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April 29, 2010

Raumfahrt auf japanisch: Die unscheinbare Weltraummacht aus Asien

Raumfahrt auf japanisch: Die unscheinbare Weltraummacht aus Asien

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Veröffentlicht: 20:29, 29. Apr. 2010 (CEST)
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Tōkyō (Japan), 29.04.2010 – Die Aktivitäten der Japaner in der Raumfahrt sind der breiten europäischen Öffentlichkeit weniger bekannt. Dabei konnte das Land vor allem in der Erprobung neuer Technologien einige Meilensteine setzen, beispielsweise mit dem Einsatz eines Ionen-Triebwerkes. Im Zentrum der Anstrengungen Japans steht aber die Internationale Raumstation (ISS). So kündigte die nationale Luft- und Raumfahrtbehörde Jaxa im April 2010 die Konstruktion eines neuen unbemanntes Frachtraumschiff bis zum Jahr 2015 an, das auch Teile von der Internationalen Raumstation zurück zur Erde transportieren kann. Die aktuellen Raumfrachter (HTV) sind nur für den Hintransport geeignet und nur einmal verwendbar.

Längere Zeit nicht stattgefunden hatte die Entwicklung und der Bau einer eigenen Trägerrakete für bemannte Raumfahrtmissionen. Grund hierfür war die enge Zusammenarbeit der NASDA mit der US-Raumfahrtbehörde NASA. Japanische Astronauten flogen mit den Raumfähren zur ISS. Aus Angst, technologisch in Rückstand zu geraten, fand um die Jahrtausendwende jedoch ein Kurswechsel statt. Daher begann die Entwicklung der Trägerrakete H-II-B, die erheblich größere Nutzlasten in den Weltraum transportieren kann als das Vorgängermodell H-II-A, das ausschließlich für Satellitenstarts vorgesehen war. Erste Tests im Jahr 2009 waren erfolgreich, auch der erste Testflug im September 2009, bei dem das ISS-Frachtraumschiff HTV befördert wurde, gelang. Der nächste Flug soll im Jahr 2011 stattfinden.

Ebenso finden unbemannte Flüge zu anderen Himmelskörpern statt. So startete im September 2007 die Mondsonde Kaguya zum Mond. Ziel war die Untersuchung der Mondoberfläche aus 100 Kilometern Höhe. Im Oktober 2007 erreichten dann die ersten Bilder die Erde, die erstmals mit einer HDTV-Kamera aufgenommen wurde. Die japanische Rundfunkanstalt Japan Broadcasting Cooperation (NHK) hatte an dem Projekt mitgewirkt. Ob diese Mission der Auftakt zu einer systematischen Erforschung des Mondes war, ist zurzeit unklar. Langfristiges Ziel, so heißt es in dem Bericht von Focus Online, sei eine bemannte Mondstation. Weitere Missionen, wie der Mondlander SELENE II wurden jedoch jüngst verschoben oder komplett gestrichen.

Einer der spektakulärsten Missionen Japans geht just in diesen Wochen zu Ende. Am 13. Juni 2010 soll die Asteroidensonde Hayabusa zur Erde zurückkehren und nahe der australischen Stadt Woomera landen. Eine Mission, die ein paar Mal fast gescheitert wäre, könnte so zu dem bisher größten Triumph der japanischen Raumfahrt werden. So wurde beispielsweise auf dem Hinflug der im Jahr 2003 gestarteten Sonde ein Sonnenpanel durch Sonnenwinde stark beschädigt, so dass das Ionentriebwerk nicht die volle Leistung bringen konnte. Die Sonde transportiert in einer Kapsel unverfälschtes Material des Asteroiden Itokawa zur Erde, für die irdischen Wissenschaftler ein wahrer Schatz.

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September 14, 2007

Projekt „Kaguya“ – Japan auf dem Weg zum Mond

Projekt „Kaguya“ – Japan auf dem Weg zum Mond

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Veröffentlicht: 13:27, 14. Sep. 2007 (CEST)
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Der Mond

Tanegashima (Japan), 14.09.2007 – „Wir haben die Rakete erfolgreich abgeschossen und die Sonde von der Rakete getrennt“, sagte Eriko Sunada, Sprecher der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA, nach dem erfolgreichen Start des Forschungssatelitten „Selene“ in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Inzwischen befindet sich die Raumsonde auf dem 380.000 Kilometer langen Weg zum Mond.

In einer Höhe von 100 Kilometern soll „Selene“ – von den Japanern nach einer Märchenprinzessin auch „Kaguya“ genannt – ein Jahr lang über der Oberfläche des Erdtrabanten kreisen. An Bord der Sonde befinden sich 15 verschiedene Messinstrumente und Beobachtungsgeräte, mit denen ab Dezember neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung unseres himmlischen Nachbarn gewonnen werden sollen. Die Japaner erhoffen sich auch Erkenntnisse darüber, aus welchen Mineralien der Mond sich zusammensetzt und welche magnetischen Phänomene auf dem Erdtrabanten auftreten. Mit dabei ist auch eine hochauflösende Fernsehkamera, mit der unter anderem gefilmt werden soll, wie die Erde über dem Mond aufgeht.

Das Projekt „Kaguya“, das nach Angaben der japanischen Raumfahrtagentur JAXA das aufwändigste Unternehmen zur Erforschung des Mondes seit dem US-amerikanischen Apollo-Programm in den 1960-er und 1970-er Jahren ist, kostet rund 55 Milliarden Yen (etwa 355 Millionen Euro). Mit der Mission will sich Japan einen Vorsprung sichern vor China, Indien und den USA sowie anderen Ländern, die für die nächsten Jahre ebenfalls Mondmissionen geplant oder angekündigt haben. Japans Ziel ist es, bis 2025 eine bemannte Raumstation auf dem Mond zu errichten.

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