Novartis wird Weltmarktführer

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 01:05, 23. Feb. 2005 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Basel (Schweiz), 23.02.2005 – „Novartis“ expandiert mit zwei Großübernahmen zum weltweit führenden Generika-Hersteller. Der Basler Pharmakonzern zahlt umgerechnet rund zehn Milliarden Schweizer Franken für das deutsche Unternehmen „Hexal“ und die US-Firma „Eon Labs“.

An „Eon Labs“ übernimmt „Novartis“ zunächst nur die Mehrheit und zahlt zusammen mit dem Kauf von „Hexal“ 5,65 Milliarden Euro (8,75 Milliarden Schweizer Franken). Für die restlichen 34,6 Prozent der Eon-Labs-Aktien, die nicht von der Familie Strüngmann kontrolliert werden, bietet „Novartis“ 31 US-Dollar pro Titel, was einem Preis von 988,9 Millionen US-Dollar (1,17 Milliarden Schweizer Franken) entspricht.

„Hexal“ und „Eon Labs“ werden in die in Wien ansässige Novartis-Division „Sandoz“ integriert, wie „Novartis“ mitteilte. „Sandoz“ werde damit zur weltweiten Nummer Eins auf dem Generikamarkt mit einem Umsatz von 5,1 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr, einem Portfolio von über 600 Wirkstoffen und über 20.000 Mitarbeitern.

Die gemeinsame Pipeline umfasse fast alle wichtigen Moleküle, für die innerhalb der nächsten Jahre mit dem Ablauf des Patentschutzes gerechnet wird. Dies entspricht einem geschätzten Umsatz in den USA von 69 Milliarden US-Dollar zwischen den Jahren 2005 und 2009.

Der Konzern wolle sowohl bei verschreibungspflichtigen Medikamenten als auch bei qualitativ hochwertigen Generika und Selbstmedikationsprodukten eine führende Stellung einnehmen, erklärte Novartis-Chef Daniel Vasella während einer Telefonkonferenz.

Die Basler erwarten jährliche Kostensynergien von 200 Millionen US-Dollar innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion. In den ersten eineinhalb Jahren sollen es 100 Millionen sein.

Der Personalabbau werde durch die erwarteten starken Wachstumsaussichten nur teilweise kompensiert. Sparen lasse sich neben der Produktion auch bei der Materialbeschaffung, beim Marketing und Verkauf, bei Verwaltung und Management sowie bei der Entwicklung.

„Hexal“ ist laut „Novartis“ das zweitgrößte Generika-Unternehmen in Deutschland. Die Firma, die sich in Privatbesitz befindet, verfüge über eine starke Präsenz in Europa. „Hexal“ unterhält bereits eine strategische Partnerschaft mit „Eon Labs“.

„Eon Labs“ ist auf „schwierig herstellbare“ generische Produkte spezialisiert. Das Unternehmen mit 500 Angestellten verzeichnete im Jahr 2004 einen Rekordumsatz von 431 Millionen US-Dollar.

Quellen