Rumänien: Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt

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Artikelstatus: Fertig 10:42, 16. Okt. 2005 (CEST)
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Bukarest (Rumänien), 16.10.2005 – Die im Donaudelta verendeten Enten waren mit dem Virusstamm H5N1 infiziert, der als der gefährlichste Erreger der Vogelgrippe gilt. Das erklärte gestern ein Sprecher des britischen Umweltministeriums.

Damit bestätigt sich die Befürchtung, dass sich das Vogelgrippevirus durch Zugvögel von Asien langsam nach Europa ausbreitet. Zuvor war schon bekannt geworden, dass in der Türkei Fälle der gefährlichen Geflügelpest aufgetreten waren. Mit dem neuen Fall in Rumänien ist nun davon auszugehen, dass die Vorfälle nicht regional begrenzt bleiben, sondern sich ganz Europa dieser Virusbedrohung ausgesetzt sieht.

Das Donaudelta ist inzwischen abgeriegelt worden. Tausende Vögel werden dort getötet, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

Erste Verdachtsfälle sind auch beim Menschen aufgetreten. Im Westen der Türkei sind mehrere Menschen mit dem Verdacht einer Erkrankung an der Vogelgrippe bereits in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf zeigte sich besorgt über die gegenwärtige Entwicklung. Der Leiter des Influenza-Programms der WHO, Klaus Stöhr, sagte: „Man muss sich jetzt schon darauf vorbereiten, dass die Seuche sich weiter ausbreitet.“ Die Gefahr einer Pandemie sei real. Aktuell bestehe diese Gefahr zwar noch nicht, weil das Virus noch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sei. „Aber das Virus hat alle Potenzen, alle Möglichkeiten, sich zu verändern, zu mutieren und dann so eine schlimme Pandemie hervorzurufen.“ Bei einer Pandemie sei weltweit mit Millionen von Toten zu rechnen.

Die letzte große Pandemie war die so genannte spanische Grippe von 1918 bis 1920, die weltweit 25 Millionen Todesopfer gefordert hatte. Dabei handelte es sich um eine Influenza-Infektion. Die Gefahr einer Pandemie mit dem Influenzavirus besteht nach Expertenmeinung vor allem dann, wenn sich dieses Virus mit dem H5N1-Virusstamm der Vogelgrippe verbindet und eine Infektion auf dem für die Grippe typischen Infektionsweg stattfindet: durch Tröpfcheninfektion. Angesichts der heutigen weltweiten Vernetzung durch den internationalen Flugverkehr könnte sich eine Infektion mit einem solchen hoch ansteckenden Virus sehr schnell über die ganze Welt verbreiten.

Das Robert-Koch-Institut sieht gegenwärtig für Deutschland noch keine besondere Gefahr. Lediglich Personen, die unmittelbaren Umgang mit Geflügel hätten, seien im Falle einer Ausbreitung des Vogelgrippevirus nach Deutschland besonders zu schützen.

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Quellen