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March 21, 2016

Die Europäische Zentralbank revolutioniert die Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank revolutioniert die Geldpolitik

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Veröffentlicht: 22:29, 21. Mär. 2016 (CET)
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Die Europäische Zentralbank

Frankfurt am Main (Deutschland), 21.03.2016 – Weil viele Banken zurückhaltend in der Vergabe von Krediten sind, ist das Wirtschaftswachstum in Europa gebremst. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den Leitzins daher nicht nur wie bisher auf Null lassen, sondern will die Zinsen weiter in den negativen Bereich absenken. Das bedeutet Strafzinsen für Banken, die Guthaben bei der EZB haben, statt das Geld über Kredite in die Wirtschaft zu pumpen. Der Refinanzierungszinssatz der EZB liegt seit 16. März bei 0 Prozent, der Depozins (auch Einlagefazilität genannt) ist bereits seit 11. Juni 2014 mit -0,1 Prozent negativ und wurde inzwischen weiter auf -0,4 Prozent gesenkt.

Als weitere Maßnahme lässt EZB-Präsident Mario Draghi über einen revolutionären Vorschlag diskutieren: das „Helikoptergeld“ soll die Konjunktur ankurbeln. Wie das Geld – symbolisch gesehen mit dem Hubschrauber über das Land verstreut – praktisch unter die Leute gebracht werden soll, ist noch nicht geklärt. Denkbar wäre auch eine Belohnung für Banken, die günstige Kredite vergeben. Von Finanzexperten werden diese Maßnahmen jedoch kritisiert.

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January 25, 2015

EZB kauft Anleihen im Wert von 1,14 Billionen Euro

EZB kauft Anleihen im Wert von 1,14 Billionen Euro

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Veröffentlicht: 12:34, 25. Jan. 2015 (CET)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 25.01.2015 – Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat angekündigt, dass die EZB ab März diesen Jahres für ca. 60 Milliarden Euro Anleihen auf dem Markt kaufen wird. Dieses Programm soll bis mindestens September 2016 fortgesetzt werden und einen Gesamtumfang von rund 1,14 Billionen Euro haben. Das Geld, welches im Rahmen der so genannten Quantitativen Lockerung (QE) oder auch ultra-lockeren Geldpolitik benötigt wird, erschafft die EZB mit Hilfe von Zentralbankgeld. Als alleinige Hauptnotenbank der Eurozone hat sie das Recht, so genanntes Zentralbankgeld zu erschaffen und damit am Finanzmarkt regulierend einzugreifen.

Ziel dieser Maßnahme ist, dass sich die Inflationsrate in der Währungsunion an den Zielwert von 2 Prozent annähert. Die EZB ist durch den Vertrag von Maastricht dazu gezwungen, alles zu tun, um den Euro stabil zu halten. Diese Stabilität ist laut dem EU-Vertrag von Maastricht bei einer Inflationsrate von 2 Prozent gegeben. Durch die größere Liquidität in der Eurozone soll der Bankensektor insgesamt über mehr finanzielle Mittel verfügen und diese in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher weitergeben, anstatt sie in Anleihen von Staaten und Unternehmen zu stecken.

Als Reaktion auf den Schritt der EZB sind global die Börsenkurse gestiegen, an den wichtigsten Börsen in Westeuropa im Schnitt über 1,5 Prozent. Auch der Euro hat sich auf den Währungsbörsen bewegt, allerdings teilweise deutlich nach unten – im Vergleich zu den Leitwährungen weltweit im Schnitt um -2 Prozent. Durch die Abschwächung des Euros erwarten führende Ökonomen einen kleinen Konjunkturschub für den Exportbereich in der Eurozone, da Waren aus Euroland günstiger werden.

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January 15, 2015

Schlagabtausch in den Medien: die FAZ und die „Putinversteher“

Schlagabtausch in den Medien: die FAZ und die „Putinversteher“

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Veröffentlicht: 09:11, 15.01.2015 (CET)
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Ein Redakteur der 1949 gegründeten FAZ steht in der Kritik

