Russische Offiziere wegen Mordes an Zivilisten verurteilt

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Veröffentlicht: 16:20, 28. Dez. 2007 (CET)
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Rostow am Don (Russland), 28.12.2007 – Das Gericht des Militärdistrikts Nordkaukasus hat zwei russische Offiziere wegen Mordes an Zivilisten zu langen Haftstrafen verurteilt.

Sergei Arakcheyev und Yevgeny Khudyakov müssen für 15 und 17 Jahre in ein Hochsicherheitsgefängnis, weil sie drei tschetschenische Zivilisten umgebracht haben. Außerdem ordnete das Gericht an, dass die militärischen Ränge der Angeklagten und der Suworoworden von Arakcheyev aberkannt werden. Das Strafmaß liegt leicht unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Beide Personen sind als Offiziere dem russischen Innenministerium unterstellt. Vor Gericht hatte Sergei Arakcheyev auf unschuldig plädiert. Der andere Angeklagte war laut Meldungen russischer Nachrichtenagenturen nicht vor Gericht erschienen. Sein Anwalt gab an, nichts über den Aufenthaltsort seines Mandanten, nach dem inzwischen gefahndet wird, zu wissen.

Tschetschenien

Nach der Urteilsverkündung erhob Sergei Arakcheyev Vorwürfe gegen die Richter. „Das Urteil ist absolut illegal. Es gab kein objektives Verfahren“, zitiert „Interfax“ den verurteilten Ex-Offizier. „ITAR-TASS“ zufolge wollen die Verteidiger der beiden Verurteilten in Berufung gehen. Das jüngste Urteil hat bereits eine Vorgeschichte. In zwei vorangegangenen Prozessen waren die Angeklagten freigesprochen worden. Der Oberste Gerichtshof Russlands hatte die Urteile aber für ungültig erklärt und den Fall an das Militärgericht übergeben.

Sergei Arakcheyev und Yevgeny Khudyakov wird vorgeworfen, im Januar 2003 drei Bauarbeiter an einem Kontrollpunkt in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny erschossen zu haben. Die beiden Offiziere sollen die drei Zivilisten aufgefordert haben, ihr Fahrzeug zu verlassen und sich auf den Boden zu legen. Danach hätten die Offiziere auf sie geschossen. Die Leichen seien anschließend mit Benzin übergossen und verbrannt worden. Laut „BBC News“ handelt es sich um eines der härtesten Urteile gegen russische Offiziere wegen Verbrechen in Tschetschenien. Bisher seien nur wenige Soldaten wegen derartiger Vergehen verurteilt worden.

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Quellen