New Orleans: Evakuierungsmaßnahmen greifen endlich

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Artikelstatus: Fertig 14:04, 4. Sep. 2005 (CEST)
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New Orleans (USA), 04.09.2005 – Nach Tagen des Wartens, in denen tausende Menschen in der Region in und um New Orleans nach den verheerenden Auswirkungen des Hurrikans „Katrina“ teilweise ohne Wasser, Nahrung und Medikamente – mehr oder weniger sich selbst überlassen – ausharren mussten, begann am Sonntag eine großangelegte Evakuierung der Stadt.

Nach heftiger Kritik durch die Bevölkerung und den Bürgermeister der Stadt New Orleans in den vergangenen Tagen wegen der schleppend eintreffenden Hilfe trafen nun hunderte von Bussen und Hubschrauber in der Krisenregion ein. Zehntausende sollen in den letzten acht Stunden aus der Stadt evakuiert worden sein. Sie wurden zunächst zum Flughafen transportiert, von wo aus sie in die benachbarten Bundesstaaten Texas und Arkansas ausgeflogen wurden.

Seit fünf Tagen warteten zehntausende Menschen im „Superdome“ und dem Kongresszentrum der Stadt auf Hilfe. Die Polizei hatte die Situation hier nicht mehr unter Kontrolle. Bewaffnete Banden terrorisierten die Menschen, auch von Vergewaltigungen war berichtet worden.

In der Stadt New Orleans, in der seit Tagen gesetzlose Zustände geherrscht hatten – zwei Drittel der städtischen Polizisten hatten ihren Dienst quittiert – kehrt inzwischen die Ordnung wieder zurück, nachdem hunderte Polizisten aus anderen Teilen des Staates Louisiana in die Stadt abgeordnet worden waren. Hinzu kommen 54.000 Nationalgardisten sowie 3.000 Soldaten, die vorzeitig aus dem Irak abgezogen worden waren.

Die meisten der in Krankenhäusern der Stadt New Orleans behandelten Patienten sind inzwischen in andere Krankenhäuser des Landes verlegt worden.

Inzwischen ist auch mit der systematischen Bergung der Leichen begonnen worden. „Wir behandeln die Toten mit Respekt, bringen sie in ein Leichenschauhaus und identifizieren sie“, sagte Michael Brown, der Koordinator des Noteinsatzes. Offizielle Angaben zur Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan „Katrina“ sowie die anschließenden Überflutungen in den Bundesstaaten Louisiana und Alabama liegen noch nicht vor.

Die Bundesregierung hat nun auch auf dem Seeweg die Evakuierung von Obdachlosen begonnen. Dazu wurden unter anderem drei Kreuzfahrtschiffe gechartert, die vor Texas und Alabama vor Anker gingen.

Die Kritik der vergangenen Tage, die sich vor allem an den schleppend in Gang gekommenen Hilfsmaßnahmen entzündet hatte, richtet sich nun insbesondere gegen das Krisenmanagement des US-Bundesstaates Louisiana. Aber auch die Bundesregierung steht nach wie vor in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, sie habe viel zu spät auf die Krisensituation in den betroffenen Südstaaten des Landes reagiert. Der Präsident der USA, George W. Bush, der am Freitag die betroffene Region aufgesucht hatte, hat inzwischen Fehler der Behörden eingeräumt. Auch Vertreter der Bundesbehörden haben zugegeben, dass sie den Ernst der Lage und die Größe der durch den Sturm angerichteten Schäden unterschätzt hatten. „Katrina war viel größer als wir gedacht hatten und verwüstete ein viel größeres Gebiet als wir angenommen hatten“, sagte der Direktor der FEMA (Federal Emergency Management Agency), Michael Brown. Brown bezog sich auch auf die Erklärung des US-Präsidenten in einer Radioansprache vom Freitag, in der er davon gesprochen hatte, dass es schwierig sei, mit einer Katastrophe fertig zu werden, die ein Gebiet von der Größe Großbritanniens erfasst habe.

Um der wachsenden Kritik gerade aus der afro-amerikanischen Bevölkerung zu begegnen, trafen sich Vertreter der Bundesregierung mit Führungspersönlichkeiten und Repräsentanten der Afro-Amerikaner, darunter auch Vertretern der NAACP im Weißen Haus.

Nachdem das Militär nun immer mehr in das Krisenmanagement in dieser Region eingebunden wird, hat der Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seinen Besuch in diesem Gebiet angekündigt. Auch die US-Außenministerin Condoleezza Rice hat ihren Besuch angekündigt.

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Quellen