Frankfurt am Main (Deutschland), 14.01.2015 – „Rassistische Esoterik“, „Falschdarstellungen“ und „böswillige Unterstellungen“ – mit diesen vorwurfsvollen Worten zieht ein Rezensent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gegen das Buch „Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren“ zu Felde. Und um das gleich am Anfang zu belegen, bringt er ein Zitat aus dem Buch über die ukrainische Sprache, die „als Bauernsprache keine Worte für die Tiere hat, die nicht auf Feld und Flur leben“. Doch schon ein Blick in das Buch, das im September vergangenen Jahres im Frankfurter Westend-Verlag erschien, beweist, welcher Zitiermethode sich Reinhard Veser als Redakteur der ansonsten seriösen Tageszeitung bedient. Das von ihm gebrachte Zitat stammt nicht von Mathias Bröckers und Paul Schreyer, den Verfassern des Buches, sondern von dem russischen Schriftsteller Michail Bulgakow, der „den entstehenden ukrainischen Nationalismus aber noch viel furchtbarer findet“, wie die beiden Autor in ihrem aktuellen Blog schreiben. Bulgakow ist hauptsächlich als Satiriker bekannt.

Der russische Satiriker Bulgakow

Doch der Blog beschränkt sich nicht auf die Auseinandersetzung um das Buch. Reinhard Veser werfen die beiden Buchautoren vor, er habe seit längerer Zeit „mit Verve in Dutzenden von Artikeln und Kommentaren verbal gegen die russische Politik zu Felde“ gezogen. Außerdem habe er schon im November 2013 gefordert, Putin bei den Verhandlungen über die Ukraine auszuschließen.

Die FAZ verfügt über eines der größten Korrespondentennetzwerke der Welt und gilt bisher eher als bürgerlich-konservatives Medium. Mathias Bröckers schreibt für die linke taz und das Magazin Telepolis. Paul Schreyer ist ein freier Journalist, der ebenfalls für Telepolis schreibt. Bekannt wurden die Autoren durch voneinander unabhängige Recherchen zu den Hintergründen der Ereignisse vom 11. September 2001.

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November 30, 2014

Bahnfahren wird im Dezember wieder teurer

Bahnfahren wird im Dezember wieder teurer

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Veröffentlicht: 22:56, 2. Dez. 2014 (CET)
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RE Deutsche Bahn AG Maschen GFDL.JPG

Frankfurt am Main (Deutschland), 30.11.2014 – Ein Fahrplanwechsel im Dezember ohne Preiserhöhung ? Nein, dieser Illusion braucht man sich auch im Jahr 2014 bei der Deutschen Bahn nicht hinzugeben. Bahnfahren in der ersten Klasse wird zum 14. Dezember um 2,9 Prozent teurer. Die gute Nachricht: Für alle Bahnreisenden, die die 1. Klasse in ICE, Intercity und Eurocity benutzen, ist die Benutzung des WLAN-Netzes dann kostenlos. Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn müssen die Kunden mehr für das Ticket zahlen, dort steigen die Preise um 1,9 Prozent an. Nur im Fernverkehr der zweiten Klasse bleibt alles so, wie es ist. Erst für 2016 ist auch in der 2. Klasse kostenloses WLAN geplant. Seit November müssen die Bahnkunden schon eine Bearbeitungsgebühr für Zahlungen der Fahrkarten per Kreditkarte oder PayPal entrichten. Kauft man z.B. eine Fahrkarte im Wert von 50 Euro via Paypal, so wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Cent fällig. Der neue Fahrplan der Bahn gilt ab dem 14. Dezember 2014. Die Bahn wird aber auch zusätzliche Züge anbieten, zum Beispiel gibt es zwei zusätzliche ICE-Verbindungen pro Tag zwischen den Ballungszentren Rhein-Ruhr, Frankfurt Flughafen und Mannheim–Stuttgart.

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September 1, 2014

GDL ruft zu Warnstreiks bei der Bahn auf

GDL ruft zu Warnstreiks bei der Bahn auf

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Veröffentlicht: 18:35, 1. Sep. 2014 (CEST)
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Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn AG

Frankfurt am Main (Deutschland), 01.09.2014 – Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hat zu einem Warnstreik bei der Bahn heute Abend zwischen 18 und 21 Uhr aufgerufen. Lokomotivführer, Lokrangierführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten sowie Ausbilder und Trainer der Deutschen Bahn AG sollen ihre Arbeit um diese Zeit niederlegen. Mit dieser Streikzeit berücksichtige man, so die GDL in einer Pressemitteilung, „die vielen Wochenendreisenden, die während des ersten Wochenarbeitstages die Eisenbahnen nutzen. Außerdem wird damit auch jenen Pendlern Rechnung getragen, die am Tage ihrer Arbeit nachgehen“. Der Streik trifft daher hauptsächlich den Güterverkehr.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber gab in einer Pressemitteilung bekannt, am Morgen ein neues Tarifangebot vorgelegt zu haben, und forderte die GDL dazu auf, den Warnstreik zurückzunehmen. Er bezeichnete die Ankündigung der GDL als „reines Ablenkungsmanöver“ und versicherte: „Wir sind und bleiben verhandlungsbereit.“ In dem neuen Angebot würde die Bereitschaft zum Ausdruck kommen, über alle Tarif-Forderungen der GDL zu verhandeln. Im Fall eines Streiks würde die Bahn alles daran setzen, „die Beeinträchtigungen für die Kunden im Güter- und Personenverkehr so gering wie möglich zu halten“.

