Milch-Schnitte“ – dreister Etikettenschwindel

Foodwatch: Werbung für Ferreros „Milch-Schnitte“ – dreister Etikettenschwindel

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Veröffentlicht: 20:18, 17. Jun. 2011 (CEST)
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Datei:Milchschnitte Detail.jpg
Die „Milch-Schnitte“ von Ferrero

Frankfurt am Main (Deutschland), 17.06.2011 – „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch.“ Mit diesem Werbeslogan bewirbt der Süßwarenhersteller Ferrero sein Produkt, das unter dem Handelsnamen „Milch-Schnitte“ bekannt geworden ist. „Dreister Etikettenschwindel“, so lautet das Urteil der Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“. Die Organisation weist darauf hin, dass eine Schoko-Sahnetorte weniger Kalorien enthält als die „Milch-Schnitte“, die von bekannten Sportlern im Auftrag von Ferrero als „die kleine Mahlzeit für zwischendurch“ angepriesen wird. Die „Milch-Schnitte“ besteht laut foodwatch zu rund 60 Prozent aus Zucker und Fett. Foodwatch verlieh dem Produkt in diesem Jahr den „Goldenen Windbeutel“ als Preis. Ferrero erklärte, man werde die „Auszeichnung“ nicht annehmen.

Laut Verpackungsaufdruck empfiehlt ein „Institut für Sporternährung e.V.“ die in jedem Kühlregal in Deutschlands Supermärkten auffindbare „Milch-Schnitte“ als Zwischenmahlzeit. Das gleiche Institut lobt auch „Nutella“ als Brotaufstrich zum Frühstück. Sportler wie die amtierende Boxweltmeisterin im Fliegengewicht, Susianna Kentikian, oder die bekannten Profiboxer Vitali und Wladimir Klitschko wurden als Zugpferde für die Werbung eingekauft, um den Eindruck zu vermitteln, das Produkt sei kalorienarm und diene der körperlichen Fitness. Ferrero gelang es ebenfalls, den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die Werbung einzuspannen, für den Ferrero als Sponsor auftritt. Dem Fernsehzuschauer dürfte auch die Nutella-Werbung mit Fußballprofis der deutschen Nationalmannschaft in Erinnerung sein.

Wie das Unternehmen Ferrero am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte, sieht man keinen Handlungsbedarf. Laut eigener Untersuchungen gäbe es „keine Hinweis darauf, dass die Verbraucher die Werbung für die Milchschnitte als irreführend empfinden“.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) teilt die Kritik von foodwatch an der „Milch-Schnitte“. Verbandspräsident Wolfram Hartmann erklärte: „Durch solche Kampagnen macht sich die Lebensmittelindustrie mitschuldig daran, dass immer mehr Kinder an Übergewicht und Adipositas leiden und erhebliche Kosten im Gesundheitssystem entstehen.“

Der Negativ-Preis „Windbeutel des Jahres“, der dieses Jahr zum dritten Mal vergeben wurde, wird von Besuchern des Onlineportals von foodwatch per Abstimmung ausgewählt. 43,5 Prozent der Besucher entschieden sich für die „Milch-Schnitte“ als größtem Etikettenschwindler. Auf den weiteren Plätzen für die Titelanwärter zum „Windbeutel des Jahres“ von foodwatch folgen der Joghurt „Activia“ von Danone und die „nimm2“-Bonbons von Storck.

Laut foodwatch kann Danone die Werbeversprechen nicht einhalten, mit denen ihr Joghurt angepriesen wird. Der Joghurt mache „gesunde Ernährung nicht leichter, nur teurer“. In Blindtests zeigte sich: Placebos wirken effektiver.

Die „nimm2“-Werbespots suggerieren dem ahnungslosen Verbraucher Genuss ohne Reue: „Vitamine und naschen“[1]. Die Zugabe von Vitaminen zu den Zuckerbonbons sind laut foodwatch ein reiner „Marketingtrick“. Die Werbung stellt auf „leckeren Fruchtsaft“ ab, der in den Bonbons enthalten sei. Es handelt sich, so foodwatch, jedoch lediglich um 1,3 Prozent Fruchtsaftkonzentrat. 68,6 Prozent der Bonbons besteht aus Industriezucker. Tatsächlich erhöht sich für Kinder durch die Werbung das Risiko von Karies und Übergewicht.

2009 wurde der probiotische Joghurt Actimel mit dem Goldenen Windbeutel ausgezeichnet. (Bekannte Werbe-Ikone der Firma war der TV-Moderator Jörg Kachelmann bis zu seinem Vergewaltigungsprozess[2]).

