Neue nikotinfreie Pille soll Rauchern das Aufhören erleichtern

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Artikelstatus: Fertig 16:12, 1. Mär. 2007 (CET)
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Die letzte Zigarette dank „Champix“?

Vareniclin

Karlsruhe (Deutschland), 01.03.2007 – Unter dem Namen „Champix“ bringt das Pharmaunternehmen Pfizer heute ein neues nikotinfreies Medikament auf den deutschen Markt, das Rauchern das Aufhören erleichtern soll. Der pharmakologisch wirksame Bestandteil von „Champix“, das Vareniclin, besetzt im Gehirn dieselben Rezeptoren wie Nikotin. Durch die Stimulation der Rezeptoren auch ohne Nikotin werden die Entwöhnungssymptome abgemildert. Da Vareniclin darüber hinaus die Rezeptoren dauerhaft blockiert, bleibt die zusätzliche stimulierende Wirkung durch Nikotin aus. Hierdurch soll die Rückfallwahrscheinlichkeit verringert werden.

In einer Metastudie – das ist eine vergleichende und zusammenfassende Auswertung anderer, bereits vorliegender Studien – haben Wissenschaftler von der Universität Oxford untersucht, ob Vareniclin wirklich das langersehnte Wundermittel ist. Zu diesem Zweck werteten sie sechs verschiedene klinische Studien aus, an denen 4.924 Probanden teilgenommen hatten. 2.451 von ihnen erhielten Vareniclin, der Rest ein anderes Medikament zur Tabakentwöhnung oder ein Placebo. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Chance einer langfristigen erfolgreichen Entwöhnung mit Vareniclin etwa dreimal so groß ist wie ohne medikamentöse Unterstützung.

Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg sagte gegenüber stern.de, dass die Erfolge mit Vareniclin durchaus beachtlich seien, aber mit Nikotinersatzprodukten oder einer Verhaltenstherapie ähnliche Ergebnisse erzielt werden könnten. „Für eine erfolgreiche Entwöhnung kommt es vor allem auf die Behandlung der psychischen Abhängigkeit durch Fachleute und natürlich auch auf die Motivation des einzelnen Anwenders an“, sagte auch Sabine Jackel-Büsching, Unternehmenssprecherin von Pfizer, gegenüber stern.de.

„Champix“ muss vom Arzt verordnet werden. Die Kosten für eine zwölfwöchige Therapie belaufen sich auf 330 Euro; das sind etwa 40 Euro mehr, als im gleichen Zeitraum in Nikotinpflaster oder -kaugummi investiert werden müssten. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist nicht möglich. Wie jedes Medikament hat auch Vareniclin verschiedene Nebenwirkungen. Am häufigsten klagten Studienteilnehmer über Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlaflosigkeit. Eine abschließende Beurteilung von „Champix“ steht noch aus, da bisher noch keine Ergebnisse aus Langzeitstudien vorliegen.

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Quellen