Die GDL steht in Konkurrenz zur mitgliederstärkeren Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG). Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn sowie eine Verkürzung der Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden pro Woche. Die EVG dagegen will sechs Prozent mehr Lohn für jeden Mitarbeiter, jedoch mindestens 150 Euro im Monat.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   GDL-Verhandlungen gescheitert: Lokführer streiken (02.10.2007)

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January 2, 2014

Aktienspekulation zum Jahresende: 2 Millionen Solarworld-Aktien umgesetzt

Aktienspekulation zum Jahresende: 2 Millionen Solarworld-Aktien umgesetzt

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Veröffentlicht: 02.01.2013, 00:17 (CET)
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Diese denkmalgeschützte Villa war 2005 Sitz der Solarworld AG

Frankfurt am Main (Deutschland), 02.01.2014 – Die wenigen Arbeitstage vor und nach Weihnachten sorgten an der Börse für einen schwunghaften Handel. So wurden im elektronischen Handels XETRA am Freitag, den 20. Dezember innerhalb von einer Stunde eine Million Aktien des krisengeschüttelten Photovoltaikherstellers Solarworld AG gehandelt. Insgesamt belief sich der Börsenumsatz des Wertpapiers an diesem Tag auf 2,9 Millionen Stück. Am darauffolgenden Börsentag, dem 23. Dezember, fiel der Kurs auf ein historisches Tief von 0,37 Euro. Übertroffen wurde Solarworld nur vom Konkurrenzunternehmen Conergy, das sich in Insolvenz befindet und am letzten Börsentag des Jahres mehr als 26 Millionen Aktien umsetzte – allerdings zu einem Preis von nur noch 0,01 Euro, während die Stückzahlen von Solarworld an diesem Tag bei 2,3 Millionen lag. Der Wert der gehandelten Conergy-Aktien belief sich auf rund 260.000 Euro, bei Solarworld – dank des gestiegenen Kurses – auf mehr als 1 Million Euro.

Im Vergleich dazu bewegen sich die Aktienumsätze von DAX-Konzernen oft in der Größenordnung von einigen Millionen Stück am Tag, stiegen aber auch zum Jahresende an. So wurden in den letzten Minuten vor Handelsschluss um 14 Uhr am 30. Dezember 1,8 Millionen Aktien der Deutschen Telekom zum Preis von 12,43 Euro umgesetzt, der Gesamtumsatz dieses Tages belief sich auf 66,6 Millionen Euro.

Die Aktien von Solarworld notierten erstmals am 8. November 1999 im Freiverkehr der Börse Düsseldorf sowie in der Folge an anderen Börsenplätzen. Wie viele Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energie hat auch dieser deutsche Hersteller auf staatliche Unterstützung gebaut und war dennoch den Stimmungen der Finanzmärkte ausgeliefert. Nach Einschätzung des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) ist die Krise in der Branche weltweit überwunden, wobei sich insbesondere Firmen aus Kanada und den USA hervortun.

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December 28, 2012

Banken bleiben bei niedrigen Zinsen

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Veröffentlicht: 13:14, 28. Dez. 2012 (CET)
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Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main (Deutschland), 28.12.2012 – Anfang Dezember hatten viele Banken ihre Zinsen weiter gesenkt. So werden seit 7. Dezember die Guthaben auf Tagesgeldkonten bei Cortal Consors, die mit 1,1 Millionen Kunden nach eigenen Angaben eine der größten Direktbanken Europas ist, statt mit 1,25 nur noch mit 1 Prozent jährlich verzinst. Zahlreiche Banken haben den Zinssatz für Tagesgeld unter 1 Prozent gesenkt. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) beträgt seit 5. Juli diesen Jahres 0,75 Prozent und erreichte damit ein historisches Tief. Eine Veränderung dieses Leitzinses ist jedoch nicht geplant.

