Neue afghanische Nationalhymne könnte aus Deutschland kommen

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Artikelstatus: Fertig 12:25, 11. Jan. 2006 (CET)
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Rösrath (Deutschland) / Kabul (Afghanistan), 11.01.2006 – Den Text zu einer neuen Nationalhymne für Afghanistan hatte das Parlament in Kabul bereits im Herbst beschlossen. Babrak Wassa ist einer der Komponisten, die eine Melodie dazu liefern sollten. Er ist 58 Jahre alt und nicht nur Komponist, sondern auch Dirigent und Chorleiter. Der gebürtige Afghane ging 1980 nach Deutschland ins Exil. Heute besitzt er die deutsche Staatsangehörigkeit und wohnt in Rösrath-Forsbach im Bergischen Land nahe Köln.

Der Entwurf, den Wassa im Dezember nach Kabul schickte, kam nach Angaben des afghanischen Wiederaufbauministers, Amin Farhang, auch bei Präsident Hamid Karsai gut an. Er selbst hätte allerdings „lieber etwas Schmissigeres“. Außerdem gebe es nach seinen Angaben noch einen weiteren Exil-Afghanen, der in die engere Wahl gekommen sei. Nun reist Wassa nach Kabul, um dort persönlich seinen überarbeiteten Entwurf mit kompletter Orchesterbesetzung vorzustellen.

Der von Abdul Bari Dschahani stammende Text der Hymne, der unter Anderem die Textpassage „Afghanistan so glänzen soll wie die Sonne am blauen Himmel“ enthält, sollte in nur einer Minute und zehn Sekunden vertont werden. „Der Text ist ziemlich lang, und es war gar nicht einfach, ihn so kurz zu vertonen,” sagte Wassa gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er beschrieb seine Komposition im Sechs-Achtel-Takt als „marschähnlicher“ als eine andere Version, die er – nach einem afghanischen Tanz – im Sieben-Achtel-Takt geschrieben hatte, „aber auch noch nicht militärisch”. Außerdem sagte Wassa, die Hymne klinge für westliche Ohren angenehm, obwohl Melodie und Harmonie afghanisch seien.

Quellen