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Verbraucherschutz

Quellen

Einzelnachweise

  1. nimm2.de
  2. frostablog.de

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May 1, 2011

Sydney: 1,4 Millionen Scoville, das ist Chilischotenrekord

Sydney: 1,4 Millionen Scoville, das ist Chilischotenrekord

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Veröffentlicht: 17:23, 1. Mai 2011 (CEST)
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Sydney (Australien), 01.05.2011 – Die neue Sorte nennt sich „Trinidad Scorpion Butch Taylor“ und hat es in sich. Mit gemessenen 1,4 Millionen Scoville ist sie so scharf, dass man sie nur in Schutzkleidung verarbeiten kann. Der Züchter Wit, Inhaber des Familienbetriebes „The Chilli Factory“ hat sie für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde angemeldet.

Das Geheimnis der Aufzucht ist das Abwasser einer Wurmfarm, das zu Bewässerung der Pflanzen benutzt wird. Es enthält Wachstumshormone, besondere Bakterien und Chitin. Diese Zusammensetzung soll zum Erzielen dieser extremen Schärfe beigetragen haben.

Die Scoville-Skala wurde von dem Pharmakologen Wilbur L. Scoville 1912 entwickelt.

Chilischoten an der Staude

Chilischoten

Scoville-Grad Beispiel
0 keine Schärfe, kein Capsaicin enthalten
0–10 Gemüsepaprika
~16 durchschnittliche untere Wahrnehmungsschwelle für Schärfe
100–500 Peperoni
1.000–10.000 Sambal
2.500–5.000 Tabascosauce
2.500–8.000 Jalapeño-Chili
30.000–50.000 reiner Cayennepfeffer (C. annuum*)
50.000–100.000 Piri-piri (C. frutescens Art), Tepin-Chili
100.000–350.000 Habaneros (C. chinense Art)
577.000 angebliche Messung bei der Habanero-Züchtung Red Savina
~600.000 Kehlenschneider – Chilischnaps (80 Volumenprozent Alkohol)
855.000 angebliche Messung bei der Sorte Indian PC-1 (C. frutescens Züchtung)
923.000 angebliche Messung bei der Sorte Dorset Naga (C. chinense Züchtung)
1.000.000 Messung bei der Sorte Bhut Jolokia (C. chinense Art)
1.400.000 Trinidad Scorpion Butch Taylor
2.000.000 (handelsübliches) Pfefferspray
5.300.000 Polizei-Pfefferspray
7.100.000 The Source, schärfste Chilisauce der Welt
15.000.000–16.000.000 Blair’s 16 Million Reserve, reines Capsaicin (Kristalle)

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Australien

Quellen

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March 4, 2011

Britische Behörden beschlagnahmen Speiseeisprodukt aus Muttermilch

Britische Behörden beschlagnahmen Speiseeisprodukt aus Muttermilch

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Veröffentlicht: 10:47, 4. Mär. 2011 (CET)
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London (England), 04.03.2011 – Britische Stadträte haben mitgeteilt, dass Eis aus der Muttermilch von Menschen, welches in einem Geschäft in London angeboten wird, beschlagnahmt worden sei. Als Grund geben die Behörden Bedenken in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit an. Eine Sprecherin des Stadtrates von Westminster erklärte, dass zwei Beschwerden von Mitgliedern in der Öffentlichkeit vom Rat beantwortet würden. Das Speiseeisprodukt, das von der Vermarktungsgesellschaft unter der Bezeichnung „Baby Gaga“ verkauft wird, sei in Zusammenarbeit mit Beamten entwickelt worden und die Durchführung werde von Tests begleitet. Laut Brian Connell, einem Mitglied des Stadtrates, könnten beim Verkauf von Lebensmitteln, die aus menschlichen Körperflüssigkeiten hergestellt würden, Viren und in diesem Fall möglicherweise Hepatitis übertragen werden.

Eine Portion Eis kostet umgerechnet 16,49 Euro und wird in einem Martini-Glas serviert. Der Verkauf begann während der letzten Woche und sorgte rasch für Popularität; innerhalb von Tagen war die erste Lieferung ausverkauft. Die Muttermilch wurde von fünfzehn Frauen gespendet, die sich auf eine Online-Werbung in einem Forum für Mütter gemeldet hatten. Nach Angaben des Herstellers wird die Milch nach den „höchsten und sichersten“ Normen untersucht, bevor sie pasteurisiert und für den menschlichen Verzehr zubereitet wird. Das Produkt wird dann mit geriebener Zitronenschale und Vanillepulver gemischt.

Matt O’Connor, der das Unternehmen gründete, erklärte: „Soweit wir wissen, gibt es kein Gesetz zum Verbot eines Unternehmens, welches Eis aus Muttermilch verkauft“. Er behauptete, dass, wenn es gut genug für unsere Kinder sei, es auch gut genug für alle anderen Menschen sei, und sagte weiter: „Manche Leute werden davon hören und sagen igitt – aber eigentlich ist es rein organisch, aus Freilandhaltung und völlig natürlich.“ Brian Connell, Mitglied der Konservativen Partei in England, glaubt, dass „wir als örtliche Behörde kleine Unternehmen unterstützen und innovative Ideen begrüßen, wo immer möglich, aber die Gesundheit der Verbraucher schützen müssen.“

Themenverwandte Artikel

Quellen

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 02.03.2011

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