Viele Kreditinstitute versuchen neue Kunden mit einem zeitlich befristeten höheren Zinssatz zu werben. ING-Diba, die größte Direktbank Deutschlands, bietet für Neukunden sechs Monate lang 1,75 Prozent. Die Norisbank – in ihrer Gründerzeit Vorreiter bei Guthabenzinsen für Privatgirokonten – wirbt mit einer Sparcard zu 0,25 Prozent und einer Mindesteinlage von 1 Euro. Dieses Modell ist ähnlich wie das der Postbank. Mit der Sparcard kann an allen Geldautomaten der Cash Group über das Guthaben verfügt werden.

Höhere Zinsen gibt es ansonsten nur beim Festgeld, wobei ein Mindestbetrag für mehrere Monate, manchmal sogar für Jahre angelegt werden muss. Bei der Werbung um Kunden versuchen sich im deutschsprachigen Raum auch ausländische Kreditinstitute zu profilieren: So die Direktbank VTB mit Sitz in Frankfurt am Main, Muttergesellschaft ist die österreichische VTB Bank (Austria) AG, die zum zweitgrößten russischen Bankenkonzern VTB gehört, oder die türkische Denizbank, die ebenfalls über eine österreichische Tochtergesellschaft im Internet wirbt und seit 2012 zu 99,85 % im Eigentum des russischen Bankenkonzerns Sberbank ist.

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  • Portal:Finanzpolitik

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November 30, 2012

Expansion: DB übernimmt Busverkehr in Budapest

Expansion: DB übernimmt Busverkehr in Budapest

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Veröffentlicht: 23:26, 30. Nov. 2012 (CET)
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Ein Bus von Arriva in Liverpool, England

Frankfurt am Main (Deutschland) / Budapest (Ungarn), 30.11.2012 – Im Mai 2013 wird das ungarisch-deutsche Joint-Venture VT Transman den Betrieb der öffentlichen Buslinien in der ungarischen Hauptstadt Budapest übernehmen. An VT Transman ist Arriva, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, mit 49,9 Prozent beteiligt, Mehrheitseigner ist der ungarische Konzern Videoton Holding ZRt. Der ursprünglich in der Branche der Unterhaltungselektronik tätige Konzern hat sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 unter anderem auf die Verlagerung von Fabriken nach Ost-Europa spezialisiert. Arriva beschäftigte im Jahr 2011 rund 47.500 Mitarbeiter.

Der Auftrag hat ein Volumen von 29 Millionen Euro pro Jahr und beinhaltet jährliche Transportleistungen von 11,5 Millionen Kilometern. Das Unternehmen VT Transman wird dazu 500 neue Mitarbeiter einstellen. Bisher beschäftigt das Unternehmen 450 Menschen. Außerdem werden 150 Citaro-Omnibusse von Daimler angeschafft, die im Mannheimer Werk des Autobauers hergestellt werden sollen. Arriva baut durch den Auftrag ihre Marktstellung im europäischen Personenverkehr aus. Die Bahntochter ist in acht europäischen Ländern als Busbetreiber aktiv und derzeit der größte Busbetreiber Europas.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Deutsche Bahn

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November 14, 2012

Verlag der „Frankfurter Rundschau“ stellt Antrag auf Insolvenz

Verlag der „Frankfurter Rundschau“ stellt Antrag auf Insolvenz

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Veröffentlicht: 03:09, 14. Nov. 2012 (CET)
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Verlagsgebäude der Frankfurter Rundschau am Karl-Gerold-Platz in Frankfurt-Sachsenhausen

Frankfurt am Main (Deutschland), 14.11.2012 – Beim Amtsgericht Frankfurt am Main ist am Dienstagmorgen der Insolvenzantrag des Unternehmens Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH gestellt worden. In dem Haus erscheint die seit 1945 bestehende Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“. Zum Insolvenzverwalter des Unternehmens wurde der Rechtsanwalt Frank Schmitt bestellt. Rund 500 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Sie wurden in einer Betriebsversammlung über die Stellung des Insolvenzantrages informiert.

Die Gewerkschaft VerDi zeigte sich von der Entwicklung überrascht. „Wir hatten gehofft, dass es andere Lösungen gibt“, äußerte sich der hessische Landesfachbereichsleiter für Medien, Kunst und Industrie der Gewerkschaft Manfred Moos. Noch nicht absehbar sind nach Auskunft des Betriebsratsvorsitzenden Alfred Hase die Auswirkungen auf die „Berliner Zeitung“, die mit der „Frankfurter Rundschau“ einen Teil der Redaktion gemeinsam hat.

