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April 17, 2006

Tasmanien: Gefängnisrevolte unblutig beendet

Tasmanien: Gefängnisrevolte unblutig beendet

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Artikelstatus: Fertig 15:10, 17. Apr. 2006 (CEST)
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Hobart (Australien), 17.04.2006 – Nach 20-stündiger Belagerung und durch den Einsatz von Pfefferspray konnten Sicherheitskräfte am Montag eine Gefängnisrevolte in der tasmanischen Hauptstadt Hobart unblutig beenden. Nachdem am Sonntag einer weiblichen Angestellten, welche unverletzt fliehen konnte, die Schlüssel entwendet wurden, gelang es einer Gruppe von 26 Häftlingen, die Kontrolle über einen Flügel des Risdon-Hochsicherheitsgefängnisses zu übernehmen. Sie verlangten von der Gefängnisführung bessere Verpflegung, zahnärztliche Behandlung und Zugang zu Sportgeräten. Um 6:48 Uhr (AEST), kurz nach dem Abbruch der Verhandlungen und dem Einsatz von Tränengas, gaben die Gefangenen schließlich auf.

Dr. Caroline Evans, eine Mitarbeiterin der University of Tasmania, gab an, Unruhen in der Strafanstalt seien nichts neues. Der Gebäudekomplex sei für die kalten klimatischen Verhältnisse in Tasmanien nicht ausreichend ausgestattet und außerdem überfüllt. Nach einer Revolte von 150 Häftlingen im Oktober 1972, welche auch durch den Einsatz von Tränengas beendet wurde, und dem Tod von fünf Insassen 1990 haben sich die Zustände nicht verbessert. Ein Vertrauensmann beschrieb die Verhältnisse damals als „besonders unangenehm […] es ist trostlos, kalt und grau“.

Erst im Mai 2005 ereignete sich eine Revolte in dem Hochsicherheitsgefängnis, als Häftlinge gedroht hatten, einem Wärter einen Finger abzuschneiden, nachdem ihre Forderungen nach besserer Nahrung und Medizin nach 41 Stunden nicht erfüllt wurden. Die Auseinandersetzung endete nach einer Lieferung von 15 Pizzas friedlich.

In dem 1960 eröffneten Gefängnis landen insbesondere Schwerverbrecher, darunter auch Martin Bryant, der vor zehn Jahren in dem Touristenort Port Arthur 35 Menschen erschossen hatte.

Quellen

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December 12, 2005

Rassistische Ausschreitungen in Australien

Rassistische Ausschreitungen in Australien

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Artikelstatus: Fertig 19:31, 13. Dez. 2005 (CET)
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Unruhen am Strand von Cronulla

Canberra (Australien), 12.12.2005 – Bei rassistischen Ausschreitungen in Australien sind am Wochenende des 10. und 11. Dezember 30 Menschen verletzt worden. Nachdem sich etwa 5.000 Menschen auf dem Strand von Cronulla versammelt hatten, die Nationalflaggen schwenkten und rassistische Lieder sangen, griffen sie fremdländisch arabisch aussehende Menschen an.

Daraufhin wurden 16 Menschen festgenommen. Der australische Ministerpräsident John Howard lehnte es in öffentlichen Stellungnahmen ab, die Teilnehmer an der Zusammenrottung Rassisten zu nennen. espace.ch zitiert ihn mit den Worten: „Das ist ein Begriff, mit dem so oft um sich geworfen wird, dass ich das nicht auch tun werde.“ Der Oppositionspolitiker Kevin Rudd wirft John Howard vor, den Kopf in den Sand zu stecken. Er kritisiert vor allem die Aussage Howards, die rassistischen Ausschreitungen würden das Ansehen Australiens nicht beschädigen. Peter Beattie, der Ministerpräsident von Queensland, sagte, dass sich die meisten Australier für die rassistischen Ausschreitungen schämten. Die Regierung von News South Wales will die Ausschreitungen mit der Anwendung eines Notstandsgesetzes, das der Polizei zusätzliche Rechte einräumt und zuletzt während der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2000 angewandt wurde, beenden.

Quellen

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September 5, 2005

Urteil zur Musik-Tauschbörse „KaZaA“: Betreiber tragen Mitschuld an Copyright-Verletzungen

Urteil zur Musik-Tauschbörse „KaZaA“: Betreiber tragen Mitschuld an Copyright-Verletzungen

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Artikelstatus: Fertig 03:42, 6. Sep. 2005 (CEST)
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Sydney (Australien), 05.09.2005 – Der „Australian Federal Court“ hat Sharman Networks und Altnet, den Betreibern der Online-Musik-Tauschbörse „KaZaA“, zwei Monate Zeit gegeben, den Tausch urheberrechtlich geschützter Musik wirksam zu unterbinden. Das oberste Bundesgericht Australiens gab damit einer Klage von über 30 Unternehmen der Musikbranche, darunter EMI, Sony BMG, Universal Music und Warner Music, größtenteils statt.

Die Betreiber hatten argumentiert, es sei ihnen nicht möglich, die getauschten Inhalte zu kontrollieren. Das Gericht folgte aber der Argumentation der Kläger, die Betreiber hätten verfügbare Techniken wie Filter einsetzen können, um illegalen Tausch zu verhindern. Richter Murray Wilcox erklärte, die Beklagten hätten dazu beigetragen, „dass KaZaA-Nutzer von den Klägern gehaltene Copyrights auf Tonaufnahmen verletzen“, und Urheberrechtsverletzungen als „cool“ ansehen.

Konkret wurden die KaZaA-Betreiber verurteilt, eine neue Version der Tauschsoftware zu entwickeln. Diese dürfe nur mit Musikstücken funktionieren, die ausdrücklich zum Tausch freigegeben sind. Die Benutzer älterer Versionen sollten mit „maximalem Druck“ angehalten werden, diese neue Version zu verwenden, etwa mit deutlichen Warn- und Updatehinweisen auf der KaZaA-Website. Keinen Erfolg hatten die Kläger in anderen Klagepunkten, unter anderem dem Vorwurf der Bildung einer verschwörerischen Gemeinschaft. Zum Thema Schadensersatz wird es ein gesondertes Verfahren geben.

Die Entscheidung in Australien wurde von der deutschen Musikindustrie positiv aufgenommen. Das Urteil sei „wegweisend für die Branche“, sagte Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände (IFPI), in Berlin. „Wir gehen davon aus, dass illegale P2P-Dienste in Zukunft weniger, legale Angebote noch stärker genutzt werden.“

Die Anwälte der „KaZaA“-Betreiber haben angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Quellen

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