Die traditionsreiche Frankfurter Zeitung ist seit einigen Jahren unrentabel. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur Mediengruppe M. DuMont Schauberg, Minderheitenbeteiligungen halten die Karl-Gerold-Stiftung und die der SPD gehörende Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG). Gerüchte über eine Schließung waren von DuMont wiederholt dementiert worden. In den letzten zehn Jahren war die täglich verkaufte Auflage von rund 183.000 auf etwa 118.000 Exemplare zurückgegangen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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November 2, 2012

Kachelmann Reloaded: Wettermann verklagt Ex-Geliebte auf Schadenersatz

Kachelmann Reloaded: Wettermann verklagt Ex-Geliebte auf Schadenersatz

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Veröffentlicht: 18:03, 2. Nov. 2012 (CET)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 02.11.2012 – Der Vergewaltigungsprozess gegen den Wetterunternehmer Jörg Kachelmann endete im Mai letzten Jahres mit einem Freispruch, der bald danach rechtskräftig wurde. Wer nun glaubte, damit sei der Fall Kachelmann erledigt, der irrte. Nicht nur, dass Kachelmann mit kräftiger Unterstützung seiner während des Mannheimer Verfahrens geehelichten Frau Miriam sein schon länger angekündigtes Buch (kurz vor der Frankfurter Buchmesse) veröffentlichte; der Wettermoderator hat mittlerweile auch eine Zivilklage gegen Claudia D. angestrengt, die ihn im Februar 2010 wegen Vergewaltigung anzeigte.

Wenige Stunden, nachdem Jörg Kachelmann das Landgericht Mannheim durch die Ausfahrt der Tiefgarage als freier Mann verlassen hatte, erinnerte nichts mehr an das damalige Medienspektakel

Der Gegenstand dieser Klage ist auffällig bescheiden. Rund 13.000 Euro möchte Kachelmann für Gutachterkosten von seiner möglichen Falschbeschuldigerin erstattet bekommen. Dass dieser Geldbetrag für ihn eine materielle Bedeutung hat, ist auszuschließen: Für Kachelmann kann es hier um nichts anderes gehen als eine mögliche Neubewertung seines Falles, denn mit der Urteilsbegründung der Mannheimer Richter haftet dem Wettermann der bedeutende Makel eines Freispruchs aus Mangel an Beweisen an. Damit ist seine Reputation als öffentliche Person so unvermeidbar beschädigt wie als Privatmensch. Umgekehrt sieht es etwas anders aus: Einer Erklärung von Claudia D.s Anwalt zufolge sieht sich diese auch materiell erheblich bedroht, was besonders nachvollziehbar ist, weil vielfach über noch weitergehende Schadenersatzforderungen von Seiten Kachelmanns, wie etwa Verdienstausfall, spekuliert wird. Aber auch für sie ist es natürlich genauso ein Kampf um ihr Ansehen wie für ihren Ex-Geliebten.

Überschaubarer Protest vor Ort gegen Kachelmanns Opferthesen

Der erste Verhandlungstag, vorgestern am Landgericht Frankfurt verlief unspektakulär, aber nach einem vertrauten Schema: Kachelmann mit seinem Verteidiger Schwenn plus eine neue Frankfurter Anwältin schon im Gerichtsaal, dann Einzug der Fotografenmeute zur intensiven Ablichtung. Beim Zivilprozess ist weder die Anwesenheit von Kläger noch Beklagten vorgeschrieben, aber das Gericht hatte für diesen Tag beide vorgeladen. So zog nun auch Claudia D. ein – mit großer Sonnenbrille und einer Perücke (wie Medienvertreter feststellten) –, was sie aber letztlich nicht vor den Kameras schützte. Nach dem Einzug des dreiköpfigen Richterkollegiums erfolgte der Auszug der Kameras. Fast genauso gesetzmäßig folgte dann direkt auf die Eröffnung durch den Vorsitzenden Richter der Auszug der etwa 40 Journalisten und Zuschauer.

Gisela Friedrichsen vom Spiegel bleibt unangefochten die gefragteste Interviewpartnerin, diskutiert aber auch gerne mal mit protestierenden Feministinnen. An der Unschuld Kachelmanns hat sie wenig Zweifel.

Der Ausschluss von Öffentlichkeit und Berichterstattung ist ein bereits von Mannheimer Kachelmann-Prozesstagen gewohntes Prozedere. So ärgerlich dies ist, ist es noch nachvollziehbar, denn der erste Verhandlungstag war als sog. Güteverhandlung angelegt: Die Absicht der Richter war es offenbar, so unbefangen wie möglich die Möglichkeit einer gütlichen Einigung der Parteien auszuloten. Wie später am Tage bekanntgemacht wurde, scheiterte diese Option während des publikumsfreien Gesprächs. Nach Lage der Dinge ist also davon auszugehen, dass es nun richtig „zur Sache geht“. Ein Termin für den nächsten Prozesstag steht noch aus. Rechtskundige hatten bereits zuvor darüber spekuliert, wie umfänglich sich das weitere Verfahren gestaltet: Möglich wäre ein kurzer Prozess, in dem sich das Gericht bei seiner Entscheidungsfindung weitgehend auf die Mannheimer Prozessakten stützt. Genauso gut könnte es aber zu neuen Beweisanträgen und -erhebungen kommen, wofür weitere Prozesstage in Anspruch genommen würden.

Die Verhandlung endete mittags damit, dass Kachelmann den Gerichtssaal durch die Hintertür verließ, während die Kameras alle am Haupteingang warteten. Immerhin hatte er diesen bei seiner Ankunft am frühen Morgen gemeinsam mit seinem berühmt-berüchtigten Hamburger Anwalt per pedes durchschritten (leider zu früh für den Wikinews-Fotografen). Im Vorfeld hatten Frauengruppen zur Demonstration gegen Kachelmanns Thesen zum Thema Falschbeschuldigung aufgerufen; ein paar Aktivistinnen hatten sich daraufhin mit Plakaten am Eingang postiert, um gegen kachelnde Schlagwörter wie „Opferabo“ zu protestieren. Ulrich Warncke, ein Frankfurter Vertreter des Weißen Rings gab vor den Kameras sogar ein Statement ab, bei welchem er Kachelmann direkt vorwarf, seinen Freispruch 2. Klasse aufwerten zu wollen, indem er nachträglich versuche, die Geschichte „zu Lasten des Opfers zu klittern“.

Ulrich Warncke, Anwalt und Vertreter des Opferhilfevereins Weißer Ring: „Man braucht nur genug Geld, willfährige Gutachter und einen schneidigen Verteidiger, dann kommt man aus allen Verfahren heraus.“

Das Interesse der Öffentlichkeit an der Causa Kachelmann scheint mittlerweile merklich nachgelassen zu haben, und auch viele Journalisten sind vom Thema genervt, wie sie erklären. Dazu trägt Kachelmann selbst bei, indem er seine Verteidigungskampagne besonders in seinem Buch „Recht und Gerechtigkeit“ sogar noch über das Maß von jemandem übertreibt, dem man unterstellt, anerkanntermaßen Opfer einer Falschbeschuldigung geworden zu sein. Und seine Verallgemeinerungen stoßen nicht nur bei Feministinnen auf Widerspruch.

Generell scheint Kachelmann in der Öffentlichkeit nicht so glaubwürdig wahrgenommen zu werden, wie er es sich wünscht. Für „Recht und Gerechtigkeit“ entscheidend ist aber nur, ob der Fall Kachelmann durch eine Vergewaltigung ausgelöst wurde – oder durch eine Falschbeschuldigung. Der Zivilprozess könnte hier ein neues Licht auf die Geschehnisse werfen. Zivilgerichte sind prinzipiell unabhängig von Strafgerichten und deren Urteilen. Das Frankfurter Gericht kann also zu ganz anderen Ergebnissen kommen als die Mannheimer Strafkammer. So hat sich beispielsweise im Fall Harry Wörz das Blatt vollständig gewendet, als ein Zivilgericht zugunsten des rechtskräftig Verurteilten Wörz entschied, obwohl die Zivilklage hier sogar von der Gegenpartei ausging.

Noch wagt niemand eine Prognose, was der Zivilprozess im undurchsichtigen Fall Kachelmann als Ergebnis haben wird. Fest steht aber: Die Beweislast liegt hier bei Kachelmann. Der Grund für Frankfurt als Gerichtsort liegt übrigens darin, dass Kachelmann am Frankfurter Flughafen festgenommen wurde.

Themenverwandte Artikel

  • Wikinews-Artikel zum Fall Kachelmann

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